Läufer greift sich ans Knie, wegen Knieschmerzen.
Foto: SKT Studio/shutterstock

Meniskusriss

Meniskusrisse zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, aber auch altersbedingte Abbauprozesse können eine Ursache für solche Verletzungen sein. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Meniskusrissen.

Meniskusriss, Meniskusruptur

Definition: rissförmige Verletzung in den Faserknorpelscheiben im Knie

Symptome: stechende, plötzlich einschießende Schmerzen im Kniegelenk, Schwellung des Kniegelenk, Knack- oder Schnappgeräusch im Kniegelenk, Bewegungseinschränkung, Gefühl einer Knieblockade, Instabilität des Kniegelenks

Diagnose: körperliche Untersuchung, Funktionsprüfungen, ggf. Röntgen, MRT

Behandlung: konservativ plus Physiotherapie; Operation: Meniskus-Teilentfernung, Meniskusnaht, Mensikusersatz

Was ist ein Meniskus?

In jedem Knie befinden sich Innen- und Außenmeniskus, zwei halbmondförmige elastische Scheiben aus Faserknorpel, die zwischen den Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkelknochen liegen. Der Innenmeniskus befindet sich auf der Innenseite des Oberschenkelknochens, während Außenmeniskus auf der Außenseite liegt.

Während der Außenmeniskus nur teilweise mit der Gelenkkapsel verwachsen ist, ist der Innenmeniskus fest mit der Gelenkkapsel und dem Innenband verbunden, weshalb er im Vergleich zum Außenmeniskus weniger beweglich ist und anfälliger für Verletzungen ist.

Was sind die Funktionen des Meniskus?

Die Menisken erfüllen mehrere wichtige Funktionen. Durch ihre glatte Knorpeloberfläche reduzieren sie die Reibung, zu der es zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne bei Bewegungen im Kniegelenk kommt. Darüber hinaus wirken sie wie Stoßdämpfer und dämpfen die Bewegungen innerhalb des Kniegelenks ab. Zusätzlich gewährleisten sie eine gute Verteilung von Gewicht und Druck auf das Kniegelenk und sorgen dafür, dass die Gelenkflächen des Oberschenkel- und Schienbeinknochens perfekt aufeinander passen.

Was ist ein Meniskusriss?

Ein Meniskusriss ist eine rissförmige Verletzung in den Faserknorpelscheiben im Knie und entsteht entweder durch äußere Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk oder infolge von degenerativem (abbaubedingtem) Verschleißerscheinungen der Menisken.

Meniskusrisse zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, wobei die Verletzung in den meisten Fällen durch eine Drehung des Knies verursacht wird. Der Innenmeniskus ist dabei am häufigsten betroffen, da er fest mit der Gelenkkapsel und dem Innenband verbunden ist und daher weniger beweglich ist. Bei solchen Sportverletzungen können auch andere Strukturen im Kniegelenk beschädigt werden, wie etwa Seiten- oder Kreuzbänder oder Knochen-Knorpelschäden.

Darüber hinaus kann ein Meniskusriss auch durch chronische Überbelastung des Kniegelenks auftreten, insbesondere bei Berufsgruppen, die häufig in hockender oder kniender Position arbeiten. Degenerative Meniskusverletzungen treten oft ab dem 40. Lebensjahr auf, wenn natürlicher Verschleiß der Menisken einsetzt. Durch diese Degeneration kann das Meniskusgewebe bereits bei geringer Belastung oder sogar ohne äußere Gewalteinwirkung reißen

Welche Rissformen gibt es?

Ein Meniskusriss kann sich in allen Richtungen durch das Gewebe ziehen. Die häufigsten Rissformen sind der Korbhenkelriss und der Radiärriss, während Horizontalrisse seltener vorkommen.

  • Korbhenkelriss: Der Riss verläuft längs durch den Meniskus und hat keine Verbindung zum inneren Rand. Die Länge des Risses kann variieren und reicht manchmal über die Hälfte der Meniskuslänge. Dieser Riss kann zu Einklemmungserscheinungen führen.
  • Radiärriss: Der Riss geht an unterschiedlichen Stellen vom inneren Rand des Meniskus aus und verläuft entlang des Meniskusradius unterschiedlich weit nach außen.
  • Lappenriss: Bei einem Lappenriss ist der innere Rand des Meniskus am Innenmeniskus eingerissen. Der lappenartig gelöste innere Anteil des Meniskus kann Blockaden und Einklemmungserscheinungen verursachen.
  • Horizontalriss: Horizontalrisse betreffen hauptsächlich das Meniskushinterhorn und verursachen Schmerzen, jedoch keine Einklemmungserscheinungen.

Was sind die Symptome eines Meniskusrisses?

Ein Meniskusriss, der durch eine Verletzung verursacht wurde, führt zu Schwellungen des Knies und akuten Knieschmerzen. Anders ist das bei Meniskusrissen durch degenerativen Verschleiß. Sie zeigen sich nicht als akute Knieverletzung, aber sie beschleunigen den Knorpelverlust im Kniegelenk.

Folgende Symptome deuten auf einen Meniskusriss hin:

  • stechende, plötzlich auftretende Schmerzen im Kniegelenk
  • Schwellung des Kniegelenks
  • Knack- oder Schnappgeräusche im Kniegelenk
  • Bewegungseinschränkung
  • Gefühl einer Knieblockade
  • Instabilität des Kniegelenks

Wie wird ein Meniskusriss diagnostiziert?

Bei Verdacht auf einen Meniskusriss wird zunächst ein Anamnesegespräch geführt, bei dem sich der Arzt oder die Ärztin nach aktuellen Beschwerden und einem etwaigen Unfallhergang oder besonderer beruflicher Kniebelastung erkundigt.

Bei der körperlichen Untersuchung kann ein Gangbild auf ein Entlastungshinken hinweisen. Eine Druckuntersuchung kann zeigen, ob der betroffene Gelenkspalt druckschmerzhaft ist. Verschiedene Funktionstests, bei denen der betroffene Meniskus unter Spannung gesetzt wird und das Knie in verschiedenen Positionen gebeugt, gestreckt und gedreht wird, dienen dazu, die Beweglichkeit und eventuelle Blockaden festzustellen. Gleichzeitig wird auch die Stabilität der Bänder überprüft, um mögliche Bandverletzungen zu identifizieren.

Ein Röntgenbild kann den Meniskusriss nicht zeigen, wird jedoch trotzdem häufig durchgeführt, um andere Probleme wie Arthrose oder Frakturen auszuschließen. Für eine definitive Diagnose liefert eine Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung oft entscheidende Informationen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Wahl der Behandlung hängt von der Art und dem Ausmaß der Meniskusverletzung ab. Nicht jeder Meniskusriss muss operativ behandelt werden. Oft ist der Meniskus nicht vollständig durchgerissen und wenn er stabil ist und das Gewebe nicht verschoben ist, kann er von alleine vernarben. Bei leichteren Meniskusverletzungen, die keine Instabilität im Knie verursachen, oder auch bei degenerativen Meniskusrissen, wird oft eine konservative Therapie angewandt.

In der akuten Phase ist es wichtig, das Knie ruhig zu stellen, bis Schmerzen und Schwellungen nachlassen. Hierbei können auch Krücken oder Stützbandagen zum Einsatz kommen. Entzündungshemmende Medikamente (beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen) und regelmäßiges Kühlen des Knies sind weitere unterstützende Maßnahmen.

Nach der akuten Phase mit Schmerzen und Schwellungen wird oft Physiotherapie eingesetzt. Ihr Ziel ist es, den Oberschenkelmuskel zu stärken, das Kniegelenk zu stabilisieren und seine Funktion wiederherzustellen. Die Operation eines Meniskusrisses wird in der Regel dann durchgeführt, wenn der Riss starke Beschwerden verursacht, das Knie blockiert oder wiederholt anschwillt, andere Kniestrukturen wie Bänder verletzt sind oder eine konservative Behandlung nicht erfolgreich war.

Dabei wird zwischen folgende Operationen unterschieden:

  • Partielle Meniskektomie (Teilentfernung des Meniskus): Diese wird in der Regel arthroskopisch durchgeführt und erfolgt so schonend wie möglich, um möglichst viel Meniskusgewebe zu erhalten. Bei einem Korbhenkelriss wird der innen liegende Teil des Meniskus entfernt indem die hintere und vordere Begrenzung des Risses bis an den inneren Meniskusrand verlängert werden. Ein Radiärriss wird halbkreisförmig ausgeschnitten. Beim Horizontalriss wird der gerissene Anteil ebenfalls bogenförmig entfernt.
  • Meniskusrefixation (Meniskusnaht): Auch diese wird üblicherweise arthroskopisch durchgeführt und ist dort möglich, wo der Meniskus ausreichend Blutzufuhr für die Heilung des Risses erhält. Dies ist oft bei Korbhenkelrissen der Fall.
  • Meniskusersatz: Dabei wird der beschädigte Meniskus vollständig entfernt und durch einen künstlichen Meniskusersatz ersetzt. Diese Methode wird nur dann angewendet, wenn alle anderen Behandlungsversuche erfolglos waren oder der Meniskus irreparabel geschädigt ist.

Nach der Behandlung

Die Nachbehandlung eines Meniskusrisses richtet sich nach den individuellen Beschwerden und danach, ob eine Teilentfernung des Meniskus oder eine Meniskusnaht durchgeführt wurde.

Nach einer Meniskusteilentfernung ist meist keine strenge Nachbehandlung erforderlich. Das operierte Bein kann schon wenige Tage nach dem Eingriff teilweise mit Unterstützung von Unterarmgehstützen belastet werden. Eine vollständige Belastung ist oft nach ein bis zwei Wochen möglich, und sportliche Aktivitäten können normalerweise nach etwa sechs bis acht Wochen wieder begonnen werden. Es wird empfohlen, begleitende physiotherapeutische Übungen durchzuführen.

Bei einer Meniskusnaht ist die Nachbehandlungszeit deutlich länger, da der genähte Meniskus Zeit zum Heilen benötigt. Das Knie sollte in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Operation nur teilbelastet werden, und die Bewegung muss eingeschränkt werden, um keine Belastung auf die Naht auszuüben. Eine vollständige Belastung ist normalerweise erst sechs Wochen nach dem Eingriff möglich, und die volle Sportfähigkeit ist meist erst etwa vier Monate nach der Operation gegeben. Eine begleitende und intensive Physiotherapie ist in jedem Fall notwendig

Weitere wichtige Informationen zum Meniskusriss finden Sie in unserer Expertensprechstunde mit Dr Christian Gäbler.

FAQ

Die Zeit, die benötigt wird, um die Beschwerden zu lindern und das Knie wieder normal beweglich zu machen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Art, der Ort und die Schwere des Meniskusrisses sowie eventuelle Verletzungen der Bänder. Das Alter des Patienten und die Art der Behandlung sind ebenfalls wichtige Faktoren. Im Allgemeinen ist die Genesungszeit nach einer Meniskusteilentfernung kürzer als nach einer Meniskusnaht.

Ein Meniskusriss kann wieder auftreten, wenn es erneut zu starker oder chronischer Belastung kommt. Das ist zum Beispiel häufig bei Sportlern oder Berufsgruppen, die ihre Tätigkeit überwiegend im Hocken oder im Knien durchführen, der Fall.

Prinzipiell können kleinere Meniskusrisse mit konservativer Behandlung und Schonung von alleine vernarben oder heilen. Trotzdem ist es wichtig, sich an den Facharzt zu wenden, denn unbehandelt kann der Riss größer werden und auch Bänder und Gelenkknorpel im Knie schädigen.

Einem Meniskusriss kann man nur bedingt vorbeugen. Grundsätzlich sind gezielte Stabilisations- und Dehnübungen sowie Muskelaufbautraining, der Abbau von Übergewicht und die Vermeidung von ruckartigen Drehbewegungen ein gewisser Schutz vor Meniskusrissen. Bei Meniskusverletzungen durch degenerative Prozesse gibt es naturgemäß keine Vorbeugung.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

Wülker N (Hg): Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie, 4. unveränderte Auflage, Stuttgart Thieme 2022.

Gesenhues S und A: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. 9. Auflage, Urban & Fischer 2020.

https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/gelenkverletzungen/meniskusverletzung.html, Abruf Oktober 2023

https://deximed.de/home/klinische-themen/orthopaedie/patienteninformationen/knie/meniskusverletzung, Abruf Oktober 2023

https://www.arztnoe.at/fileadmin/Data/Documents/pdfs/elearning/dfp-miniskus-010223.pdf, Abruf Oktober 202

ICD 10 Codes: S83.2 M23

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