Skip to main content
eine Tasse heisser Tee, daneben Honig, Sanddorn, Zitrone, Ingwer
Elenka Klimova/shutterstock.com

Behandlung einer Erkältung

Bei allem medizinischen Fortschritt ist es bis heute nicht gelungen, ein Mittel zu finden, das gut gegen die typischen Erkältungsviren wirkt. Die Behandlung beschränkt sich also rein darauf, die Symptome zu mildern und die Viren so schnell wie möglich aus dem Körper zu befördern. Um den Schleim zu verflüssigen, ein schnelles Abfließen/Abhusten zu begünstigen und die Entzündung der Schleimhäute zu mildern, stehen zahlreiche Präparate zur Verfügung.

Hat eine Erkältung mit Kälte zu tun?

Einen direkten Zusammenhang gibt es nicht. Jedoch steigen im Winter die Fälle von Erkältungen stark an. Auslöser sind jedoch Viren und nicht die Kälte. Die trockene Winterluft bietet ihnen ideale Bedingungen zu ihrer Vermehrung. Dazu kommt, dass die Eintrittspforten der Viren (Nasenschleimhaut) im Winter schlechter durchblutet ist, welches die natürliche Immunabwehr erschwert.

Was hilft bei einer Erkältung?

Erkältungskrankheiten sind meist selbstlimitierende Erkrankungen der oberen Atemwege und stellen eine der häufigsten Erkrankungen dar. Sie treten in unterschiedlichen Ausprägungen (Schnupfen, Fieber, Müdigkeit) auf. Grund dafür ist die große Erregervielfalt.
Es existiert keine ursächliche Behandlung und die Therapie zielt auf eine Linderung der Symptome, eine Reduktion der Erkrankungsdauer und eine Verhinderung von Komplikationen ab. Die Behandlung erfolgt vorwiegend als Selbsttherapie, wobei verschiedene Heilmittel, Medikamente und Hausmittel zum Einsatz kommen.

Abschwellende Medikamente

Abschwellende Nasentropfen/Nasensprays erleichtern das Atmen und das Abfließen des Schleims bzw. das Schnäuzen. Da sich die Schleimhäute schnell an das Medikament gewöhnen und dann sogar ohne Krankheitserreger anschwellen, sollte man diese Präparate nicht länger als eine Woche und nicht allzu oft anwenden.

Abschwellende Medikamente kann man auch oral – in Form von lösbarem Pulver oder Tabletten – zu sich nehmen. Meist handelt es sich dabei um Kombinationspräparate, die auch Schmerzmittel und/oder Vitamin C enthalten.

Für alle abschwellend wirksamen Substanzen gilt: Sie wirken symptomatisch, können die Dauer der Erkältung jedoch nicht beeinflussen.

Salzhaltige Nasensprays

Manchmal reicht es auch, die Nase mit salzhaltigen Nasensprays zu behandeln um wieder leichter atmen zu können. Diese haben keinen Gewöhnungseffekt und könnten auch zur Vorbeugung eingesetzt werden.

Schmerzmittel

Substanzen wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen können zum Einsatz kommen, wenn im Rahmen der Erkältung Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber auftreten. Damit eine fiebersenkende und anti-entzündliche Wirkung eintritt, müssen diese Medikamente richtig dosiert werden; achten Sie daher unbedingt auf die Empfehlungen in der Packungsbeilage. Wer etwa einen empfindlichen Magen hat, sollte auf Acetylsalicylsäure besser verzichten. Auch Schmerzmittel wirken rein symptomatisch – und auch für sie gilt: Die Einnahme sollte man so kurz wie möglich gestalten, da Nebenwirkungen möglich sind.

Gegen Halsschmerzen helfen Lutschbonbons. Einige davon enthalten z. Bsp. Lidocain, das den Schmerz betäuben soll. Viele dieser Pastillen enthalten auch Kräuterauszüge, die schleimlösend wirken. Dazu zählen Extrakte des Thymians, Salbei oder der Primelwurzel. Die Einnahme von Honig wirkt ebenfalls schleimlösend und hat sich laut Studien auch bei Kindern ab einem Jahr bewährt (Achtung: Kinder unter einem Jahr sollte kein Honig verabreicht werden).

Vitamin C

In der Behandlung der Erkältung dürfte Vitamin C nicht wirksam sein; Studien zeigen aber, dass man mit Vitamin C einer Erkrankung vorbeugen kann.

Zink

Präparate mit Zink können laut Studien den Verlauf der Erkältung mildern bzw. verkürzen.  Wichtig dabei ist es diese möglichst früh nach Beginn der Erkältung einzunehmen!

Echinacea

Die Studienlage zur Echinacea-Präparaten ist widersprüchlich – einige Studien legen nahe, dass Echinacea sowohl in der Vorbeugung als auch zur Behandlung von Erkältungskrankheiten wirksam ist, andere sprechen eher dagegen. Einer der Gründe dafür: Echinacea-Präparate unterscheiden sich stark voneinander – je nachdem, welche Pflanzenteile zur Zubereitung verwendet werden bzw. ob es sich um ein homöopathisches Mittel handelt oder nicht.

Antibiotika

Da grippale Infekte  in der Regel durch Viren ausgelöst werden, sind Antibiotika nicht hilfreich. Auch bei einer bakteriellen Superinfektion sind Antibiotika zumeist nur dann angezeigt, wenn es zu einem sehr schweren Verlauf bzw. zu einer Komplikation kommt, etwa einer Lungenentzündung.

Hausmittel

Zu den Hausmitteln, die die Symptome einer Erkältung erleichtern können, in Studien aber unzureichend untersucht worden sind, zählen:

  • Inhalieren (z. B. mit Salz oder ätherischen Ölen): soll den Schleim verflüssigen
  • Einreiben der Brust mit  Zwiebel, Verzehr von Knoblauch: soll gegen Krankheitserreger wirken
  • Wadenwickel: soll Fieber senken

Tipps für einen leichteren Verlauf des grippalen Infekts:

  • Schonen Sie sich und bleiben Sie bei Fieber unbedingt im Bett!
  • Trinken Sie ausreichend, damit der Schleim flüssig wird; am besten ist warmer Tee (ideal mit Fenchelsamen, Thymian, Brunnenkresse, Holunderblüten, Ingwer).
  • Verwenden Sie Taschentücher nur einmal, um eine Wiederansteckung zu vermeiden.
  • Rauchen Sie nicht! Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute und lässt sie noch mehr anschwellen.
  • Haben Sie Geduld: eine Erkältung dauert in der Regel sieben bis zehn Tage. Und auch mehrere Infekte pro Jahr sind normal.

Bei starkem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, oder wenn weitere Symptome auftreten und die Beschwerden zunehmen und länger als zehn Tage anhalten, sollten Sie  einen Arzt aufsuchen. 

Das könnte Sie auch interessieren: Husten, grippaler Infekt, Grippe, Halsschmerzen, Rachenentzündung

 

  • Autor

    Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc

    Mag. Silvia Hecher hat in den USA Public Health studiert und verfügt über eine langjährige Expertise im Erstellen von medizinischen Inhalten.

Degeorge KC et al.: Treatment of the common cold; Am Fam Physician. 2019 Sep 1;100(5):281-289

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe, Robert Koch Institut; https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html#FAQId6941656; Zugriff: 2.9.2021

Atemwegsinfektion; infektionsschutz.de; https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/atemwegsinfektionen/; Zugriff: 2.9.2021

Krüger P.: 365 schnelle Hausmittel, NG Verlagsgesellschaft mbH Köln

Patient information from the BMJ Group: Common Cold. Web publication date: 16. März 2011. http://clinicalevidence.bmj.com

Zum Artikel: Frau liegt krank im Bett

Grippe, Erkältung oder COVID-19: So erkennen Sie den Unterschied

Ob es sich um Grippe, eine Erkältung oder COVID-19 handelt, ist oft nicht leicht zu sagen, denn die Symptome sind sehr ähnlich. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede im Verlauf, in der Intensität und in den Risiken.

Zum Artikel: Großaufnahme: Nasenspray

Grippeimpfung via Nasenspray: Für wen ist sie geeignet?

Die Grippeimpfung per Nasenspray ist eine nadellose Alternative für Kinder und Jugendliche. Sie enthält abgeschwächte Influenzaviren und wird direkt über die Nasenschleimhaut verabreicht, wo sie eine lokale Immunantwort in den Atemwegen auslöst.

Zum Artikel: Frau mit Kreatin-Pulver in der Küche. Mit Obst beim Shake vorbereiten

Kreatin – Wirkung, Nutzen und Anwendung im Überblick

Kreatin zählt zu den am besten erforschten Nahrungsergänzungsmitteln. Lange Zeit galt es als typisches Supplement für Kraftsportler und Bodybuilder. In diesem Artikel erfahren Sie, für wen Kreatin sinnvoll sein kann, wie es im Körper wirkt und worauf Sie bei der Einnahme achten sollten.

Zum Artikel: Ashwagandha-Wurzel, Pflanze und Pulver in einer Schüssel

Ashwagandha für Schlaf, Stress und Muskelaufbau: Wirkung, Risiken und was wirkli

Die aus Indien stammende Heilpflanze Ashwagandha wird in der ayurvedischen Medizin seit langem zur Gesundheitsförderung eingesetzt. Heute wird die Schlafbeere auch in Europa bei Schlafstörungen, Stress, zum Muskelaufbau und für viele weitere Zwecke eingesetzt.