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Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?
Foto: Chalee2500/shutterstock

Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?

Triglyceride sind wichtige Energiespeicher des Körpers. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen und auch vom Körper selbst hergestellt. Sind die Triglyceridwerte im Blut zu hoch, kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen steigen. Hier erfahren Sie, welche Ursachen erhöhte Triglyceridwerte haben können, was sie bedeuten und was sich tun lässt, um die Werte zu senken.

Zusammenfassung

Triglyceride

Triglyceride (Neutralfette): Wichtige Energiespeicher im Körper. Sie werden über die Nahrung aufgenommen und auch vom Körper selbst gebildet.

Referenzbereich (Erwachsene): nüchtern < 150 mg/dl

Hypertriglyceridämie: erhöhte Konzentration von Triglyceriden im Blut

Mögliche Ursachen für erhöhte Triglyceride: unter anderem genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, zucker- und kalorienreiche Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und bestimmte Medikamente.

Welches Risiko haben erhöhte Werte? erhöhte Triglyceride können mit einem höheren Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein. Sehr hohe Werte erhöhen außerdem das Risiko für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).

Was hilft bei erhöhten Werten? Regelmäßige Bewegung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, weniger Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel sowie wenig oder kein Alkohol können die Triglyceridwerte senken. Auch zugrunde liegende Erkrankungen sollten behandelt werden. Je nach Höhe der Werte und persönlichem Risiko können zusätzlich Medikamente notwendig sein.

Was sind Triglyceride?

Triglyceride, auch Neutralfette genannt, gehören wie Cholesterin zu den Blutfetten. Sie sind wichtige Energiespeicher im Körper. Triglyceride werden über die Nahrung aufgenommen. Der Körper kann sie aber auch selbst herstellen, vor allem in der Leber.

Überschüssige Kohlenhydrate können dabei in Fett umgewandelt werden. Auch Alkohol kann die Bildung von Triglyceriden fördern. Triglyceride liefern dem Körper Energie. Was der Körper gerade nicht benötigt, wird im Fettgewebe gespeichert.

Im Fettgewebe eines Erwachsenen können mehrere Kilogramm Triglyceride gespeichert werden. Bei Energiebedarf können sie aus dem Fettgewebe freigesetzt und zur Energiegewinnung genutzt  werden.

Triglyceride bestehen aus einem Glycerin-Molekül, das mit drei Fettsäuren verbunden ist. Im Blut werden sie an bestimmte Transportstoffe gebunden. Diese sogenannten Lipoproteine transportieren die Triglyceride durch den Körper. Abgebaut werden Triglyceride durch bestimmte Enzyme, sogenannte Lipasen. Diese spalten die Triglyceride in Glycerin und Fettsäuren. Das Glycerin wird dann ins Blut abgegeben.

Warum können erhöhte Triglyceridwerte problematisch sein?

Triglyceride sind sehr wichtige Energiespeicher. Ist ihr Wert allerdings dauerhaft zu hoch,  kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen  steigen. Besonders ungünstig ist eine Kombination aus erhöhten Triglyceriden und erhöhtem Cholesterin, vor allem LDL-Cholesterin.

Diese Kombination kann die Entstehung von Arteriosklerose und damit Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen. Als erhöht gelten nüchtern gemessene Triglyceridwerte in der Regel ab etwa 150 mg/dl (1,7 mmol/l). Wie ein Wert medizinisch einzuschätzen ist, hängt jedoch vom gesamten persönlichen Risikoprofil ab.

Besonders wichtig sind sehr hohe Triglyceridwerte: Mit zunehmender Höhe steigt das Risiko für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Besonders ausgeprägt ist dieses Risiko bei sehr hohen Werten. Eine schwere oder wiederholte Pankreatitis kann wiederum die Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen und das Risiko erhöhen, später einen Diabetes mellitus zu entwickeln.

Deshalb ist es wichtig, erhöhte Triglyceridwerte ernst zu nehmen und die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Je nach Ursache und Höhe der Werte kann eine Behandlung sinnvoll sein, um die Werte wieder zu normalisieren.

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Foto: NMK-Studio/shutterstock

Referenzwerte: Welche Triglyceridwerte sind normal?

Um die Blutfette bestimmen zu können, wird eine Blutprobe benötigt. Für die Blutabnahme sollten Patient:innen nüchtern erscheinen, damit die Werte aussagekräftig sind. Als Orientierung gilt bei Erwachsenen mit geringem Herz-Kreislauf-Risiko ein nüchtern gemessener Wert von unter 150 mg/dl als günstig.

Ein Laborwert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht unbedingt, dass eine Erkrankung vorliegt. Auch bei gesunden Menschen können die Werte leicht vom Referenzbereich abweichen.

Für die Beurteilung eines Laborwerts sind deshalb immer die Referenzbereiche des jeweiligen Labors maßgeblich. Außerdem müssen individuelle Faktoren berücksichtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel das Alter, bestehende Erkrankungen und andere Laborwerte.

Die Interpretation der Laborwerte sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen, zum Beispiel einer Ärztin oder einem Arzt für Allgemeinmedizin. Bei Bedarf oder Verdacht auf eine Erkrankung können weitere Untersuchungen veranlasst werden. Auch bei Fragen zu einem Laborbefund oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte das ärztliche Gespräch gesucht werden.

Welche Ursachen haben erhöhte Triglyceridwerte?

Erhöhte Triglyceridwerte können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Fettstoffwechselstörungen
  • eine unausgewogene Ernährung mit viel Fett- und Zuckerkonsum
  • Bewegungsmangel
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Diabetes mellitus
  • chronische Nierenfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft
  • die Einnahme bestimmter Medikamente

Auch eine angeborene Fettstoffwechselstörung kann zu erhöhten Triglyceridwerten führen. In diesem Fall spricht man von einer primären Hypertriglyceridämie.

Entstehen die erhöhten Werte durch eine andere Erkrankung oder durch bestimmte andere Faktoren, spricht man von einer sekundären beziehungsweise erworbenen Hypertriglyceridämie.

Was kann man bei zu hohen Triglyceridwerten tun?

Was sich gegen erhöhte Triglyceridwerte tun lässt, hängt von der Ursache und der Höhe der Werte ab. In manchen Fällen lassen sich die Werte bereits durch eine Änderung des Lebensstils senken.

Besonders wichtig sind:

  • Übergewicht reduzieren, wenn vorhanden
  • eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukten
  • Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke stark einschränken
  • ausreichend Bewegung
  • ein geringerer Alkoholkonsum oder der Verzicht auf Alkohol

Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und wenig Alkohol können sich günstig auf die Triglyceridwerte auswirken. Eine fett- und zuckerreiche Ernährung, wenig Bewegung und ein hoher Alkoholkonsum können dagegen die Werte erhöhen.

Reichen Lebensstilmaßnahmen nicht aus oder sind die Triglyceridwerte stark erhöht, können zusätzlich Medikamente eingesetzt werden. Welche Behandlung geeignet ist, hängt vom gesamten Risikoprofil ab. Bei erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko spielen beispielsweise Statine eine wichtige Rolle. Bei stark erhöhten Triglyceriden können auch andere Medikamente zur gezielten Senkung der Werte eingesetzt werden.

Zusammengefasst gilt: Weniger Fett und Zucker, weniger tierische Fette und weniger stark verarbeitete Lebensmittel. Dafür mehr pflanzliche Lebensmittel, ballaststoffreiche Kost und möglichst frisch zubereitete Mahlzeiten.

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Foto: sweet marshmallow/shutterstock

FAQ

Cholesterin und Triglyceride gehören beide zu den Blutfetten, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Cholesterin ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil von Zellen und wird für die Bildung bestimmter Hormone und Vitamin D benötigt. Triglyceride dienen vor allem als Energiespeicher: Überschüssige Energie wird in Form von Triglyceriden im Fettgewebe gespeichert. Beide Werte werden über eine Blutuntersuchung bestimmt und können Hinweise auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen geben.

Erhöhte Triglyceridwerte verursachen meist keine Beschwerden. Sie werden deshalb häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Sehr stark erhöhte Werte können allerdings eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auslösen. Typische Beschwerden einer solchen Entzündung sind starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Ob erhöhte Triglyceride gesundheitlich problematisch sind, hängt auch von der Höhe der Werte und weiteren persönlichen Risikofaktoren ab.

Erhöhte Triglyceridwerte können mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden sein. Besonders wichtig ist dabei die Betrachtung weiterer Risikofaktoren und Blutfette, etwa des LDL-Cholesterins. Sehr hohe Triglyceridwerte können außerdem eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung verursachen. Deshalb sollte die Ursache erhöhter Werte geklärt werden. Je nach persönlichem Risiko können eine Änderung des Lebensstils und gegebenenfalls Medikamente sinnvoll sein, um die Werte dauerhaft zu senken.

Ja, besonders regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum kann zu erhöhten Triglyceridwerten führen. Bei manchen Menschen reichen bereits kleinere Mengen aus, um die Triglyceride ansteigen zu lassen. Wer erhöhte Triglyceridwerte hat, sollte deshalb seinen Alkoholkonsum reduzieren oder möglichst ganz darauf verzichten. Bei sehr hohen Triglyceridwerten wird ein vollständiger Verzicht auf Alkohol empfohlen.

Ja, Triglyceridwerte können zu niedrig sein. Das kommt allerdings selten vor und hat meistens keine große medizinische Bedeutung. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Unter- oder Mangelernährung oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Auch eine hohe Dosis bestimmter Medikamente zur Senkung der Blutfette kann zu sehr niedrigen Werten führen. Ein niedriger Wert allein ist daher normalerweise kein Grund zur Sorge. Sind die Werte deutlich erniedrigt, kann es trotzdem sinnvoll sein, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

  • Autor

    Katharina Miedzinska, MSc

    Medizinjournalistin

    Katharina Miedzinska-Baran ist eine freie Medizinjournalistin, Biologin und Diätologin mit umfangreicher Expertise in der Erstellung medizinischer Inhalte sowie großem Interesse an Gesundheitsthemen.

  • Co-Autor

    Julia Amtmann

    Julia Amtmann hat einen Abschluss in Biologie und langjährige Erfahrung im Journalismus. Bei DocFinder verbindet sie diese beiden Schwerpunkte durch das Überprüfen und Verfassen von Texten mit naturwissenschaftlichem Fokus.

Gefäße schützen, Apotheker Krone 19/2017, Ärztekrone VerlagsgesmbH

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