Skip to main content
ASMR: Sternspritzer vor Mikrophon
Foto:NewAfrica/shutterstock.com

ASMR entspannt Ängstliche

Der Begriff ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) bezeichnet ein entspannendes und beruhigendes Gefühl, das sich von der Kopfhaut ausgehend über den ganzen Körper verbreitet. Ausgelöst wird das wohltuende Kribbeln durch akustische oder visuelle Sinnesreize sowie durch Berührungen, etwa Massagen. Videos von raschelnden Folien oder flüsternden Personen, die dieses Gefühl hervorrufen, erreichen via YouTube ein Millionenpublikum.

Während viele Menschen ASMR-Erfahrungen zur Entspannung nutzen, können andere diesem Phänomen nichts abgewinnen. Wer aber sind nun diejenigen, die davon profitieren? Dieser Frage gingen englische Forschende nun auf den Grund und baten Freiwillige, sich Videos anzusehen, das ASMR auslösen soll.
Die statistische Auswertung der Antworten der Teilnehmer ergab, dass vor allem Menschen, die ein höheres Maß an Neurotizismus und Angst aufweisen, von ASMR-Erfahrungen profitieren. Das Ansehen der Videos produzierte sogar bei Personen, denen dieses Phänomen nicht vertraut war, ein wohltuendes Kribbeln und eine Verminderung ihrer Ängste.

Die Autoren schlagen nun vor, dass AMSR als Intervention für Personen mit Angstzuständen oder Neurotizismus eingesetzt werden sollte. Also bei Personen, die zu emotionaler Instabilität neigen, häufig unzufrieden sind, eine Neigung zu übermäßiger Besorgnis aufweisen oder einen Hang zu schlechter Laune, Ärger oder Traurigkeit aufweisen.

Referenz:
Northumbria University Newcastle
Untangling the tingle: Investigating the association between the Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR), neuroticism, and trait & state anxiety; PlOS ONE 2022;  https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0262668

#asmr #psychologie #psychiatrie #angst #neurotizismus #angsttherapie #persönlichkeit #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Herzinfarkt – Rechtzeitig erkennen und vorbeugen

Herzinfarkt – Rechtzeitig erkennen und vorbeugen

Bei einem Herzinfarkt kommt es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Das ist meist bedingt durch ein Blutgerinnsel an einer bereits verengten Stelle des Gefäßes.

Zum Artikel: Cholesterin - Aufgaben, Referenzwerte und Behandlung erhöhter Werte

Cholesterin - Aufgaben, Referenzwerte und Behandlung erhöhter Werte

Zu viel Cholesterin im Blut kann jedoch die Gefäße schädigen und das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Hier erfahren Sie, welche Aufgaben Cholesterin erfüllt, was die Blutwerte aussagen und was bei erhöhten Werten hilft.

Zum Artikel: Perimenopause

Perimenopause: Bin ich schon in den Wechseljahren? Symptome, erste Anzeichen und

Die ersten Anzeichen der Wechseljahre beginnen oft viel früher und ganz anders als gedacht. Der Schlaf wird unruhiger, die Stimmung schwankt ohne ersichtlichen Grund und der Zyklus macht plötzlich, was er will.

Zum Artikel: Magnesium und besserer Schlaf

Magnesium und Schlaf: Kann das Mineral die Schlafqualität verbessern?

Magnesium soll das Einschlafen erleichtern und für erholsameren Schlaf sorgen. Besonders Magnesiumbisglycinat und Magnesium-L-Threonat werden dafür beworben. Doch wie gut ist die Wirkung belegt? Was über die verschiedenen Formen, die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt bekannt ist, erfahren Sie hier.