junge Frau bei einer Frauenärztin
Foto: RossHelen/shutterstock

Das erste Mal beim Frauenarzt – Was sollte man wissen?

Der erste Besuch beim Frauenarzt oder der Frauenärztin ist eine wichtige Erfahrung für junge Mädchen. In diesem Artikel erklären wir, was beim Gynäkologen oder der Gynäkologin passiert, wie man sich am besten darauf vorbereitet, wie eine gynäkologische Untersuchung abläuft und weiteres Wissenswertes.

Das erste Mal beim Frauenarzt

Zeitpunkt: kein bestimmtes Alter vorgegeben, empfohlen ab 18 bis 20 Jahren, wenn es zuvor keinen Grund für eine gynäkologische Untersuchung (z.B. Verhütung) gab

Gründe: Aufklärung, Verhütung, Vorsorge, bei Beschwerden und Auffälligkeiten

Ablauf: ausführliches Anamnesegespräch, evtl. gynäkologische Untersuchung

Untersuchung: Inspektion der äußeren Geschlechtsorgane, Inspektion von Vagina und Muttermund (mit Spekulum), Abtasten von Brust und Achselhöhlen, evtl. Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken

Wann sollte man das erste Mal zum Frauenarzt oder Frauenärztin gehen?

Für den ersten Besuch beim Frauenarzt gibt es kein festgelegtes Alter. Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der jungen Frau. Einige möchten sich die Pille verschreiben lassen, andere haben Beschwerden, die sie abklären lassen möchten. Vielfach wird empfohlen, diesen ersten Besuch zwischen 18 und 20 Jahren zu absolvieren, wenn es zuvor keinen Grund für eine gynäkologische Untersuchung (z.B. Verhütung) gab. Ab diesem Alter steigt nämlich das Risiko für Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane, und die frauenärztliche Untersuchung bietet hier Vorsorge.

Wann muss man auf jeden Fall zum Frauenarzt oder der Frauenärztin?

Abgesehen vom eigenen Wunsch, einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin zu besuchen, gibt es einige Symptome, die eine Frau unbedingt fachärztlich abklären lassen sollte. Das sind Beschwerden wie:

  • Schmerzen im Unterleib
  • starke Schmerzen oder Blutungen außerhalb der Periode
  • auffällige Regelbeschwerden (z.B. Menstruation länger als zehn Tage oder mit weniger als 25 Tagen Abstand)
  • Ausbleiben der Regelblutung länger als 30 Tage
  • keine Menstruation nach dem 15. Lebensjahr
  • häufig auftretende Schmerzen während oder nach dem Sex
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Juckreiz und starker Ausfluss
  • Beschwerden beim Urinieren oder Stuhlgang
  • Nebenwirkungen von Verhütungsmitteln

Wie bereitet man sich auf den Frauenarztbesuch vor?

Grundsätzlich ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich, aber es kann hilfreich sein, sich vorab eine Liste mit eigenen Fragen zu erstellen. Junge Mädchen können sich dabei von erfahreneren Freundinnen oder ihrer Mutter unterstützen lassen. Wichtige Informationen für den Gynäkologen oder die Gynäkologin sind:

  • Zeitpunkt der ersten Regelblutung
  • Datum der letzten Periode
  • Dauer des individuellen Zyklus

Was ist die Mädchensprechstunde?

Die Mädchensprechstunde ist eine Initiative des Berufsverbands österreichischer Gynäkologen, bei der junge Mädchen die Möglichkeit haben, sich zunächst ohne körperliche Untersuchung bei einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin sich zu informieren und sich mit der Ärztin oder dem Arzt vertraut zu machen.

Unter www.maedchensprechstunde.com findet man Gynäkologen und Gynäkologinnen, die dieses Service anbieten, sowie nähere Informationen über den ersten Besuch beim Frauenarzt.

Wie läuft der erste Termin beim Frauenarzt oder der Frauenärztin ab?

Beim ersten Besuch nimmt sich der Arzt oder die Ärztin Zeit für ein ausführliches Gespräch. Dabei stehen die Fragen und Anliegen der jungen Frau im Mittelpunkt. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin wird auch nach den Gegebenheiten der individuellen Regelblutung fragen und über Verhütungsmethoden sowie die HPV-Impfung aufklären. Ob danach eine gynäkologische Untersuchung stattfindet, hängt vom Wunsch der jungen Frau ab.

Welche Fragen stellt der Frauenarzt oder die Frauenärztin?

Für den Gynäkologe oder die Gynäkologin ist es wichtig, alles über die Gegebenheiten des individuellen Zyklus zu erfahren. Der Arzt oder die Ärztin wird nach folgenden Punkten fragen:

  • Zeitpunkt der ersten Menstruation
  • Regelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit der Blutung
  • Dauer der Blutung
  • Stärke der Blutung
  • Zeitpunkt der letzten Regelblutung

Zusätzlich wird der Facharzt oder die Fachärztin fragen:

  • Ob es bereits Geschlechtsverkehr gegeben hat (dies ist wichtig für die Art der Untersuchung)
  • Ob es Beschwerden oder Erkrankungen gibt (auch in der Familie)
  • Ob ein Verdacht auf eine Schwangerschaft vorliegt

Diese Fragen helfen dem Gynäkologe oder die Gynäkologin, ein umfassendes Bild vom Gesundheitszustand der jungen Frau zu erhalten und die bestmögliche Beratung und Behandlung zu gewährleisten.

Über welche Themen klärt der Gynäkologe oder die Gynäkologin junge Frauen auf?

Der Gynäkologe oder die Gynäkologin informiert junge Frauen insbesondere über folgende Themen:

  • Ablauf der gynäkologischen Untersuchung
  • Verhütung und verschiedene Verhütungsmethoden
  • Sexualität und sexuelle Gesundheit
  • Fragen rund um den Menstruationszyklus
  • HPV-Impfung

Was passiert bei einer frauenärztlichen Untersuchung?

Bei einer frauenärztlichen Untersuchung werden verschiedene Bereiche des Körpers untersucht:

  • Unterbauch: Der Arzt oder die Ärztin tastet den Bauch ab, um mögliche Auffälligkeiten zu erkennen.
  • Äußere Geschlechtsorgane: Diese werden visuell auf äußerliche Veränderungen wie Rötungen, Auffälligkeiten oder Verletzungen überprüft.
  • Vagina und Muttermund: Dies geschieht durch das Einführen eines Spekulums (Scheidenspiegel) in die Vagina. Bei Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, werden kleinere Spekula verwendet, und es sollte nicht schmerzhaft sein.
  • Tastuntersuchung: Dabei führt der Arzt zwei Finger vorsichtig in die Vagina ein, um die Vaginawände und den Beckenboden abzutasten und die Gebärmutter durch gleichzeitiges Abtasten des Bauchs zu untersuchen. Dabei werden Handschuhe getragen.

Bei Frauen ab 18 Jahren wird zudem ein Krebsabstrich (PAP-Abstrich) vom Muttermund genommen. Darüber hinaus werden die Brust und die Achselhöhlen abgetastet, um mögliche Knoten oder Verhärtungen zu erkennen. Eventuell wird auch eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke durchgeführt, um ein detaillierteres Bild zu erhalten.

Müssen die Eltern zum Frauenarzttermin mitkommen?

Ob man die Mutter oder eine andere Vertrauensperson zum Frauenarzttermin mitnimmt, ist eine individuelle Entscheidung. Viele Gynäkolog:innen raten jedoch dazu, da in der Aufregung manches vergessen werden kann und im Dreiergespräch oft mehr geklärt werden kann. Zudem ist es hilfreich, wenn eine zweite Person die Informationen des Frauenarztes oder der Frauenärztin mithört und eventuell etwas notiert.

5 Tipps für Eltern

Eltern können ihre Töchter unterstützen, indem sie:

  • Themen wie Sexualität und Verhütung rechtzeitig ansprechen und darüber aufklären
  • ihnen ein gutes Körpergefühl vermitteln
  • sie über den Ablauf eines Besuchs beim Frauenarzt informieren
  • sie begleiten, wenn die Tochter das wünscht
  • nachher auf alle ihre Fragen eingehen

Wie findet man einen guten Frauenarzt oder eine Frauenärztin?

Für viele junge Mädchen ist der Frauenarzt oder die Frauenärztin der Mutter die erste Anlaufstelle. Bei DocFinder findet man viele Informationen zu Frauenärzt:innen in der Umgebung.




FAQ

Grundsätzlich ist das möglich, denn der Frauenarzt oder die Frauenärztin kann auch während der Periode die gynäkologische Untersuchung durchführen. Allerdings ist der PAP-Krebsabstrich bei starker Blutung oft nicht durchführbar.

Eine frauenärztliche Untersuchung dient in erster Linie der Krebsvorsorge, die man einmal jährlich vornehmen lassen sollte. Abgesehen davon ist sie wichtig, wenn man Beschwerden wie Schmerzen, Brennen oder Juckreiz verspürt, unter Ausfluss leidet, starke Regelbeschwerden hat, Veränderungen an der Brust bemerkt oder wenn man Fragen zu Schwangerschaft und Verhütung hat.

Am längsten beim ersten Frauenarzttermin wird das Gespräch vorab dauern, in dem der Arzt oder die Ärztin alles Relevante zur Menstruation und zu eventuellen Beschwerden oder Krankheiten abfragt. Sollte danach noch eine frauenärztliche Untersuchung stattfinden, so dauert diese in der Regel nicht länger als zehn bis 15 Minuten.

Wenn man das nicht wünscht und wenn keine akuten Beschwerden vorliegen, muss bei ersten Termin keine gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden.

Die Empfehlung für die Krebsvorsorge mittels PAP-Abstrich lautet einmal jährlich. Ansonsten kann und soll man sich bei Beschwerden jederzeit an den Frauenarzt oder die Frauenärztin wenden.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

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