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Silent Inflammation: Frau liegt erschöpft auf der Couch
Foto: Elena Shishkina/shutterstock

Stille Entzündungen im Körper: Symptome, Ursachen und was gegen Entzündungen im Körper hilft

Stille Entzündungen verursachen keine Schmerzen und zeigen sich auch nicht durch Rötungen oder Schmerzen. Deshalb bleiben sie oft unbemerkt. Dennoch kann diese sogenannte Silent Inflammation den Körper langfristig belasten und steht mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alzheimer in Zusammenhang. Welche Rolle Ernährung, Stress und Lebensstil dabei spielen und was Sie selbst tun können, um chronischen Entzündungen vorzubeugen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zusammenfassung

Stille Entzündungen

Definition: schwach verlaufende, aber dauerhafte Entzündungsprozesse, die nicht wahrgenommen werden; verlaufen meist ohne Symptome, ziehen aber oft unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung oder Leistungsabfälle nach sich.

Warnzeichen: Anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit, diffuse, leichtziehende Schmerzen in Gelenken oder Muskeln, wiederkehrende Verdauungsbeschwerden, erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung, Hautprobleme, Schwierigkeiten beim Abnehmen

Ursachen: genetische Prädisposition, ungesunde Ernährung, viszerales Bauchfett, chronischer Stress und Schlafmangel, Leaky Gut Syndrome, unbemerkte Infektionsherde, Umweltgifte und Genussmittel

Behandlung: ggf. Sanierung versteckter Entzündungsherde, antientzündliche Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf, Stressreduktion

Was ist eine stille Entzündung (Silent Inflammation)?

Als stille Entzündung oder Silent Inflammation bezeichnet man eine Entzündung, die meist symptomlos und ohne klassische Entzündungszeichen wie Schmerzen, Schwellung, Rötung oder Überwärmung verläuft. Bei einer akuten Entzündung wird normalerweise die Immunabwehr aktiviert. Sie setzt entzündungsfördernde Botenstoffe, sogenannte proinflammatorische Zytokine, frei. Diese helfen dabei, Immunzellen an den Ort der Entzündung zu bringen, etwa um Krankheitserreger zu bekämpfen.

Ist dies geschehen, sorgen entzündungshemmende Botenstoffe dafür, dass die Entzündungsreaktion wieder abklingt. Bei einer stillen Entzündung gibt es dagegen häufig keinen klar begrenzten Auslöser. Das Immunsystem bleibt über längere Zeit leicht aktiviert. Dadurch zirkulieren dauerhaft geringe Mengen entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper.

Akute, chronische und stille Entzündungen: Was ist der Unterschied?

Entzündungen unterscheiden sich vor allem durch ihren Verlauf, ihre Symptome und die Reaktion des Immunsystems.

  • Akute Entzündungen sind schnelle und meist deutlich ausgeprägte Abwehrreaktionen des Körpers auf Verletzungen oder Infektionen. Typische Anzeichen sind Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerzen. Beispiele sind entzündete Schnittwunden, Insektenstiche oder eine Blinddarmentzündung.
  • Chronische Entzündungen sind länger anhaltende Entzündungsreaktionen. Sie können entstehen, wenn die auslösende Ursache fortbesteht oder sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet. Häufig treten anhaltende oder schubweise Beschwerden und Gewebeschäden auf. Beispiele sind rheumatoide Arthritis oder chronisch-entzündliche Hauterkrankungen.
  • Stille Entzündungen (Silent Inflammation) sind schwach verlaufende, aber dauerhafte Entzündungsprozesse, die nicht wahrgenommen werden. Sie verlaufen meist ohne Symptome wie direkte lokale Schmerzen, ziehen aber oft unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung oder Leistungsabfälle nach sich.

Welche Symptome kann eine stille Entzündung verursachen?

Stille Entzündungen verlaufen schleichend und verursachen im Gegensatz zu akuten Entzündungen meist kein hohes Fieber, keine starke lokale Rötung und keinen klar zuordenbaren Schmerz. Mögliche Beschwerden sind oft unspezifisch und können viele andere Ursachen haben.

Betroffene berichten häufig über:

  • anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit
  • diffuse Muskel- oder Gelenkbeschwerden
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl
  • Hautbeschwerden wie unerklärliche Rötungen oder Juckreiz
  • Stimmungsschwankungen
  • Nachtschweiß

Achtung: Solche Beschwerden sind jedoch kein zuverlässiger Hinweis auf eine stille Entzündung und können zahlreiche mögliche Ursachen haben und erlauben daher keine Diagnose.

Welche Ursachen stecken dahinter?

Wie bei vielen Erkrankungen spielt auch bei stillen Entzündungen die genetische Veranlagung eine Rolle. Sie beeinflusst unter anderem, wie stark das Immunsystem auf Reize reagiert und wie Entzündungsprozesse reguliert werden. So können etwa kleine Veränderungen in den Genen für Entzündungsbotenstoffe dazu führen, dass der Körper bei Belastung mehr entzündungsfördernde oder weniger antientzündliche Botenstoffe produziert. Ebenso können genetische Varianten dazu führen, dass bestimmte Enzyme langsamer arbeiten und freie Radikale oder andere belastende Stoffe weniger effektiv abbauen. Dadurch können entzündungsfördernde Prozesse begünstigt werden.

Neben der genetischen Veranlagung gibt es mehrere beeinflussbare Faktoren, die chronisch niedriggradige Entzündungen begünstigen können:

  • Ungünstige Ernährung: Eine stark verarbeitete Ernährung mit viel raffiniertem Zucker, Weißmehlprodukten und wenig Ballaststoffen kann entzündungsfördernde Stoffwechselprozesse begünstigen. Ebenso wirkt sich ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren (z. B. aus Sonnenblumen- oder Fleischprodukten aus Massentierhaltung) gegenüber Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Fettfisch, Leinsamen) ungünstig aus.
  • Viszerales Bauchfett (Bauchfettgewebe): Fettgewebe in der Bauchregion ist kein reiner Energiespeicher, sondern es produziert kontinuierlich entzündungsfördernde Botenstoffe (wie TNF-alpha und IL-6).
  • Chronischer Stress und Schlafmangel: Anhaltender emotionaler oder körperlicher Stress führt zu dauerhaft erhöhten Cortisolspiegeln. Das bringt die Immunregulation aus dem Gleichgewicht und fördert Entzündungsreaktionen.
  • Störungen der Darmbarriere (Leaky Gut Syndrome): Veränderungen der Darmflora und eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut werden mit chronischen Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht. Der Begriff „Leaky Gut“ ist jedoch wissenschaftlich unscharf und sollte nicht als eigenständige Diagnose verwendet werden.
  • Chronische Entzündungsherde: Dazu zählen beispielsweise Parodontitis oder andere anhaltende lokale Entzündungen, die die Entzündungsaktivität im Körper erhöhen können.
  • Rauchen, hoher Alkoholkonsum und Luftschadstoffe: Diese Faktoren können oxidativen Stress und entzündliche Prozesse fördern.

Welche Rolle spielen Ernährung und Darm bei stillen Entzündungen?

Der Darm und unsere Ernährung spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung stiller Entzündungen. Ein großer Teil des Immunsystems ist im Darm angesiedelt. Außerdem verändert sich das Darmmikrobiom ständig und wird unter anderem durch unsere Ernährung beeinflusst. Ernährt man sich beispielsweise sehr einseitig oder stark verarbeitet, kann sich die Zusammensetzung des Mikrobioms ungünstig verändern. Dabei können sich entzündungsfördernde Bakterienstämme im Darm vermehren.
Auch die Darmbarriere spielt eine Rolle. Wird sie durchlässiger, können bakterielle Bestandteile leichter mit dem Immunsystem in Kontakt kommen und Entzündungsreaktionen begünstigen.

Umgekehrt gibt es Ernährungsweisen, die stillen Entzündungen entgegenwirken können. Besonders wichtig sind dabei Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Entscheidend ist jedoch weniger ein einzelner Nährstoff als das gesamte Ernährungsmuster.

Polyamine für die Darmgesundheit
Foto:Creative Cat Studio/shutterstock

Wie erkennt man eine stille oder chronische Entzündung?

Das Problem bei stillen Entzündungen ist ihre Unauffälligkeit: Sie verursachen im Gegensatz zu einer akuten Entzündung keine klassischen Warnsignale und lassen sich nicht anhand einzelner Beschwerden oder eines einzigen Blutwerts sicher feststellen. Eine spezifische Diagnostik mittels einer Blutuntersuchung kann Hinweise auf entzündliche Prozesse liefern.

Besonders häufig wird dafür das C-reaktive Protein (CRP) bestimmt. Es wird in der Leber gebildet und steigt bei Entzündungen im Körper an. Mit dem hochsensitiven CRP-Test (hs-CRP) lassen sich auch sehr geringe CRP-Konzentrationen messen. Der Wert ist jedoch unspezifisch und zeigt nicht, woher eine Entzündung stammt oder wodurch sie verursacht wird.

Weitere Laborwerte können je nach Beschwerden und Fragestellung zusätzliche Hinweise liefern:

  • Leukozytenzahl: Deutlich erhöhte Werte können beispielsweise bei Infektionen oder stärkeren Entzündungen auftreten. Eine normale Leukozytenzahl schließt chronische Entzündungsprozesse jedoch nicht grundsätzlich aus.
  • Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG): Sie kann Hinweise auf eine Entzündung geben und wird unter anderem zur Verlaufskontrolle chronisch entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Ein erhöhter Wert ist jedoch nicht spezifisch für eine bestimmte Erkrankung, sondern nur ein Hinweis, dass das Immunsystem aktiv ist.
  • Fibrinogen: Das ist ein Protein, das bei Entzündungsreaktionen vermehrt synthetisiert wird und als zusätzlicher Marker zur Einschätzung chronischer oder systemischer Entzündungen dient.
  • Ferritin: Ferritin speichert Eisen im Körper. Erhöhte Werte können unter anderem bei Entzündungen auftreten, haben aber auch zahlreiche andere mögliche Ursachen.
  • Vitamin-D-Spiegel: Ein Vitamin-D-Mangel ist häufig mit erhöhten Entzündungsmarkern im Körper verbunden.

Was hilft gegen stille Entzündungen?

Wichtig ist zunächst, mögliche Ursachen ärztlich abklären zu lassen. Je nach Beschwerden und Risikofaktoren können dabei beispielsweise Entzündungsmarker im Blut, ein Blutbild sowie weitere Laborwerte untersucht werden. Auch chronische Entzündungsherde, etwa im Bereich von Zähnen und Zahnfleisch, können dabei berücksichtigt werden. Aber auch selbst kann man einiges tun, um diese Entzündungsprozesse zu beeinflussen.

Empfohlen werden vor allem:

  • Entzündungshemmende Ernährung: Reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker und Weißmehlprodukte. Setzen Sie stattdessen auf Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und hochwertige gesunde Fette.
  • Stress abbauen: Chronischer Stress kann entzündliche Prozesse begünstigen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training können helfen, Stress zu reduzieren.
  • Ausreichend schlafen: Regelmäßiger und ausreichend langer Schlaf unterstützt die Regulation des Immunsystems. Für Erwachsene werden meist sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht empfohlen.
  • Regelmäßig bewegen: Bewegung wirkt sich günstig auf Stoffwechsel und Entzündungsregulation aus. Besonders sinnvoll ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining sowie ausreichend Bewegung im Alltag.
2 Frauen beim Krafttraining
Foto: Chay_Tee/shutterstock

Was sind die Top 10 entzündungshemmenden Lebensmittel?

  1. Lebensmittel können auf verschiedene Arten entzündungshemmend sein, und manche Inhaltsstoffe können eine direkte antientzündliche Wirkung haben, etwa durch die Hemmung entzündungsfördernder Signalwege. Essen Sie reichlich:
  2. Beeren wie Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren: Sie enthalten Anthocyane und andere Polyphenole, die antioxidativ wirken und Entzündungsprozesse beeinflussen können.
  3. Fettreicher Fisch wie Lachs, Makrele oder Sardinen: Er liefert die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, aus denen der Körper unter anderem entzündungsauflösende Botenstoffe bildet.
  4. Extra Natives Olivenöl: Es enthält einfach ungesättigte Fettsäuren und Polyphenole wie Oleocanthal, die mit entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht werden.
  5. Kurkuma: Der Wirkstoff Curcumin blockiert gezielt entzündungsfördernde Enzyme und Moleküle.
  6. Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl oder Mangold: Es enthält viel Vitamin K, Magnesium und Polyphenole. Diese Kombination schützt nicht nur die Zellen, sondern stärkt auch das Immunsystem und die Darmbarriere.
  7. Walnüsse und Leinsamen: Sie gehören zu den guten pflanzlichen Quellen der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure.
  8. Kreuzblütler wie Brokkoli und Karfiol: Sie enthalten Sulforaphan, ein Antioxidans mit entgiftenden und entzündungshemmenden Eigenschaften.
  9. Knoblauch und Zwiebeln: Sie sind reich an Allicin und Quercetin (Schwefel- und Flavonoidverbindungen), die das Immunsystem regulieren und zellulären Stress reduzieren.
  10. Grüner Tee: Er kann die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen dämpfen.
  11. Tomaten: Sie enthalten den antientzündlichen Stoff Lycopin, der dabei hilft, die Bildung von Zytokinen zu verhindern, die bei Entzündungsprozessen entstehen. Tipp: Lycopin kann in Verbindung mit Fett besser vom Körper aufgenommen werden.
Omega-3 bei veganer Ernährung: Olivenöl, Leinsamen, Walnüsse, Brokkoli
Foto: Tatiana Bralnina/shutterstock

Welche Krankheiten werden mit stillen Entzündungen in Verbindung gebracht?

Chronisch niedriggradige Entzündungen können über lange Zeit an verschiedenen Krankheitsprozessen beteiligt sein und schädigen Gefäße und Gewebe unbemerkt. Deshalb gelten sie als entscheidender Risikofaktor für zahlreiche chronische Erkrankungen wie:

  • Arteriosklerose: Entzündungen lassen Fettpartikel in den Gefäßwänden leichter einlagern.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Chronische Entzündungsprozesse sind an der Entstehung von Gefäßerkrankungen beteiligt und können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mitbeeinflussen.
  • Typ-2-Diabetes: Chronische Entzündungsprozesse fördern eine Insulinresistenz.
  • Metabolisches Syndrom: Ein Zusammenspiel aus Adipositas (besonders Bauchfett), Bluthochdruck und schlechten Fettwerten.
  • Demenz: Neuroinflammatorische Prozesse schädigen langfristig die Gehirnzellen.
  • Depressionen: Entzündungsbotenstoffe im Blut können den Neurotransmitter-Stoffwechsel im Gehirn negativ beeinflussen.
  • Fatigue-Syndrom (ME/CFS): Anhaltende, schwere Erschöpfungszustände stehen oft im Zusammenhang mit einem überlasteten Immunsystem.
  • Akne, Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte): Flammen durch innere Entzündungsherde vermehrt auf.
  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa: Stille Entzündungen bereiten den Boden für echte chronisch entzündliche Darmerkrankungen.
  • Hashimoto-Thyreoiditis: Die chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Unterfunktion führt, wird begünstigt.
  • Bestimmte Krebserkrankungen: Langfristige Zellschädigungen und ein geschwächtes Immunsystem erhöhen das Risiko für bestimmte Krebsformen.

FAQ

Bei einer chronischen Entzündung ist das Immunsystem – anders als bei einer akuten Entzündung – auf Daueraktivierung eingestellt. Es bekämpft also ständig Reize – oder fehlerhaft eigenes Gewebe –, wodurch der Entzündungsprozess über Wochen, Monate oder Jahre bestehen bleibt.

Natron wird in sozialen Medien häufig als Hausmittel gegen Entzündungen im Körper dargestellt. Tatsächlich gibt es erste experimentelle Hinweise darauf, dass Natron bestimmte immunregulierende und möglicherweise entzündungshemmende Prozesse beeinflussen kann. Die bisherigen Untersuchungen reichen jedoch nicht aus, um Natron als Behandlung gegen chronische oder stille Entzündungen zu empfehlen. Eine eigenständige regelmäßige Einnahme ist daher nicht sinnvoll.

Silent Inflammation bedeutet übersetzt stille oder stumme Entzündung. Es handelt sich um eine Sonderform der chronischen Entzündung, die schmerzfrei und ohne die typischen Entzündungszeichen (wie Rötung, Schwellung, Fieber oder akuter Schmerz) im Körper abläuft. Das Immunsystem ist dabei dauerhaft auf niedriger Stufe aktiviert. Mediziner/innen sprechen hier auch von einer niedriggradigen systemischen Entzündung (Low-Grade Inflammation).

Entzündungen im Körper lassen sich über verschiedene Laborparameter einer Blutuntersuchung nachweisen. Dazu zählen:

  • C-Reaktives Protein (CRP): erhöhte Werte deuten allgemein auf Entzündungen hin.
  • hs-CRP (hochsensibles CRP): Durch die Messung kleinster Spuren lassen sich auch stille Entzündungen aufspüren.
  • Leukozyten (Weiße Blutkörperchen): Erhöhte Gesamtzahlen sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem gerade aktiv gegen Krankheitserreger oder Gewebereize kämpft.
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Bei Entzündungen verändern sich die Eiweiße im Blut, wodurch die Zellen schneller verklumpen und absinken.
  • Fibrinogen: Gerinnungsfaktor, der als Protein bei Entzündungen ansteigt.

Wichtig zu wissen ist auch, dass ein einzelner erhöhter Wert meist noch nicht aussagt, wo im Körper die Entzündung sitzt oder was sie auslöst. Deshalb betrachten Ärzt/innen die Werte immer im Zusammenhang mit den individuellen Symptomen.

Vor allem bei dauerhaftem Stress verliert das sonst entzündungshemmende Stresshormon Cortisol seine Dämpfung. Das Immunsystem schüttet vermehrt entzündungsfördernde Stoffe wie Zytokine aus, und es entstehen oft schleichende, unbemerkte Entzündungsprozesse im Körper, die langfristig Gefäße, Organe und Gewebe schädigen können.

Kurkuma enthält den Pflanzenstoff Curcumin, der verschiedene entzündliche Signalwege beeinflussen kann. Studien zeigen, dass Curcumin-Präparate bestimmte Entzündungsmarker senken können. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich und lassen sich nicht einfach auf handelsübliches Kurkumapulver übertragen.

Curcumin wird vom Körper nur schlecht aufgenommen. Schwarzer Pfeffer beziehungsweise dessen Inhaltsstoff Piperin kann die Aufnahme erhöhen, kann aber auch die Aufnahme und Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Kurkuma sollte daher nicht als eigenständige Behandlung einer stillen Entzündung verstanden werden.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und 2009 erhielt sie den Prälat Leopold Ungar Journalistinnen Anerkennungspreis.

Gesenhues S und A: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. 9. Auflage, Urban & Fischer 2020.

Herold G et al: Innere Medizin. Eigenverlag 2023.

Singh R et al: Chronic Inflammation (A Silent Killer) – Molecular Mechanisms and Emerging Therapeutic Approaches. Curr Drug Targets. 2026 May 6.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42136241/, Abruf Juli 2026

Pahwa R et al: Chronic Inflammation. 2026
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK493173/, Abruf Juli 2026

Chavda VP et al: Inflammation: The Cause of All Diseases. Cells. 2024 Nov 18;13(22):1906
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11592557/, Abruf Juli 2026

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https://aerztezeitung.at/2023/oaz-artikel/medizin/silent-inflammation-still-unbemerkt-und-reversibel/, Abruf Juli 2026

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