Zusammenfassung
Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): Bösartiger Tumor, der am Gebärmutterhals entsteht.
Gebärmutterhals: Unterer Teil der Gebärmutter, der die Verbindung zur Scheide bildet.
Ursache: In den meisten Fällen eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV).
HPV: Humane Papillomviren; unterteilt in Niedrig- und Hochrisikotypen
Hochrisiko-Typen: Dazu gehören unter anderem HPV 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Diese Virustypen können die Entstehung bestimmter Krebsarten begünstigen. HPV 16 und HPV 18 verursachen zusammen mehr als 70 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs.
Ansteckung mit HPV: Die Übertragung erfolgt vor allem durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt, insbesondere bei sexuellen Kontakten wie vaginalem, analem oder oralem Geschlechtsverkehr. Seltener ist eine Übertragung über gemeinsam genutzte Sexspielzeuge oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind möglich.
Wer betroffen ist: HPV-Infektionen können Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.
Vorsorge: Jährlicher PAP-Abstrich (Krebsabstrich), HPV-Test sowie die HPV-Impfung.
Woran ist eine HPV-Infektion erkennbar? Die meisten Menschen stecken sich mit HPV an, ohne es zu bemerken, da die Infektion in der Regel unbemerkt verläuft oder erst lange nach der Ansteckung Zellveränderungen hervorruft.
Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt? Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und der individuellen Situation der Patientin. Je nach Befund kommen eine Operation, eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie oder eine Kombination dieser Verfahren zum Einsatz.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) – Was ist das?
Gebärmutterhalskrebs, medizinisch Zervixkarzinom genannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung des Gebärmutterhalses (Cervix uteri). Dieser bildet den unteren Teil der Gebärmutter und verbindet die Gebärmutter mit der Scheide.
In den meisten Fällen entsteht Gebärmutterhalskrebs durch eine länger bestehende Infektion mit bestimmten Humanen Papillomaviren (HPV). Besonders sogenannte Hochrisiko-HPV-Typen können über längere Zeit Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen. Aus diesen Veränderungen können sich über mehrere Jahre Krebsvorstufen und schließlich ein Tumor entwickeln.
Die Entwicklung erfolgt häufig schrittweise. Zunächst entstehen meist keine Beschwerden, sondern zunächst Zellveränderungen, die als zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) oder Dysplasien bezeichnet werden. Diese Vorstufen können bei Vorsorgeuntersuchungen erkannt und behandelt werden, bevor sich daraus Gebärmutterhalskrebs entwickelt.
Nicht jede HPV-Infektion führt zu Krebs. In den meisten Fällen beseitigt das Immunsystem die Viren wieder von selbst. Entscheidend für die Krebsentstehung ist vor allem eine länger bestehende Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen.

Wo entsteht Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs entsteht meist in der sogenannten Transformationszone des Gebärmutterhalses. Dabei handelt es sich um einen Übergangsbereich, in dem zwei unterschiedliche Zelltypen der Schleimhaut aufeinandertreffen: das Plattenepithel der äußeren Oberfläche des Gebärmutterhalses und das Drüsenepithel des Gebärmutterhalskanals.
Dieser Bereich ist besonders anfällig für Zellveränderungen, die durch eine länger bestehende Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen entstehen können. Aus diesen Veränderungen können sich über mehrere Jahre Krebsvorstufen und in weiterer Folge Gebärmutterhalskrebs entwickeln.
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden vor allem zwei häufige Formen von Gebärmutterhalskrebs:
- Plattenepithelkarzinom: Diese Tumorform entsteht aus den Plattenepithelzellen der Oberfläche des Gebärmutterhalses. Sie ist mit etwa 70 bis 80 Prozent die häufigste Form des Zervixkarzinoms.
- Adenokarzinom: Diese Tumorform entsteht aus Drüsenzellen des Gebärmutterhalskanals. Sie macht etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle aus.
Seltener treten andere Tumorformen auf, beispielsweise gemischte Formen aus Plattenepithel- und Adenokarzinom oder neuroendokrine Tumoren.
Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs
In Österreich wurden im Jahr 2022 laut Statistik Austria 439 Frauen neu mit Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. 129 Frauen starben an den Folgen der Erkrankung. Ende 2022 lebten 9.022 Frauen mit einer Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Am häufigsten wird die Erkrankung bei Frauen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren festgestellt.
Welche Ursachen hat Gebärmutterhalskrebs?
Die wichtigste Ursache für Gebärmutterhalskrebs ist eine anhaltende Infektion mit bestimmten Humanen Papillomaviren. Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs stehen mit einer Infektion mit sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen in Zusammenhang. Eine HPV-Infektion ist jedoch häufig und heilt in vielen Fällen von selbst aus. Erst wenn bestimmte Virustypen über längere Zeit im Körper bleiben und Zellveränderungen verursachen, kann sich daraus über Jahre ein Tumor entwickeln.
Zusätzlich können bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen, dass sich aus einer HPV-Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Dazu gehören:
- Rauchen
- ein früher Beginn sexueller Aktivität
- häufiger Wechsel von Sexualpartner:innen
- weitere sexuell übertragbare Infektionen, zum Beispiel HIV oder Chlamydien
- eine bereits bestehende HPV-Infektion
- ein stark geschwächtes Immunsystem
- die Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)
Nicht alle Zusammenhänge zwischen diesen Risikofaktoren und der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind vollständig geklärt. Sicher ist jedoch: Fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen auf eine Infektion mit HPV zurück.
Welche HPV-Typen gibt es?
Es gibt mehr als 200 verschiedene Humane Papillomaviren (HPV). Sie werden je nach ihrem Risiko, Zellveränderungen und Krebs zu verursachen, in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen eingeteilt.
Niedrigrisikotypen
Dazu zählen unter anderem die HPV-Typen 6, 11, 40, 42, 43 und 44. Diese Viren verursachen in der Regel keinen Krebs. HPV 6 und HPV 11 sind die häufigsten Auslöser von Genitalwarzen.
Hochrisikotypen
Hochrisiko-Typen können die Entstehung von Krebs begünstigen. Sie stehen nicht nur mit Gebärmutterhalskrebs, sondern auch mit Krebs der Scheide, der Vulva, des Anus, des Penis sowie mit bestimmten Krebsarten im Mund- und Rachenraum in Zusammenhang.
Zu den wichtigsten Hochrisiko-Typen zählen HPV 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 66 und 68. Nicht alle HPV-Typen haben das gleiche Risiko, Krebs zu verursachen. Für Gebärmutterhalskrebs spielen insbesondere HPV 16 und HPV 18 eine entscheidende Rolle. Gemeinsam sind sie für mehr als 70 % aller Fälle verantwortlich. Deshalb bedeutet ein positiver HPV-Test nicht automatisch das gleiche Risiko. Entscheidend ist, mit welchem HPV-Typ eine Infektion vorliegt.
Wie steckt man sich mit HPV an?
Humane Papillomaviren (HPV) werden vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen. Dazu gehören neben Vaginalverkehr auch Anal- und Oralverkehr.
Die Viren können von Frauen und Männern übertragen werden. Eine Ansteckung ist außerdem durch engen Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich möglich. In seltenen Fällen kann das Virus während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Im Unterschied zu anderen sexuell übertragbaren Viren, wie HIV, ist für eine HPV-Infektion kein Austausch von Körperflüssigkeiten erforderlich. Bereits enger Hautkontakt kann für eine Übertragung ausreichen.
HPV wird überwiegend durch sexuelle Kontakte übertragen. HPV-Infektionen zählen zu den häufigsten sexuell übertragenen Viruserkrankungen. Etwa vier von fünf Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die meisten Betroffenen bemerken die Infektion nicht, da sie in der Regel keine Beschwerden verursacht. Deshalb wissen viele Menschen nicht, dass sie das Virus weitergeben können.
Eine HPV-Infektion heilt häufig von selbst aus. In einigen Fällen bleibt das Virus jedoch im Körper bestehen. Je nach HPV-Typ können dann Genitalwarzen oder bestimmte Krebsarten entstehen. Es ist außerdem möglich, gleichzeitig mit mehreren HPV-Typen infiziert zu sein. Kondome senken das Risiko einer HPV-Übertragung, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz, da HPV auch über Hautkontakt im Genitalbereich übertragen werden kann.

Wie kann man Gebärmutterhalskrebs vorbeugen?
Eine Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ, beispielsweise HPV 16 oder HPV 18, führt nicht automatisch zu Gebärmutterhalskrebs. Meist entstehen zunächst Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Diese Vorstufen werden als zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) oder Dysplasien bezeichnet.
In den meisten Fällen beseitigt das Immunsystem die Viren erfolgreich. Bleibt die Infektion jedoch über längere Zeit bestehen, können sich die Zellveränderungen weiterentwickeln. Unbehandelt können daraus Krebsvorstufen und schließlich Gebärmutterhalskrebs entstehen.
Bis Gebärmutterhalskrebs entsteht, dauert es in der Regel mehrere Jahre. Genau diese lange Entwicklungszeit macht die Früherkennung so wichtig. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen es, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor Krebs entsteht.
PAP-Abstrich (Krebsabstrich)
Der PAP-Abstrich (Krebsabstrich) ist die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Dabei entnimmt die Frauenärztin oder der Frauenarzt mit einer kleinen Bürste Zellen von der Oberfläche des Gebärmutterhalses sowie aus dem Gebärmutterhalskanal. Die Probe wird anschließend im Labor untersucht.
Mit dem PAP-Abstrich lassen sich Zellveränderungen und Krebsvorstufen frühzeitig erkennen. Mögliche Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können dadurch rechtzeitig behandelt werden. Der Test zeigt jedoch nicht, ob eine HPV-Infektion vorliegt oder welcher HPV-Typ nachgewiesen werden kann. Mehr zum PAP-Abstrich lesen Sie hier.
HPV-Test
Mit einem HPV-Test lässt sich feststellen, ob HPV am Gebärmutterhals nachweisbar sind. Dabei wird insbesondere nach sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen gesucht, die mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Zusammenhang stehen. Bei bestimmten Tests kann zusätzlich festgestellt werden, um welchen HPV-Typ es sich handelt.
Ob ein HPV-Test durchgeführt wird, hängt unter anderem vom Alter, den Empfehlungen des jeweiligen Vorsorgeprogramms sowie von persönlichen Befunden ab. Die Probenentnahme erfolgt ähnlich wie beim PAP-Abstrich: Mit einer kleinen Bürste werden Zellen beziehungsweise Zellmaterial vom Gebärmutterhals entnommen und anschließend im Labor untersucht. Während der PAP-Abstrich Veränderungen der Zellen beurteilt, weist der HPV-Test eine Infektion mit Humanen Papillomaviren nach. Mehr dazu lesen Sie hier.
HPV-Impfung
Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs ist die HPV-Impfung. Der in Österreich eingesetzte 9-fach-Impfstoff schützt vor mehreren HPV-Typen, darunter den Hochrisiko-Typen HPV 16 und HPV 18, die für einen großen Teil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.
Die Impfung bietet den besten Schutz, wenn sie vor dem ersten Kontakt mit HPV erfolgt. Sie kann jedoch auch später sinnvoll sein, da sie vor HPV-Typen schützen kann, mit denen noch keine Infektion besteht. Mehr zu den Themen HPV-Impfung lesen Sie hier.

Welche Symptome treten bei Gebärmutterhalskrebs auf?
Gebärmutterhalskrebs verursacht in den frühen Stadien meist keine Beschwerden. Auch Krebsvorstufen entwickeln sich zumeist unbemerkt. Deshalb sind regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wichtig – auch dann, wenn keine Symptome bestehen. Je früher Zellveränderungen erkannt werden, desto einfacher lassen sie sich behandeln und desto besser sind die Heilungschancen.
Mögliche Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs können sein:
- ungewöhnlicher oder unangenehm riechender vaginaler Ausfluss
- Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Zwischenblutungen
Ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten, können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:
- Schmerzen im Becken- oder Kreuzbeinbereich
- Schmerzen beim Wasserlassen
- wiederkehrende Entzündungen der Harnblase oder des Nierenbeckens
- weitere Beschwerden, abhängig vom Ausmaß der Erkrankung
Die angeführten Symptome können viele verschiedene Ursachen haben und bedeuten nicht automatisch, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Umgekehrt treten bei Gebärmutterhalskrebs nicht alle dieser Beschwerden auf. Bei anhaltenden, ungewöhnlichen oder unklaren Symptomen oder bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?
Für die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung. Welche Behandlung empfohlen wird, hängt vor allem vom Stadium der Erkrankung und der persönlichen Situation der Patientin ab.
Zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Operation
- Strahlentherapie
- Chemotherapie
- kombinierte Strahlen- und Chemotherapie (Radiochemotherapie)
Operative Behandlung
Im frühen Stadium wird Gebärmutterhalskrebs meist durch eine Operation behandelt. Je nach Ausbreitung des Tumors werden nur Teile des Gebärmutterhalses oder die gesamte Gebärmutter entfernt. In manchen Fällen werden zusätzlich das angrenzende Beckenbindegewebe und die Lymphknoten entfernt. Der Umfang der Operation richtet sich danach, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat.
Strahlen- und Chemotherapie
Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten oder liegen bestimmte Risikofaktoren vor, wird häufig eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie (Radiochemotherapie) empfohlen. In manchen Fällen kommen alle drei Behandlungsverfahren – Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie – zum Einsatz. Begleitend können Medikamente verabreicht werden, um Beschwerden und Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern.
Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung
Wenn sich Gebärmutterhalskrebs bereits weit ausgebreitet hat oder nicht mehr vollständig geheilt werden kann, steht häufig die Kontrolle der Erkrankung im Vordergrund. Ziel der Behandlung ist es, das Tumorwachstum möglichst lange zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Eine individuell angepasste Schmerztherapie sowie die Behandlung weiterer Beschwerden sind dabei wichtige Bestandteile der Betreuung.
FAQ
Ob Gebärmutterhalskrebs geheilt werden kann, hängt stark davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wird. Wird der Krebs früh erkannt und ist noch auf den Gebärmutterhals begrenzt, bestehen sehr gute Heilungschancen. In diesen Fällen kann häufig eine Operation ausreichen. Hat sich der Tumor bereits auf Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet, wird die Behandlung komplexer und die Prognose verschlechtert sich. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und die HPV-Impfung tragen wesentlich dazu bei, Gebärmutterhalskrebs früh zu erkennen und zu verhindern.
In frühen Stadien verursacht Gebärmutterhalskrebs meist keine Beschwerden. Erste mögliche Anzeichen treten häufig erst auf, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Dazu gehören beispielsweise Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Zwischenblutungen oder Blutungen nach den Wechseljahren. Auch ungewöhnlicher, teilweise übelriechender Ausfluss aus der Scheide kann ein Warnsignal sein. Später können Schmerzen im Becken oder Rücken sowie Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang hinzukommen. Diese Symptome haben oft andere Ursachen, sollten aber immer gynäkologisch abgeklärt werden.
Eine pauschale Antwort ist nicht möglich, da die Heilungschancen von vielen Faktoren abhängen. Entscheidend sind das Tumorstadium, die Größe des Tumors, ein möglicher Lymphknoten- oder Organbefall sowie das Ansprechen auf die Behandlung. Früh erkannter Gebärmutterhalskrebs ist häufig heilbar. Ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten oder liegen Metastasen vor, kann sie oft nicht mehr geheilt werden. Moderne Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung jedoch häufig verlangsamen und die Lebensqualität über längere Zeit erhalten.
Gebärmutterhalskrebs wird nach der internationalen FIGO-Klassifikation in vier Stadien (I–IV) eingeteilt.
Stadium I: Der Tumor ist auf den Gebärmutterhals begrenzt.
Stadium II: Der Krebs hat sich auf umliegendes Gewebe ausgebreitet, jedoch noch nicht bis zur Beckenwand oder zum unteren Drittel der Scheide.
Stadium III: Der Tumor hat die Beckenwand, das untere Scheidendrittel oder die Lymphknoten befallen.
Stadium IV: Der Krebs hat sich auf benachbarte Organe wie Harnblase oder Enddarm oder über Fernmetastasen auf andere Körperregionen ausgebreitet.
Diese Stadien werden in weitere Unterkategorien aufgespalten. Die Stadieneinteilung ist entscheidend für die Wahl der Behandlung und die Prognose.
Im Stadium IV hat sich der Gebärmutterhalskrebs bereits auf benachbarte Organe oder entfernte Körperregionen ausgebreitet. Eine vollständige Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Ziel der Behandlung ist es, das Tumorwachstum zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Dafür kommen unter anderem Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapien oder Immuntherapien infrage. Welche Behandlung geeignet ist, wird individuell festgelegt.
Im Durchschnitt wird Gebärmutterhalskrebs am häufigsten bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren diagnostiziert, wobei der Höhepunkt für die Diagnose bei 45 bis 54 Jahren liegt (Stand 2022). Krebsvorstufen werden im Rahmen von Krebsabstrichen (PAP-Test) häufig schon früher erkannt, da es meist Jahre braucht, bis aus ihnen Krebs entsteht.
Wie viele Impfungen erforderlich sind, hängt davon ab, in welchem Alter die erste Impfung erfolgt. Laut österreichischer Impfempfehlung erhalten Kinder und Jugendliche, die zwischen 9 und 21 Jahren mit der Impfserie beginnen, zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Ab dem vollendeten 30. Lebensjahr oder bei einer bestimmten Immunschwäche können drei Impfungen notwendig sein. Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs und andere HPV-bedingte Krebserkrankungen verursachen können.
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