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Bluthochdruck – Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung
Foto: Unai Huizi Photography/shutterstock

Bluthochdruck – Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

Bluthochdruck zählt in Österreich zu den häufigsten chronischen Erkrankungen – Schätzungen zufolge ist etwa jede vierte erwachsene Person betroffen. Da die Erkrankung oft über viele Jahre keine Beschwerden verursacht, bleibt sie häufig unentdeckt. Unbehandelt erhöht Bluthochdruck jedoch das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Bluthochdruck entsteht, welche Anzeichen darauf hindeuten können, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was Sie selbst tun können, um Ihren Blutdruck zu senken und Ihre Gesundheit zu schützen.

Zusammenfassung

Bluthochdruck

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks auf 140/90 mmHg oder höher

Primäre Hypertonie: Bluthochdruck ohne erkennbare Ursache

Sekundäre Hypertonie: Bluthochdruck als Folge einer anderen Erkrankung oder durch nachweisbare Risikofaktoren

Risikofaktoren: Alter, erbliche Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum, hoher Alkoholkonsum, anhaltender Stress

Mögliche Folgen: unter anderem Angina pectoris, Herzmuskelschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall, Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen, Durchblutungsstörungen der Beine

Diagnostik: Anamnese und körperliche Untersuchung, mehrfache Blutdruckmessungen, 24-Stunden-Blutdruckmessungen, Laboruntersuchung von Blut und Urin, EKG, Ultraschalluntersuchung von Herz und Nieren, Doppler-Ultraschall der Halsschlagadern

Therapie: Änderung des Lebensstils (z. B. mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion) , medikamentöse Therapie (Diuretika, Betablocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker, Kalziumantagonisten)

Was ist der Blutdruck?

Der Blutdruck bezeichnet den Druck, der in den Blutgefäßen herrscht. Meist ist damit der Druck in den Arterien gemeint. Das Herz und die Blutgefäße bilden zusammen das Herz-Kreislauf-System. Es sorgt dafür, dass alle Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das Herz pumpt das Blut durch den Körper und hält so den Blutkreislauf aufrecht.

Arterien und Venen: Der Blutdruck wird in der Regel in den großen Arterien gemessen. Über die Arterien fließt das Blut vom Herzen weg, über die Venen wieder zum Herzen zurück. Damit das Blut alle Körperbereiche erreicht, muss im Kreislauf ein bestimmter Druck herrschen.

Da sich der Druck in den Arterien im Rhythmus des Herzschlags verändert, werden bei der Blutdruckmessung zwei Werte angegeben.

  • Systolischer Blutdruck: Der obere Wert. Er gibt den höchsten Druck in den Arterien an, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt (Systole).
  • Diastolischer Blutdruck: Der untere Wert. Er beschreibt den niedrigsten Druck, wenn sich das Herz zwischen zwei Herzschlägen entspannt und wieder mit Blut füllt (Diastole).

Was ist Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der Blutdruck in den Arterien dauerhaft erhöht. Das kann auf Dauer das Herz, die Blutgefäße und andere Organe schädigen. Je nach Ursache unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Hypertonie.

Primäre Hypertonie

Die primäre (essenzielle) Hypertonie ist die häufigste Form des Bluthochdrucks und ist eine eigenständige Erkrankung. Sie entsteht ohne eindeutig erkennbare Ursache. Vielmehr wirken verschiedene Faktoren zusammen. Dazu zählen unter anderem Alter, genetische Veranlagung und Lebensstil.

Sekundäre Hypertonie

Seltener lässt sich der erhöhte Blutdruck auf eine bestimmte Erkrankung oder einen anderen Auslöser zurückführen. Dann spricht man von einer sekundären Hypertonie. Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

  • Nierenerkrankungen
  • hormonelle Erkrankungen, etwa der Schilddrüse oder der Nebennieren
  • bestimmte Gefäßerkrankungen
  • Schlafapnoe
  • Tumoren

Auch bestimmte Medikamente, etwa Kortisonpräparate oder einige Schmerzmittel können den Blutdruck erhöhen. Wird die zugrunde liegende Ursache erfolgreich behandelt, kann sich auch der Blutdruck deutlich verbessern und sich in manchen Fällen normalisieren.

 

Arzt misst bei einer Patientin den Blutdruck im Rahmen einer Gesundenuntersuchung
Foto: H_Ko/shutterstock

Welche Blutdruckwerte sind normal und ab wann sind die Blutdruckwerte zu hoch?

Die Blutdruckwerte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Bei einer Messung werden immer zwei Werte angegeben: der systolische und der diastolische Blutdruck. Für Blutdruckmessungen gelten bei Erwachsenen in der Regel folgende Orientierungswerte:

systolisch diastolisch
Optimal < 120 mmHg < 80 mmHg
Normal < 120 – 129 mmHg 80 – 84 mmHg
Hochnormal 130 – 139 mmHg 85 – 89 mmHg
Hypertonie Grad 1 140 – 159 mmHg 90 – 99 mmHg
Hypertonie Grad 2 160 – 179 mmHg 90 – 99 mmHg
Hypertonie Grad 3 ≥ 180 mmHg ≥ 110 mmHg

Von Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) spricht man, wenn der Blutdruck bei wiederholten Messungen dauerhaft erhöht ist. Dies ist der Fall, wenn

  • der systolische Blutdruck (oberer Wert) 140 mmHg oder höher beträgt und/oder
  • der diastolische Blutdruck (unterer Wert) 90 mmHg oder höher beträgt.

Die Blutdruckwerte verändern sich im Laufe des Lebens. Säuglinge und Kinder haben normalerweise einen niedrigeren Blutdruck als Erwachsene. Mit zunehmendem Alter steigen die Blutdruckwerte häufig leicht an. Deshalb gelten je nach Alter unterschiedliche Orientierungswerte.

 Was sind die Risikofaktoren für Bluthochdruck?

Bei der Entstehung von Bluthochdruck spielen meist mehrere Faktoren zusammen. Einige davon lassen sich beeinflussen, andere nicht.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • erbliche Veranlagung
  • zunehmendes Alter
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • hoher Salzkonsum
  • hoher Alkoholkonsum
  • anhaltender Stress

 Was sind Symptome von Bluthochdruck?

Bluthochdruck verursacht lange Zeit meist keine Beschwerden. Er entwickelt sich oft schleichend und bleibt über viele Jahre unbemerkt. Ob der Blutdruck erhöht ist, lässt sich nur durch eine Blutdruckmessung sicher feststellen.

Mögliche Anzeichen für Bluthochdruck

Diese Beschwerden sind unspezifisch und können viele verschiedene Ursachen haben. Deshalb sollte man sich nicht auf Symptome verlassen, um Bluthochdruck zu erkennen. Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen dabei, erhöhte Werte frühzeitig festzustellen.

 Warum ist Bluthochdruck gefährlich?

Viele Menschen fühlen sich trotz dauerhaft erhöhter Blutdruckwerte gesund. Deshalb wird Bluthochdruck häufig unterschätzt. Unbehandelt kann er jedoch Herz, Blutgefäße und andere Organe dauerhaft schädigen.

Ein hoher Blutdruck belastet die Arterien. Mit der Zeit können ihre Wände geschädigt und steifer werden. Das begünstigt Arteriosklerose und kann die Durchblutung verschiedener Organe beeinträchtigen.

Auch das Herz muss bei hohem Blutdruck mehr Kraft aufbringen, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Hält diese Belastung über längere Zeit an, kann sich der Herzmuskel verdicken und dauerhaft geschädigt werden.

Was sind mögliche Folgen von Bluthochdruck?

Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann verschiedene Organe schädigen. Mögliche Folgeerkrankungen sind unter anderem:

Stress und Herz: Frau greift sich an ihr Herz
Foto: furustic/shutterstock

 Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Bluthochdruck ist die Blutdruckmessung. Bei der ersten Untersuchung sollte der Blutdruck an beiden Armen gemessen werden. Ein einzelner erhöhter Messwert reicht jedoch nicht aus, um Bluthochdruck festzustellen. Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf und kann unter anderem durch körperliche Aktivität, Stress oder Aufregung beeinflusst werden.

Deshalb sind mehrere Blutdruckmessungen erforderlich. Zur Bestätigung der Diagnose können zusätzlich regelmäßige Messungen zu Hause oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchgeführt werden.

Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, wird außerdem untersucht:

  • wie hoch das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko ist
  • ob bereits Folgeschäden vorliegen
  • ob eine andere Erkrankung den Bluthochdruck verursacht

Dazu gehören neben einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung je nach Situation weitere Untersuchungen, zum Beispiel:

  • Blut- und Urinuntersuchungen, etwa Blutzucker, Blutfette und Nierenwerte
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Ultraschalluntersuchungen von Herz, Nieren oder Blutgefäßen
  • Doppler-Ultraschall der Halsschlagadern

Welche Untersuchungen genau erforderlich sind, kann verschieden sein und wird individuell festgelegt.

 Was kann man selbst bei Bluthochdruck tun?

Die folgenden Empfehlungen beziehen sich vor allem auf die Behandlung der primären Hypertonie. Eine wichtige Grundlage der Behandlung ist es, beeinflussbare Risikofaktoren zu erkennen und zu verringern. Änderungen des Lebensstils können den Blutdruck senken und sollten die Behandlung dauerhaft begleiten. Je nach Höhe des Blutdrucks und persönlichem Herz-Kreislauf-Risiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein.

Folgende Maßnahmen werden empfohlen:

  • Gewichtsreduktion
  • gesunde Ernährung (Gemüse- und obstreiche Kost, ballaststoffreiche Ernährung, wenig tierisches Fett)
  • reduzierter Salzkonsum
  • eingeschränkter Alkoholkonsum
  • körperliche Bewegung, regelmäßige Ausdauerbelastung
  • Rauchstopp
  • Stressreduktion und Entspannung

Reichen Lebensstilmaßnahmen allein nicht aus oder ist der Blutdruck deutlich erhöht, kommen zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz. Sie können den Blutdruck senken und das Risiko für Folgeerkrankungen reduzieren.

Gruppe von Radfahrern
Foto: Robert Kneschke/shutterstock

 Welche Medikamente gibt es gegen Bluthochdruck?

Zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-Rezeptorblocker (Sartane)
  • Kalziumantagonisten
  • Diuretika
  • Betablocker

Manche Patient:innen benötigen nur ein Medikament (Monotherapie). In manchen Fällen müssen mehrere Medikamente kombiniert werden (Kombinationstherapie). Das hängt unter anderem vom Schweregrad der Erkrankung, möglichen Begleit- und Folgeerkrankungen und dem kardiovaskulären Risiko ab. Dafür stehen auch Kombinationspräparate zur Verfügung, die mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten und die Einnahme erleichtern können.

Alle Medikamente sollten in der richtigen Dosierung eingenommen werden und an die individuellen Bedürfnisse des Patienten oder der Patientin angepasst sein. Damit die Behandlung erfolgreich ist, sollte die Medikation nicht ohne ärztliche Rücksprache abgebrochen oder verändert werden.

FAQ

Bluthochdruck zählt in Österreich zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge hat ungefähr jede vierte Person einen zu hohen Blutdruck. Da Bluthochdruck oft über viele Jahre keine Beschwerden verursacht, bleibt die Erkrankung häufig unbemerkt. Viele Betroffene wissen daher nicht, dass ihr Blutdruck dauerhaft erhöht ist.

Ja, Bluthochdruck sollte in den meisten Fall behandelt werden. Unbehandelt kann Bluthochdruck langfristig Herz, Gehirn, Nieren und Augen schädigen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöhen. Daher sind regelmäßige Blutdruckkontrollen besonders wichtig, auch wenn keine Beschwerden bestehen.

Die typischen Symptome von Bluthochdruck unterscheiden sich grundsätzlich nicht bei Frauen und Männern. Beide Geschlechter können unter morgendlichen Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten oder Herzklopfen leiden. Bei Männern kann zu hoher Blutdruck außerdem zu Erektionsstörungen führen. Häufig verursacht Bluthochdruck jedoch überhaupt keine Beschwerden.

Unterschiede bestehen eher bei der Häufigkeit der Erkrankung: Männer sind bis etwa zum 60. Lebensjahr häufiger betroffen. Nach den Wechseljahren steigt das Risiko bei Frauen deutlich an, sodass ältere Frauen häufiger Bluthochdruck entwickeln. In der Schwangerschaft gibt es zudem eine spezielle Form des Bluthochdrucks, Präeklampsie, die nur Frauen betrifft und besondere Risiken birgt. Insgesamt gilt: Die Symptome selbst sind ähnlich, während hormonelle Veränderungen und Lebensphasen die Erkrankungshäufigkeit beeinflussen.

Es gibt keinen festen Blutdruckwert, ab dem Bluthochdruck automatisch tödlich ist. Gefährlich wird es insbesondere bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg auf Werte über 180/120 mmHg. Treten dabei Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen oder starke Kopfschmerzen auf, handelt es sich um einen hypertensiven Notfall, der sofort medizinisch behandelt werden muss.

Langfristig ist vor allem unbehandelter Bluthochdruck gefährlich, da er Blutgefäße und Organe schädigt. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzschwäche, Nierenversagen oder eine Schädigung der Augen erheblich. Meist führt nicht der hohe Blutdruck selbst zum Tod, sondern seine Folgeerkrankungen. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können dieses Risiko deutlich senken.

Ja, Bluthochdruck während der Schwangerschaft kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind gefährlich sein. Eine leichte Blutdruckerhöhung verläuft oft ohne größere Probleme. Steigt der Blutdruck jedoch deutlich an, kann die Durchblutung der Plazenta beeinträchtigt werden. Dadurch erhöht sich das Risiko für Wachstumsstörungen des Kindes, Frühgeburten oder eine vorzeitige Plazentaablösung.

Außerdem kann Bluthochdruck ein erstes Anzeichen einer Präeklampsie sein – einer schwerwiegenden Schwangerschaftskomplikation mit Bluthochdruck und Organschäden. Deshalb werden Blutdruck und Urin bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrolliert. Bei schweren Verläufen ist eine medikamentöse Behandlung oder sogar eine frühzeitige Entbindung notwendig, um Mutter und Kind zu schützen.

Bei gesunden Erwachsenen gilt ein Blutdruck von etwa 120/80 mmHg als optimal. Werte unter 130/85 mmHg werden allgemein als normal angesehen. Mit zunehmendem Alter steigen die Blutdruckwerte häufig leicht an, weil die Blutgefäße weniger elastisch werden. Dennoch sollte ein dauerhaft gemessener Blutdruck von 140/90 mmHg oder höher unabhängig vom Alter ärztlich abgeklärt werden.

Für Kinder und Jugendliche gelten alters- und körpergrößenabhängige Referenzwerte, die von Kinderärztinnen und Kinderärzten beurteilt werden. Entscheidend ist nicht nur eine einzelne Messung, sondern mehrere Messungen an verschiedenen Tagen. Regelmäßige Kontrollen sind besonders bei älteren Menschen sinnvoll, da Bluthochdruck oft keine Beschwerden verursacht und unbehandelt schwerwiegende Folgeerkrankungen auslösen kann.

  • Autor

    Katharina Miedzinska, MSc

    Medizinjournalistin

    Katharina Miedzinska-Baran ist eine freie Medizinjournalistin, Biologin und Diätologin mit umfangreicher Expertise in der Erstellung medizinischer Inhalte sowie großem Interesse an Gesundheitsthemen.

  • Co-Autor

    Julia Amtmann

    Julia Amtmann hat einen Abschluss in Biologie und langjährige Erfahrung im Journalismus. Bei DocFinder verbindet sie diese beiden Schwerpunkte durch das Überprüfen und Verfassen von Texten mit naturwissenschaftlichem Fokus.

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