Gut hören trotz Altersschwerhörigkeit

Gut hören trotz Altersschwerhörigkeit

Stand: September 2021

Altersschwerhörigkeit tritt etwa ab dem 50. Lebensjahr auf und betrifft meistens beide Ohren. Altersschwerhörigkeit ist keine Krankheit im herkömmlichen Sinn, sondern ein natürlicher Prozess der oftmals ohne erkennbare Ursache eintritt. Dennoch gibt es einige Faktoren, die ein Entstehen der Hörminderung begünstigen können. Welche Anzeichen neben dem generellen langsamen Hörverlust noch auf eine Altersschwerhörigkeit hindeuten und was Sie tun sollten, wenn das Hörvermögen verloren geht, lesen Sie hier.

Factbox – Altersschwerhörigkeit

Definition: Alterschwerhörigkeit (Presbyakusus) ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinn. Das Auftreten eines zunehmenden Hörverlusts im Laufe des Älterwerdens ist bis zu einem gewissen Grad normal.

Symptome: Erste Anzeichen für Hörprobleme können sich auf folgende Weise bemerkbar machen: Überhören von Geräuschen wie Blätter-, Meeresrauschen, Vogelgezwitscher oder Haushaltsgeräuschen (Ticken des Weckers, Telefonklingel), verstärktem Nachfragen und Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen

Diagnose: Meist stellt der Arzt anhand von körperlichen Untersuchungen und Hörtests fest, ob tatsächlich eine Altersschwerhörigkeit vorliegt.

Behandlung: Eine medikamentöse Therapie gegen Altersschwerhörigkeit gibt es nicht. Um den Hörverlust zu kompensieren, kommen nur Hörgeräte, die es mittlerweile in vielen Formen gibt, in Frage.

Welcher Arzt behandelt eine Altersschwerhörigkeit? Diese wird von Facharzt Hals-Nasen-Ohren behandelt

Mögliche Folgen einer Schwerhörigkeit: Unbehandelt kann die Altersschwerhörigkeit zu Isolation, sozialen Rückzug,und sogar zur Entwicklung einer Demenz führen

Vorbeugung: Spezielle vorsorgende Maßnahmen gegen Schwerhörigkeit gibt es nicht. Wichtig ist es, seine Ohren nicht dauerhaft übermäßigem Lärm auszusetzen. Bei arbeitsbedingtem Lärm ist ebenfalls auf entsprechenden Schutz zu achten. Es ist ratsam auf laute Musik über Kopfhörer vollständig zu verzichten

Aufbau des Ohrs

Das menschliche Ohr wird in Außenohr, Mittelohr und Innenohr eingeteilt.

Außenohr: Das Außenohr umfasst die Ohrmuschel, das Ohrläppchen, den Ohrknorpel und den äußeren Gehörgang. Der Gehörgang endet beim Trommelfell mit welchem das Mittelohr beginnt. Dank seiner röhrenförmigen Form kann der Gehörgang eine eigene Resonanz (Mitschwingen) erzeugen und verstärkt auf diese Weise einige der Schallwellen noch ehe diese das Trommelfell erreichen.

Mittelohr: Das Mittelohr umfasst das Trommelfell und die drei Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel. Mit einer Dicke von etwa 0,1 Millimeter und einer Größe von etwa 80mm2 ist das Trommelfell eine hauchdünne elastische Membran. Zur Innenseite hin nimmt es eine trichterförmige Form an. Das Trommelfell ist mit den drei Gehörknöchelchen verwachsen und kann so seine Schwingungen direkt an Hammer, Amboss und Steigbügel weitergeben. Die drei Gehörknöchelchen sind die kleinsten Knochen im menschlichen Körper, ihren Namen haben sie aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den jeweiligen Gegenständen. Durch die sogenannte Eustachische Röhre wird das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbunden. Bei Infektionserkrankungen, wie etwa der durch Pneumokokken verursachten Mittelohrentzündung (Otitis media), gelangen die Bakterien vom Nasenrachenraum über die Eustachische Röhre ins Mittelohr.

Innenohr: Das Innenohr schließt an das Mittelohr an und bildet den innersten Bereich des menschlichen Gehörs. Das Innenohr umfasst die sogenannte Gehörschnecke und das Gleichgewichtsorgan. Bei einem gesunden Gehör hat die Gehörschnecke zweieinhalb Windungen. Aufgerollt ist sie etwa drei Zentimeter lang und besteht aus drei übereinander liegenden und mit Flüssigkeit gefüllten Gängen. Zudem ist die Gehörschnecke mit vielen Tausend kleinen Härchen (Haarzellen bzw. Hörzellen) ausgekleidet. Diese sind nach Tonhöhe auf dem Boden der Gehörschnecke angeordnet und wandeln die Schallschwingungen in Nervenimpulse um.

Der Hörvorgang

Beim Hören handelt es sich um einen besonders komplexen Vorgang an welchem alle Strukturen des Gehörs beteiligt sind.

Die Ohrmuschel kann in ihrer Funktion mit einem Trichter verglichen werden. Sie fängt den Schall (das Geräusch) ein und leitet ihn in den inneren Gehörgang weiter. Dort werden einige der Schallwellen bereits durch die Eigenresonanz des Gehörgangs verstärkt. Sobald die Schallwellen das Trommelfell erreichen, beginnt sich dieses aufgrund seiner elastischen Eigenschaften im gleichen Rhythmus wie die eingefangenen Schallwellen zu bewegen und leitet die Schallwellen an Hammer, Amboss und Steigbügel weiter. Nachdem diese Wanderwelle das Mittelohr verlassen hat, erreicht sie die obere Spitze der Gehörschnecke und pflanzt sich über diese fort. Die Haarzellen in der Gehörschnecke sind nach den Tonhöhen angeordnet und werden in innere und äußere Haarzellen unterteilt. Die inneren Haarzellen sorgen für die Umwandlung der Schwingungen in Nervenimpulse. Diese werden schlussendlich an das Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet und dort entschlüsselt, umgesetzt und interpretiert.

Die Frequenz ist ein Maß dafür, wie schnell Wiederholungen bei einem periodischen Vorgang aufeinanderfolgen. Die Einheit für Frequenz ist Hertz (Hz). Ein gesundes Gehör kann Frequenzen im Bereich von 20 Hertz (Hörschwelle) bis etwa 19000 Hertz (Schmerzwelle) wahrnehmen, wobei sich dieser sogenannte hörbare Frequenzbereich aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses langsam reduziert.

shutterstock_780609469Aufbau des Ohrs

Symptome der Altersschwerhörigkeit

Schwerhörigkeit (Presbyakusis) ist eine der am häufigsten verbreiteten Einschränkungen im Alter, wobei Männer häufiger vom beidseitigen Hörverlust betroffen sind als Frauen. Rund ein Drittel aller über 65-jährigen Männer ist von Altersschwerhörigkeit betroffen, bei Frauen ist es etwas mehr als ein Viertel der über 65-jährigen.

Zu den Anzeichen der Altersschwerhörigkeit zählen anfangs beidseitiger Hörverlust sowie Probleme bei der Wahrnehmung von hohen Tönen. Im weiteren Verlauf betrifft die Wahrnehmungsschwierigkeit auch Töne im mittleren und unteren Bereich. Hinzu kommt, dass Betroffene oftmals Schwierigkeiten haben ihr Gegenüber richtig zu verstehen und den Gesprächsinhalt nicht von Hintergrundgeräuschen trennen können. Auch Tinnitus kann auftreten. Bei einem Tinnitus handelt es sich um ein Symptom, bei welchem Betroffene ein bestimmtes Geräusch wie etwa ein Klopfen, Rauschen, Knacken, Zischen oder einen hohen Pfeifton wahrnehmen, ohne, dass dieses Geräusch einer äußeren Schallquelle zugeordnet werden kann bzw. von anderen Personen gehört wird. Ein weiteres Anzeichen der Altersschwerhörigkeit ist eine erhöhte Lärmempfindlichkeit. Dabei ist die Schmerzschwelle für besonders laute Töne und Geräusche herabgesetzt.

Ursachen der Altersschwerhörigkeit

Altersschwerhörigkeit geht meist schleichend einher und kann auf viele unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein, wobei die Ursache im Einzelfall nicht immer klar ist. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können folgende Faktoren Altersschwerhörigkeit begünstigen oder verursachen:

  • Genetische Veranlagung
  • Rauchen
  • Nährstoffarme Ernährung
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes mellitus
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Mehrere Mittelohrerkrankungen
  • Ototoxische Medikamente (z.B. Diuretika (harntreibende Medikamente) oder Aminoglycosid-Antibiotika), die sich nach längerer Einnahme schädlich auf das Gehör auswirken können
  • Blei-, Kohlenmonoxid-, Nitrobenzol- oder Quecksilbervergiftungen oder der Kontakt mit anderen schädlichen Substanzen
  • Schädigende Einflüsse von außen: Schädigende Einflüsse von außen wie zu starker Lärm führen dazu, dass die äußerst feinen Haarzellen im Innenohr absterben, da manche Schallwellen für das menschliche Ohr zu groß sind (Hypakusis).

Diagnose der Altersschwerhörigkeit beim Arzt

Die Diagnose von Altersschwerhörigkeit erfolgt durch den HNO-Arzt. Zu Beginn der Untersuchung erfolgt das Arzt-Patienten-Gespräch, bei welchem sich der HNO-Arzt nach der Krankengeschichte und einer möglichen familiären Vorbelastung erkundigt. Außerdem wird versucht weitere Möglichkeiten für den Hörverlust auszuschließen. Neben Altersschwerhörigkeit kann ein Hörverlust auch auf andere Ursachen wie plötzlichen Hörsturz, eine akute Lärmbelastung, eine kürzlich stattgefundene Mittelohrentzündung oder auf bestimmte Infektionen zurückzuführen sein.

Um das Ausmaß der Altersschwerhörigkeit bestmöglich zu erfassen und eine exakte Diagnose zu stellen, führt der HNO-Arzt mehrere Untersuchungen und Tests durch. Diese sind für den Patienten schmerzfrei. Zunächst erfolgen eine äußere Untersuchung der Ohren und eine Ohrspiegelung. Diese wird mithilfe eines sogenannten Otoskops durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen Ohrenspiegel, bestehend aus einem Metallröhrchen, einer Beleuchtungseinrichtung und einer Lupe, der in das Ohr eingeführt wird, um den äußeren Gehörgang und das Trommelfell zu untersuchen. Anschließend führt der Arzt einen oder mehrere Hörtests durch, um sich ein bestmögliches Bild vom Hörvermögen und vom Grad der Altersschwerhörigkeit zu machen.

Hörtests werden prinzipiell in objektive und subjektive Hörtests unterteilt. Objektive Hörtests ermitteln das reine Hörvermögen und sind auch ohne aktive Beteiligung des Patienten durchführbar. Zu den objektiven Hörtests zählen die Tympanometrie, der Tubenfunktionstest, die elektrische Reaktionsaudiometrie (ERA) sowie die Messung otoakustischer Emissionen. Im Gegensatz dazu sind Durchführung und Erfolg von subjektiven Hörtests von der Mitarbeit des Patienten abhängig, da der Patient bei diesen Tests auf bestimmte Fragen vom HNO-Arzt reagieren muss. Zu den subjektiven Hörtests zählen der Stimmgabeltest, die Audiometrie, die Hörweitenprüfung, die Prüfung des Richtungshörens sowie die Sprachaudiometrie.

Außerdem führt der HNO-Arzt eine Sprachverständnisprüfung durch. Diese kann entweder ohne als auch mit einem speziellen Gerät durchgeführt werden. Bei einer Sprachverständnisprüfung ohne technische Hilfe sitzt der Patient einen halben Meter vor dem HNO-Arzt. Dieser flüstert unterschiedliche Wörter in die Richtung des Patienten und bittet diesen die einzelnen Wörter zu wiederholen. Bei der Sprachverständnisprüfung mit technischer Unterstützung werden dem Patienten über Kopfhörer Wörter und ganze Sätze in unterschiedlichen Lautstärken vorgespielt, welche dieser im Anschluss wiederholen muss.

Labormedizinische Untersuchungen, insbesondere des Bluts, werden durchgeführt, um etwaige Stoffwechselkrankheiten zu erkennen. Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie kann ein möglicher Tumor am Hörnerv abgeklärt werden.

Stadien der Schwerhörigkeit

Für die Beurteilung der Hörfähigkeit sind zwei Einheiten wichtig: Die Tonhöhe und die Lautstärke. Über diese beiden Einheiten bestimmt sich die Hörschwelle. Als Hörschwelle bezeichnet man die Wahrnehmungsgrenze eines Höreindrucks. Sie ist frequenzabhängig. Für eine Frequenz von 2.000 Hz ist sie bei gesundem Hörvermögen mit einem Schalldruck von 0 dB definiert. Auf dieser Grundlage wird das Ausmaß der Schwerhörigkeit in fünf Stadien geteilt.

Normalhörigkeit: Ein Abweichen der Hörfähigkeit von der definierten Hörschwelle bis 20 dB liegt im Bereich der Normalhörigkeit.
Geringgradige Schwerhörigkeit liegt bei einer Abweichung oberhalb von 20 dB vor, d.h. etwa das Ticken einer Armbanduhr oder Blätterrauschen können akustisch nicht mehr wahrgenommen werden. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 25 bis 40 dB hören.
Mittelgradige Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von 40 dB, dies entspricht etwa den Grundgeräuschen in Wohngebieten. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 40 bis 60 dB hören.
Hochgradige Schwerhörigkeit entsteht bei mindestens 60 dB, dann kann ein Gesprächspartner bei normaler Sprechlautstärke nicht mehr gehört werden.
An Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von mehr als 80 dB. In diesen Fällen hört man weder laute Musik noch die Geräusche einer Autobahn. Hört man praktisch nichts mehr, ist man taub bzw. gehörlos.

Soziale Aspekte

Hören zählt zu den wichtigsten Sinnesleistungen des Menschen. Aus diesem Grund kann sich eine unbehandelte Altersschwerhörigkeit ungünstig auf die allgemeine Lebenssituation auswirken und dazu führen, dass sich Betroffene immer mehr zurückziehen und gesellschaftliche Anlässe meiden.Unbehandelte Presbyakusis kann auch zu vorzeitigen geistigen Abbau bis hin zur Demenz führen.

Ähnlich wie beim Sehen handelt es sich beim Hören um eine sogenannte umweltbezogene Eigenschaft. Die Vermittlung von Emotionen wie Freude, Trauer und Wut, Kommunikation aber auch Alarmbotschaften und Orientierung finden mitunter über das Gehör statt. Ist die Kommunikation mit anderen Menschen nicht mehr ohne (große) Anstrengung möglich, beginnen sich Betroffene unsicher und verloren zu fühlen, sodass auch Lust und Motivation an der Kommunikation mit anderen schwinden.

Zudem stehen Menschen mit Altersschwerhörigkeit auch im Alltag vor vielen neuen Herausforderungen. Alltägliche (Hintergrund-)Geräusche wie Musik oder das Läuten von Telefon und Türklingel werden nicht mehr wahrgenommen. Gefährdet ist auch die Sicherheit von Betroffen: Sie müssen sich etwa im Straßenverkehr neu orientieren, um Einsatzkräfte, herannahende Autos oder Fahrradfahrer rechtzeitig wahrzunehmen.

Behandlung der Altersschwerhörigkeit

Um die Gefahr des sozialen Rückzugs und die damit verbundenen psychologischen Folgen zu vermeiden, solle Altersschwerhörigkeit möglichst früh behandelt werden. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass sich Betroffene den Hörverlust eingestehen und ihn auch an ihre Mitmenschen kommunizieren, sodass diese auf die neuen Kommunikationsbedürfnisse richtig reagieren können.

Die Therapie der Schwerhörigkeit richtet sich nach deren Ursache und Ausmaß. Zugrunde liegende Erkrankungen müssen entsprechend behandelt werden.

Eine medikamentöse Behandlung der Altersschwerhörigkeit ist nicht möglich. Der Hörverlust kann allerdings mit modernen Hörgeräten gut kompensiert werden. Hörgeräte bestehen aus drei Teilen, dem Mikrofon, dem Lautsprecher und dem Verstärker. Das Mikrofon fängt die Schallwellen ein, wandelt sie in elektrische Impulse um und leitet sie anschließend an den Verstärker weiter. Dieser verstärkt die aufgenommenen Signale und leitet sie als Schallwelle über den Lautsprecher ans Ohr ab. Prinzipiell wird zwischen drei Arten von Hörgeräten unterschieden:

  • Im-Ohr-Geräte: Im-Ohr-Geräte (IO-Geräte) sind vor allem bei leichter bis mittelschwerer Altersschwerhörigkeit gut geeignet. Das Hörgerät wird im Ohr getragen, wobei die Elektronik in eine Hohlschale eingearbeitet und im Gehörgang platziert wird.
  • Hinter-dem-Ohr-Geräte: Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO-Geräte) zeichnen sich vor allem durch eine benutzerfreundliche Bedienung aus und werden bei Altersschwerhörigkeit am häufigsten verordnet, da sie auch einen schweren Hörverlust gut kompensieren können. Zusätzlich zum Hörgerät verfügt das HdO-Gerät noch über ein Ohrpassstück sowie einen Schallschlauch bzw. ein sehr dünnes elektrisches Kabel (HdO-Gerät mit externem Hörer).
  • Implantierbare Hörsysteme: Bei implantierbaren Hörsystemen wird zwischen teil- und vollimplantierbaren Systemen unterschieden. Diese Geräte kommen üblicherweise dann infrage, wenn der Hörverlust mit Im-Ohr- oder Hinter-dem-Ohr-Geräten nicht entsprechend kompensiert werden kann (z.B. bei Fehlbildungen des Gehörgangs, häufig wiederkehrenden Entzündungen im Gehörgang, Schallleitungsschwierigkeiten aufgrund einer chronischen Mittelohrentzündung etc.).

Zudem gibt es sogenannte Hörbrillen, die nur selten zum Einsatz kommen und bei denen die Technik des Hörgerätes in den Bügeln der Brille eingebaut ist, sodass die Schallwellen über die Bügel der Brille in das Ohr gelangen können. Für Brillenträger, die auf einem Ohr gänzlich taub und auf dem anderen schwerhörig sind, können Hörbrillen eine gute Alternative darstellen.

Neben Hörgeräten gibt es technische Geräte wie Wecker, Türklingeln oder Telefone, die speziell an die Bedürfnisse schwerhöriger Menschen angepasst sind und alltägliche Situationen erleichtern.

Der richtige Umgang mit Schwerhörigen

Die oftmals sehr belastende Situation kann durch gezielte Unterstützung verbessert werden. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass sich Betroffene und Angehörige der neuen Situation bewusst sind und dieser offen gegenüberstehen.

Während es hilfreich ist, wenn Betroffene in bestimmten Situationen gezielt auf ihre Schwerhörigkeit aufmerksam machen, bei Unverständnis bewusst um Wiederholungen bitten und nicht vortäuschen, dass sie etwas verstehen, sollten Angehörige und Kommunikationspartner darauf achten, dass sie Nebengeräusche beim Sprechen vermeiden, sich deutlich artikulieren, Betroffene nicht von hinten ansprechen, nicht schreien und geduldig sind.

Zudem können Ärzte, Psychologen, spezielle Hilfseinrichtungen und Vereine sowohl Betroffenen als auch Angehörigen im Umgang mit der Schwerhörigkeit helfen.

Autor:
Quellen:
Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), HNO-Ärzte im Netz, https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schwerhoerigkeit/altersschwerhoerigkeit-presbyakusis.html, Zugriff: 29.9.2021

Altersschwerhörigkeit, österreichische schwerhörigenselbsthilfe, https://www.oessh.or.at/hoerspuren/altersschwerhoerigkeit, Zugriff: 29.9.2021

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Prim. Dr. Ulrike Sommeregger, Abteilung für Akutgeriatrie, Krankenhaus Hietzing mit neurologischem Zentrum Rosenhügel; Gesundheitsförderung im Alter, Apotheker Krone 19/2014, Ärztekrone VerlagsgesmbH

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Schaaf H., Hörtherapie und Hörtherapeut: Die Arbeit am Veränderungspotenzial, Sprache Stimme Gehör 2012; 36(04): 180-182
Hans Neuhold, Altersschwerhörigkeit, Österreichische Schwerhörigen Selbsthilfe, www.oessh.or.at, 2011