Zusammenfassung
Fieber
Definition: Abwehrreaktion des Körpers. Ab einer Körpertemperatur von 38,0 °C spricht man offiziell von Fieber.
Ursachen: Reaktion des Immunsystems auf eine Bedrohung, meist durch Viren, Bakterien oder Entzündungsprozesse.
Wann Fieber senken: Wenn das Fieber über 39,5 °C steigt oder bereits bei niedrigeren Werten starke Schmerzen, extreme Unruhe oder Schlaflosigkeit auftreten. Achtung Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenleiden früher gegensteuern. Babys: Wenn das Fieber auf 38°C steigt.
Fiebersenkende Medikamente: Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS)
Was ist Fieber?
Fieber ist im Prinzip eine gesunde Abwehrreaktion des Körpers. Sobald das Immunsystem Krankheitserreger erkennt, regelt das Gehirn die Körpertemperatur nach oben. Das hat zwei entscheidende Vorteile: Einerseits können sich viele Erreger bei höheren Temperaturen schlechter vermehren. Andererseits arbeiten die Immunzellen dann schneller und effektiver.
Was ist der Unterschied zwischen erhöhter Temperatur und Fieber?
Der Übergang zwischen erhöhter Temperatur und Fieber ist medizinisch klar definiert. Der Hauptunterschied liegt darin, wie aktiv das Immunsystem bereits arbeitet. Erhöhte Temperatur entsteht oft die Folge von körperlicher Anstrengung, warmer Kleidung oder einem beginnenden Infekt. Man fühlt sich oft etwas schlapp, aber ist meist noch einsatzfähig.
Bei Fieber dagegen schaltet das Gehirn den „Sollwert“ aktiv hoch und Begleiterscheinungen wie Gliederschmerzen, Schüttelfrost (beim Anstieg) oder Schwitzen (beim Sinken) können auftreten. Der Körper braucht jetzt Ruhe statt Aktivität.
Wichtig zu wissen ist auch, dass die Werte bei Kindern oft etwas höher als bei Erwachsenen liegen, da ihr Wärmeregulationszentrum empfindlicher reagiert.
Ab wann spricht man von Fieber?
Ab einer Körpertemperatur von 38,0 °C spricht man offiziell von Fieber. Achtung: Bei Messungen im Mund oder unter den Achseln liegt der Wert meist 0,3 °C bis 0,5 °C niedriger. Deshalb kann man dort bereits ab etwa 37,5 °C von Fieber sprechen. Am genauesten ist die rektale Messung, da sie die Kerntemperatur des Körpers am besten abbildet.
Ab wann ist es hohes Fieber?
Von hohem Fieber spricht man, sobald die Körpertemperatur den Wert von 39,1 °C überschreitet. Steigt das Thermometer weiter auf über 40,0 °C, wird dies als sehr hohes Fieber eingestuft. Ab einer Temperatur von 41,0 °C (Hyperpyrexie) erreicht der Körper einen kritischen Bereich, in dem körpereigene Eiweiße Schaden nehmen können und akute Gefahr besteht.
Für die Beurteilung ist jedoch nicht nur der reine Messwert entscheidend, sondern vor allem das Allgemeinbefinden und die Dauer des Fiebers. Ein Arztbesuch ist bei Erwachsenen spätestens dann notwendig, wenn das hohe Fieber länger als drei Tage anhält, sich nicht senken lässt oder Begleitsymptome wie starke Kopfschmerzen, Atemnot oder ein steifer Nacken auftreten.
Warum bekommt der Körper Fieber?
Der Körper entwickelt Fieber als „strategische“ Reaktion des Immunsystems auf eine Bedrohung, meist durch Viren, Bakterien oder Entzündungsprozesse. Gesteuert wird dieser Vorgang vom Temperaturzentrum im Gehirn, dem Hypothalamus, der den thermischen Sollwert des Körpers gezielt anhebt.
Dieser Temperaturanstieg verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen wird die Vermehrung vieler Krankheitserreger gehemmt, da diese auf die normale Körpertemperatur von etwa 37 °C optimiert sind und sich bei höheren Temperaturen schlechter vermehren. Zum anderen wirkt die erhöhte Temperatur wie ein Katalysator für die Immunabwehr: Stoffwechselprozesse laufen schneller ab, Abwehrzellen werden mobiler und Antikörper können effektiver produziert werden. Fieber ist somit kein Fehlersignal, sondern ein Zeichen für eine aktive und funktionsfähige körpereigene Abwehr.
Muss man Fieber immer senken?
Nein, Fieber muss keineswegs immer gesenkt werden. Da es sich um eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers handelt, ist eine Senkung medizinisch meist erst dann ratsam, wenn das Fieber den Organismus zu stark belastet oder das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt ist.
In der Regel gilt die Empfehlung, Fieber bei ansonsten gesunden Erwachsenen erst ab etwa 39,0 °C bis 39,5 °C zu senken, oder wenn begleitende Schmerzen und starke Unruhe den nötigen Schlaf verhindern. Wird das Fieber zu früh unterdrückt, kann sich unter Umständen sogar die Krankheitsdauer verlängern, da dem Immunsystem ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Erreger genommen wird.
Ein Eingreifen ist jedoch notwendig, wenn das Fieber über 40 °C steigt, der Betroffene unter Vorerkrankungen des Herzens oder der Lunge leidet oder Anzeichen einer Dehydrierung zeigt. Letztlich sollte man sich weniger an der exakten Zahl auf dem Fieberthermometer als vielmehr am persönlichen Zustand orientieren: Wer sich bei 38,5 °C sehr elend fühlt, darf das Fieber senken; wer 39 °C gut toleriert, kann dem Körper die Abwehrarbeit überlassen.
Warum die Temperatur nicht immer entscheidend ist
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Hitze. Die individuelle Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems und der allgemeine Zustand des Patienten oder der Patientin sind für die medizinische Einschätzung oft aussagekräftiger als der reine Messwert. So kann man mit 38,5 °C völlig erschöpft sein und unter starken Schmerzen leiden, während andere bei 39,5 °C vergleichsweise noch stabil sind.
Ein entscheidender Faktor ist außerdem die Dynamik des Fiebers: Ein schneller Anstieg belastet den Körper oft mehr als eine konstant hohe Temperatur. Besonders bei Kindern und älteren Menschen sollte man darauf achten, ob die Person ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, ansprechbar ist oder starke Blässe zeigt. Die Temperatur ist lediglich ein Orientierungswert; entscheidend für die Frage, ob man eingreifen muss, ist das Gesamtbild aus Befinden, Flüssigkeitshaushalt und Atemfrequenz.

Wann Abwarten sinnvoll ist
Abwarten ist immer dann sinnvoll, wenn das Fieber eine unterstützende Rolle bei der Genesung spielt und den Körper nicht überfordert. Da die erhöhte Temperatur die Vermehrung von Erregern bremst und die Immunzellen aktiviert, kann das „Zulassen“ des Fiebers oft die Krankheitsdauer verkürzen. Solange sich die betroffene Person trotz der erhöhten Temperatur einigermaßen wohlfühlt, ausreichend trinkt und keine schweren Vorerkrankungen des Herzens oder der Lunge vorliegen, ist Geduld meist die beste Medizin.
Insbesondere in der Phase des Fieberanstiegs, die oft mit Schüttelfrost einhergeht, kann ein aktives Senken kontraproduktiv sein, da der Körper mit viel Energie versucht, die Temperatur zu erhöhen. Greift man hier medikamentös ein, arbeitet man gegen den natürlichen Regulationsmechanismus des Körpers, was den Kreislauf zusätzlich belasten kann.
Ein abwartendes Verhalten ist daher ratsam, um dem Immunsystem die Möglichkeit zu geben, den Infekt mit seinen eigenen Mechanismen zu kontrollieren, solange das Fieber in einem moderaten Bereich bleibt und keine Warnsignale wie Verwirrtheit oder Atemnot auftreten.
Wann ist es sinnvoll, Fieber zu senken? (Erwachsene und Kinder)
Grundsätzlich ist das Senken von Fieber sinnvoll, wenn der Patient oder die Patientin stark unter den Begleiterscheinungen leidet oder die Temperatur Bereiche erreicht, die den Kreislauf überfordern.
Bei Erwachsenen ist ein Eingreifen ratsam, wenn das Fieber über 39,5 °C steigt oder bereits bei niedrigeren Werten starke Schmerzen, extreme Unruhe oder Schlaflosigkeit auftreten. Da Fieber das Herz fordert, sollten Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenleiden bereits früher gegensteuern, um den Organismus zu entlasten. Auch wenn man nicht mehr in der Lage ist, ausreichend zu trinken, hilft eine Senkung, um die Flüssigkeitsaufnahme wieder zu ermöglichen.
Bei Kindern steht vor allem das Verhalten im Vordergrund. Wirkt das Kind apathisch, trinkt es wenig oder hat es starke Schmerzen, sollte das Fieber gesenkt werden. Ist es hingegen trotz erhöhter Temperatur wach, ansprechbar und spielt, kann häufig zunächst abgewartet werden.
Besondere Vorsicht gilt bei Säuglingen: Bei Babys unter drei Monaten sollte bereits ab 38 °C ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, unabhängig vom Befinden.
Wann ist Fieber gefährlich?
Gefährlich wird Fieber, wenn die Temperatur extreme Werte erreicht oder der Körper die Belastung nicht mehr kompensieren kann.
Ein kritischer Punkt ist ab einer Körpertemperatur von 41,0 °C erreicht. In diesem Bereich, der sogenannten Hyperpyrexie, drohen akute Schäden an körpereigenen Proteinen und Organen. Das Herz-Kreislauf-System wird massiv beansprucht, was insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich sein kann. Zudem besteht bei sehr hohem Fieber die Gefahr einer Dehydrierung, da der Körper durch Schwitzen und beschleunigte Atmung viel Flüssigkeit verliert.
Abgesehen von der reinen Gradzahl wird Fieber immer dann als gefährlich eingestuft, wenn es zusammen mit Warnsignalen auftritt, die auf schwere Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder eine Sepsis (Blutvergiftung) hindeuten können.
Dazu gehören:
- Nackensteifigkeit: Das Kinn kann nicht mehr schmerzfrei zur Brust geführt werden.
- Bewusstseinstrübung: Verwirrtheit, starke Schläfrigkeit oder Halluzinationen.
- Atemnot oder eine sehr flache, schnelle Atmung.
- Hautausschlag: Kleine, rote oder violette Punkte, die bei Druck nicht verblassen.
- Anhaltendes Erbrechen und die Unfähigkeit, Flüssigkeit bei sich zu behalten.
In diesen Fällen ist die Temperatur zweitrangig und es sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Mögliche Risiken von Fieber
Neben der direkten Belastung durch die erhöhte Temperatur birgt Fieber vor allem Risiken für die Funktionalität des gesamten Organismus. Eines der größten Risiken ist die Dehydrierung. Da der Körper über die Haut und die Atmung viel Flüssigkeit verliert, kann das Blut eindicken, was den Kreislauf belastet und die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. Besonders bei älteren Menschen und Kleinkindern kann dieser Flüssigkeitsmangel schnell zu Verwirrtheit und Schwäche führen.
Ein weiteres Risiko ist die starke Belastung des Kreislaufs. Da der Stoffwechsel bei Fieber auf Hochtouren läuft, müssen Herz und Lunge deutlich mehr leisten. Für Menschen mit bestehenden Herzfehlern, Herzrhythmusstörungen oder chronischen Lungenerkrankungen kann dieser Dauerstress zu einer Überlastung führen.
Bei sehr hohen Temperaturen über 41 °C besteht zudem die Gefahr, dass körpereigene Eiweiße ihre Struktur verändern (Denaturierung). Dadurch können Zellstrukturen geschädigt werden. Bei Kindern kommt zusätzlich das Risiko von Fieberkrämpfen hinzu. Diese wirken oft dramatisch, verlaufen jedoch in den meisten Fällen ohne bleibende Folgen. Dennoch sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden.
Was sind ernstzunehmende Warnzeichen bei Fieber?
Ein besonders kritisches Warnzeichen ist die Nackensteifigkeit. Wenn es dem Patienten oder der Patientin nicht mehr möglich ist, das Kinn ohne starke Schmerzen zur Brust zu führen, kann dies auf eine Hirnhautentzündung hindeuten. Ebenso ernst zu nehmen sind Veränderungen des Bewusstseins: Treten extreme Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Desorientierung oder eine Wesensveränderung auf, ist das Nervensystem direkt betroffen.
Ein weiteres Warnsignal ist Atemnot oder eine auffallend schnelle, flache Atmung, die auf eine Lungenentzündung oder eine starke Belastung des Herzens hindeuten kann. Auch die Haut liefert wichtige Hinweise: Ein Hautausschlag in Form kleiner, punktförmiger Einblutungen, die bei Druck nicht verblassen, ist ein klassisches Anzeichen für eine mögliche Sepsis (Blutvergiftung).
Schließlich ist auch eine ausgeprägte Dehydrierung gefährlich, die sich etwa durch stehenbleibende Hautfalten, extreme Mundtrockenheit oder ausbleibende Urinausscheidung bemerkbar macht. Wenn der Körper keine Flüssigkeit mehr aufnehmen kann, droht ein Kreislaufkollaps.
Auch heftige, lokalisierte Schmerzen im Bauch- oder Rückenbereich sowie Fieber, das trotz Medikamenten weiter ansteigt, erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.
Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist besondere Vorsicht geboten. Ihr Körper reagiert empfindlicher auf Temperaturveränderungen und Infektionen können schneller schwer verlaufen. Typisch ist, dass die Temperatur rasch und stark ansteigt. Dadurch erhöht sich auch das Risiko einer Dehydrierung. Besonders wichtig: Bei Säuglingen unter drei Monaten sollte bereits ab einer Körpertemperatur von 38,0 °C umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Auch das Verhalten des Kindes liefert wichtige Hinweise. Wirkt es teilnahmslos, trinkt es nicht mehr, zeigt es eine eingesunkene Fontanelle oder schreit ungewöhnlich schrill, sollte man einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.
Eine besondere Situation stellen Fieberkrämpfe dar. Diese treten häufig bei einem schnellen Temperaturanstieg auf und wirken für Eltern sehr bedrohlich. In den meisten Fällen verlaufen sie jedoch ohne bleibende Folgen. Dennoch ist nach dem ersten Fieberkrampf immer eine ärztliche Abklärung notwendig.

Fieber bei älteren Menschen
Bei älteren Menschen verläuft Fieber oft weniger eindeutig und wird daher leicht übersehen. Das Immunsystem reagiert im Alter häufig verzögert oder abgeschwächt, sodass selbst schwere Infektionen nicht immer mit hohen Temperaturen einhergehen.
Stattdessen zeigen sich häufig unspezifische Symptome. Dazu zählen plötzliche Verwirrtheit, Desorientierung oder eine erhöhte Sturzneigung. Diese Veränderungen sind oft erste Hinweise auf einen Infekt.
Zudem ist das Herz-Kreislauf-System im Alter weniger belastbar. Der durch Fieber beschleunigte Stoffwechsel und Puls können den Körper schneller überfordern, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen. Ein weiteres Risiko ist der Flüssigkeitsmangel. Das Durstgefühl ist im Alter häufig reduziert, sodass bei Fieber rasch eine Dehydrierung entstehen kann, die den Zustand zusätzlich verschlechtert.
Wann sollte man auf jeden Fall zum Arzt oder zur Ärztin?
Ein Arztbesuch ist immer dann notwendig, wenn das Fieber eine kritische Höhe erreicht, zu lange anhält oder das Allgemeinbefinden deutlich beeinträchtigt ist.
Wann Erwachsene zum Arzt sollten
Bei ansonsten gesunden Erwachsenen gilt die Faustregel, dass Fieber medizinisch abgeklärt werden sollte, wenn es länger als drei Tage anhält oder trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt.
Ein sofortiger Arztbesuch ist außerdem ratsam bei:
- Temperaturen über 40 °C
- starken Begleitschmerzen (z. B. Kopf-, Ohren-, Bauch- oder Gliederschmerzen)
- Schmerzen beim Wasserlassen
- bestehenden Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder einer Schwächung des Immunsystems
- Auftreten der oben genannten Warnzeichen wie Nackensteifigkeit oder Atemnot
Wann Kinder zum Arzt sollten
Bei Kindern ist die Schwelle für einen Arztbesuch niedriger, da sich ihr Zustand schneller verschlechtern kann.
Ein Arztbesuch ist besonders wichtig bei:
- Säuglingen bis drei Monate: ab einer Temperatur von 38,0 °C
- Babys zwischen drei und sechs Monaten: ab einer Temperatur von 39,0 °C
- Fieber, das länger als 24 Stunden (bei Kindern unter zwei Jahren) bzw. länger als drei Tage (bei älteren Kindern) anhält
- einem Kind, das teilnahmslos wirkt, nicht trinkt, sich nicht beruhigen lässt oder ungewöhnlich schrill schreit
- Hautausschlag, Erbrechen oder Durchfall sowie deutlich verminderter Flüssigkeitsaufnahme
Wann sofort gehandelt werden muss
In bestimmten Situationen sollte nicht auf den Hausarzt oder die Hausärztin gewartet werden.
Suchen Sie sofort medizinische Hilfe bzw. rufen Sie den Notdienst bei:
- einem ersten Fieberkrampf beim Kind
- Anzeichen von Bewusstlosigkeit oder schwerer Verwirrtheit
- Verdacht auf eine Hirnhautentzündung (Kinn kann nicht zur Brust geführt werden)
- Verdacht auf eine Sepsis (z. B. bläuliche Lippen, sehr schneller Puls, punktförmige Hauteinblutungen)
Welche Medikamente senken Fieber?
Medikamente, die fiebersenkend wirken, nennt man Antipyretika. Sie sind meist rezeptfrei erhältlich und sollten in keiner Hausapotheke fehlen. Zu den wichtigsten und am häufigsten eingesetzten Antipyretika zählen Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS). Achtung: ASS darf wegen des Risikos eines Reye-Syndrom nicht bei Kindern unter zwölf Jahren angewendet werden
Welche Hausmittel senken Fieber?
Altbewährte Hausmittel können dazu beitragen, Fieber auf natürliche Weise zu senken. Ziel ist meist die Abkühlung durch Verdunstung oder die Unterstützung des Körpers bei der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten.
Wirksame Hausmittel sind:
- Wadenwickel
- Essigsocken
- Fiebersenkende Tees
Wichtig: Bei Fieber sollte immer ausreichend getrunken werden, da der Körper viel Flüssigkeit verliert. Empfohlen werden etwa zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnter Saft pro Tag.
Tipp: Eine klare Gemüsebrühe liefert zusätzlich Elektrolyte, die durch das Schwitzen verloren gehen.
Mehr zu Behandlung von Fieber lesen Sie hier.

Dont´s
- Zu dicke Decken: Wenn das Fieber steigt und man nicht mehr friert, sollte die Kleidung locker sein, damit die Hitze entweichen kann.
- Eiskalte Duschen: Das schockt den Kreislauf und bewirkt oft das Gegenteil.
Faktencheck – Häufige Mythen zu Fieber
Rund um das Thema Fieber halten sich hartnäckig einige Mythen, die teilweise sogar kontraproduktiv sein können.
Hier ein Faktencheck zu den häufigsten Irrtümern:
- Mythos: „Fieber muss man sofort senken.“ Fakt: Falsch. Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Immunsystems. Die erhöhte Temperatur sorgt dafür, dass sich Bakterien und Viren schlechter vermehren können. Solange man sich einigermaßen wohlfühlt und das Fieber unter 39 °C bleibt, ist Abwarten und Beobachten oft die bessere Wahl.
- Mythos: „Man muss Fieber unter dicken Decken ausschwitzen. Fakt: Gefährlich. Wenn der Körper bereits stark erhitzt ist, kann eine zu dicke Decke zu einem Hitzestau führen. Das belastet den Kreislauf zusätzlich. Nur in der Phase des Schüttelfrosts (wenn die Temperatur steigt) sollte man sich warm halten. Sobald man schwitzt, sind leichte Kleidung und eine dünne Decke sinnvoll, damit die Wärme entweichen kann.
- Mythos: „Wadenwickel müssen eiskalt sein.“ Fakt: Falsch. Eiskaltes Wasser führt dazu, dass sich die Gefäße verengen. Dadurch gibt der Körper weniger Wärme ab, und der Kreislauf wird zusätzlich belastet. Das Wasser sollte lauwarm sein (etwa 2 °C bis 5 °C unter der Körpertemperatur), um die Wärme schonend abzuleiten.
- Mythos: „Ein Kind mit Fieber darf nicht nach draußen.” Fakt: Teilweise richtig. Frische Luft ist grundsätzlich gut für die Schleimhäute. Wenn das Kind sich ausreichend wohlfühlt, spricht nichts gegen kurzes Lüften oder einen kurzen Aufenthalt im Freien.
- Mythos: „Fieber ist grundsätzlich gefährlich.“ Fakt: Erst ab etwa 41 °C wird es für körpereigene Proteine kritisch. Darunter ist Fieber in der Regel ein sinnvoller Teil der Immunabwehr.
- Mythos: „Viel hilft viel. Fakt: Fiebersenkende Medikamente sollten nicht überdosiert werden. Andernfalls besteht im schlimmsten Fall das Risiko schwerer Nebenwirkungen, etwa einer Leberschädigung.
- Mythos: „Fieber kann man mit der Hand messen.” Fakt: Die subjektive Wahrnehmung kann täuschen. Verlässliche Werte liefert nur ein Thermometer.
FAQ
Die rektale Messung (im After) ist am genauesten, da sie die tatsächliche Kerntemperatur im Körperinneren misst. Bei einer oralen Messung (im Mund) muss die Messspitze weit hinten unter der Zunge liegen und der Mund fest geschlossen bleiben. Im Ohr kann man die Temperatur nur mit einem speziellen Infrarot-Thermometer messen. Das Ohrläppchen dabei leicht nach hinten oben ziehen, um den Gehörgang zu begradigen. Die Messung unter der Achsel ist am ungenauesten, dauert lange und weicht oft um bis zu 0,5 °C nach unten ab.
Im Normalfall reicht es völlig, zwei bis dreimal täglich Fieber zu messen. Wenn es dem Patienten oder der Patientin plötzlich deutlich schlechter geht oder starke Schüttelfrostattacken auftreten, misst man zusätzlich zwischendurch. Und: Nachdem man fiebersenkende Medikamente genommen hat, kann man nach 60 bis 90 Minuten messen, um zu prüfen, ob das Mittel anschlägt.
Für Erwachsene gilt: Nach drei Tagen sollte das Fieber nicht mehr andauern. Wenn es trotz Medikamenten nicht sinkt oder nach kurzer Besserung plötzlich wieder stark ansteigt, muss man zum Arzt. Bei Kindern sollte man zur Kinderärztin, wenn das Fieber länger als 24 bis 48 Stunden anhält. Säuglinge müssen bei Fieber ab 38°C sofort zum Arzt.
Fieber selbst ist nicht ansteckend und kann nicht weitergegeben werden. Aber die Ursache des Fiebers ist meistens ansteckend. Da Fieber fast immer durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, kann man diese Erreger natürlich auf andere Menschen übertragen.
Zunächst gilt es abzuwarten, denn Medikamente brauchen bis zu 90 Minuten, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Unterstützen kann man den Körper mit lauwarmen Wadenwickeln und leichter Kleidung. Wichtig ist außerdem, ausreichend zu trinken, damit der Körper durch Schwitzen kühlen kann.
Gegebenenfalls kann auch der Wirkstoff des fiebersenkenden Medikaments gewechselt werden. Sofort zum Arzt oder zur Ärztin sollte man jedoch gehen, wenn das Fieber über 40,5 °C steigt, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Atemnot auftreten oder sich der Zustand trotz Senkungsversuchen rasch verschlechtert.
Das hat zwei Gründe. Erstens ist die Körpertemperatur abends natürlicherweise am höchsten und zweitens sinkt der Spiegel des entzündungshemmenden Hormons Cortisol abends. Das Immunsystem arbeitet dann intensiver, was die Temperatur hochtreibt.
Schüttelfrost bei Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers, um seine Temperatur schnell zu erhöhen und so Infektionen zu bekämpfen: Das unkontrollierte Muskelzittern erzeugt massenhaft Wärme, während sich gleichzeitig die Blutgefäße verengen, um Wärmeverlust zu verhindern, was zu dem intensiven Frieren führt und den Fieberanstieg beschleunigt. Dieser Mechanismus hilft dem Immunsystem, Krankheitserreger wie Bakterien und Viren besser zu bekämpfen, da sie bei höheren Temperaturen schlechter gedeihen.
Tabletten und Saft wirken nach ca. 30 bis 60 Minuten. Zäpfchen wirken etwas langsamer, nach ca. 60 bis 90 Minuten. Die stärkste Wirkung wird meist nach zwei Stunden erreicht. Wichtig: Der Effekt hält in der Regel vier bis acht Stunden an, bevor die Temperatur wieder steigen kann.
Gesenhues S und A: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. 9. Auflage, Urban & Fischer 2020.
Herold G et al: Innere Medizin. Eigenverlag 2023.
https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/F/lexikon-fieber.html, Abruf Februar 2026
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/was-ist-fieber/, Abruf Februar 2026
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/krankheitszeichen/fieber/, Abruf Februar 2026
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