Hepatitis C Positiv Laborfläschchen
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Hepatitis C – Definition, Symptome, Diagnose, Behandlung

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, hervorgerufen durch Hepatitis-C-Viren. Die Erkrankung verläuft zumeist lange ohne (eindeutige) Beschwerden und kann unbehandelt nach vielen Jahren zu schwerwiegenden Lebererkrankungen führen. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es bislang nicht, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren jedoch sehr verbessert. Übertragung, Formen, Symptome, Diagnose und Behandlung - alles Wissenswerte über Hepatitis C lesen Sie hier.

Factbox – Hepatitis C

Hepatitis C: Entzündung der Leber, Virushepatitis

Erreger: Hepatitis-C-Virus (HCV; Inkubationszeit: Zwei Wochen bis sechs Monate)

Übertragung: Durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut

Symptome: Zumeist unspezifisch/grippeähnlich

Formen: Akute Hepatitis C, chronische Hepatitis C (wenn die Infektion länger als sechs Monate besteht); in den meisten Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf.

Mögliche Spätfolgen: Fibrose, Zirrhose, Leberkrebs u.a.

Diagnose: Anamnese, körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung (Leberwerte, Antikörpertest, direkter Erregernachweis), Ultraschall des Bauchraumes, Leberbiospie, Elastographie

Behandlung: Medikamentös (Kombinationstherapie), gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, Bewegung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin)

Schutzimpfung: Eine Schutzimpfung ist bislang nicht verfügbar.

Wichtig zu wissen: Eine erneute Infektion ist trotz Heilung möglich.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, hervorgerufen durch Hepatitis-C-Viren. Die Erkrankung verläuft zumeist lange ohne (eindeutige) Beschwerden und kann unbehandelt nach vielen Jahren zu schwerwiegenden Lebererkrankungen führen. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es bislang nicht, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren jedoch sehr verbessert. Übertragung, Formen, Symptome, Diagnose und Behandlung – alles Wissenswerte über Hepatitis C lesen Sie hier.

Was ist Hepatitis C?

Bei Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung. Eine Virushepatitis wird durch Hepatitis-Viren hervorgerufen, Erreger der Hepatitis C ist das Hepatitis-C-Virus (HCV). Das Hepatitis-C-Virus ist ein RNA-Virus und gehört zur Gruppe der sogenannten Flaviviridae (Familie von Einzelstrang-RNA-Viren). Unterschieden werden sechs verschiedene Typen des Hepatitis-C-Virus (Genotyp) mit über 80 Subtypen. Beim Genotyp handelt es sich um das Erbbild eines Virus und damit um die genetische Ausstattung bzw. seinen individuellen Satz von Genen im Zellkern. Die Kenntnis über den Genotyp und Subtyp ist wichtig für die Therapie. Eine gleichzeitige Ansteckung mit verschiedenen HCV-Typen ist möglich. Wichtig zu wissen ist zudem, dass eine einmal durchgemachte Infektion nicht immun gegenüber Hepatitis C und anderen Virustypen macht, eine erneute Infektion ist also trotz erfolgreicher Therapie möglich.

Verbreitung und Übertragung

Hepatitis C ist weltweit verbreitet. Es sind etwa 170 Millionen* Menschen mit HCV infiziert, wobei das Vorkommen weltweit unterschiedlich ist. In Ländern Afrikas, in Südostasien und im östlichen Mittelmeerraum ist die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) deutlich höher als in Nordamerika und Europa. In Österreich beträgt die Prävalenz etwa 0,5 Prozent*, es sind also etwa 40.000* Menschen infiziert. Seit 1993 sind alle Hepatitis-Formen in Österreich meldepflichtig um einer unkontrollierten Verbreitung vorzubeugen.

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Blut. Mögliche Wege einer Infektion sind z.B. Bluttransfusionen, intravenöser und intranasaler Drogenkonsum, Nadelstichverletzungen (z.B. im medizinischen Bereich) und die Ansteckung in nicht professionell arbeitenden Tattoo- und Piercing-Studios.

Das Risiko einer Infektion im Rahmen von Bluttransfusionen konnte durch die routinemäßige Testung der Spender mittlerweile drastisch reduziert werden, die Übertragung von HCV auf diesem Weg ist heute sehr selten. Die Übertragung durch intravenösen Drogenkonsum stellt den mitunter häufigsten Übertragungsmodus dar. Ferner besteht die Gefahr auch bei über die Nasenschleimhaut konsumierten Drogen (intranasal), eine Ansteckung ist hier über die gemeinsame Nutzung von Sniefröhrchen möglich.

Die Übertragung durch Geschlechtsverkehr wird kontrovers diskutiert, ist grundsätzlich möglich, allerdings sehr selten. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Sexualpraktiken, die mit Verletzungen einhergehen können (z.B. Analverkehr, anale Traumen). Infizierte schwangere Frauen können das Virus während der Geburt auf ihr Kind übertragen, mit etwa drei bis fünf Prozent* ist das Risiko allerdings gering. HCV wird nicht durch normalen Körperkontakt übertragen. Im Fall einer Infektion ist es ratsam, bestimmte Utensilien zur Körperpflege, darunter Zahnbürsten, Rasierer und Nagelscheren, nicht mit anderen zu teilen, da es beim Zähneputzen, Rasieren oder bei der Nagelpflege zu kleinen Blutungen kommen kann.

Hepatitis C – Formen und Symptome

Die Erkrankung kann einen akuten oder chronischen Verlauf haben. Die akute Verlaufsform hält maximal sechs Monate an und heilt entweder von alleine aus oder nach einer erfolgreichen Behandlung. Von einer chronischen Hepatitis C ist definitionsgemäß dann die Rede, wenn die Infektion länger als sechs Monate besteht. Bei einer chronischen Hepatitis C kommt es nicht zur spontanen Ausheilung, die Erkrankung ist nur durch eine entsprechende antivirale Therapie heilbar.

Hepatitis C ist oftmals nur schwer zu erkennen. Bei den meisten Patienten kommt es in der akuten Phase der Erkrankung zu keinen oder nur zu geringen unspezifischen (grippeähnlichen) Symptomen, sodass kein Arzt aufgesucht wird. Eine schwere Verlaufsform der akuten Hepatitis C, die mit Gelbsucht einhergeht und zu einer ausgeprägten Funktionseinschränkung der Leber führt, ist sehr selten.

In etwa vier von fünf Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf. Auch bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C sind die Symptome meistens eher unspezifisch. Eine chronische Hepatitis C kann jedoch schwerwiegende Folgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs haben. Das Fortschreiten der chronischen Hepatitis C in Richtung Leberzirrhose oder Leberkrebs erfolgt zumeist langsam – das Virus kann sich also über mehrere Jahre ohne spürbare Beschwerden im Körper befinden und dabei allmählich die Leber schädigen. Je früher die Diagnose erfolgt, desto schneller kann der weitere Krankheitsverlauf beeinflusst werden.

Mögliche Symptome der akuten und chronischen Hepatitis C sind: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitverlust, Übelkeit (mit möglichem Erbrechen), Bauchschmerzen (Oberbauchschmerzen), Durchfall, Hellfärbung des Stuhls, Dunkelfärbung des Urins, Gelbsucht (Gelbfärbung der Augen und/oder der Haut). Bei einer chronischen Hepatitis C können manchmal auch Symptome in anderen Körperbereichen auftreten, z.B. Muskel- und Gelenkschmerzen und Juckreiz.

Die Auflistung der hier angeführten Anzeichen und Symptome kann unvollständig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen für eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei Hepatitis C auftreten. Im Zweifelsfall sollte stets das ärztliche Gespräch gesucht werden.

Diagnose

Bei Personen ohne erkennbare Symptome und mit normalen Leberwerten, die kein erhöhtes Risiko für eine HCV-Infektion haben wird kein routinemäßiges HCV-Screening empfohlen. Ein Arzt sollte u.a. aufgesucht werden, wenn bestimmte Symptome vorliegen oder wenn man mit dem Blut einer infizierten Person in Berührung gekommen ist und die Befürchtung besteht, dass man sich infiziert hat. Auch Menschen mit intravenösem oder intranasalem Drogenkonsum (früher oder aktuell) sollten sich unabhängig von ihren Leberwerten auf HCV untersuchen lassen.

Die Abklärung umfasst eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung (Untersuchung der Haut und Schleimhäute, Tastuntersuchung des Bauches etc.) und Laboruntersuchungen.

Die Blutuntersuchung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hepatitis C-Diagnostik. Hierbei werden einerseits die Leberwerte ermittelt, andererseits wird nach Antikörpern gegen Hepatitis-C-Viren gesucht. Antikörper werden dann gebildet, wenn sich der Körper gegen Fremdstoffe wehren muss; ein positives Testergebnis bedeutet, dass der Körper mit dem Hepatitis-C-Virus in Kontakt gekommen ist. Im Regelfall sind Antikörper nach sieben bis acht Wochen nachweisbar. Der Antikörpertest gibt allerdings nicht Aufschluss darüber, wann sich der Patient angesteckt hat und ob eine akute oder chronische Hepatitis vorliegt. Bei positivem Testergebnis erfolgt ein direkter Erregernachweis, was bedeutet, dass im Blut nach dem Erbmaterial der Hepatitis-C-Viren (HCV-RNA) gesucht wird. Ferner werden der genaue Genotyp des Erregers und die Viruslast (Konzentration der HCV-RNA) bestimmt. Bei bestätigter Infektion können unter Umständen noch weitere Untersuchungen erforderlich sein, um genaue Hinweise auf den Zustand der Leber zu erhalten (Ultraschalluntersuchung, Leberbiopsie, Elastographie).

Behandlung

In einigen Fällen ist es möglich, dass die Infektion innerhalb der ersten sechs Monate von selbst ausheilt. Bei einem chronischen Verlauf kommt es praktisch nie zu einer spontanen Ausheilung, eine chronische Hepatitis C ist nur durch eine antivirale Therapie heilbar.

Eine chronische Hepatitis C muss behandelt werden, da es ansonsten zu schwerwiegenden Folgen, darunter Leberfibrose, Leberzirrhose und Leberkrebs, kommen kann. Ausgegangen wird, dass es nach 20-jährigem Verlauf bei etwa 20 Prozent aller Infizierten*, die keine anderen Begleiterkrankungen haben, zu einer Leberzirrhose kommt. Adipositas, Alkohol, andere Infektionen (z.B. Hepatitis B, HIV) und andere Faktoren können die Entwicklung einer Leberzirrhose beschleunigen.

In den vergangenen Jahren wurden im Bereich der Hepatitis-Therapie große Fortschritte gemacht, wodurch sich die Heilungsraten erheblich verbessert haben. Die Erkrankung gilt als ausgeheilt, wenn das Virus drei Monate nach Ende der Therapie nicht mehr im Blut nachgewiesen werden kann (anhaltendes virologisches Ansprechen).

Über viele Jahre war die Kombination der beiden Wirkstoffe PEG-Interferon α (pegyliertes Interferon-alpha) und Ribavirin (RBV) die Standardtherapie. Allerdings hatte diese Therapie einige Nachteile. Einerseits waren die Heilungsraten weniger befriedigend, andererseits waren Nebenwirkungen häufig und es mussten viele Kontraindikationen (Gegenanzeigen) beachtet werden. Die Entwicklung direkter antiviraler Substanzen (direkt acting antivirals, DDA; Proteasehemmer, Polymerase-Hemmer, NS5A-Hemmer), die bestimmte Schritte im Replikationszyklus des Hepatitis-C-Virus hemmen und die Erreger auf unterschiedliche Weise an der Vermehrung hindern, hat die Therapie entscheidend verbessert.

Die Behandlung erfolgt im Regelfall mit zwei oder drei verschiedenen Wirkstoffen. Durch die neuen Substanzkombinationen wird die Behandlung der chronischen Hepatitis C besser verträglich und effektiver. Bei den meisten Patienten ist es möglich, die Erkrankung dauerhaft auszuheilen. Darüber hinaus ist auch die Therapiedauer kürzer als bei der einstigen Standardtherapie. Wie sich die Therapie genau gestaltet hängt vom HCV-Genotyp, vom Schweregrad der Leberschädigung, von etwaigen Begleiterkrankungen und Gegenanzeigen und anderen Faktoren ab.

Neben der medikamentösen Therapie ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus, auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden. Bereits der geringe bis mäßige Konsum von Alkohol kann sich negativ auf die Prognose einer chronischen Hepatitis C auswirken.

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