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Frau mit Petechien auf dem Oberschenkel
Foto: onstockphoto/shutterstock

Thrombozytopenie: Ursachen, Symptome und wann es gefährlich wird 

Von einer Thrombozytopenie sprechen Ärzt:innen, wenn die Zahl der Thrombozyten im Blut zu niedrig ist. Sinkt ihr Wert deutlich ab, können Blutungen leichter entstehen oder länger anhalten. Das zeigt sich manchmal nur durch kleine punktförmige Hautblutungen oder blaue Flecken, kann aber auch zu Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder stärkeren Blutungen führen. Nicht jeder niedrige Thrombozytenwert ist gefährlich. Entscheidend ist, wie stark der Wert erniedrigt ist, ob Beschwerden bestehen und welche Ursache dahintersteckt. Dieser Artikel erklärt, ab wann Thrombozytenwerte als zu niedrig gelten, welche Ursachen möglich sind und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Zusammenfassung

Thrombozytopenie

Was ist eine Thrombozytopenie? Von einer Thrombozytopenie spricht man, wenn die Zahl der Thrombozyten im Blut zu niedrig ist. Thrombozyten sind Blutplättchen und wichtig für die Blutstillung. Meist gilt ein Wert unter 150.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut als erniedrigt.

Welche Symptome können auftreten? Mögliche Hinweise sind Einblutungen in der Haut und an den Schleimhäuten (Petechien), ungewöhnlich viele blaue Flecken, häufiges Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Blutungen, die länger dauern als gewohnt.

Welche Ursachen sind möglich? Zu niedrige Thrombozytenwerte können durch Infekte, Medikamente, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Erkrankungen der Leber oder Milz sowie Erkrankungen des Blutes oder des Knochenmarks entstehen. Auch Autoimmunreaktionen können dazu führen, dass Blutplättchen vermehrt abgebaut werden.

Wie wird eine Thrombozytopenie behandelt? Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Thrombozytenwert und Blutungsrisiko. Manchmal reicht eine Kontrolle, in anderen Fällen sind Medikamente, die Behandlung einer Grunderkrankung oder selten eine Thrombozytentransfusion notwendig.

Was ist eine Thrombozytopenie?

Wenn Thrombozytenwerte zu niedrig sind, befinden sich weniger Blutplättchen im Blut als erwartet. Medizinisch wird das als Thrombozytopenie oder Thrombopenie bezeichnet. 

Da Thrombozyten an der Blutstillung beteiligt sind, kann bei deutlich erniedrigten Werten die Blutungsneigung steigen. Dann können zum Beispiel kleine punktförmige Hautblutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder ungewöhnlich viele blaue Flecken auftreten.

Ab wann spricht man von Thrombozytopenie?

Von einer Thrombozytopenie spricht man meist, wenn die Zahl der Thrombozyten unter 150.000 pro Mikroliter Blut liegt. Dieser Wert gilt bei Erwachsenen häufig als untere Grenze des Referenzbereichs. Je nach Labor kann der angegebene Normalbereich aber etwas abweichen.

Leicht erniedrigte Werte verursachen oft keine Beschwerden. Viele auffällige Werte werden zufällig entdeckt und zunächst im Verlauf kontrolliert. Anders ist es, wenn der Wert deutlich abfällt, sehr niedrig ist oder Blutungszeichen auftreten.

Als grobe Orientierung gilt: Bei Werten unter etwa 50.000 Thrombozyten pro Mikroliter kann das Blutungsrisiko zunehmen, vor allem bei Verletzungen oder Eingriffen. Sehr niedrige Werte, etwa unter 20.000 bis 10.000 pro Mikroliter, können auch ohne äußeren Anlass mit einem erhöhten Risiko für Blutungen verbunden sein und müssen rasch ärztlich beurteilt werden.

Welche Symptome können bei niedrigen Thrombozytenwerten auftreten?

Niedrige Thrombozytenwerte verursachen nicht immer Beschwerden. Viele Menschen bemerken zunächst nichts davon, vor allem wenn der Wert nur leicht erniedrigt ist. Auffällig wird eine Thrombozytopenie meist dann, wenn die Blutstillung beeinträchtigt ist. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für Blutungen.

Typische Hinweise sind kleine punktförmige Einblutungen in der Haut und an den Schleimhäuten – sogenannte Petechien. Sie sehen aus wie rote, violette oder bräunliche Punkte und verschwinden nicht, wenn man mit einem Glas oder Finger darauf drückt. Auch ungewöhnlich viele blaue Flecken, häufiges Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Blutungen, die länger dauern als gewohnt, können auftreten.

Bei Frauen kann sich eine Thrombozytopenie auch durch eine deutlich stärkere oder verlängerte Regelblutung bemerkbar machen. Seltener kommt es zu Blut im Urin oder Stuhl. Solche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn sie neu auftreten, stärker werden oder zusammen mit einem deutlich erniedrigten Thrombozytenwert vorkommen.

Nahaufnahme von Petechien
Foto: CLS Digital Arts/shutterstock

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Ein niedriger Thrombozytenwert sollte ärztlich eingeordnet werden, wenn er deutlich unter dem Referenzbereich liegt, neu auftritt oder bei Kontrollen weiter abfällt. Auch wenn zusätzlich andere Blutwerte verändert sind, ist eine Abklärung wichtig.

Rasch ärztlich besprochen werden sollte der Befund, wenn Blutungszeichen dazukommen. Dazu gehören punktförmige Hautblutungen, viele neue blaue Flecken, häufiges Nasen- oder Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl sowie eine sehr starke oder ungewöhnlich lange Regelblutung.

Rasche medizinische Hilfe ist wichtig, wenn Blutungen stark sind, nicht aufhören oder ohne erkennbare Ursache auftreten. Auch starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Atemnot, Brustschmerzen oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands sollten ernst genommen werden.

Welche Ursachen haben zu niedrige Thrombozytenwerte?

Zu niedrige Thrombozytenwerte können verschiedene Ursachen haben. Grob gesagt gibt es drei Möglichkeiten: Der Körper bildet zu wenige Blutplättchen, Thrombozyten werden vermehrt verbraucht oder zerstört, oder sie werden verstärkt in der Milz gespeichert.

Im Körper können zu wenige Thrombozyten vorhanden sein, wenn das Knochenmark nicht ausreichend Thrombozyten produziert. Mögliche Gründe sind bestimmte Erkrankungen des Knochenmarks oder bösartige Erkrankungen des Blutes wie Leukämien. Auch Chemotherapie, Strahlentherapie, schwere Virusinfektionen, hoher Alkoholkonsum oder ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen können eine Rolle spielen.

Bei einem gesteigerten Verbrauch werden Thrombozyten im Körper schneller verbraucht, als sie nachgebildet werden können. Das kann zum Beispiel bei Infektionen, Autoimmunreaktionen, bestimmten Medikamenten, seltenen Gerinnungsstörungen oder nach Bluttransfusionen vorkommen. Auch schwere akute Erkrankungen, bei denen die Gerinnung stark aktiviert ist, können dazu führen, dass viele Thrombozyten verbraucht werden.

Eine wichtige Sonderform ist die Immunthrombozytopenie, kurz ITP. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen Thrombozyten oder ihre Vorläuferzellen. Auch Heparin kann in seltenen Fällen eine besondere Form der Thrombozytopenie auslösen. Diese sogenannte heparininduzierte Thrombozytopenie, kurz HIT, muss rasch ärztlich beurteilt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich zu viele Thrombozyten in einer vergrößerten Milz sammeln. Dann sind im Blut weniger Blutplättchen messbar, obwohl nicht unbedingt zu wenige gebildet werden. Das kann zum Beispiel bei bestimmten Lebererkrankungen oder Erkrankungen mit Milzvergrößerung vorkommen. Auch akute Blutungen können zu niedrigen Thrombozytenwerten beitragen.

Welche Ursache tatsächlich dahintersteckt, lässt sich aus dem Thrombozytenwert allein nicht sicher erkennen. Wichtig sind deshalb Beschwerden, Medikamente, Vorerkrankungen, andere Blutwerte und der Verlauf der Werte.

Thrombozytopenie in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann die Zahl der Thrombozyten leicht sinken. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich: Durch Veränderungen des Blutvolumens und einen gesteigerten Thrombozytenumsatz kommt es bei vielen Schwangeren zu einem milden Abfall der Werte.

Diese schwangerschaftsassoziierte Thrombozytopenie wird auch Gestations-Thrombozytopenie genannt. Sie verläuft meist mild, verursacht keine Beschwerden und stellt in der Regel kein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind dar. Nach der Geburt normalisiert sich die Thrombozytenzahl meist innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder von selbst.

Wichtig ist vor allem, wie stark der Wert erniedrigt ist, ob die Thrombozytopenie bereits früh in der Schwangerschaft auftritt, ob Blutungszeichen bestehen und ob auch andere Blutwerte auffällig sind. Besonders bei deutlich niedrigen Werten, Blutungsneigung, Bluthochdruck, Oberbauchschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen oder auffälligen Leberwerten sollte genauer abgeklärt werden, ob eine andere Ursache vorliegt. Dazu zählen zum Beispiel Präeklampsie, HELLP-Syndrom, Immunthrombozytopenie oder andere Erkrankungen. 

Bei einer leichten schwangerschaftsassoziierten Thrombozytopenie reicht meist eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes. Bei einem stärkeren Abfall richtet sich die Behandlung nach der Ursache und danach, ob ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.

Schwangere Frau mit Ultraschallbild
Foto: MVelishchuk/shutterstock

Zu niedrige Thrombozytenwerte bei Kindern

Auch bei Kindern können Thrombozytenwerte vorübergehend zu niedrig sein. Häufig fällt ein niedriger Wert im Rahmen eines Infekts oder bei einer Blutuntersuchung aus einem anderen Anlass auf. Nicht jede Abweichung bedeutet sofort, dass eine ernste Erkrankung dahintersteckt.

Eine wichtige Ursache im Kindes- und Jugendalter ist die Immunthrombozytopenie, kurz ITP. Sie ist die häufigste erworbene Ursache für eine Blutungsneigung bei Kindern und Jugendlichen. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen die Blutplättchen. In vielen Fällen dauert eine ITP bei Kindern nicht lange an und muss nicht immer medikamentös behandelt werden. Lebensbedrohliche Blutungen sind selten.

Kinderärztlich abgeklärt werden sollte ein niedriger Thrombozytenwert besonders dann, wenn er deutlich erniedrigt ist, bei Kontrollen weiter abfällt oder Blutungszeichen auftreten. Bei Petechien, die zusammen mit Fieber auftreten oder einem deutlich schlechten Allgemeinzustand sollte rasch ärztliche Hilfe gesucht werden.

Pseudothrombozytopenie: Kann der Wert auch falsch niedrig sein? 

Ja, ein Thrombozytenwert kann manchmal nur scheinbar zu niedrig sein. Dann spricht man von einer Pseudothrombozytopenie. Eine häufige Form ist die EDTA-abhängige Pseudothrombozytopenie. Dabei sind im Körper nicht unbedingt zu wenige Blutplättchen vorhanden. Der Laborbefund erscheint nur niedriger, als er tatsächlich ist.

Das kann passieren, wenn Thrombozyten nach der Blutabnahme im Probenröhrchen verklumpen. Das Laborgerät zählt dann weniger einzelne Blutplättchen, obwohl tatsächlich ausreichend Thrombozyten im Blut vorhanden sein können.

Wenn ein Wert plötzlich stark abweicht, nicht zu den Beschwerden passt oder bei Kontrollen sehr unterschiedlich ausfällt, kann eine erneute Blutabnahme sinnvoll sein. Häufig wird dann ein anderes Röhrchen verwendet oder das Blut zusätzlich unter dem Mikroskop beurteilt.

Wie wird eine Thrombozytopenie abgeklärt?

Wenn Thrombozytenwerte zu niedrig sind, wird der Befund meist nicht für sich allein bewertet. Ärzt:innen beurteilen zuerst das Gesamtbild:

  • Wie niedrig ist der Wert?
  • Ist er neu aufgetreten oder schon länger bekannt?
  • Gibt es Blutungszeichen, einen Infekt, neue Medikamente, eine Schwangerschaft oder Vorerkrankungen?

Dazu gehören auch eine körperliche Untersuchung und eine genaue Krankengeschichte. Wichtig sind zum Beispiel frühere Blutungen, bestehende Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente und mögliche Infekte in den vergangenen Wochen.

Häufig wird das Blutbild zunächst kontrolliert oder wiederholt. Dabei werden auch andere Werte beurteilt, zum Beispiel rote und weiße Blutkörperchen, das Differentialblutbild, Entzündungswerte, Leber- und Nierenwerte, Gerinnungswerte sowie Vitamin B12 und Folsäure. So lässt sich besser erkennen, ob nur die Thrombozyten betroffen sind oder ob weitere Auffälligkeiten bestehen.

Bei unklaren Befunden kann ein Blutausstrich sinnvoll sein. Dabei wird das Blut unter dem Mikroskop untersucht. So kann man zum Beispiel sehen, ob Blutplättchen verklumpt sind, ob ihre Größe auffällig ist oder ob andere Blutzellen verändert aussehen.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen, etwa Tests auf Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Nährstoffmängel. Manchmal wird auch die Milz oder Leber mit Ultraschall untersucht. Bei länger bestehender Thrombozytopenie können zusätzlich Tests auf Infektionen wie HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C sinnvoll sein.

Eine Knochenmarkuntersuchung ist nur in bestimmten Fällen nötig, zum Beispiel wenn die Ursache unklar bleibt, andere Blutzellen auffällig verändert sind oder eine Erkrankung des Knochenmarks ausgeschlossen werden muss.

Wie wird eine Thrombozytopenie behandelt?

Wie eine Thrombozytopenie behandelt wird, hängt vor allem von der Ursache, der Höhe des Thrombozytenwerts und möglichen Beschwerden ab. Behandelt wird also nicht automatisch die Zahl im Laborbefund, sondern die Situation dahinter.

Bei leicht erniedrigten Werten ohne Blutungszeichen reicht manchmal eine Kontrolle im Verlauf. Ärzt:innen prüfen dann, ob sich der Wert wieder normalisiert, ob ein Infekt dahintersteckt, ob Medikamente eine Rolle spielen oder ob weitere Blutwerte auffällig sind.

Ist der Wert deutlich erniedrigt oder treten Blutungen auf, ist eine raschere Abklärung wichtig. Je nach Ursache können unterschiedliche Behandlungen notwendig sein. Dazu gehören zum Beispiel das Anpassen bestimmter Medikamente, die Behandlung einer Grunderkrankung oder Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen.

Bei sehr niedrigen Werten, schweren Blutungen oder vor bestimmten Eingriffen kann in manchen Situationen auch eine Thrombozytentransfusion nötig sein. Bei speziellen Ursachen kommen weitere Therapien infrage, etwa Blutplasma-Behandlungen, eine Behandlung einer zugrunde liegenden Milz- oder Knochenmarkerkrankung oder andere spezialisierte Verfahren. Welche Behandlung sinnvoll ist, entscheiden Ärzt:innen je nach Ursache und Blutungsrisiko.

Wichtig ist außerdem: Vor Operationen, Punktionen oder größeren Zahnbehandlungen sollte eine bekannte Thrombozytopenie unbedingt angegeben werden. So können Ärzt:innen rechtzeitig Maßnahmen planen, um das Blutungsrisiko möglichst gering zu halten.

Foto: ISEN STOCKER/shutterstock

Kann man einer Thrombozytopenie vorbeugen?

Einer Thrombozytopenie lässt sich nur sehr begrenzt vorbeugen. Dafür sind die möglichen Ursachen zu unterschiedlich. Manchmal sinkt der Wert vorübergehend bei einem Infekt, in der Schwangerschaft oder durch bestimmte Medikamente. In anderen Fällen stecken Erkrankungen des Blutes, der Leber, der Milz oder des Immunsystems dahinter.

Sinnvoll ist vor allem, bekannte Grunderkrankungen gut behandeln zu lassen und auffällige Blutwerte kontrollieren zu lassen. Medikamente sollten nur so eingenommen werden, wie sie verordnet wurden. Auch ein Absetzen oder eine Veränderung der Dosis sollte immer ärztlich besprochen werden, besonders bei Gerinnungshemmern oder Medikamenten, die die Blutbildung beeinflussen können.

Eine ausgewogene Ernährung kann die Blutbildung unterstützen. Wichtig sind dabei unter anderem Nährstoffe wie Vitamin B12 und Folsäure, vor allem wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Eine Thrombozytopenie lässt sich dadurch aber nicht grundsätzlich verhindern. Wenn Blutungszeichen auftreten oder der Wert deutlich erniedrigt ist, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

FAQ

Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann dazu beitragen, dass zu wenige Thrombozyten gebildet werden. Beide Nährstoffe sind wichtig für die Blutbildung. Auch Eisenmangel kann im Zusammenhang mit veränderten Blutwerten eine Rolle spielen.

Niedrige Thrombozytenwerte sollten aber nicht vorschnell auf einen Vitaminmangel zurückgeführt werden. Die Ursachen sind vielfältig. Sinnvoll ist eine ärztliche Abklärung, besonders wenn der Wert deutlich erniedrigt ist, Beschwerden bestehen oder auch andere Blutwerte verändert sind.

Zu niedrige Thrombozytenwerte können bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus, HIV oder dem Epstein-Barr-Virus.

Auch bestimmte rheumatische oder autoimmune Erkrankungen können eine Rolle spielen. Weitere mögliche Ursachen sind Erkrankungen der Leber oder Milz, Erkrankungen des Knochenmarks sowie bösartige Erkrankungen des Blutes wie Leukämien.

Nicht jeder niedrige Thrombozytenwert ist gefährlich. Leicht erniedrigte Werte verursachen oft keine Beschwerden und werden manchmal zufällig im Blutbild entdeckt.

Wichtiger wird der Befund, wenn der Wert deutlich sinkt, rasch abfällt oder Blutungszeichen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Petechien, häufiges Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder ungewöhnlich viele blaue Flecken.

Als grobe Orientierung gilt: Bei Werten unter etwa 50.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut können nach Verletzungen oder Eingriffen leichter stärkere Blutungen auftreten. Sinkt die Zahl unter etwa 20.000 pro Mikroliter, steigt das Risiko für spontane Blutungen, also Blutungen ohne klaren äußeren Anlass. Solche Werte sollten rasch ärztlich beurteilt werden.

Niedrige Thrombozytenwerte selbst machen nicht typischerweise müde. Müdigkeit entsteht eher, wenn gleichzeitig andere Blutwerte verändert sind, zum Beispiel bei einer Blutarmut, oder wenn eine Grunderkrankung dahintersteckt. Müdigkeit kann also zusammen mit niedrigen Thrombozytenwerten auftreten, wird aber nicht direkt durch die Thrombozytopenie verursacht.

Ja, in manchen Fällen können niedrige Thrombozytenwerte mit einer Krebserkrankung zusammenhängen. Das betrifft vor allem Erkrankungen des Blutes oder Knochenmarks, zum Beispiel Leukämien oder Lymphome. Auch Krebstherapien wie Chemotherapie können die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigen und dadurch die Thrombozytenzahl senken.

Wichtig ist aber: Niedrige Thrombozytenwerte bedeuten nicht automatisch Krebs. Häufigere Ursachen sind zum Beispiel Infekte, Medikamente, Schwangerschaft, Autoimmunreaktionen oder eine vergrößerte Milz. Ärztlich abgeklärt werden sollte der Befund besonders dann, wenn er deutlich erniedrigt ist, länger besteht oder weitere Auffälligkeiten dazukommen.

Das lässt sich nicht nur an einer einzelnen Zahl festmachen. Entscheidend sind auch Beschwerden, Ursache, Verlauf und mögliche Begleiterkrankungen.

Als grobe Orientierung gilt: Bei 50.000 Thrombozyten pro Mikroliter oder mehr ist das Blutungsrisiko meist gering. Bei 20.000 bis 50.000 pro Mikroliter können Blutungen nach Verletzungen leichter auftreten. Unter 20.000 pro Mikroliter sind auch spontane Blutungen möglich. Diese Werte sind Richtwerte. Die ärztliche Einordnung hängt immer vom Gesamtbild ab.

Petechien sind kleine, punktförmige Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut. Sie können entstehen, wenn die Blutstillung gestört ist, zum Beispiel bei niedrigen Thrombozytenwerten oder einer gestörten Thrombozytenfunktion.

Ja. Infektionen können dazu führen, dass die Thrombozytenzahl vorübergehend sinkt. Das kann zum Beispiel bei Virusinfektionen vorkommen. Häufig normalisiert sich der Wert nach überstandener Erkrankung wieder.

Trotzdem sollte der Verlauf kontrolliert werden, wenn der Wert deutlich erniedrigt ist, länger niedrig bleibt oder Blutungszeichen dazukommen.

Ja. Manchmal ist der Wert nur scheinbar niedrig. Dann spricht man von einer Pseudothrombozytopenie. Dabei verklumpen Blutplättchen nach der Blutabnahme im Röhrchen. Das Laborgerät zählt dann weniger einzelne Thrombozyten, obwohl im Körper ausreichend Blutplättchen vorhanden sein können.

Wenn der Wert plötzlich stark abweicht, nicht zu den Beschwerden passt oder bei Kontrollen sehr unterschiedlich ausfällt, kann eine erneute Messung sinnvoll sein. Häufig wird dann ein anderes Probenröhrchen verwendet oder das Blut unter dem Mikroskop beurteilt.

Beide Begriffe werden oft ähnlich verwendet. Thrombozytopenie bedeutet, dass die Zahl der Thrombozyten im Blut zu niedrig ist. Thrombopenie wird häufig als Kurzform oder gleichbedeutender Begriff verwendet.

Im medizinischen Kontext ist „Thrombozytopenie“ meist die genauere Bezeichnung, weil sie klar auf die Thrombozyten, also die Blutplättchen, verweist.

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    Redaktion DocFinder.at

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