Grippaler Infekt (Erkältung, Verkühlung, Akute Rhinopharyngitis)

Grippaler Infekt (Erkältung, Verkühlung, Akute Rhinopharyngitis)

Stand: September 2014

Unter einem grippalen Infekt bzw. einer Erkältung versteht man eine Infektion der Nasenschleimhaut und der oberen Atemwege. Meist beginnt eine Erkältung mit Halsschmerzen oder Halskratzen, kurz darauf kommt Schnupfen hinzu. Je nach der Art des Krankheitserregers und der Stärke der Erkältung kann es auch zu Husten, Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen kommen.

Erkältungskrankheiten sind die häufigsten Krankheiten überhaupt. Erwachsene erkranken durchschnittlich zwei- bis fünfmal, Kinder sechs- bis zehnmal pro Jahr. Die meisten Erkältungskrankheiten treten in der kalten Jahreszeit sowie bei starken Temperaturschwankungen auf.

Ausgelöst wird eine Erkältung in der Regel durch ein Virus. Insgesamt sind über 100 verschiedene Viren bekannt, die einen grippalen Infekt auslösen können – zu den häufigsten zählen Rhinoviren und Adenoviren. Im Gegensatz zur saisonalen Grippe (Influenza), die durch Influenzaviren ausgelöst wird, kann man sich gegen diese Viren nicht impfen lassen.

Warum “verkühlt” man sich?

Die Krankheitserreger werden zumeist im Rahmen einer Tröpfcheninfektion übertragen – also durch das Einatmen der Viren, wenn man engen Kontakt mit erkälteten Personen hat. Beim Niesen oder Husten können Viren mehrere Meter weit geschleudert werden. Aber auch in der normalen Atemluft sind Krankheitserreger enthalten. Anstecken kann man sich auch, indem man die Viren mit den eigenen Fingern auf die Nasenschleimhaut überträgt, weshalb man nach dem Einkaufen, dem Benutzen fremder Tastaturen sowie dem Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel die Hände gut reinigen sollte. Auch auf Handys und Tablet-PCs können Viren und Bakterien mehrere Tage lang überleben.

Ein geschwächtes Immunsystem – etwa durch wenig Schlaf, Stress, vitaminarme oder kühlende Nahrung sowie nicht der Witterung angepasste Kleidung begünstigen einen grippalen Infekt. Auch das Auskühlen von Nase und Ohren dürfte durch eine leichte Schädigung der Schleimhäute die Wahrscheinlichkeit zu erkranken erhöhen.

Welche Symptome treten bei einem grippalen Infekt auf?

Auch, wenn eine Erkältung oft schon nach einigen Tagen wieder vorüber ist, können die Symptome sehr unangenehm sein, den Alltag merklich beeinträchtigen und sogar arbeitsunfähig machen. Typische Symptome sind:

  • verstopfte/rinnende Nase
  • entzündeter Rachen (Pharyngitis) mit Halsschmerzen
  • Husten

Typisch für einen viralen Infekt ist ein klares Nasensekret. Ist das Nasensekret gelb-grünlich und sehr dickflüssig, deutet das auf eine bakterielle Infektion hin. Bakterien sind zumeist nicht der primäre Auslöser eines grippalen Infekts sondern kommen erst später hinzu, weil die lokale Abwehr durch die Entzündung der Nasenschleimhaut geschwächt ist; man spricht dann von einer „bakteriellen Superinfektion“.

Bei einem schweren Verlauf der Erkältung kann es zu Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, einer Kehlkopfentzündung, Bronchitis, einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sowie – vor allem bei Kleinkindern – zu einer Mittelohrentzündung kommen.

Wie unterscheidet sich der grippale Infekt von einer echten Grippe?

Gerade bei einer starken Ausprägung der Symptome ist es nicht immer leicht, einen grippalen Infekt von der echten Grippe zu unterscheiden. Die nachfolgende Übersicht zeigt Ihnen, welcher Verlauf typisch für die jeweilige Erkrankung ist:

Grippaler Infekt

  • beginnt schleichend mit kratzendem Hals, Halsschmerzen oder Schnupfen
  • Schnupfen tritt so gut wie immer auf, Fieber ist seltener und nicht sehr hoch
  • ist nach 7 bis 10 Tagen zumeinst ausgestanden

Grippe (Influenza)

  • beginnt plötzlich mit hohem Fieber (38 bis 40 Grad), Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
  • häufig kommt trockener Husten hinzu, Schnupfen hingegen eher selten
  • kann bis zu zwei Wochen dauern; die danach folgende Erholungszeit, in der man sich noch immer etwas schwach fühlt, kann weitere zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

Lesen Sie weiter: +++ Wie behandeln Sie eine Erkältung? +++

 

Quellen:
Patient information from the BMJ Group: Common Cold. Web publication date: 16. März 2011. http://clinicalevidence.bmj.com
ICD-10: J00

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