Was passiert beim Frauenarztbesuch? Welche Themen deckt dieser ab?

Was passiert beim Frauenarztbesuch? Welche Themen deckt dieser ab?

Stand: Januar 2019 Entgeltlicher Content

Dr. Doris Linsberger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Praktische Ärztin in 3500 Krems an der Donau, beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Frauenarztbesuch.

Dr. Doris Linsberger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Praktische Ärztin in 3500 Krems an der Donau, beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Frauenarztbesuch.

Frage 1: Was passiert beim Frauenarztbesuch?

Der Untersuchungsablauf hängt vom Grund des Besuches ab. Bei einer gynäkologischen Routine oder Vorsorgeuntersuchung wird zuerst eine ausführliche Anamnese erhoben und die Patientin nach etwaigen Problemen gefragt. Danach wird eine gründliche Untersuchung durchgeführt, die eine Spiegeluntersuchung mit Kolposkopie, d.h. eine Lupenuntersuchung des Muttermundes, die Abnahme des Krebsabstriches, die Beurteilung des Nativsekretes unter dem Mikroskop, eine bimanuelle Tastuntersuchung des Unterleibs und natürliche eine Tastuntersuchung der Brust beinhaltet. Wenn es erforderlich ist, werden zusätzliche diagnostische Maßnahmen, wie z.B. Blutabnahmen oder die Abnahme von speziellen Abstrichen, wie HPV Typisierung, bakteriologische oder Chlamydien-Abstriche durchgeführt. In der Schwangerschaft werden die vorgeschriebenen fünf Mutter-Kind Pass Untersuchungen durchgeführt, verbunden mit einer ausführlichen Aufklärung der werdenden Mutter, z.B. über Verhaltensmaßnahmen in der Schwangerschaft oder der Möglichkeit pränatal-diagnostische Untersuchungen durchführen zu lassen. Erweitert werden diese Untersuchungen, wenn Bedarf besteht, durch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen oder Blutabnahmen und andere diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Frauen, die mit akuten Beschwerden, z.B. mit Infekten im Urogenitalbereich vorstellig werden, wird je nach Bedarf geholfen. Zusätzlich beraten wir Frauen bei Fragen betreffend Verhütung, Kinderwunsch, Wechselbeschwerden oder Blasenschwäche.

Frage 2: Wie oft sollte man gehen?

Prinzipiell sollte man einmal jährlich zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung gehen. Unter bestimmten Umständen, z.B. wenn im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Krebsabstrich aufgetreten ist, sollte man natürlich kurzfristige Kontrollen durchführen. Im Rahmen der Schwangerenbetreuung sind im Mutter-Kind Pass fünf Untersuchungen vorgeschrieben und die sollten auf jeden Fall eingehalten werden. Unter bestimmten Umständen ist es in der Schwangerenbetreuung sinnvoll mehrere Untersuchungen anzubieten, z.B. wenn eine Zwillingschwangerschaft vorliegt oder andere Risikoschwangerschaften. Bei Auftreten akuter Beschwerden ist es nicht sinnvoll selbst an sich herum zu doktern, besser ist es sich umgehend eine Expertenmeinung ein zu holen und die Beschwerden schnellst- und bestmöglich zu behandeln.

Frage 3: Welche Themen deckt der Frauenarzt ab?

Ich sehe mich als Vertrauensärztin und Hausärztin der Frauen, die ich betreuen darf. Prinzipiell ist das auch die Rolle der Gynäkologen, da wir sehr viele Themen der Frau, eigentlich quer durch die ganze Palette von der Jungend bis ins hohe Alter abdecken. In der Jugend z.B. die erste Untersuchung, in der im Rahmen der Grundstein für den Vorsorgegedanken bei jungen Frauen und Mädchen gelegt werden sollte. Vorsorge ist überhaupt ein ganz wichtiges Thema des Frauenarztes, das Motto „wie bleibe ich gesund bis ins hohe Alter“. Ein wichtiges Thema und das nicht nur in der Jugend ist die Verhütungsberatung. Die Kinderwunschbehandlung wird immer mehr Thema bei den Frauen, vor allem deswegen, weil viele Paare ungewollt kinderlos bleiben. Die Betreuung der schwangeren Frau ist uns ein besonderes Anliegen, weil es nicht nur wichtig ist, dass wir gesunde Mütter, sondern auch gesunde Kinder haben. Die Beratung im Zusammenhang mit Hormonen ist naturgemäß ein Thema der Frauenärzte. Bei hormonellen Störungen, wie z.B. dem PCO-Syndrom, bei unregelmäßigen Blutungen, bei Schwierigkeiten schwanger zu werden oder bei hormonellen Problemen im Wechsel, gehört das in die Hände von Experten. Ein besonderes Anliegen ist mir in diesem Zusammenhang auch die Schilddrüsenuntersuchung. Zuletzt sehr ins Rampenlicht gerückt, ist die Brustkontrolle, assoziiert dazu die Beratung und Besprechung bzgl. des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms. Ein weiteres Thema der Frauenärzte ist die Abklärung und Therapie der Inkontinenz. Impfen, als Vorsorgethema ist wichtig in unseren Ordinationen und natürlich alle Themen, die mit Sexualität zu tun haben.

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