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Was Ihre Blutwerte über Ihre Gesundheit verraten
Foto: ISEN STOCKER/shutterstock

Was Ihre Blutwerte über Ihre Gesundheit verraten

Viele Menschen lassen regelmäßig Blut abnehmen und verstehen die Ergebnisse danach kaum. Die Zahlen, Abkürzungen und Referenzwerte am Befund sind ohne ärztliche Erklärung oft schwer zu verstehen.
Oft bleibt unklar, was die einzelnen Werte wirklich über die eigene Gesundheit aussagen. Dabei liefert ein Blutbefund wertvolle Hinweise: Er kann früh zeigen, ob Entzündungen im Körper ablaufen, ob ein Nährstoffmangel besteht oder ob Stoffwechsel und Organe wie gewünscht funktionieren.
In diesem Artikel erfahren Sie verständlich, welche Blutwerte bei der österreichischen Vorsorgeuntersuchung gemessen werden, was sie bedeuten und wann Sie unbedingt das Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin suchen sollten.

Zusammenfassung

Blutwerte

Was verraten Blutwerte über die Gesundheit? Blutwerte zeigen, wie gut Stoffwechsel, Immunsystem und Organe arbeiten. Sie können frühe Hinweise auf Entzündungen, Mängel oder Erkrankungen geben.

Ist ein auffälliger Blutwert immer gefährlich? Nein. Einzelne Werte können durch Infekte, Stress, Sport oder Ernährung schwanken. Entscheidend ist die ärztliche Einordnung im Gesamtbild.

Welche Blutwerte sind besonders wichtig? Wichtige Werte sind unter anderem das kleine und große Blutbild, CRP, Blutzucker, HbA1c, Cholesterin, Leberwerte, Nierenwerte, Ferritin, Vitamin B12 und Vitamin D.

Muss man zur Blutabnahme nüchtern sein? Für Blutzucker und Blutfette meist ja. Für viele andere Werte, etwa Blutbild oder Entzündungswerte, ist es oft nicht notwendig.

Wann sollte man Blutwerte ärztlich abklären lassen? Bei starken Abweichungen, Beschwerden oder dauerhaft auffälligen Werten sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt den Befund beurteilen.

Was steckt hinter dem Blutbefund?

Ein Blutbefund ist weit mehr als eine Liste mit Zahlen und Abkürzungen. Er liefert einen Einblick in zentrale Vorgänge des Körpers – etwa wie gut das Immunsystem arbeitet, ob der Stoffwechsel im Gleichgewicht ist oder ob ein Mangel an wichtigen Nährstoffen besteht.

Für Ärzt:innen ist er ein wichtiges Werkzeug, um Erkrankungen früh zu erkennen, Verläufe zu beurteilen und Therapien einzuleiten. Patient:innen kann der Befund dabei helfen, die eigene Gesundheit besser zu verstehen.

Was ist ein kleines und großes Blutbild?

Das kleine Blutbild gehört zu den Standarduntersuchungen und liefert einen ersten Überblick über die wichtigsten Bestandteile des Blutes

Kleines Blutbild

Es misst unter anderem:

  • rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Hämoglobin und Hämatokrit

Großes Blutbild (Differentialblutbild)

Das große Blutbild baut auf dem kleinen Blutbild auf und geht einen Schritt weiter. Hier wird zusätzlich ein sogenanntes Differentialblutbild erstellt. 

Dabei werden die weißen Blutkörperchen genauer aufgeschlüsselt. Unterschieden werden unter anderem:

  • neutrophile Granulozyten
  • eosinophile Granulozyten
  • basophile Granulozyten
  • Lymphozyten
  • Monozyten

Das große Blutbild hilft dabei, Infektionen, Entzündungen, Allergien oder bestimmte Erkrankungen des blutbildenden Systems genauer einzuordnen.

Mann bei der Blutabnahme
Foto: SeventyFour/shutterstock

Muss man für die Blutabnahme nüchtern sein?

Das hängt davon ab, welche Werte bestimmt werden sollen. Nüchtern sein ist vor allem bei Blutzucker- und Blutfettwerten (Cholesterin) erforderlich. Für viele andere Werte – etwa für das Blutbild oder die Bestimmung der Entzündungswerte – ist es nicht zwingend notwendig.

„Nüchtern sein” bedeutet dabei: 8 bis 12 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen. Wasser und ungesüßter Tee sind in der Regel erlaubt und sollten auch getrunken werden, da genügend Flüssigkeitszufuhr die Blutabnahme erleichtert. 

Kaffee, Milch, Säfte und Alkohol hingegen sollten mindestens 8 bis 12 Stunden vorher gemieden werden, da Zucker und Fette Blutzucker- und Cholesterinwerte direkt beeinflussen. 

Medikamente am Morgen der Blutabnahme sollten nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt eingenommen werden, da manche Wirkstoffe Werte verfälschen können.

Was deckt die kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Österreich ab?

Alle Versicherten ab 18 Jahren haben in Österreich den Anspruch auf eine jährliche kostenlose Gesundenuntersuchung inklusive Blutbild. Im Rahmen des jährlichen Gesundheitschecks werden bestimmte Laborwerte erhoben, je nach Situation können weitere Werte ergänzt werden.  Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und Risikofaktoren rechtzeitig zu reduzieren.

Die wichtigsten Blutwerte im Überblick

Die wichtigsten Entzündungswerte

CRP (C-reaktives Protein)

Das CRP ist ein Eiweiß, das bei Entzündungen im Körper vermehrt gebildet wird. Ein erhöhter Wert weist darauf hin, dass irgendwo im Körper ein entzündlicher Prozess abläuft.

Was sind die Orientierungswerte?

  • unter 5 mg/l: unauffällig
  • 5 bis 10 mg/l: möglich bei milden Infekten oder leichten Entzündungen
  • über 50 mg/l deutlich erhöht: Hinweis auf eine stärkere Entzündung oder bakterielle Infektion

Mögliche Ursachen für einen erhöhten CRP-Wert können Infektionen wie Erkältungen oder bakterielle Infekte sein, aber auch entzündliche Erkrankungen, Operationen oder Verletzungen. 

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Leukozyten sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Sie helfen dem Körper dabei, Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze zu erkennen und abzuwehren. Außerdem spielen sie eine Rolle bei Entzündungsreaktionen und anderen Abwehrprozessen im Körper.

Was sind die Referenzwerte?

GeschlechtUntergrenzeObergrenze
Männer
4.000 pro Mikroliter Blut

10.000 pro Mikroliter Blut
Frauen
4.000 pro Mikroliter Blut

10.000 pro Mikroliter Blut

Was bedeutet ein zu hoher Wert?

Ein deutlich erhöhter Leukozytenwert kann darauf hinweisen, dass das Immunsystem gerade besonders aktiv ist, zum Beispiel bei einer Infektion, Entzündung oder körperlicher Belastung. Eine erhöhte Anzahl von Leukozyten im Blut wird als Leukozytose bezeichnet. 

Auch Rauchen, Stress, Verbrennungen oder eine Schwangerschaft können die Leukozytenzahl erhöhen. Bestimmte Medikamente, etwa Kortison oder einige Mittel gegen Epilepsie, können ebenfalls Einfluss haben. In seltenen Fällen kann auch eine Erkrankung des blutbildenden Systems, wie eine Leukämie, dahinterstecken.

Was bedeuten zu niedrige Werte?

Ein deutlich niedriger Wert kann unter anderem auftreten, wenn die Bildung der weißen Blutkörperchen gestört ist oder das Immunsystem geschwächt ist. Man spricht hier von einer Leukozytopenie oder Leukopenie

Mögliche Ursachen sind unter anderem Virusinfektionen, Autoimmunerkrankungen oder Störungen der Blutbildung. Auch bestimmte Medikamente, zum Beispiel einige Schmerzmittel oder Antibiotika, können die Leukozytenzahl senken.

Der Wert allein reicht jedoch nicht aus, um eine genaue Ursache festzustellen. Deshalb wird er immer zusammen mit anderen Blutwerten und den Beschwerden beurteilt.

Die wichtigsten Blutzuckerwerte

Der Blutzucker zeigt, wie gut der Körper Zucker verwertet. Ergänzt wird er durch den Langzeitblutzucker (HbA1c), der die durchschnittlichen Werte der letzten Wochen widerspiegelt.

Auffällige Werte können ein Hinweis auf Diabetes oder eine Vorstufe sein. Gerade deshalb gehören diese Werte zu den wichtigsten in der Vorsorge.

Nüchternblutzucker

Der Nüchternblutzucker zeigt, wie gut der Körper Zucker verarbeitet, ohne Einfluss von einer Mahlzeit. Gemessen wird er nach mindestens 8 Stunden Nahrungskarenz, in der Regel morgens vor dem Frühstück. 

Da der Blutzucker über den Tag stark schwankt – je nach Mahlzeiten, Bewegung und Insulinwirkung – ist dieser nüchterne Ausgangswert besonders aussagekräftig. Er ist ein zentraler Wert zur Früherkennung von Diabetes.

Was sind die Referenzwerte?

  • 74-99 mg/dl: normal
  • 100–125 mg/dl: Hinweis auf Vorstufe (Prädiabetes)
  • ab 126 mg/dl: Verdacht auf Diabetes mellitus
  • unter 60 mg/dl: Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Was bedeutet ein erhöhter Wert?

Erhöhte Werte bleiben oft lange unbemerkt – Symptome wie starker Durst oder häufiges Wasserlassen treten oft erst später auf. 

Die häufigsten Ursachen für einen erhöhten Nüchternzucker sind ein unentdeckter Diabetes Mellitus, eine unausgewogene Ernährung oder unzureichend eingestellte Medikamente. 

Wichtig: Ein einzelner erhöhter Wert ist noch keine Diagnose. Für die Feststellung eines Diabetes sind mindestens zwei Blutabnahmen notwendig, da der Wert von Messung zu Messung schwanken kann.

HbA1c (Langzeitblutzucker)

Während der Nüchternblutzucker nur eine Momentaufnahme liefert, zeigt der HbA1c den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8 bis 12 Wochen. HbA1c entsteht, wenn Hämoglobin Glukose bindet. Dabei gilt: Je höher und länger der Blutzucker in diesem Zeitraum erhöht war, desto höher fällt auch der HbA1c-Wert aus.

Kurzfristige Schwankungen – etwa nach einer Mahlzeit oder durch Stress – haben meist nur wenig Einfluss. Der HbA1c ist daher ein zentraler Wert zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes mellitus.

Welche HbA1c-Werte sind normal?

HbA1cBedeutung

unter 5,7 %
Normbereich
5,7 – 6,4 %erhöhtes Risiko (Prädiabetes)
ab 6,5 %Verdacht auf Diabetes mellitus

Was bedeuten erhöhte Werte?

Erhöhte Werte verursachen häufig keine Beschwerden und bleiben daher oft unbemerkt. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann allerdings gesundheitliche Folgen haben und zu Gefäßschäden führen.

Was bedeutet ein zu niedriger Wert?

Zu niedrige HbA1c-Werte haben in der Regel kaum medizinische Bedeutung. Gelegentlich kommen sie vor, wenn rote Blutkörperchen schneller abgebaut werden als üblich – dann bleibt dem Hämoglobin schlicht weniger Zeit, um Zucker zu binden. Eine Kontrollmessung nach einigen Monaten ist in solchen Fällen sinnvoll.

Cholesterinwerte: Was bedeuten zu hohe Blutfettwerte

Cholesterin ist ein Fettstoff, den der Körper zu etwa 80 % selbst herstellt. Nur ein kleiner Teil wird über die Nahrung aufgenommen. Cholesterin ist ein Bestandteil der Zellmembranen und erfüllt zentrale Aufgaben im Körper, etwa bei der Bildung von Hormonen wie Testosteron, Östrogen sowie Vitamin D. 

Im Blut wird Cholesterin in sogenannten Lipoproteinen transportiert. Je nachdem, welche Art von Lipoprotein dabei beteiligt ist, wirkt sich das Cholesterin unterschiedlich auf die Gesundheit aus.

Im Befund begegnen Ihnen in der Regel drei zentrale Werte: 

Keiner davon sollte isoliert betrachtet werden – erst zusammen ergeben sie ein aussagekräftiges Bild des Fettstoffwechsels.

Cholesterin messen: Gesunde Lebensmittel
Foto: Chinnapong/shutterstock

LDL-Cholesterin 

LDL-Cholesterin transportiert Cholesterin zu den Körperzellen. Ist zu viel davon im Blut, steigt das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Niedrige LDL-Werte sind dagegen in der Regel unbedenklich – es sei denn, sie sind extrem niedrig oder entstehen durch eine zu hohe Dosierung cholesterinsenkender Medikamente.

Was sind die Referenzwerte?

LDL-Wert (mg/dl) Bedeutung
unter 115 mg/dl für gesunde Menschen mit niedrigem Risiko
Unter 100 mg/dlbei gesunden Menschen mit mäßig erhöhtem Risiko wie Bluthochdruck oder genetisch erhöhten Cholesterinwerten
Unter 70 mg/dl für Patient:innen mit sehr hohem Risiko, beispielsweise bei bekannten Herz- und Gefäßerkrankungen oder nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall

Was bedeuten erhöhte Werte?

Erhöhte LDL-Werte entstehen häufig durch Bewegungsmangel, eine fettreiche Ernährung, Übergewicht oder genetische Veranlagung. Langfristig fördern sie die Ablagerung von Cholesterin in den Gefäßwänden und begünstigen so die Entstehung von Arteriosklerose.

HDL-Cholesterin 

HDL-Cholesterin transportiert überschüssiges Cholesterin aus dem Körper zurück zur Leber, wo es abgebaut wird. Beim HDL gilt: je höher, desto besser.

Was sind die Referenzwerte?

HDL (mg/dl)Bedeutung
Frauen: über 50wünschenswert
Männer: über 40wünschenswert

Was bedeuten zu niedrige Werte?

Zu niedrige HDL-Werte sind mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Häufige Ursachen sind Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung oder starkes Übergewicht.

Auch Erkrankungen wie Diabetes sowie chronische Leber- oder Nierenerkrankungen können den HDL-Spiegel senken. Bestimmte Medikamente können ebenfalls Einfluss haben.

Was bedeuten zu hohe Werte?

Zu hohe Werte beim HDL sind medizinisch in der Regel nicht bedenklich und gelten als günstig für das Herz-Kreislauf-System.

Triglyceride

Triglyceride sind ein wichtiger Energiespeicher des Körpers. Sie werden über die Nahrung aufgenommen, aber auch vom Körper selbst – vor allem in der Leber – gebildet. Da eine Mahlzeit den Wert stark beeinflusst, muss die Messung nüchtern erfolgen.

Was sind die Richtwerte?

Triglyceride (mg/dl)Bedeutung
unter 150normal
150 – 199grenzwertig erhöht
ab 200erhöht

Was bedeuten zu hohe Werte?

Erhöhte Triglyceridwerte entstehen häufig durch zuckerreiche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel oder erhöhten Alkoholkonsum.

Sehr hohe Werte können das Risiko für eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) erhöhen und sollten rasch abgeklärt werden.

Was bedeuten zu niedrige Werte?

Zu niedrige Werte bei den Triglyceriden sind medizinisch bedeutungslos und kein Grund zur Sorge.

Ferritin (Eisenspeicher)

Was misst dieser Wert? 

Ferritin ist ein Eiweiß, das Eisen im Körper bindet und speichert. Es befindet sich größtenteils in den Zellen von Leber, Milz und Knochenmark – ein kleiner Teil ist auch im Blut messbar. 

Der Ferritinwert zeigt also nicht, wie viel Eisen gerade im Blut zirkuliert, sondern wie gut die Eisenreserven des Körpers gefüllt sind.

Was sind die Normalwerte?

FerritinBedeutung
Frauen: 10 – 150 µg/lnormal
Männer: 30 – 300 µg/lnormal
Unter dem NormalbereichHinweis auf Eisenmangel
Stark erhöhtmögliche Eisenüberladung oder Entzündung

Was bedeuten zu niedrige Werte? 

Niedrige Ferritinwerte sind ein zuverlässiger Hinweis auf leere Eisenspeicher und können verschiedene Ursachen haben.

Dazu zählen:

  • Blutverluste, z.B. durch starke Menstruation oder Darmblutungen
  • Eine zu geringe Eisenaufnahme über die Nahrung, etwa bei veganer oder einseitiger Ernährung
  • Ein erhöhter Bedarf, z.B. in der Schwangerschaft oder bei Wachstumsschüben

Ein leichter oder vorübergehender Eisenmangel ist in der Regel unproblematisch. Fehlt jedoch über längere Zeit zu viel Eisen, kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen – der Körper wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Haarausfall und eine verminderte Leistungsfähigkeit.

Eisenmangel: müde Frau auf dem Sofa
Foto: MAYA LAB/shutterstock

Vitamin B12

Vitamin B12 ist ein lebenswichtiges Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es ist entscheidend für die Funktion des Nervensystems und die Bildung roter Blutkörperchen

Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vor. Bei streng veganer Ernährung kann es daher leichter zu einem Mangel kommen. 

Was sind die Referenzwerte?

Vitamin B12Bedeutung
200 – 1000 pg/mlnormal
unter 200 pg/mlMangel – ärztliche Abklärung empfohlen

Was bedeuten zu niedrige Werte? 

Ein Vitamin-B12-Mangel entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Typisch ist, dass sich erste Beschwerden erst nach längerer Zeit bemerkbar machen.

Mögliche Ursachen sind:

  • Vegane oder sehr einseitige Ernährung ohne tierische Produkte
  • Magenerkrankungen oder Magenoperationen, die die Aufnahme des Vitamins erschweren
  • Bestimmte Darmerkrankungen wie Morbus Crohn

Typische Symptome eines Mangels sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme sowie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen. Langfristig kann ein unbehandelter Mangel zu Nervenschäden und Blutarmut führen.

Was bedeuten zu hohe Werte? 

Erhöhte Vitamin-B12-Werte sind durch die normale Ernährung kaum möglich. Zusätzlich ist das Vitamin wasserlöslich, das heißt bei einem Überschuss kann der Körper es über die Nieren im Urin ausscheiden.

Erhöhte Vitamin-B12-Werte können jedoch in bestimmten Situationen auftreten, etwa bei Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen. Deshalb sollten erhöhte Werte immer ärztlich eingeordnet werden.

Vitamin D

Was ist Vitamin D und warum wird es gemessen? 

Vitamin D wird zwar als Vitamin bezeichnet, wirkt im Körper jedoch wie ein Hormon. Es wird mithilfe von Sonnenlicht gebildet und spielt eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit, das Immunsystem und die Muskelkraft.

Was sind die Referenzwerte?

EinheitFrauenMänner
nmol/L (Nanomol pro Liter)50-100 nmol/L50-100 nmol/L

Was bedeuten zu niedrige Werte? 

Bei einem Vitamin-D-Mangel können folgende Beschwerden auftreten: Knochen-, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Haarausfall sowie Müdigkeit. 

Hauptursachen für niedrige Werte sind zu wenig Sonnenlichtexposition, erhöhter Bedarf, hohes Alter, bestimmte Darmerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Aufnahme beeinträchtigen.

Was bedeuten zu hohe Werte?

Zu hohe Vitamin-D-Werte entstehen fast ausschließlich durch die Einnahme von  hochdosierten Präparaten über einen längeren Zeitraum (mehr als 100 Mikrogramm Vitamin D täglich) – nicht durch Sonnenlicht. Eine regelmäßige übermäßig hohe Vitamin-D-Zufuhr kann zu einer akuten Vitamin-D-Überdosierung führen.

Sehr hohe Werte können zu Übelkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall zu einer Hyperkalzämie (hoher Kalziumspiegel im Blut) führen. Präparate sollten daher nur nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.

Vitamin D Mangel
Foto: Alrandir/shutterstock

Leber- und Nierenwerte

Was sind die Leberwerte und warum werden sie gemessen?

Die Leber ist eines der zentralen Stoffwechselorgane des Körpers: Sie baut Schadstoffe und Medikamente ab, produziert wichtige Eiweiße und reguliert den Energiehaushalt

Wenn Leberzellen geschädigt werden, gelangen bestimmte Enzyme vermehrt ins Blut – diese werden als Leberwerte bezeichnet. Zu den wichtigsten im Routinebefund zählen AST, ALT und Gamma-GT. Diese Werte werden immer gemeinsam betrachtet, da ihr Zusammenspiel wichtige Hinweise auf Art und Ausmaß einer möglichen Leberschädigung liefert.

Wichtig: Auffällige Leberwerte bleiben oft lange symptomlos. Viele Lebererkrankungen machen sich erst in einem fortgeschrittenen Stadium durch Beschwerden bemerkbar.

Was messen die einzelnen Werte?

  • AST/GOT (Aspartat-Aminotransferase oder Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) ist ein Enzym, das vor allem in der Leber, aber auch in Muskeln und im Herzmuskel vorkommt. Sehr erhöhte Werte können auf eine Schädigung von Leberzellen hinweisen, sind jedoch nicht leberspezifisch.
  • ALT/GPT (Alanin-Aminotransferase oder Glutamat-Pyruvat-Transaminase) befindet sich fast ausschließlich in der Leber und ist daher besonders spezifisch für Leberschäden. Wenn Leberzellen geschädigt werden, gelangt vermehrt ALT ins Blut. 
  • Gamma-GT (GGT) stammt im Blut fast ausschließlich aus der Leber und den Gallenwegen. Ein erhöhter Wert kann auf eine Leberbelastung oder eine Gallenwegserkrankung hinweisen.

Was sind die Normwerte?

WertFrauenMänner
AST10-31 U/l10-35 U/l
ALT10-34 U/l10-45 U/l
Gamma-GT9-38 U/l
12-55 U/l

Die genauen Referenzbereiche können je nach Labor variieren – maßgeblich ist immer der im Befund angegebene Referenzbereich.

Was bedeuten zu hohe Werte?

Erhöhte Leberwerte können viele Ursachen haben. 

Die häufigsten sind:

  • Alkohol: Vor allem bei regelmäßigem, längerfristigem Konsum kann es zu erhöhten GGT-Werten kommen. 
  • Fettleber: Eine der häufigsten Ursachen für erhöhte Werte. Sie wird oft durch übermäßigen Alkoholkonsum oder Übergewicht verursacht und bleibt in den meisten Fällen lange unbemerkt. 
  • Medikamente: Auch pflanzliche Arzneimittel können die Leber belasten. Bei auffälligen Werten sollten alle eingenommenen Präparate mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
  • Infektionen wie Hepatitis A, B oder C
  • Erkrankungen der Gallenwege
  • Leberzirrhose

Wichtig: Nicht immer steckt etwas Ernstes dahinter. Auch beispielsweise intensive körperliche Belastung kann die Werte vorübergehend erhöhen.

Kreatinin und Nierenfunktion

Kreatinin ist ein Abbauprodukt, das täglich in den Muskeln entsteht und über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Kreatininwert im Blut zeigt daher, wie gut die Nieren diese Filteraufgabe erfüllen. 

Was bedeuten zu hohe Werte?

Ein erhöhter Wert bedeutet: Die Nieren scheiden zu wenig Kreatinin aus – ein mögliches Zeichen für eine eingeschränkte Nierenfunktion.

Wichtig zu wissen: Kreatinin allein ist kein vollständiges Maß für die Nierenfunktion. Auch bei einem normalen Kreatininwert im Blut kann die Nierenfunktion bereits gestört sein – das ist der sogenannte „blinde Bereich” der Kreatininmessung.

Bei konkretem Verdacht wird deshalb zusätzlich die Kreatinin-Clearance oder die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmt.

Erhöhte Kreatininwerte können folgende Ursachen haben:

  • Chronische Nierenerkrankung – eine sehr häufige Ursache, die oft als Folge von Diabetes oder Bluthochdruck entsteht.
  • Entzündungen der Niere oder andere Nierenerkrankungen
  • Bestimmte Medikamente oder Kontrastmittel
  • Vorübergehend: Flüssigkeitsmangel, starke körperliche Belastung oder sehr eiweißreiche Ernährung

Nierenerkrankungen machen sich häufig erst sehr spät durch Beschwerden bemerkbar – regelmäßige Kontrollen sind daher besonders wichtig.

Was sind die Referenzwerte? 

KreatininFrauenMänner
Normalbereich0,5 – 1,0 mg/dl0,5 – 1,2 mg/dl

Was tun, wenn Werte außerhalb der Norm liegen?

Ein auffälliger Blutwert kann im ersten Moment beunruhigend sein. Doch in vielen Fällen besteht kein Grund zur Sorge. Nicht jede Abweichung bedeutet automatisch eine Erkrankung. Blutwerte können schwanken – etwa durch Infekte, Stress, körperliche Belastung oder auch dadurch, ob Sie nüchtern zur Untersuchung erschienen sind.

Abweichungen richtig einordnen

Entscheidend ist, den Befund im Zusammenhang zu betrachten. Ein einzelner Wert sagt meist wenig aus. Erst im Zusammenspiel mit anderen Werten, Ihren Beschwerden und dem zeitlichen Verlauf ergibt sich ein klares Bild.

Leichte Abweichungen sind häufig und oft harmlos. Viele Werte normalisieren sich von selbst wieder, etwa nach einer überstandenen Infektion.

Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt

Trotzdem gilt: Auffällige Werte sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Im Gespräch wird geklärt, welche Bedeutung der Wert in Ihrem konkreten Fall hat und ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

Oft wird zunächst eine Kontrolluntersuchung empfohlen. So lässt sich feststellen, ob es sich nur um eine vorübergehende Schwankung handelt oder ob die Abweichung bestehen bleibt.

HPV beim Mann: Arzt erklärt einem männlichen Patienten den Befund
Foto: Evgeny Atamanenko/shutterstock

Wie oft sollten Sie Ihre Blutwerte kontrollieren lassen?

Wie häufig eine Blutuntersuchung sinnvoll ist, hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. Alter, Vorerkrankungen und Lebensstil spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine pauschale Empfehlung für alle gibt es daher nicht.

Für gesunde Erwachsene

Wenn Sie sich gesund fühlen und keine bekannten Erkrankungen haben, reicht in der Regel eine jährliche Kontrolle im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung aus. 

Bei Risikofaktoren oder Vorerkrankungen

Wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen, können häufigere Kontrollen sinnvoll sein. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes oder Vorstufen davon
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • familiäre Vorbelastung

In solchen Fällen wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell festlegen, in welchen Abständen Kontrollen notwendig sind. Oft sind das Intervalle von wenigen Monaten bis zu einem Jahr.

Zur Verlaufskontrolle

Wenn bereits auffällige Werte festgestellt wurden, werden diese meist gezielt nachkontrolliert. So lässt sich beurteilen, ob sich ein Wert verbessert, stabil bleibt oder weiter abgeklärt werden muss. Gerade bei chronischen Erkrankungen sind regelmäßige Blutkontrollen ein wichtiger Teil der Behandlung.

FAQ

Zu den wichtigsten Blutwerten zählen das Blutbild (rote und weiße Blutkörperchen), Entzündungswerte wie CRP, Blutzucker, Cholesterin sowie wichtige Nährstoffe wie Eisen oder Vitamin B12. Welche Werte im Einzelfall relevant sind, hängt jedoch von Ihrer persönlichen Situation ab.

Ein erhöhter CRP-Wert zeigt, dass im Körper eine Entzündung abläuft. Das kann eine harmlose Infektion sein, aber auch auf eine ernste Erkrankung hinweisen. Entscheidend ist die Höhe des Wertes und der Verlauf.

Stress lässt sich nicht direkt an einem einzelnen Blutwert ablesen. Indirekt können jedoch Veränderungen auftreten, etwa bei Blutzucker, Entzündungswerten oder bestimmten Hormonen wie Cortisol. Diese Werte müssen aber immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.

Ja, viele Erkrankungen lassen sich durch Blutwerte frühzeitig erkennen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Entzündungen. Oft zeigen sich Veränderungen im Blut, bevor erste Symptome auftreten.

Das hängt von den untersuchten Werten ab. Für Blutzucker- und Cholesterinmessungen sollten Sie in der Regel nüchtern sein. Viele andere Werte können auch unabhängig von der letzten Mahlzeit bestimmt werden.

Gefährlich sind vor allem stark erhöhte oder stark erniedrigte Werte, etwa bei Entzündungen, Blutzucker oder Nierenwerten. Entscheidend ist jedoch immer die ärztliche Einordnung – ein einzelner Wert allein reicht nicht für eine Diagnose.

Ein Eisenmangel zeigt sich vor allem im Ferritinwert, oft kombiniert mit einem niedrigen Hämoglobinwert.

Blutwerte können sich durch viele Faktoren verändern, etwa durch Infekte, Stress, Bewegung oder die Tageszeit. Deshalb ist oft eine Kontrollmessung sinnvoll, bevor eine endgültige Bewertung erfolgt.

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