Skip to main content
Stadt im Industrienebel
Foto:swa182/shutterstock.com

Feinstaub beeinträchtigt die Gehirnleistung

Schwebstaub, Feinstaub oder ultrafeine Stäube schaden der Gesundheit und sorgen für vorzeitige Todesfälle. Und: Sie wirken sich nachweislich auf die Gehirnleistung aus. Das ist das Fazit einer Studie mit rund 50 000 Teilnehmern aus den Niederlanden.

Das erschreckende Ergebnis: offenbar führen schon geringe längerfristige Feinstaub-Belastungen zu messbaren Defiziten in kognitiven Tests. Durchgeführt wurden die Untersuchungen an Probanden, die aus dem Nordosten der Niederlande stammten. Einem Gebiet mit einer verhältnismäßig geringen Feinstaubbelastung, die auch deutlich unter dem EU-Grenzwert liegt. Die Forschenden konnten einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Gehirnleistung in ihrer neunjährigen Untersuchung nachweisen: jede Zunahme an Feinstaub in der Luft führte zu einer Verlangsamung der geistigen Leistungen. Die Studie ist damit eine der bisher wenigen Untersuchungen, die einen Einfluss von Feinstaub auf die Gehirnleistungsfähigkeit belegt.

Die Forschenden nehmen an, dass die Stäube über zwei Wirkpfade in das Gehirn gelangen: einem indirekten Weg über die Lunge mit anschließender Schädigung der Gehirnleistungsfähigkeit und einem zweiten direkten Pfad zum Gehirn. Dieser verläuft vermutlich über den Blutkreislauf beziehungsweise den Geruchsnerv und endet im Gehirn. Die Erkenntnis: Ganz kleine Partikel könnten die Blut-Hirn-Schranke, die ein Eindringen schädlicher Partikel eigentlich verhindern soll, passieren und zu einer Schädigung im Gehirn beitragen. Typische Beschwerden äußern sich in Folge durch eine zunehmende Vergesslichkeit, herabgesetzte Aufmerksamkeit, Konzentrationsprobleme, Sprachstörungen, Orientierungsprobleme oder Gedächtnisverlust. Eine Beeinträchtigung der Denkleistung könnte dabei nur zeitweise auftreten oder andauernde Probleme der geistigen Leistungsfähigkeit verursachen.

Referenz:
Universität Rostock, Universität Groningen
Long-term exposure to fine particulate matter, lung function and cognitive performance: A prospective Dutch cohort study on the underlying routes, Env Res 2021;
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935121008276?via%3Dihub

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Frau hält Tee mit Zitrone

Halsschmerzen: Diese Hausmittel beruhigen den Hals

Es fängt oft harmlos an: ein Kratzen im Hals, das beim Schlucken plötzlich deutlich unangenehmer wird. Meist steckt ein harmloser Virusinfekt dahinter und die Symptome lassen sich mit einfachen Maßnahmen gut lindern.

Zum Artikel: Kollagenpulver und ein Glas Wasser

Kollagen: Wirkung, Einnahme und Risiken –was bringt es wirklich für Haut und Gel

Kollagen steht für straffe Haut, kräftiges Haar, starke Nägel und schmerzfreie Gelenke – zumindest laut den Werbeversprechen vieler Kollagenpräparate. Doch was kann das Strukturprotein tatsächlich leisten und was ist Marketing?

Zum Artikel: Frau hat gerötetet Hautausschlag auf ihrem Oberarm

Hautausschlag: Was steckt hinter Rötungen, Flecken und Bläschen?

Die möglichen Ursachen für einen Ausschlag reichen von Allergien über Hautkrankheiten bis hin zu Infektionskrankheiten, Stress, psychischen Belastungen und vielen mehr.

Zum Artikel: Frau krank auf dem Sofa mit Medikamenten

Schon wieder krank? Was hinter häufigen Erkältungen steckt.

Wenn Schnupfen und Husten zu ständigen Begleitern werden, steckt oft mehr dahinter als bloßes Pech. Der Körper sendet Signale, dass das Immunsystem Unterstützung braucht. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Abwehrkräfte schwächt und mit welchen gezielten Strategien Sie den Kreislauf endlich durchbrechen können