Meniskusverletzung, was nun? Sprechstunde mit Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler

Meniskusverletzung, was nun? Sprechstunde mit Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler

Stand: Juni 2018 Entgeltlicher Content

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in 1090 Wien beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Meniskus.

Welche Funktion hat der Meniskus?

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler: Der Meniskus ist ein ausgesprochen wichtiger Stoßdämpfer. Er liegt zwischen Ober- und Unterschenkelknochen und bewirkt eine gute Druckverteilung zwischen diesen Strukturen (siehe Video) und daher ist es wichtig, dass er unversehrt ist.

Was macht ein kaputter Meniskus?

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler: Ein kaputter Meniskus ist ein wirkliches Problem für das Kniegelenk. Hier liegt ein Teil, dass sich immer wieder aufstellt, einzwickt und am Knorpel reibt. Es verursacht am Knorpel Zerstörungen, die das ganze Kniegelenk kaputt machen können. Ich sehe immer wieder Patienten, die 1 bis 2 Jahre mit einem kaputten Meniskus herumlaufen und sich dabei das Kniegelenk wirklich zerstören. Eine Sache, die man mit einer kleinen Operation eventuell sehr leicht beheben hätte können.

Muss Meniskus immer operiert werden?

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler: Ein Meniskus muss nicht immer operiert werden. Aus diesem Grund machen wir, wenn wir den Verdacht einer Meniskusverletzung haben immer eine MRI-Untersuchung, d.h. eine Magnetresonanzuntersuchung und schauen uns an wie der Meniskus gerissen ist. Da sieht man z.B. ob er längs gerissen ist oder ist er lappenförmig gerissen und abhängig davon entscheiden wir uns ob er operiert werden muss oder ob man ihn auch ohne Operation behandeln kann.

Wie sieht so eine Meniskus OP aus?

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler: Eine Meniskus-Operation hängt davon ab wo der Meniskus genau gerissen ist. Es gibt Meniskusrisse, da können wir den Meniskus nähen. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir die komplette Meniskussubstanz erhalten damit wir die Stoßdämpferfunktion erhalten. Es gibt aber auch andere Risse, wo er z.B. lappenförmig eingerissen ist oder im nicht durchblutenden Anteil gerissen ist. Da muss man diesen kaputten Meniskusanteil entfernen, weil nicht durchblutetes Gewebe nicht heilt und es wird nur weiter kaputt.

Wie geht es nach der Meniskus OP weiter? Was kann man nach so einer OP wann machen?

Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler: Es hängt davon ab was wir operiert haben. Wenn man den Meniskus näht ist die Nachbehandlung relativ aufwendig, d.h. der Patient darf nach einer Meniskusnaht relativ lange nicht belasten bzw. nur teilweise, muss eine Schiene tragen – die Nachbehandlung ist relativ lange. Es dauert einige Wochen bis Monate bis man wieder zur Gänze sportfähig ist. Das hat aber natürlich den Vorteil, dass man sich den Meniskus erhält. Wenn ich einfach einen kaputten Teil entferne im nicht durchblutenden Anteil, dann ist die Nachbehandlung ziemlich einfach. Dann darf der Patient nach ca. 2 Wochen Radfahren und Schwimmen, nach 4 Wochen locker Laufen und nach ca. 6 Wochen jeglichen Sport machen.

Weitere Informationen zu Univ.Prof. Dr. Christian Gäbler finden Sie hier.

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