Frau wird geimpft - Grippeimpfung
Foto: MAGNIFIER/shutterstock

Grippeimpfung (Impfung gegen Influenza)

Die Grippeimpfung (Impfung gegen Influenza) bietet nicht nur einen hohen Schutz vor der Grippeerkrankung selbst, sondern bewahrt insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen, die mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündungen einhergehen können. Wer geimpft werden sollte, wann der richtige Impfzeitpunkt ist, zu welchen Nebenwirkungen es kommen kann und alles weitere Wichtige über die Grippeimpfung lesen Sie in diesem Artikel.

Grippeimpfung, Influenza-Impfung

Definition: Tot- oder Lebend-Impfstoff gegen die aktuell zirkulierenden Stämme von Influenza-Viren

Dosierung: ein bis zwei Injektionen (letzteres nur bei erstmaliger Impfung von Kindern bis zum vollendeten 9. Lebensjahr)

Empfohlen für: alle ab sechs Monaten, besondere Empfehlung für Risikogruppen: Alter über 50, chronische Grunderkrankungen, Gesundheitspersonal, Menschen mit vielen sozialen Kontakten

Kontraindikationen: Überempfindlichkeiten gegen Hühnereiweiß und sonstige Bestandteile der Impfung sowie schwere akute Infektionen und Fieber über 38,5 Grad Celsius, kein Lebendimpfstoff bei Kindern mit Immundefizienz, schwerem Asthma oder Salicylat-Therapie

Kosten: Selbstbehalt von 7 Euro bzw. ist die Impfung gratis für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag und Personen mit Rezeptgebührenbefreiung

 

Was ist die Influenza (Grippe)?

Die Influenza, allgemein bekannt als Grippe, ist eine oft unterschätzte hochansteckende Viruserkrankung, die typischerweise mit starkem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Husten einhergeht. Darüber hinaus können starker Schnupfen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten. In einigen Fällen kann Influenza schwer und auch lebensbedrohlich verlaufen, begleitet von ernsthaften Komplikationen wie Lungenentzündung oder Myokarditis (Herzmuskelentzündungen).

Es existieren verschiedene Arten von Influenza-Viren. Experten sprechen von Typ A, Typ B, Typ C und Typ D Influenza Viren, wobei der Mensch in erster Linie durch Typ A und Untertypen von Typ A und Typ B gefährdet ist.

Wichtig: Die Influenza ist nicht gleichzusetzen mit einem grippalen Infekt oder einer Erkältung. Die Symptome der Grippe sind deutlich schwerer als bei einer Erkältung.

Wie erfolgt die Übertragung der Grippe?

Die Übertragung der Influenza-Viren erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion – beim Sprechen, Niesen oder Husten – und indirekt über kontaminierte Hände und Oberflächen. Influenza-Viren können aber auch durch eine sogenannte Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch das Berühren von Gegenständen wie Türklinken.

Wie ist die Grippesituation in Österreich?

Wie in anderen Ländern ist die Influenza auch in Österreich weit verbreitet, und es kommt fast jeden Herbst/Winter zu einer Grippewelle. Jedes Jahr stecken sich zwischen fünf und fünfzehn Prozent der österreichischen Bevölkerung an und viele erkranken auch tatsächlich an der echten Grippe. Jahr für Jahr sterben etwa 1000 Menschen in Österreich an den Folgen einer Influenza, wobei vereinzelt auch Kinder betroffen sind.

Um sich über die jeweils aktuelle Grippesituation in Österreich zu informieren, bietet die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die wöchentlich aktualisierten Zahlen von geschätzten Influenza- und Influenza-ähnlichen Fällen: https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/grippe.

Was ist die Influenza-Impfung?

Die Influenza-Impfung schützt vor einer Infektion mit bestimmten Influenza-Viren, von denen es zahlreiche Varianten gibt. Da sich die Zusammensetzung dieser Virusvarianten immer wieder ändert, muss die Grippeimpfung jährlich angepasst werden.

Beim Impfstoff handelt es sich meist um einen Totimpfstoff, der Bestandteile der Virusvarianten enthält, die die Experten für die jeweilige Saison erwarten. Für Personen ab 60 Jahren ist ein Hochdosis-Impfstoff verfügbar, der eine höhere Antigenmenge für eine gesteigerte Wirksamkeit beinhaltet. Ab einem Alter von 65 Jahren steht außerdem ein Impfstoff mit Wirkverstärkern zur Verfügung. Für Kinder gibt es auch einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verfügbar ist.

Die Impfung regt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern gegen die Viren an. So ist der Körper bei Kontakt mit den echten Influenza-Viren geschützt und kann eine Grippeerkrankung abwehren. Der vollständige Schutz entwickelt sich zehn bis 14 Tage nach der Impfung.

Wer sollte geimpft werden?

Die Experten empfehlen die Grippeimpfung allen Menschen ab einem Alter von sechs Lebensmonaten, aber im Besonderen folgenden Personengruppen:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen
  • Stark übergewichtigen Personen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Schwangeren, Stillenden und Frauen mit Kinderwunsch
  • Säuglingen ab vollendetem 6. Lebensmonat und Kleinkindern
  • Gesundheits- und Pflegepersonal
  • Menschen mit vielen sozialen Kontakten in Beruf und Freizeit (z. B. Personal im Tourismus)

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Für einen effektiven Grippeschutz ist der Impfzeitpunkt entscheidend. In Österreich erreicht die Grippewelle meist nach der Jahreswende ihren Höhepunkt. Da der vollständige Impfschutz erst zehn bis 14 Tage nach der Impfung eintritt, empfehlen Experten die Influenza-Impfung idealerweise von Oktober bis Mitte Dezember. Verpasst man diesen Zeitraum, ist eine Impfung auch während der Grippewelle sinnvoll.

Kann man trotz Impfung die Grippe bekommen?

Die Grippeimpfung bietet, wie alle Impfungen, keinen hundertprozentigen Schutz. Daher ist es möglich, dass man in seltenen Fällen auch nach der Impfung an Influenza erkrankt. Besonders wenn eine Ansteckung kurz vor oder in der Zeit erfolgt, in der der Impfschutz noch nicht vollständig aufgebaut ist (innerhalb von zehn bis 14 Tagen nach der Impfung), kann es zu einer Erkrankung kommen.

Wann darf nicht geimpft werden?

Wenn das Folgende zutrifft, sollte nicht geimpft werden:

  • Fieber über 38,5 Grad Celsius
  • Eine akute, schwere Infektion
  • Schwere Allergie gegen Hühnereiweiß oder einen anderen Bestandteil des Impfstoffs
  • Bei Kindern und Jugendlichen gelten Immundefizienz, schweres Asthma und eine Salicylat-Therapie als Kontraindikationen für den Lebendimpfstoff (Nasenspray).

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Nach einer Grippeimpfung können wie bei jeder Impfung vorübergehende Reaktionen auftreten, die ein bis zwei Tage anhalten. Leichte Schmerzen und Schwellungen an der Impfstelle sind häufig und eine normale Reaktion des Körpers auf den Impfstoff. Diese zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und beginnt, einen Schutz aufzubauen.

Manchmal können Symptome ähnlich einer Erkältung auftreten, darunter Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Frösteln oder Schwitzen. Diese Nebenwirkungen klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Bei Verwendung des Lebendimpfstoffs, der als Nasenspray verabreicht wird, können zusätzlich eine verstopfte oder laufende Nase auftreten. Auch diese Symptome sind vorübergehend und folgenlos.

Darf man in Schwangerschaft und Stillzeit impfen?

Die Grippeimpfung wird schwangeren Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ausdrücklich empfohlen. Der Impfstoff ist ein Totimpfstoff und löst somit keine Infektion aus. Auch in der Stillzeit gibt es keine Kontraindikation für eine Grippeimpfung. Zudem kann das Baby so indirekt vor einer Infektion durch die Mutter geschützt werden.

Auch in der Stillzeit besteht keine Kontraindikation gegen eine Grippeimpfung. Die Impfung während der Stillzeit ist sicher und ermöglicht es der Mutter, das Neugeborene indirekt vor einer Infektion zu schützen, da Antikörper über die Muttermilch weitergegeben werden können.

Was kostet die Impfung?

In Österreich gibt es seit Herbst 2023 ein neues Öffentliches Impfprogramm (ÖIP), in dessen Rahmen die Grippeimpfung zu einem Selbstbehalt von sieben Euro für alle angeboten wird. Vollkommen kostenlos ist die Impfung für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, Menschen mit Rezeptgebührenbefreiung und Personen, die an Impfaktionen in Betrieben sowie Alten- und Pflegeheimen teilnehmen.

Wo werden Influenza Impfungen angeboten?

Viele niedergelassene AllgemeinmedizinerInnen und KinderärztInnen bieten die Grippeimpfung an. Zudem gibt es Impfaktionen in Betrieben, Alten- und Pflegeheimen sowie teilweise in Gesundheitsämtern der Bundesländer. In Wien wird außerdem noch in vier Gesundheitszentren der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) geimpft. Für Rückfragen zur Grippeimpfung gibt es eine Grippeimpf-Hotline der ÖGK: +43 5 0766-501510

FAQ

Der Österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung grundsätzlich allen ab dem Alter von sechs Monaten. Eine besondere Empfehlung gibt es für Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Menschen über 50 Jahre, Personen mit chronischen Erkrankungen oder Personen, die im Gesundheitssystem arbeiten.

Ja, die Impfungen können gleichzeitig verabreicht werden. Beide Impfungen sind meist sehr gut verträglich und es bestehen keine Sicherheitsbedenken bei der gleichzeitigen Impfung.

Die Influenza-Virenstämme verändern sich laufend, und die Impfstoffe müssen Jahr für Jahr neu angepasst werden. Ausreichender Schutz ist daher nur bei einer jährlichen Grippeimpfung gegeben.

Mäßige sportliche Betätigung nach der Grippeimpfung ist möglich. Extreme sportliche Belastung sollte man aber meiden, denn dadurch kann die Antikörperbildung gestört werden.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

Gesenhues S und A: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. 9. Auflage, Urban & Fischer 2020.

Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich 2023 (Version 1.1 vom 23. Dezember 2022)

https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html, Abruf Februar 2024

https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/ueberblick/grippe, Abruf Februar 2024

https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.887855&portal=oegkportal, Abruf Februar 2024

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Faktenblaetter/Influenza.pdf?__blob=publicationFile, Abruf Februar 2024

https://impfen.gv.at/impfungen/influenza, Abruf Februar 2024

https://www.impfen-info.de/grippeimpfung/fragen-und-antworten/, Abruf Februar 2024

 

 

 

Das könnte Sie auch interessieren
Die wichtigsten Allergene

Die 14 wichtigsten Allergene bei Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittelallergien sind weit verbreitet und können das Leben der Betroffenen erheblich beeinflussen.

Baby erhält die Meningokokken-Impfung von einer Ärztin

Meningokokken-Impfung

Die Meningokokken-Impfung schützt vor einer Infektion durch bestimmte Untergruppen der Meningokokken-Bakterien, die schwere Krankheiten wie Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung auslösen können. Diese Erkrankungen können mit ernsthaften Komplikationen verbunden sein.

Baby bekommt eine Rotavirus Schluckimpfung

Rotavirus-Impfung

Die Rotavirus-Impfung ist eine Schluckimpfung, die gegen eine Infektion mit Rotaviren schützt. Rotaviren sind die häufigste Ursache für virale Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.