Sinusitis – Nebenhöhlenentzündung

Sinusitis – Nebenhöhlenentzündung

Stand: Juni 2014

Unter einer Sinusitis, auch Rhinosinusitis genannt, versteht man die Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Die Nebenhöhlen sind Hohlgänge, die mit der Nase verbunden sind; man unterscheidet die Stirnhöhlen, die Keilbeinhöhle, die Siebbeinzelle und die Kieferhöhlen. Bei einer Sinusitis sind meist die Kieferhöhlen betroffen, die zwischen Nase und Wangenknochen liegen.

Man schätzt, dass 1-5% aller Europäer zumindest einmal im Jahr an einer Sinusitis erkranken. Etwa die Hälfte aller Patienten, die wegen einer Erkältung zum Arzt gehen, werden damit diagnostiziert.

Was sind die Ursachen einer Sinusitis?

Die Sinusitis entsteht oft aus einer schweren Erkältung, bei der Viren oder Bakterien eine Schwellung der Schleimhäute in der Nase verursachen. Viren wie Rhino-, Influenza- und Parainfluenzaviren zählen zu den häufigsten Verursachern. Seltener wird die Sinusitis durch Bakterien verursacht, weshalb die Behandlung mit Antibiotika auch meist nicht hilft.

Normalerweise fließt immer etwas Sekret von den Nebenhöhlen durch die Nase ab; das wird durch die Schwellung im Rahmen einer Erkältung behindert. In der Folge verdickt sich die Flüssigkeit in den Nebenhöhlen zu einem Schleim, und die für eine Nasennebenhöhlenentzündung typischen Symptome – Schmerzen und ein starkes Druckgefühl oberhalb der betroffenen Nebenhöhlen – entstehen.

Je nachdem, wie lange die Sinusitis besteht, unterscheidet man zwischen akuter und chronischer Sinusitis. Die akute Form kann mehrmals im Jahr auftreten und verschwindet in der Regel nach ein bis drei Wochen wieder. Die chronische Form, die sich aus einer akuten Sinusitis entwickeln kann, bleibt mit abgeschwächten Symptomen längere Zeit bestehen. Per Definition spricht man von einer chronischen Sinusitis, wenn die Symptome zumindest zwölf Wochen bestehen bleiben. Sie wird des öfteren durch Bakterien verursacht und muss dementsprechend auch anders behandelt werden. Faktoren, die eine chronische Sinusitis begünstigen, sind:

  • Nasenpolypen (gutartige Schleimhautausstülpungen)
  • Allergien, bei denen vermehrt Nasensekret abfließt (z.B. Pollenallergie, Tierhaarallergie)
  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • Rauchen bzw. Passivrauchen
  • Unverträglichkeit von Schmerzmitteln, z.B. Acetylsalicylsäure

Welche Symptome treten bei einer Sinusitis auf?

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen im Bereich der entzündeten Nebenhöhlen (z.B. unterhalb der Augen bei einer Entzündung der Kieferhöhlen, oberhalb der Augenbrauen bei einer Entzündung der Stirnhöhlen)
  • verstopfte Nase und erschwerte Atmung
  • dickflüssiger, gelb-grünlicher Schleim und Eiter, die aus der Nase austreten
  • Schmerzen beim Schnäuzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
  • sichtbare Schwellungen im Gesicht
  • evtl. auch Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten

Was eine Sinusitis besonders unangenehm macht, sind die Schmerzen im  Bereich der Nebenhöhlen, die in den gesamten Kopfbereich und sogar zu den Zähnen hin ausstrahlen können. Häufig tritt eine Art Druckschmerz hinter den Augen auf.  Die Schmerzen verstärken sich bei bestimmten Bewegungen, besonders beim nach vorne beugen und beim bücken.

Wenn sich die Symptome verschlimmern und es zusätzlich zu Nasenbluten, einem Taubheitsgefühl im Gesicht, Hautrötungen, Nackensteife, hohem Fieber und Sehstörungen kommt, spricht dies für einen schweren Verlauf bzw. für eine Ausbreitung der Entzündung auf andere Bereiche im Kopf. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Quellen:
Clinical Evidence http://clinicalevidence.bmj.com/x/systematic-review/0511/key-points.html

AWMF-Leitlinie: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049k_S2k_Rhinosinusitis_2011-07.pdf
ICD-10: J01