Frau hält sich am Bauch
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Magen-Darm-Grippe

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall – die Symptome einer Magen-Darm-Grippe sind sehr unangenehm, halten jedoch meist nur einige Tage an. Die Erkrankung, die mit der echten Grippe nichts zu tun hat, betrifft Kinder und Erwachsene und kann durch eine Vielzahl von Krankheitserregern hervorgerufen werden. Ursachen, Ansteckung, Symptome und Behandlung – lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema Magen-Darm-Grippe.

Magen-Darm-Grippe

Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis): Entzündung im Bereich des Magen-Darm-Trakts, Schleimhautentzündung von Magen und Dünndarm (kann auch den Dickdarm betreffen)

Ursachen: Infektion mit bestimmten Krankheitserregern (in manchen Fällen andere Ursachen)

Erreger: Viren (z. B. Rotaviren, Noroviren), Bakterien (z. B. Salmonellen, bestimmte E. coli-Stämme, Campylobacter), Parasiten

Ansteckungswege: Kontakt-/Schmierinfektion, Tröpfcheninfektion, kontaminierte Lebensmittel/Tierprodukte, verdorbene Lebensmittel u. a. (je nach Erreger)

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen, Krämpfe, Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit u. a. (genaues Beschwerdebild vom Erreger und anderen Faktoren abhängig)

Mögliche Komplikationen: Verlust von zu viel Flüssigkeit/Austrocknung u. a. (Komplikationen sind eher selten)

Behandlung: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhe, Elektrolytpulver, orale Rehydrationslösungen, Sekretionshemmer, Antibiotika nur selten und bei bestimmten Personengruppen u. a.

Vorbeugung: Auf gründliche Hygiene achten (Hände regelmäßig gründlich waschen!), engen Kontakt mit Erkrankten möglichst meiden, im Krankheitsfall zu Hause bleiben um andere nicht anzustecken, Impfung gegen Rotaviren (ab vollendeter sechster Lebenswoche) u. a.

Was ist die Magen-Darm-Grippe?

Bei einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) handelt es sich um eine Schleimhautentzündung von Magen (Gastritis) und Dünndarm (Enteritis). Auch der Dickdarm kann von der Entzündung betroffen sein. Die Erkrankung verursacht Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) und andere Symptome und ist ein häufiger Grund für das Aufsuchen einer Arztpraxis. Die Bezeichnung “Magen-Darm-Grippe“ ist etwas irreführend, da die Erkrankung nichts mit der echten Grippe (Influenza) zu tun hat. Magen-Darm-Grippe kommt in jedem Alter vor.

Welche Ursachen hat eine Magen-Darm-Grippe?

Eine Gastroenteritis kann durch verschiedene Krankheitserreger verursacht werden, welche die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt angreifen, beeinträchtigen und Brechdurchfall verursachen. Die Erreger gelangen durch den Mund in den Magen und von dort aus in den Darm, vermehren sich und werden mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. Die Erreger oder durch sie produzierte Giftstoffe können die Magenschleimhaut schädigen und einen Brechreiz auslösen, weshalb der Körper versucht, sich von den krankheitsverursachenden Keimen zu befreien. Die Beeinträchtigung der Schleimhautzellen im Darm führt wiederum, je nach Erreger, über verschiedene Mechanismen zu Durchfall.

Zu den möglichen Erregern zählen:

  • Viren: In den meisten Fällen ist die Grippe auf eine Infektion mit Viren zurückzuführen. Durch den Virenbefall wird die Schleimhaut geschädigt, wobei der gesamte Verdauungstrakt betroffen sein kann. Mögliche Erreger sind u. a. Rotaviren (Rotavirus-Gastroenteritis), Noroviren (Norovirus-Gastroenteritis), Sapoviren, Adenoviren und Astoviren. Bei Kindern ist eine Magen-Darm-Grippe zumeist auf eine Infektion mit Rotaviren zurückzuführen, bei Erwachsenen sind u. a. Noroviren häufige Krankheitserreger.
  • Bakterien: Bakteriell bedingte Gastroenteritiden sind seltener als durch Viren verursachte Magen-Darm-Infekte, verlaufen jedoch oftmals schwerer. Einige der bakteriell bedingten Erkrankungen sind meldepflichtig. Bakterielle Erreger einer Magen-Darm-Grippe sind u. a. Salmonellen (Salmonellen-Gastroenteritis), Campylobacter (Campylobacter-Enteritis), Shigellen (Shigellenruhr), Yersinien (Yersinien-Enteritis) und bestimmte Stämme von Escherichia coli (E. coli), darunter z. B. enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) und enterotoxische Escherichia coli (ETEC).
  • Parasiten: Neben Viren und Bakterien können auch bestimmte Parasiten für eine Gastroenteritis verantwortlich sein, darunter z. B. Entamoeba histolytica (Verursacher der Amöbenruhr) und Giardia lamblia (Erreger der Giardiasis/Lamblienruhr).

Wie erfolgt die Ansteckung?

Es gibt verschiedene Ansteckungswege:

  • Kontakt- oder Schmierinfektion: Dabei werden die Erreger über den Stuhl oder das Erbrochene und kontaminierte Gegenstände weitergegeben, etwa, wenn sich die erkrankte Person nach dem Toilettenbesuch die Hände nicht ausreichend wäscht. Die Erreger können so in der Umgebung verteilt und durch Berührung eines kontaminierten Gegenstandes oder einer kontaminierten Fläche durch eine andere Person über die Hände in den Mund gelangen. Man spricht hier auch von einem fäkal-oralen Übertragungsweg.
  • Tröpfcheninfektion: Dabei kommt es zu einer Übertragung der Viren über die Luft. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Erkrankter erbricht und die virushaltigen Tröpfchen von einer anderen Person eingeatmet werden. Häufig ist dieser Übertragungsweg etwa beim Norovirus.
  • Übertragung über kontaminierte Lebensmittel: Bei manchen Erregern kommt es zu einer Übertragung vom Tier auf den Menschen. Die Ansteckung passiert, wenn kontaminierte Tierprodukte wie rohe Eier (z. B. in Mayonnaise, Tiramisu) oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch konsumiert wurden. Häufige Erreger dieses Typs sind Bakterien wie Salmonellen oder Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC).

Was sind die Symptome bei einer Magen-Darm-Grippe?

Eine Magen-Darm-Grippe setzt meistens plötzlich bzw. binnen weniger Stunden ein, typische Symptome sind:

  • Übelkeit: Sie kann sehr ausgeprägt sein und zu häufigem Erbrechen führen.
  • Erbrechen: Dieses Symptom geht dem Durchfall meist voraus. Nicht selten übergeben sich Betroffene mehrmals pro Stunde.
  • Durchfall: Die Konsistenz des Stuhls und die Häufigkeit und Intensität der Durchfälle variieren je nach Erreger. Häufig ist der Stuhl wässrig oder breiig, in manchen Fällen können die Durchfälle auch schleimig oder blutig sein. Die häufigen Durchfälle können zu Reizungen im Bereich des Afters führen.
  • Bauchschmerzen und -krämpfe

Neben diesen Hauptsymptomen können, je nach Erreger, verschiedene allgemeine Symptome auftreten, darunter Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Da der Körper praktisch nichts für sich behalten kann und durch das Erbrechen und den Durchfall auch viel Flüssigkeit und Elektrolyte verlorengehen, kann eine Magen-Darm-Grippe sehr kräftezehrend sein.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit ist meistens kurz, variiert jedoch, je nach Erreger, von einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen. Bei Noroviren dauert die Inkubationszeit ein bis zwei Tage, bei Rotaviren ein bis drei Tage, bei Salmonellen in der Regel zwölf bis 36 Stunden, bei EHEC durchschnittlich zwei bis vier Tage, wobei die Angaben dazu in der Literatur variieren.

Wie lange ist man ansteckend?
Sobald Betroffene mit den Erregern infiziert sind, können sie andere Menschen anstecken. Dies schließt auch die Inkubationszeit ein – Betroffene wissen also oftmals noch nicht, dass sie für andere ansteckend sind. Nach dem Abklingen der Symptome und bei gefühlter Genesung ist die Ansteckungsgefahr noch immer für einige Tage (manchmal Wochen) gegeben, da in dieser Zeit noch Erreger ausgeschieden werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, zu jedem Zeitpunkt auf das Einhalten bestimmter Hygienemaßnahmen zu achten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ansprechpartner ist der Arzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt). Der Arzt sollte vor allem aufgesucht werden, wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern und das Fieber anhält, der Stuhl blutig ist, sich Anzeichen einer Austrocknung zeigen oder, wenn die Erkrankung kurz nach der Rückkehr von einer Fernreise oder einer Spitalentlassung beginnt. Bei Kindern und älteren Menschen sollte immer ein Arztbesuch erfolgen. Zu Beginn stehen die Anamnese und Befragung des Patienten. Der Arzt kann eine Magen-Darm-Grippe meistens bereits anhand der geschilderten Symptome erkennen. Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung, bei welcher auch besonders auf mögliche Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels geachtet wird. Unter bestimmten Umständen (z. B. bei Blut im Stuhl, Auftreten der Symptome nach einem Auslandsaufenthalt, bei Verdacht auf eine meldepflichtige Infektion) können weitere Untersuchungen notwendig sein (Stuhlprobe/Erregernachweis mittels Stuhlkultur, Blutuntersuchung, Darmspiegelung u. a.).

Behandlung: Ernährung

  • Flüssigkeit: Besonders wichtig bei einer Magen-Darm-Grippe ist es, möglichst viel zu trinken um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Am besten sind stilles Wasser und ungesüßte Tees. In der Apotheke erhältliche Elektrolytpulver können bei einem Elektrolytmangel helfen, wobei es vor dem Einsatz wichtig ist, sich von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen.
  • Leichte Kost: Sobald das Erbrechen nachlässt bzw. einige Stunden nach dem Einsetzen der Symptome, sollten Betroffene versuchen leichte Kost zu sich zu nehmen. Als gut geeignet bzw. bekömmlich gelten beispielsweise Suppenbrühe, Salzstangen und Brot.

Behandlung: Medikamente

Bei einer unkomplizierten Magen-Darm-Grippe kommen Medikamente in der Regel eher nicht zum Einsatz. Für die Behandlung einer durch Viren verursachten Magen-Darm-Grippe gibt es keine spezifischen Medikamente. Antibiotika sind nur bei Bakterien wirksam, werden bei einer Gastroenteritis jedoch sehr zurückhaltend und nur in bestimmten Fällen eingesetzt.

Um die Symptome zu lindern können unter Umständen Sekretionshemmer gegen Durchfall und Antiemetika gegen Übelkeit und Brechreiz gegeben werden.

Behandlung: Hausmittel

Darüber hinaus gibt es bei Magen-Darm-Grippe bestimmte Hausmittel, die helfen können die Beschwerden zu lindern. Manche greifen auf Heilerde und Aktivkohle aus der Apotheke zurück, anderen Menschen helfen geriebene Äpfel, Bananenbrei und gekochte Karotten sowie Flohsamenschalen und Leinsamen (Quellstoffe).

Als weitere Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe gelten u.a. Hefe, Uzarawurzel, Probiotika und Präparate mit Pektingehalt. Ferner gibt es Magen-Darm-Tees, die beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken können, bei Bauchkrämpfen kann Wärme, z. B. in Form einer Wärmeflasche, hilfreich sein.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Ansteckungsgefahr ist bei Magen-Darm-Grippe allgemein hoch, variiert jedoch ebenfalls in Abhängigkeit vom Erreger. Außerdem spielt es eine Rolle, wie stark das Immunsystem des betroffenen Patienten ist. Deshalb sind Babys und kleine Kinder sowie ältere und immungeschwächte Personen besonders gefährdet und häufiger von Gastroenteritiden betroffen.

Zu welchen Komplikationen kann es kommen?

Bei größeren Verlusten von Flüssigkeit und Elektrolyten kann es zur Austrocknung (Dehydration) kommen. Eine leichte Dehydration ist bei Erwachsenen in der Regel nicht weiter problematisch, bei Fortschreiten des Zustands bzw. einer schweren Dehydration können sich jedoch ernsthafte gesundheitliche Probleme entwickeln, weswegen es wichtig ist, den Verlust rechtzeitig auszugleichen. Mögliche Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sind, je nach Ausmaß, Durst, trockene Haut und Schleimhäute, eingesunkene Augen, Kopfschmerzen, verminderte Harnausscheidung, “stehende“ Hautfalten, Schwäche u.a.

Bei kleinen Kindern kann es rascher zur Austrocknung und gesundheitlichen Auswirkungen kommen, weswegen bei Anzeichen einer Magen-Darm-Grippe stets ein Arzt aufgesucht werden sollte. Gleiches gilt für ältere Menschen.

Magen-Darm-Grippe – vorbeugende Maßnahmen

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen, insbesondere nach jedem Toilettenbesuch, nach dem Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln, vor dem Kochen und vor dem Essen; nach dem Toilettenbesuch ist es nicht ausreichend, die Hände lediglich kurz mit Wasser zu spülen, stattdessen sollten die Hände mindestens zwei Minuten mit Seife gewaschen werden
  • Möglichst keine rohen Eier, kein ungenügend erhitztes Fleisch und kein ungewaschenes Obst und Gemüse essen; darauf achten, dass Speisen richtig gelagert und gekocht/durchgebraten werden
  • Engen Kontakt mit Erkrankten möglichst meiden
  • Gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Geschirr und anderen Utensilien mit Erkrankten meiden
  • Im Krankheitsfall die Toilette und Türklinken regelmäßig gründlich reinigen und desinfizieren
  • Im Krankheitsfall zu Hause bleiben, um die Ansteckung anderer zu verhindern

Vorbeugung auf Reisen

Hier gelten die oben beschriebenen Maßnahmen besonders. Außerdem sollte man sich an den Leitsatz „Cook it, peel it or leave it“ halten und nur gekochte Speisen essen, Obst und Gemüse immer schälen und kein Leitungswasser trinken (Eiswürfel eingeschlossen).

Gibt es eine Impfung?

Seit 2006 gibt es eine Impfung gegen Rotaviren. Die Schluckimpfung soll ab der vollendeten sechsten Lebenswoche verabreicht werden und ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten.

FAQ

Wie lange eine Magen-Darm-Grippe anhält ist vom Erreger und von individuellen Faktoren abhängig. Komplikationen sind eher selten, vor allem, wenn Betroffene ansonsten gesund sind. In der Regel klingen die Beschwerden nach einigen Tagen ab, die Genesung setzt ein und die Verdauung normalisiert sich wieder.

Der Arzt sollte vor allem aufgesucht werden, wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern und das Fieber anhält, der Stuhl blutig ist, sich Anzeichen einer Austrocknung zeigen oder, wenn die Erkrankung kurz nach der Rückkehr von einer Fernreise oder einer Spitalentlassung beginnt. Bei Kindern und älteren Menschen sollte immer ein Arztbesuch erfolgen. Ansprechpartner ist der Arzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt).

Es ist wichtig, leichte Kost zu sich zu nehmen, sobald der Körper das wieder erlaubt. Empfohlen werden etwa Suppenbrühe, Zwieback, gekochte Karotten und Kartoffeln, geriebener Apfel und Bananenbrei.

  • Autor

    Katharina Miedzinska, MSc

    Medizinjournalistin

    Katharina Miedzinska-Baran ist eine freie Medizinjournalistin, Biologin und Diätologin mit umfangreicher Expertise in der Erstellung medizinischer Inhalte sowie großem Interesse an Gesundheitsthemen.

  • Co-Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

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