Skip to main content
Foto eines aufgeschnittenen Brotlaibes
shutterstock

Möglicher Durchbruch bei Zöliakie-Behandlung

Die Zöliakie ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Dünndarms. Bereits kleinste Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel (Getreide) lösen dabei Entzündungen der Dünndarmschleimhaut aus die auf Dauer zu einer Verkleinerung der Oberfläche der Darmschleimhaut führen. Dadurch können Betroffene weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen. Die Erkrankung kann auch zu Komplikationen wie Blutarmut, Knochenschwund oder Wachstumsverzögerungen führen.

Eine neues Zöliakiemedikament, der Transglutaminase-Hemmer ZED1227, könnte das Leben der Betroffen künftig verbessern, zeigt eine eben veröffentlichte Studie. Der Enzymblocker verhindert die Veränderung von Gluten-Bruchstücken, die bei Zöliakiepatienten zur Entstehung von Antikörper (sogenannte TG2-Antikörper) und den genannten Entzündungsreaktionen führt.   

Untersucht wurde das Medikament an 160 Patienten und mehreren Studienorten in sieben europäischen Ländern. Die neue Substanz verhinderte in jeder Dosierung die glutenbedingte Entzündung und den Zottenschwund. Dabei erwies sich die höchste Dosierung als am wirksamsten. Darüber hinaus verbesserten sich mit jeder Dosierung des Medikaments die Zöliakie-typischen Symptome sowie die empfundene Lebensqualität.

Damit ist es das erste Zöliakie-Medikament, für das eine klinische Wirksamkeit belegt werden konnte. Experten gehen aber davon aus, dass sich Betroffene weiterhin weitgehend glutenfrei ernähren werden müssen. Das Medikament könnte aber zumindest das in manchen Lebensmitteln „versteckte“ Gluten neutralisieren und so zu einer Verminderung von Symptomen beitragen.

Referenz:
Universität Mainz, Duisburg-Essen, Jena, Berlin, München, Oslo University…
A Randomized Trial of a Transglutaminase 2 Inhibitor for Celiac Disease, N Engl J Med 2021;
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2032441

#gluten #zoeliakie #medikament #darm #glutenunvertraeglichkeit #duenndarm #entzuendung #transglutaminase #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Herzinsuffizienz - Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Herzinsuffizienz - Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Etwa 300.000 Menschen sind in Österreich von Herzinsuffizienz betroffen. Was genau eine Herzinsuffizienz ist, welche Symptome auftreten können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihr Risiko für eine Herzinsuffizienz senken können.

Zum Artikel: Herzinfarkt – Rechtzeitig erkennen und vorbeugen

Herzinfarkt – Rechtzeitig erkennen und vorbeugen

Bei einem Herzinfarkt kommt es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Das ist meist bedingt durch ein Blutgerinnsel an einer bereits verengten Stelle des Gefäßes.

Zum Artikel: Cholesterin - Aufgaben, Referenzwerte und Behandlung erhöhter Werte

Cholesterin - Aufgaben, Referenzwerte und Behandlung erhöhter Werte

Zu viel Cholesterin im Blut kann jedoch die Gefäße schädigen und das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Hier erfahren Sie, welche Aufgaben Cholesterin erfüllt, was die Blutwerte aussagen und was bei erhöhten Werten hilft.

Zum Artikel: Perimenopause

Perimenopause: Bin ich schon in den Wechseljahren? Symptome, erste Anzeichen und

Die ersten Anzeichen der Wechseljahre beginnen oft viel früher und ganz anders als gedacht. Der Schlaf wird unruhiger, die Stimmung schwankt ohne ersichtlichen Grund und der Zyklus macht plötzlich, was er will.