Grippe – Influenza

Grippe – Influenza

Stand: Juni 2014

Bei der Grippe, auch saisonale Influenza oder Virusgrippe genannt, handelt es sich um eine vor allem in den Herbst- und Wintermonaten epidemisch, also weit verbreitet, auftretende Erkrankung. Die Grippe geht meist mit hohem Fieber und einer Schleimhautentzündung der oberen Atemwege einher. Betroffen sind die Nase, der Rachen und vor allem die Bronchien – gelegentlich auch die Lunge.

Jedes Jahr erkranken in Österreich mehrere 100.000 Personen an der Grippe – durchschnittlich 5 bis 10% der Erwachsenen und bis zu 15% der Kinder. Abhängig vom vorherrschenden Virusstamm sterben zwischen 1.000 und 1.200 Patienten daran. 90% dieser Todesfälle betreffen ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder (vor allem Säuglinge im 1. Lebensjahr) sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Wann spricht man von einer Grippeepidemie – wann von einer Grippepandemie?

Unter  Grippeepidemie, umgangssprachlich auch Grippewelle genannt, versteht man die lokal begrenzte Infizierung von rund 10-20% der Bevölkerung. Von einer Grippepandemie spricht man, wenn sich die Infektion weltweit verbreitet.

Eine Pandemie wird immer durch einen neuen Influenza-A-Virus-Subtyp ausgelöst, der durch eine Durchmischung von humanen und von Vögeln stammenden Gensegmenten erfolgt. Diese Vermengung kann – wie bei dem als „Schweinegrippe“ 2009 entdecktem Subtyp A/H1N1 – z.B. in Schweinen stattfinden, wenn diese Tiere beide Viren in sich tragen. Pandemien gab es unter anderem 1918, besser bekannt als die Spanische Grippe, 1957, die Asiatische Grippe und 1968, die Hongkong-Grippe.

Wie erfolgt die Übertragung der Grippe?

Ausgelöst wird die Grippe durch Influenzaviren vom Typ A, B und selten auch Typ C. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die von den erkrankten Personen beim Husten, Niesen oder Sprechen ausgeschiedenen Grippeviren können leicht bis in eine Entfernung von zwei Metern zu einer Ansteckung führen. Auch durch das Haftenbleiben der Krankheitserreger auf Gegenständen wie Türgriffen und Gläsern überträgt sich das Virus schnell und gelangt durch Einatmen oder durch Berührung von Mund, Nase oder Augen mit verunreinigten Händen über die Schleimhaut in den Körper.

Durchschnittlich beträgt die Inkubationszeit der Grippe, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome, ein bis vier Tage. Infizierte Erwachsene sind in der Regel vom Vortag des Beginns der Symptome bis fünf Tage nach Symptombeginn ansteckend. Wenn keine Komplikationen auftreten, muss man bei der Grippe mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen rechnen.

Durch welche Anzeichen und Beschwerden erkennt man die Virusgrippe?

Die saisonale Grippe ist vor allem durch ein plötzliches Auftreten der Symptome gekennzeichnet. Die maßgeblichsten Krankheitsmerkmale sind hohes Fieber, Husten sowie starke Abgeschlagenheit. Eine allgemeine Müdigkeit und Appetitlosigkeit kann noch einige Wochen nach Ende der Symptomatik auftreten.

Die Symptome der Influenza auf einen Blick:

  • plötzlich beginnendes Krankheitsgefühl
  • hohes Fieber (über 38,5 °C)
  • trockener Husten
  • verstopfte Nase
  • Schüttelfrost
  • Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen
  • starke Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Kreislaufschwäche

Ein Arzt kann die Grippe meist aufgrund der Summe aller Krankheitssymptome erkennen. Doch kann die Influenza auch schnell mit einem grippalen Infekt verwechselt werden. Sicher kann eine echte Grippe nur durch eine Laboruntersuchung diagnostiziert werden. Der Erregernachweis erfolgt über einen Abstrich des Nasen- oder Rachensekrets, eventuell auch durch eine Blutuntersuchung. Mit einem PCR-Test, bei dem das Ergebnis jedoch einige Stunden dauert, erhält man einen sicheren Nachweis. Auch mittels eines Influenza-Schnelltests, der sogar schon nach 15 Minuten ein Ergebnis zeigt, jedoch nicht 100%ig sicher ist, kann eine Bestätigung erfolgen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Da der Körper bereits durch die Grippe geschwächt ist, können Bakterien schneller in den Körper eindringen und sich vermehren. Zu den Folgekrankheiten, die später auch zu Komplikationen führen können, gehören eine Mittelohrentzündungen, eine bakterielle Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen) und sekundäre bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie). Seltener treten virale Pneumonien und eine sogenannte respiratorische Insuffizienz (Atemstörung) auf.

Bei Risikopersonen kann die Grippe zu einer Lungenentzündung führen bzw. so schwer verlaufen, dass sie innerhalb weniger Stunden zum Tod führt.

Zu den Risikopatienten zählen:

  • Erwachsene über 65 Jahre
  • Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre
  • Schwangere
  • Menschen mit Vorerkrankungen wie chronische Stoffwechsel-, Herz-, Lungen-, Nieren-, Leber- oder Bluterkrankungen
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem

Lesen Sie weiter: +++ Behandlung einer Grippe +++

 

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Quellen:
AGES: AGES-Studie belegt geringere Sterblichkeit bei Influenza http://www.ages.at/ages/gesundheit/mensch/influenza/ages-studie-zu-sterblichkeit-bei-influenza/
(Zugriff am 9.8.2013)

Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich:
http://www.influenza.at/grippe/histinfluenza.htm
(Zugriff: 9.8.2013)

Österreichische ÄrzteZeitung: Therapie der Grippe. November 2010
http://www.oeginfekt.at/download/cs-therapie_der_grippe.pdf
(Zugriff: 9.8.2013)

World Health Organization:
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs211/en/index.html
(Zugriff: 9.8.2013)

Stadt Wien: Saisonale Influenza (Grippe)
http://www.wien.gv.at/gesundheit/beratung-vorsorge/krankheiten/influenza.html
(Zugriff: 9.8.2013)

Österreichische Apothekerkammer: Influenza – Ein Gesundheitsrisiko?
http://www.welldone.at/uploads/media/Pressemappe_Journalistenworkshop_Influenza.pdf
(Zugriff: 9.8.2013)
ICD-10: J09, J10, J10.0, J10.1, J10.8, J11

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