Vitamin D – Warum ist es so wichtig? Wo kommt es vor?

Vitamin D – Warum ist es so wichtig? Wo kommt es vor?

Stand: März 2018
Vitamin D haltige Lebensmittel

Vitamin D (Calciferol) erfüllt im Körper viele wichtige Aufgaben. Die wichtigste Quelle ist die Sonne, zudem nimmt der Körper das Vitamin auch über die Nahrung auf. Ein Mangel an Vitamin D ist in unseren Breitengraden weit verbreitet, vor allem in der kalten Jahreszeit. Mehr über die Funktionen, die möglichen Folgen einer Unterversorgung und Möglichkeiten um einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen, lesen Sie hier.

Wofür benötigt der Körper Vitamin D?

Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen. Eine besondere Rolle spielt es im Knochenstoffwechsel – Vitamin D fördert die Mineralisierung der Knochen und ist unerlässlich, um die Gesundheit unserer Knochen zu erhalten und Osteoporose (Knochenschwund) vorzubeugen. Zudem ist Vitamin D wichtig für den Kalziumhaushalt und den Phosphatstoffwechsel, für die Entwicklung der Zähne, für das Immunsystem und für die Muskeln, da es u.a. deren Neubildung und Regeneration fördert. Weiters hat Vitamin D u.a. eine Wirkung auf das Herz, auf den Kreislauf und auf das Gehirn.

Symptome und mögliche Folgen eines Vitamin D-Mangels

Da Vitamin D in vielen gesundheitlichen Bereichen eine wichtige Rolle spielt, kann ein Mangel für den Körper unterschiedliche Folgen haben. Mögliche Symptome einer Unterversorgung sind u.a.

  • Leistungsschwäche,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • Müdigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Kreislaufschwäche,
  • Muskelschwäche
  • und Muskelschmerzen.

Die Auflistung der hier angeführten Anzeichen und Beschwerden ist nicht vollständig, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder ein Anzeichen für einen anderen Mangel oder eine andere Krankheit sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei einem Mangel auftreten. Ein möglicher -Mangel sollte nicht selbst diagnostiziert, sondern stets ärztlich abgeklärt werden.

Zu den Spätfolgen eines Vitamin D-Mangels im Bereich der Knochen zählen u.a. Osteoporose, Osteomalazie (Erweichung der Knochen), erhöhtes Risiko für Brüche und Rachitis (Störung des Knochenstoffwechsels im Kindesalter).

Zudem leidet das Immunsystem unter einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung, was sich mitunter durch eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen bemerkbar machen kann. Aus einer 2015 veröffentlichten Studie geht hervor, dass das Risiko für Atemwegserkrankungen bei erniedrigtem Vitamin D-Spiegel im Blut um über 50 Prozent erhöht ist1. In einer anderen Studie mit COPD-Patienten wurde gezeigt, dass es durch die Gabe von Vitamin D3 – einer Form von Vitamin D – zu weniger Exazerbationen (deutliche Verschlechterung der Krankheit) kam2. Auch kann sich ein Mangel auf das Herz-Kreislauf-System auswirken – insbesondere ein schwerer Mangel wird mit kardiovaskulären Ereignissen und kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert; Studienergebnisse deuten darauf hin, dass ein Vitamin D-Mangel u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 begünstigt.

Die Wirkung von Vitamin D wird seit vielen Jahren intensiv erforscht, regelmäßig wird eine neue Studie veröffentlicht, die auf das breite Wirkungsspektrum des Vitamins hindeutet. Klar ist heute, dass die langfristigen Folgen eines Mangels zahlreich sind. Guter Grund also, um darauf zu achten, dass der Bedarf des Körpers gedeckt ist.

Kann der Körper Vitamin D selbst herstellen?

Ja. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen kann es der Körper selbst herstellen. Ein gewisser Anteil kann zudem mit der Nahrung zugeführt werden. Da Vitamin D bei ausreichender UV-B-Exposition vom Körper selbst gebildet wird und die Zufuhr über Nahrungsmittel eine eher untergeordnete Rolle spielt, gilt Vitamin D auch nicht als klassisches Vitamin.

Die wichtigste Quelle für den Körper ist die Sonne, denn unter Einfluss von UV-B-Strahlung wird in der Haut aus dem Molekül 7-Dehydrocholesterol sogenanntes Cholecalciferol (Vitamin D3) produziert. In der Leber und in den Nieren wird das Vitamin dann in seine aktive Form – Calcitriol – umgewandelt, welches einem Hormon entspricht. Etwa 80 bis 90 Prozent unseres Bedarfs, werden auf diese Weise bereitgestellt. Dadurch erklärt sich auch, wieso Vitamin D in vielen Ländern, so auch in Österreich, ein Problemnährstoff ist. Dies betrifft insbesondere die Herbst- und Wintermonate, wenn nicht genug Sonne scheint und die körpereigene Produktion aufgrund der zu geringen UV-Licht-Exposition heruntergeschraubt ist.

Eine weitere Quelle ist die Ernährung. Mit der Nahrung aufgenommenes Vitamin D (Vitamin D2, Ergocalciferol) wird im Dünndarm resorbiert. Menschen, die nicht viel in die Sonne gehen bzw. nicht ausreichend viel Zeit im Freien verbringen sollten mehr Vitamin D-reiche Nahrungsmittel essen, um ihren Bedarf zu decken. Auch die zusätzliche Gabe in Form von Präparaten ist sinnvoll, da der Bedarf bei unzureichender Sonnenexposition über die Ernährung alleine nicht gedeckt werden kann.

<h2>Kann der Vitamin D-Bedarf durch einen Besuch im Solarium gedeckt werden?</h2>
Das Solarium ist kein Ersatz für die Sonne. Besuche im Solarium erhöhen einerseits das Risiko für Hautkrebs, andererseits arbeiten viele Solarien nur mit UV-A-Strahlung. Diese bräunt zwar die Haut, fördert jedoch nicht die Produktion von Vitamin D, da dieses in der Haut eben nur unter Einfluss von UV-B-Strahlung gebildet wird.

In welchen Lebensmitteln ist Vitamin D enthalten und welches ist besonders wertvoll?

Vitamin D kommt in Nahrungsmitteln in zwei Formen vor – Vitamin D3 und D2. D3 ist in Bezug auf unterschiedlichste Vorgänge im Körper der wichtigste Vertreter. Es ist überwiegend in tierischen Produkten enthalten. Dazu zählen fettreiche Fische (Hering, Aal, Forelle, Lachs), Eier und Fleisch sowie, wenn auch in geringeren Konzentrationen, Milch und Milchprodukte. D2 kommt in nennenswerten Mengen u.a. in Champignons und Steinpilzen vor.

Ursachen für einen Vitamin D-Mangel

Aus dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012 geht hervor, dass Vitamin D in der Gesamtbevölkerung zu den Problemnährstoffen zählt, die Mehrheit aller Frauen und Männer nimmt zu wenig auf und auch bei Kindern wurde die Aufnahme als kritisch bewertet. Ursachen sind in erster Linie der Lebensstil mit weniger Aktivitäten im Freien und die vermehrte Verwendung von Sonnenschutzprodukten, welche die Bildung von Vitamin D hemmen. Neben verminderter Sonnenexposition und Mangelernährung können bestimmte Erkrankungen wie Psoriasis und andere Hautkrankheiten, welche die körpereigene Produktion beeinträchtigen, Adipositas, Erkrankungen der Nieren und der Leber, Tumore und andere Erkrankungen Ursachen für einen Mangel sein.

Vitamin D-Bedarf

Der Vitamin D-Status wird über die Messung des Vitamin D-Spiegels im Blut bestimmt. Die Laborergebnisse können in unterschiedlichen Einheiten angegeben sein:

  • ng/ml: Nanogramm pro Milliliter
  • μg/l: Mikrogramm pro Liter
  • nmol/l: Nanomol pro Liter

Da es im Gegensatz zu anderen Vitaminen nicht ausschließlich über die Nahrung aufgenommen wird, sondern mithilfe der Sonne auch vom Körper selbst produziert werden kann, ist die Frage nach dem Tagesbedarf nicht einfach zu beantworten. Es finden sich unterschiedliche Angaben zu Grenzwerten, geläufige, jedoch nicht die einzigen Grenzwerte für Vitamin D-Insuffizienz (unzureichende Versorgung) und Vitamin D-Mangel sind:

Mangel< 20 ng/ml< 50 nmol/l
Insuffizienz20-30 ng/ml50-75 nmol/l
Normal> 30 ng/ml75 nmol/l

 

Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann der tägliche Bedarf ohne weitere Vitamin D-Quellen (Nahrungsmittel, Präparate) gedeckt werden. In Österreich reicht die Sonne in den meisten Monaten jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Zu beachten ist zudem, dass ältere Menschen weniger Vitamin D bilden, zudem haben der Hauttyp, die Kleidung und Sonnenschutzprodukte Einfluss auf die körpereigene Produktion.

Auch die Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln ist im Regelfall nicht ausreichend, um die gewünschte Versorgung von mindestens 50 nmol/l sicherzustellen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Differenz über die Einnahme von Präparaten zu decken.

Der Referenzwert für eine angemessene Zufuhr bei fehlender endogener Synthese (keine Vitamin D-Produktion mithilfe der Sonne) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beträgt 20 µg pro Tag. Hierbei handelt es sich um einen Schätzwert, unter der Annahme, dass der Körper aufgrund mangelnder UV-B-Exposition kein eigenes Vitamin D bildet.

Besonders wichtig ist eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr während der Schwangerschaft und Stillzeit, um eine gesunde Entwicklung des Babys sicherzustellen.
Der Schätzwert für eine angemessene Zufuhr bei fehlender UV-B-Exposition für Schwangere und Stillende beträgt 20 µg pro Tag, Säuglinge (0 bis 12 Monate) sollten unter diesen Voraussetzungen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung täglich 10 µg in Form von Präparaten zugeführt bekommen um ein gesundes Wachstum sicherzustellen und Rachitis vorzubeugen.

Die Einnahme von Vitamin D-Präparaten sollte nach einer entsprechenden Untersuchung und ärztlicher Rücksprache erfolgen.

1 Monlezun DJ et al., Nutrients 2015
2 Martineau AR et al., Lancet 2015

Fact-Box

Vitamin D: Gruppe fettlöslicher Vitamine, kann vom Körper selbst gebildet werden.

Wichtigste Vitamin D-Quelle für den Körper: Sonne

Vitamin D3 (Cholecalciferol): Vitamin D-Form, die mithilfe der Sonne in der Haut gebildet wird. Durchläuft mehrere Umwandlungsschritte und wird schließlich in seine aktive Form – Calcitriol – umgewandelt. Kommt auch in einigen tierischen Nahrungsmitteln vor, darunter fettreiche Fische, Fleisch, Eier, Milch.

Calcitriol: Vitamin-D3-Hormon

Vitamin D2 (Ergocalciferol): Kommt in einigen pflanzlichen Nahrungsmitteln vor (z.B. Champignons und Steinpilze); kann im Körper zu aktivem Vitamin D umgewandelt werden.

Funktionen: Knochenstoffwechsel, Kalziumhaushalt, Phosphatstoffwechsel, Immunsystem uvm.

Ursachen Vitamin D-Mangel: Verminderte Sonnenexposition, Verwendung von Sonnenschutzprodukten, bestimmte Hautkrankheiten, Erkrankungen der Nieren und der Leber u.a.

Bestimmung Vitamin D-Status: Blutuntersuchung

Mögliche Einheiten Laborergebnisse: ng/ml: Nanogramm pro Milliliter; μg/l: Mikrogramm pro Liter; nmol/l: Nanomol pro Liter

Normaler Wert: > 30 ng/ml; > 75 nmol/l (unterschiedliche Angaben gängig)

 

Quellen:
Schiller M.; Brandaktuelles zu Vitamin D, Apotheker Krone 19/2015, Ärztekrone VerlagsgesmbH

Friedl C., Eller K.; Bestimmung von Vitamin D bei Patienten mit CKD 3 und 4, Nephro Script 01/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Bas H.; Zu wenig Sonne, zu wenig Vitamin D, ARS Medici 06/2013, Rosenfluh Publikationen AG

Amrein K.; Vitamin D ist noch immer ein Renner, Universum Innere Medizin 07/2013, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Elmadfa I et al.; Österreichischer Erfahrungsbericht 2012, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 1. Auflage, 09/2012

Deutsche Gesellschaft für Ernährung; Vitamin D (Calciferole), URL: http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/, Stand der Information: 24.10.2017

Pharmazeutische Zeitung online; Vitamin D, URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=40818, Stand der Information: 24.10.2017

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