Zecken können FSME übertragen
Foto: Steven Ellingson/shutterstock

FSME durch Zeckenstich: So schützen Sie sich davor

2021 wurden 128 Personen aufgrund einer FSME-Erkrankung hospitalisiert. Wirksamen Schutz vor dieser hauptsächlich durch Zeckenstiche verursachten Infektionskrankheit bietet die FSME-Impfung, die auch regelmäßig aufgefrischt werden muss.

Fact-Box FSME und Zecken

FSME: Frühsommer-Meningoenzephalitis

Behandlung: Es gibt keine kausale Therapie, behandelt werden können nur die Symptome

Übertragung: Hauptsächlich durch Zecken, selten durch den Verzehr von Rohmilchprodukten

Verbreitung: Ganz Österreich gilt als Risikogebiet

Schutz: Gegen FSME hilft nur die Schutzimpfung. Allgemeine Prohylaxemaßnahmen gegen Zeckenstiche sind das Tragen langer Kleidung im Freien, die Verwendung von Insektenschutzmitteln und das Absuchen auf Zecken

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder auch Zeckenenzephalitis wird durch das FSME-Virus hervorgerufen, das hauptsächlich durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragen wird. Neben FSME-Viren können Zecken auch Lyme-Borreliose übertragen, gegen die es keine Impfung gibt. In selteneren Fällen kann eine FSME-Infektion auch nach dem Verzehr von Rohmilchprodukten von Schafen, Ziegen und sehr selten auch von Kühen auftreten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist (außer im Zuge einer Organtransplantation) hingegen nicht möglich.

FSME-Erkrankungen in Österreich

In Österreich wurden im Jahr 2021 128 Personen aufgrund einer Frühsommer-Meningoenzephalitis im Krankenhaus behandelt. Ein bis zwei Prozent versterben an der Infektion. Die meisten Fälle traten in Oberösterreich, Tirol und Salzburg auf. Allerdings gilt ganz Österreich als FSME-Endemiegebiet, da in allen Bundesländern FSME-tragende Zecken vorkommen. Anders als oft angenommen, sind diese auch nicht nur in Wäldern anzutreffen, sondern auch in Wiesen in Parks und Gärten. Doch auch bis auf Höhen von 1.600 m ist die Schildzecke Ixodes ricinus bzw. der gemeine Holzbock, wie die in unseren Breiten am häufigsten auftretende Zecke genannt wird, anzutreffen. Durch die Klimaerwärmung verlängert sich die Saison noch dazu bis in den Herbst und Winter – inaktiv werden Zecken erst ab fünf bis sieben Grad Celsius.

Wie verläuft eine FSME-Erkrankung?

Eine FSME-Erkrankung verläuft häufig in zwei Phasen. Ein bis drei Wochen kommt es nach etwa jedem dritten Zeckenstich (im Durchschnitt nach acht Tage) zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Nach vorübergehender Besserung kommt es dann bei etwa 15 Prozent der Infizierten zu einem erneuten Fieberanstieg und weiteren Symptomen wie Nackensteifheit, Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel sowie Konzentrations- und Gehstörungen. In dieser zweiten Phase der Erkrankung, in der das zentrale Nervensystem weiter befallen wird, kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) bis hin zu einer Hirnentzündung (Meningoenzephalitis) und zusätzlich zu einer Rückenmarksentzündung (Meningoenzephalomyelitis) kommen. Zu schweren Krankheitsverläufen kommt es vor allem bei Personen über 50 Jahren, in selten Fällen auch bei Kindern. Rund ein Drittel der Betroffenen leiden unter langandauernden Folgeschäden. Etwa ein bis zwei Prozent der Betroffenen überleben die Krankheit nicht.

Wie wird FSME behandelt?

Viele Patientinnen und Patienten bemerken einen Zeckenstich nicht. In den meisten Fällen ist daher neben einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung ein Bluttest notwendig, um die FSME-Erkrankung mit Sicherheit bestätigen oder ausschließen zu können.

Für die Erkrankung gibt es keine ursächliche Therapiemöglichkeit – lediglich die Symptome können behandelt werden. Betroffenen wird Bettruhe verordnet und in Absprache mit der/dem Ärztin/Arzt können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Etwa fünf Prozent müssen aufgrund von Atemlähmungen und schweren Bewusstseinsstörungen auf Intensivstationen behandelt werden. Bei Lähmungserscheinungen und Koordinations- oder auch Sprachstörungen sind eine Physio-, Ergo- und auch Logopädie hilfreich.

Wie kann man sich vor FSME schützen?

Die einzige Möglichkeit, sich vor FSME zu schützen, ist die korrekte Impfung. Österreich gilt als FSME-Impfweltmeister. Immerhin 80 Prozent der hier lebenden Menschen sind gegen die Erkrankung grundimmunisiert. Das bedeutet, dass sie die ersten drei Teil-Impfungen erhalten haben. Die ersten beiden FSME-Impfungen werden innerhalb von drei Monaten gegeben, darauf folgt eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten. Nur, wenn alle drei Teil-Impfungen erfolgt sind, ist der vollständige Schutz gegeben. Dieses Impfschema der Zecken-Impfung kann vom Arzt/der Ärztin abgeändert werden, wenn man nach der ersten oder zweiten Teilimpfung von einer Zecke gebissen wurde und die Grundimmunisierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Zudem sollte nach drei Jahren die erste Auffrischungsimpfung erfolgen. Weitere FSME-Impfungen sind anschließend nur noch alle fünf Jahre, bei über 60-Jährigen wieder alle drei Jahre notwendig. Derzeit besitzen nur 60 Prozent der EinwohnerInnen Österreichs einen vollständigen Impfschutz, da sie nach der erfolgten Grundimmunisierung nicht alle Auffrischungsimpfungen erhalten haben.

In Österreich sind derzeit Impfstoffe von zwei Herstellern verfügbar, die im Allgemeinen gut verträglich sind und einen Schutz von bis zu 99 Prozent bieten. Geimpft wird mit sogenannten Totimpfstoffen, die abgetöteten Viren bzw. nur Teile der Viren beinhalten und die Erkrankung nicht auslösen können. Die Impfung bewirkt, dass die weißen Blutkörperchen im Körper lernen den Virus zu bekämpfen und im Fall einer echten Infektion auf das FSME-Virus vorbereitet sind und die nötigen Abwehrmechanismen schnellstmöglich aktivieren können, bevor es zu schwerwiegenden Beschwerden kommt.

Die FSME-Impfung hat nur selten Nebenwirkungen. Gelegentlich kommt es zu Rötungen und Schwellungen an der Injektionsstelle (Oberarm), noch seltener kommt es zu Kopf- und Muskelschmerzen. Bei Kindern kann die Impfung Fieber auslösen, welches im Regelfall nach ein bis zwei Tagen abklingt. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, kann auch in der Schwangerschaft geimpft werden. Dies sollte allerdings zuvor mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden.

Bei einem ungenügenden Impfschutz gegen FSME kann auch eine Impfung sofort nach dem Zeckenstich nicht mehr gegen eine Erkrankung helfen, da sich der vollständige Schutz erst nach sieben bis 14 Tagen aufbaut. Außerdem wird dieser nicht durch eine einzelne Impfung erreicht.

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Da Zecken wie erwähnt nicht nur FSME, sondern auch Borreliose übertragen können, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) als wichtigen Schritt gegen durch Zecken übertragene Erkrankungen die Expositionsprophylaxe. Bei Ausflügen in die Natur sollte möglichst viel Körperoberfläche durch Kleidung bedeckt sein. Auch Insektenschutzmittel können aufgetragen werden.

Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden (den Haaransatz nicht vergessen!). Sollte eine Zecke gefunden werden, muss diese umgehend, da die Gefahr einer Borreliose steigt, je länger die Zecke Blut saugen kann (Achtung: Die Infektion mit FSME-Viren erfolgt hingegen sofort nach dem Stich!).

Am besten lassen sich Zecken mit einer Pinzette oder mit den Fingern entfernen. Hierzu wird die Zecke möglichst nah an der Hautoberfläche, also am Kopf und niemals am Körper, erfasst und langsam und gerade aus der Haut gezogen. Wird die Zecke gequetscht, können sich Bakterien aus dem Darm der Zecke durch den Stichkanal übertragen. Durch Drehen kann der Kopf abreißen. Im Regelfall wird dieser nach einigen Tagen selbstständig ausgeschieden. Auf keinen Fall sollte die Zecke zuvor mit Öl beträufelt werden, da das Tier dadurch gereizt werden könnte und infolgedessen Speichel mit Infektionserregern an den Menschen abgibt.

Zecken können auch durch Haustiere in die Wohnräume getragen werden, von diesen abfallen und anschließend auf die Menschen klettern. Daher müssen auch Haustiere abgesucht werden.

 

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