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HPV-Impfung: Teenager-Mädchen mit einem Pflaster auf dem Oberarm
Foto: superbeststock/shutterstock

HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Humane Papillomaviren (HPV) gelten als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit vielen Typen dieser Viren, die meist durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Die Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, um bis zu 90 Prozent senken. Auch das Risiko für andere HPV-bedingte Krebserkrankungen wird deutlich reduziert. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Wirkung der HPV-Impfung, wie viel sie kostet und warum sie so wichtig ist.

Zusammenfassung

HPV-Impfung

Definition:Die Impfung schützt vor einer Infektion mit vielen Typen des Humanen Papillomavirus (HPV).

Schutz vor: durch HPV verursachte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs und Krebs an Vagina, Anus, Penis, Rachen und Kehlkopf sowie Genitalwarzen

Wirksamkeit: Risikominderung für Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen von bis zu 90 %; deutlicher Schutz vor anderen HPV-bedingten Krebserkrankungen

Impfschema: 2 bis 3 Teilimpfungen im Abstand von 6 bis 12 Monaten; danach ist meist keine Auffrischung notwendig

Mögliche Nebenwirkungen: Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit

Kosten: für Personen im Alter von von 9 bis 21 Jahren sind alle Teilimpfungen in Österreich gratis. Danach müssen die Kosten mit wenigen Ausnahmen selbst getragen werden.

Was ist die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfung gilt als die beste Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie trainiert das Immunsystem darauf, HPV frühzeitig zu erkennen und gezielt abzuwehren.

Die Funktionsweise entspricht dem Prinzip anderer Impfungen. Die Impfung enthält ungefährliche, künstlich hergestellte Virusbestandteile, die keine Infektion auslösen können. Das Immunsystem erkennt diese als fremd und bildet Antikörper. Dadurch entsteht eine Immunität. Bei einer tatsächlichen Infektion mit dem Erreger kann es dann schnell reagieren.

Diese Immunität kann Jahrzehnte oder sogar lebenslang bestehen bleiben. Die HPV-Impfung enthält jene Virustypen, die am häufigsten Krebsvorstufen, Krebs und Genitalwarzen verursachen.

Wovor schützt die Impfung?

Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit vielen Typen des humanen Papillomavirus (HPV). HPV umfasst eine Gruppe von Viren, die unterschiedliche Erkrankungen auslösen können. Dazu gehören einerseits harmlose Hautveränderungen wie Genitalwarzen, aber auch Entzündungen, Krebsvorstufen und verschiedene Krebsarten.

Besonders relevant ist HPV im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus können bestimmte HPV-Typen auch Krebs an der Vagina, am Anus, am Penis sowie im Rachen- und Kehlkopfbereich verursachen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Humane Papillomaviren (HPV) werden durch direkten Schleimhautkontakt übertragen, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, Oralsex oder Petting. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung während der Geburt möglich.

Frauen und Männer haben ein ähnlich hohes Risiko, sich im Laufe ihres Lebens zu infizieren. Tatsächlich kommt es bei den meisten Menschen mindestens einmal zu einer HPV-Infektion. Die HPV-Impfung ist am wirksamsten, wenn sie vor den ersten sexuellen Kontakten verabreicht wird. Deshalb wird sie bereits für Kinder ab 9 Jahren empfohlen.

Die Impfung kann aber auch für Erwachsene sinnvoll sein, insbesondere für Personen, die:

  • nicht geimpft wurden und jünger als 45 Jahre sind
  • ein geschwächtes Immunsystem haben
  • mit HIV infiziert sind
  • häufig wechselnde Sexualpartner:innen haben
  • an einer Erkrankung leiden, die das Immunsystem schwächt
  • eine Organtransplantation erhalten haben
  • eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten oder erhalten haben
  • das Risiko verringern möchten, HPV unbemerkt weiterzugeben

HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche

In Österreich ist die HPV-Impfung Teil des kostenlosen Kinder-Impfprogramms. Sie steht Kindern und Jugendlichen vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum 21. Geburtstag kostenlos zur Verfügung. Für einen vollständigen Schutz werden zwei Impfungen empfohlen. Der Abstand zwischen den Impfungen sollte mindestens sechs und höchstens zwölf Monate betragen. Mehr dazu lesen Sie hier

HPV-Impfung bei einem Mödchen
Foto: Halfpoint/shutterstock

Ist die HPV-Impfung für Erwachsene noch sinnvoll?

Auch für Erwachsene kann die HPV-Impfung sinnvoll sein. Sie kann dazu beitragen, neue HPV-Infektionen und daraus entstehende Erkrankungen zu verhindern.

Für Erwachsene ab 30 Jahren wird die Impfung besonders empfohlen, wenn:

  • bereits eine HPV-Infektion festgestellt wurde
  • eine Immunschwäche oder Autoimmunerkrankung vorliegt
  • sexuelle Kontakte mit wechselnden Partner:innen bestehen
  • beim Sexualpartner oder der Sexualpartnerin eine HPV-Infektion bekannt ist

Ab dem vollendeten 30. Lebensjahr werden drei HPV-Impfungen empfohlen. Die zweite Impfung erfolgt etwa zwei Monate nach der ersten. Die dritte Impfung sollte sechs bis acht Monate nach der zweiten erfolgen.

Wie wirksam ist die HPV-Impfung?

In Österreich steht derzeit ein 9-fach-Impfstoff für Personen ab dem vollendeten 9. Lebensjahr zur Verfügung. Dieser Impfstoff schützt vor neun HPV-Typen.

Dazu gehören:

  • die HPV-Serotypen 6 und 11, die Genitalwarzen verursachen können
  • die Hochrisiko-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58, die mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung stehen

Die Impfung bietet nahezu vollständigen Schutz vor Erkrankungen, die durch diese neun HPV-Typen verursacht werden. Diese Virustypen sind für etwa 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verantwortlich.

Studien zeigen außerdem: Besonders wirksam ist die HPV-Impfung, wenn sie in jungen Jahren – idealerweise vor dem 15. Lebensjahr – erfolgt. Dann schützt sie besonders gut vor Zellveränderungen, die durch HPV ausgelöst werden.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Der Impfschutz hält nach aktuellem Wissensstand sehr lange an. Nach derzeitigen Daten ist keine Auffrischungsimpfung nötig. Studien konnten zeigen, dass bei Mädchen und Frauen auch 12 Jahre nach der Impfung der Impfschutz gegen die Typen 16 und 18 weiterhin besteht.

Welche Nebenwirkungen hat die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfstoffe wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als äußerst sicher eingestuft. Wie bei jedem Arzneimittel können jedoch Nebenwirkungen auftreten.

Zu den häufigsten zählen:

Selten können Gelenkschmerzen oder geschwollene Lymphknoten auftreten.

Sollte man sich trotz einer HPV-Infektion impfen lassen?

Fachleute empfehlen die Impfung auch, wenn bereits eine Infektion mit einem HPV-Typ vorliegt, der durch die Impfung abgedeckt ist. Die Impfung kann eine bestehende Infektion zwar nicht behandeln, sie kann aber helfen, neue Infektionen mit demselben oder anderen HPV-Typen zu verhindern.

Besonders empfohlen wird die Impfung, wenn bereits Genitalwarzen oder durch HPV verursachte Zellveränderungen vorliegen. Auch bei einer HPV-Infektion des Sexualpartners oder der Sexualpartnerin kann eine Impfung sinnvoll sein.

Ist die Krebsvorsorge und die jährliche gynäkologische Kontrolle weiterhin wichtig?

Obwohl die HPV-Impfung ein wichtiger Bestandteil der Krebsvorsorge ist, ersetzt sie nicht die regelmäßige Gebärmutterhals-Krebsvorsorge. Die HPV-Testung und der jährliche Krebsabstrich (Pap-Abstrich) bleiben auch mit Impfung ein wichtiger Bestandteil der gynäkologischen Vorsorge.

Die derzeit verfügbaren HPV-Impfstoffe decken nicht alle Hochrisikotypen von HPV ab und eine Infektion kann bereits vor der Impfung erfolgt sein. Daher sollten Frauen trotz einer HPV-Impfung weiterhin regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Foto: H_Ko/shutterstock

Wo kann man sich in Österreich impfen lassen?

Die HPV-Impfung ist in Österreich an vielen Stellen möglich. Dazu gehören:

  • niedergelassene Ärztinnen und Ärzte
  • öffentliche Impfstellen wie Bezirkshauptmannschaften, Magistrate und Bezirksämter

Teilweise ist eine Impfung auch im Rahmen von Schulimpfprogrammen möglich.

Wie viel kostet die Impfung?

In Österreich ist die HPV-Impfung vom 9. bis zum 21. Geburtstag kostenlos. Danach müssen die Kosten in der Regel selbst getragen werden. Drei Teilimpfungen kosten derzeit etwa 650 Euro. In bestimmten Fällen – zum Beispiel nach einer Konisation – übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den Impfstoff. Manche privaten Zusatzversicherungen erstatten die Kosten ganz oder teilweise.

HPV beim Mann: Arzt erklärt einem männlichen Patienten den Befund
Foto: Evgeny Atamanenko/shutterstock

Warum sollten sich auch Männer und Buben gegen HPV impfen lassen?

Die HPV-Impfung schützt auch Buben und Männer direkt vor HPV-bedingten Krankheiten wie Krebsvorstufen und Krebs im Rachen- und Schlundbereich, Penis und After. Außerdem verringert die Impfung die Wahrscheinlichkeit, HPV an andere Personen weiterzugeben, und kann so Sexualpartner:innen schützen. Mehr zu HPV bei Männern lesen Sie hier

FAQ

Der beste Zeitpunkt für die HPV-Impfung ist zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr. Expert:innen empfehlen die Impfung idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten, da in diesem Fall der Schutz durch die Impfung am effektivsten ist. Zudem haben Studien gezeigt, dass die Impfung in diesem Alter die höchste Wirksamkeit entfaltet.

In Österreich ist die HPV-Impfung derzeit für alle Personen vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum 21. Geburtstag gratis. Danach müssen die Kosten selbst getragen werden. Eine Teilimpfung kostet dann etwa 200 €.

Ja, auch sexuell aktive Personen profitieren von der Impfung. Neue Infektionen mit jenen Virustypen, die von der Impfung abgedeckt werden, können so verhindert werden. Dadurch wird das Risiko, an Genitalwarzen oder bestimmten Krebsarten zu erkranken, deutlich gesenkt.

Nein, nur weil eine HPV-Infektion – beispielsweise im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung – festgestellt wurde, bedeutet das nicht, dass man Krebs hat oder bekommen wird. In vielen Fällen heilt eine HPV-Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus. Je nachdem, ob bereits Zellveränderungen festgestellt werden können und abhängig vom HPV-Typ, sollte die Entwicklung der Infektion weiterhin im Auge behalten werden.

Kondome verringern das Ansteckungsrisiko, schützen aber nicht vollständig vor einer HPV -Infektion, da sie nicht alle Körperstellen abdecken, über die eine Übertragung möglich ist.

Ja, auch wenn bereits eine HPV-Infektion aufgetreten und wieder abgeklungen ist, kann man sich erneut mit demselben oder anderen Typen von HPV anstecken.

Österreichische Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine HPV-Impfung meist nur dann über das 21. Lebensjahr hinaus, wenn ein medizinischer Grund vorliegt, beispielsweise wenn schon durch HPV ausgelöste Zellveränderungen vorliegen und diese durch eine Konisation entfernt werden müssen. Die Bedingungen für eine Kostenübernahme sind allerdings abhängig von der zuständigen Krankenkasse.

Die HPV-Impfung gilt als sehr sicher. Trotzdem kann es nach der Impfung zu Nebenwirkungen kommen. Auch bietet die Impfung keinen vollständigen Schutz gegen alle Typen von HPV, deckt aber jene Typen ab, die am häufigsten in Zusammenhang mit Krebserkrankungen und Genitalwarzen stehen. Gegen eine bereits bestehende Infektion ist die Impfung nicht wirksam.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und 2009 erhielt sie den Prälat Leopold Ungar Journalistinnen Anerkennungspreis.

  • Co-Autor

    Julia Amtmann

    Julia Amtmann hat einen Abschluss in Biologie und langjährige Erfahrung im Journalismus. Bei DocFinder verbindet sie diese beiden Schwerpunkte durch das Überprüfen und Verfassen von Texten mit naturwissenschaftlichem Fokus.

1. Khan et al., J Natl Cancer Inst, 2005
2. De Sanjose et al., Lancet Oncology, 2010
3. Woodman C.B.J. et al., Nature Reviews, 2007
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7

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Stellungnahme der AGO/OEGGG zur HPV-Impfung nach Behandlung einer CIN (Cervikale Intraepitheliale Neoplasie), 2018

Broschüre “HPV-Impfung gegen Krebs”: https://www.bmgf.gv.at/home/Schwerpunkte/Gesundheitsfoerderung_Praevention/Impfen/HPV_Impfung, Abruf November 2024

Fachinformation Gardasil(R)9

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    Gesundheit.gv.at. Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)

  • https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/ueberblick/feigwarzen.html
  • Abruf Mai 2026
    Impfservice Stadt Wien. HPV (Humane Papilloma-Viren).

  • https://impfservice.wien/hpv-humane-papilloma-viren/
  • Abruf Mai 2026
    Impfen.gv.at. Impfungen – HPV. https://impfen.gv.at/impfungen/hpv Abruf Mai 2026
    Österreichische Krebshilfe. Infektionen und Krebs.

  • https://www.krebshilfe.net/information/krebs-krebs-risiko/infektionen-/-hpv-/-impfung#c794
  • Abruf Mai 2026

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