Skip to main content
Alzheimer
Foto:KaterynaKon/Shutterstock

Alzheimer und Darmflora

Dem Darmmikrobiom, bestehend aus unzähligen Bakterien und vielen weiteren Mikroorganismen, kommt durch die Mit-Regulierung des Stoffwechsels und Hormonhaushalts, als auch als wichtiger Komponente des Immunsystems, eine zentrale Funktion bei der Unterstützung der menschlichen Gesundheit zu. Es spielt auch eine wichtige Rolle bei der Kommunikation zwischen dem Magen-Darm-Trakt und dem Gehirn.

Aktuelle Studienergebnisse zeigen jetzt, dass das Darm-Mikrobiom auch bei der Alzheimer-Krankheit von Bedeutung ist. Ein deutsches Forschungsteam konnte anhand einer Studie einen neuen Weg aufzeigen, wie sich die Alzheimer-Krankheit bei Betroffenen frühzeitig identifizieren lässt.

Im Rahmen der AlzBiom-Studie untersuchten sie das Darm-Mikrobiom von jeweils 100 gesunden älteren Menschen ohne Gedächtnisbeeinträchtigung, 100 Personen mit leichten Gedächtnisbeeinträchtigungen und 100 Personen mit gesicherter leichtgradiger Alzheimer-Demenz. Mithilfe des Shotgun Metagenomics Sequencing, einer Methode zur Sequenzierung und Messung von langen DNA-Strängen, konnte erstmals nachgewiesen werden, dass sich das Darm-Mikrobiom von PatientInnen mit Alzheimer sowohl auf der Speziesebene (Zusammensetzung der Bakterienarten) als auch auf funktioneller Ebene (Stoffwechselprozesse) vom Darm-Mikrobiom gesunder Studienteilnehmender deutlich unterscheidet. Die Analyse des Mikrobioms erlaubt eine treffsichere Identifizierung von Alzheimer-Erkrankten, was die diagnostische Bedeutung des Darm-Mikrobioms unterstreicht.

Auch wenn die Erkrankung derzeit nicht geheilt werden kann, sprechen die Untersuchungsergebnisse dafür, dass eine Beeinflussung des Darm-Mikrobioms ein neuer, innovativer Ansatz zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung darstellen könnte.

Referenz:
Universität Tübingen, TU Darmstadt
Signature of Alzheimer’s Disease in Intestinal Microbiome: Results From the AlzBiom Study, Frontiers in Neuroscience 2022; https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2022.792996/full

#mikrobiom #darm #gesundheit #alzheimer #neurologie #demenz #gehirn #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: glückliche Frau im Wald - Resilienz-Übungen

Resilienz-Übungen: So stärken Sie Ihre mentale Widerstandskraft im Alltag

Resilienz lässt sich stärken. Nicht von heute auf morgen und nicht durch einen einzelnen Trick. Aber durch kleine Übungen, regelmäßige Gewohnheiten und einen bewussteren Umgang mit Stress.

Zum Artikel: Resiliente Kinder

Resilienz bei Kindern stärken: Was Kinder stark macht

Kinder erleben im Alltag viele kleine und große Herausforderungen: Streit mit Freundinnen und Freunden, schlechte Noten, Enttäuschungen, Leistungsdruck, Veränderungen in der Familie oder das Gefühl, nicht dazuzugehören. Nicht jedes Kind geht gleich damit um.

Zum Artikel: Mann hält Regenschirm gegen den Wind

Resilienz: Krisenkompetenz durch innere Stärke

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, schwierige Lebensphasen, Rückschläge und Krisen zu bewältigen, ohne dauerhaft aus dem seelischen Gleichgewicht zu geraten. Sie hilft dabei, mit Belastungen umzugehen und nach herausfordernden Erfahrungen wieder Stabilität zu finden.

Zum Artikel: Bronchitis: Ein Mann mit Schal hustet in seine Faust

Akute und chronische Bronchitis – Ursachen, Symptome und Behandlung

Husten, Schleim im Hals und ein Druckgefühl in der Brust: Hinter solchen Beschwerden kann eine Bronchitis stecken. Dabei sind die Bronchien in der Lunge entzündet. Eine akute Bronchitis wird meist durch Viren verursacht und tritt besonders im Winter in der kalten Jahreszeit auf.