Asthma

Asthma

Stand: März 2020
Frau hält Asthma Inhalator

Asthma ist eine weit verbreitete Atemwegserkrankung, die u. a. durch Atemnot und Husten charakterisiert ist. Das Krankheitsbild, der Verlauf und die Krankheitslast können individuell sehr verschieden sein. Während leichtes und gut behandeltes Asthma Betroffene häufig kaum einschränkt, kann schweres Asthma die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Welche Formen von Asthma es gibt, wie die Erkrankung behandelt wird, was wichtig ist um Asthmaanfällen vorzubeugen und wie man Betroffenen im Notfall helfen kann, lesen Sie hier.

Was ist Asthma?

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch bronchiale Hyperreaktivität (erhöhte Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen) und eine variable Atemwegsobstruktion (Verengung der Atemwege) gekennzeichnet ist. Symptome sind u. a. Husten, Kurzatmigkeit, erschwertes Ausatmen, Atemnot und Engegefühl in der Brust. Asthma verläuft in Schüben; die Beschwerden können von selbst oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente zumindest teilweise wieder zurückgehen, nach einem beschwerdefreien Zeitraum kann es dann wieder zu vorübergehenden Perioden mit Beschwerden und plötzlichen Asthmaanfällen kommen.

Was sind Bronchien?

Bei Asthma kommt es zu Verengungen der Bronchien. Die Bronchien sind ein Teil der Atemwege. Sie gehen von der Luftröhre aus und transportieren die Luft in die Alveolen (Lungenbläschen), wo der Gasaustausch erfolgt. Entsprechend dem rechten und linken Lungenflügel teilt sich die Luftröhre in einen linken und einen rechten Hauptbronchus. Die beiden Hauptbronchen teilen sich weiter in die Lappenbronchien auf, vom rechten Hauptbronchus gehen drei Lappenbronchen ab (entsprechend der rechten Lunge, welche aus drei Lappen besteht), vom linken Hauptbronchus zwei Lappenbronchen (entsprechend der linken Lunge, welche aus zwei Lappen besteht). Die Lappenbronchien teilen sich weiter in die Segmentbronchien, welche entsprechend dem Aufbau der Lunge den Lungensegmenten entsprechen. Die Segmentbronchien verzweigen sich weiter in immer kleinere Bronchien und Bronchiolen, ehe schließlich die kleinsten Aufzweigungen der Bronchien in den Alveolen enden.

Was passiert bei Asthma in den Bronchien/der Lunge?

Bei Menschen mit Asthma reagieren die Bronchien in Folge einer chronischen Entzündung überempfindlich auf eigentlich harmlose Reize; sie verengen sich, die Schleimhäute in den Bronchialwänden schwellen an und bilden oft viel zähen Schleim, was zu den verschiedenen für Asthma typischen Symptomen, darunter pfeifende und brummende Atemgeräusche, Husten und Engegefühl in der Brust, führt. Der Durchmesser der Bronchien ist enger, in weiterer Folge kann die Atemluft nicht mehr ungehindert ein- und wieder ausströmen. Besonders das Ausatmen ist erschwert. In schweren Fällen verbleibt nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in der Lunge. Dadurch sind das weitere Einatmen und der Sauerstoffaustausch erschwert, denn je schlechter bzw. weniger die eigentlich auszuatmende Luft wieder herausströmen kann, desto weniger Platz bleibt zum Einatmen von frischer Luft, was die Atemnot verstärkt.

Der Krankheitsverlauf kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Patienten mit leichtem und gut behandeltem Asthma bronchiale sind in ihrer Lebensführung häufig so gut wie gar nicht einschränkt, bei Patienten mit schwerem Asthma kann die Lebensqualität hingegen sehr beeinträchtigt sein.

Asthma bronchiale ist eine häufige Erkrankung, die Kinder und Erwachsene betrifft. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit weit mehr als 300 Millionen Menschen* unter Asthma. In Österreich sind knapp sechs Prozent der Bevölkerung betroffen, rund zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen*. Im Kindesalter ist Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung.

Ursachen und Formen

Bei der Entstehung von Asthma bronchiale spielen genetische Faktoren und bestimmte Umwelteinflüsse eine Rolle. Bei Vorliegen einer allergischen Erkrankung (z. B. Pollenallergie, Neurodermitis) ist das Risiko an Asthma zu erkranken erhöht, ebenso wenn Familienangehörige unter eine Allergie oder Asthma leiden. Weitere Risikofaktoren für Asthma sind u. a. rauchende Eltern und Passivrauch (bei Kindern von rauchenden Eltern kommt es häufiger zu Asthma als bei Kindern von Nichtrauchern), diverse virale Infekte und Mangel an bakteriellen Kontakten und übertriebene Hygiene (kann das Auftreten von Allergien fördern).

Je nach Auslöser wird zwischen verschiedenen Formen von Asthma unterschieden, darunter:

  • Allergisches Asthma (extrinsisches Asthma)
  • Nicht-allergisches Asthma (intrinsisches Asthma)
  • Gemischtförmiges Asthma (Mischformen)

Allergisches Asthma

Allergisches Asthma ist die häufigste Form von Asthma. Allergisches Asthma ist durch eine Allergie bedingt, die Beschwerden treten vor allem dann auf, wenn Betroffene bestimmten Allergenen (z. B. Pollen, Staub, Tierhaare) ausgesetzt waren. Allergisches Asthma beginnt meistens bereits im Kindesalter.

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (Allergene). Allergene sind eigentlich harmlose Stoffe, im Fall einer Allergie werden sie beim Kontakt mit dem Organismus vom Immunsystem jedoch als fremd erkannt und das Immunsystem bildet Antikörper gegen den jeweiligen Stoff (Sensibilisierung). Nach wiederholtem Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Der Zusammenhang zwischen Allergien und Asthma ist mittlerweile eindeutig belegt. Bei allergischem Asthma kommt es über eine allergische Frühreaktion mit einer vermehrten Bildung von Immunglobulin E (IgE, Unterklasse von Antikörpern, die für die allergische Reaktion von besonderer Bedeutung sind) zu einer allergischen Spätreaktion und den asthmatypischen Beschwerden. Zum allergischen Asthma zählt auch das saisonale Asthma, welches auf Grund einer Allergie gegen bestimmte Pollen auftritt und entsprechend von der jeweiligen Pollensituation abhängt. Mehr zum Thema Pollenallergie lesen Sie hier.

Laut Angaben der WHO entwickeln etwa 40 Prozent der Patienten mit allergischem Schnupfen Asthma, rund 70 Prozent der Asthmakranken leider auch an einer Allergie*. Sind beide Elternteile Allergiker, weisen Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko für Allergien auf. Bei Kleinkindern, die eine Sensibilisierung aufweisen oder bereits an einer Allergie leiden ist die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken erhöht. Auslöser von allergischem Asthma sind u. a.:

  • Pollen
  • Staub (Hausstaubmilben) und andere häusliche Allergene
  • Tierhaare
  • Bestimmte Nahrungsmittel
  • Bestimmte Medikamente

Nicht-allergisches Asthma

Die nicht-allergische Form der Atemwegserkrankung entwickelt sich meistens erst im Laufe des Lebens, häufig nach einer Virusinfektion der Atemwege. Reize, die einen Asthmaschub auslösen können sind u. a.:

  • Atemwegsinfektionen
  • Körperliche Anstrengung (Anstrengungsasthma)
  • Kälte (Kaltluft)
  • Luftschadstoffe (z. B. Abgase, Staub, Ozon)
  • Tabakrauch (aktives und passives Rauchen)
  • Stress (infolge der dadurch ausgelösten vermehrten Atmung/Hyperventilation)
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Acetylsalicylsäure)

Abhängig von der Art, Häufigkeit und Intensität der Beschwerden wird zwischen vier Schweregraden/Krankheitsstufen unterschieden. Je nach therapeutischer Kontrolle des Asthma bronchiale erfolgt eine Einteilung in kontrolliertes Asthma, partiell (teilweise) kontrolliertes Asthma und unkontrolliertes Asthma. Anhand einer eosinophilen Atemwegsentzündung wird ferner zwischen eosinophilem Asthma und nicht-eosinophilem Asthma unterschieden. Eosinophiles Asthma ist eine Asthmaform mit schwerem Verlauf. Sie ist durch eine besonders große Zahl an eosinophilen Granulozyten (zählen zu den weißen Blutkörperchen) gekennzeichnet, welche eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen. Bei Patienten mit eosinophilem Asthma kommt es oftmals trotz umfangreicher Therapie zu häufig auftretenden Symptomen und einer Verschlechterung des Zustands, eine passende Behandlung ist sehr wichtig. Daneben gibt es noch weitere Einteilungen und Formen.

Symptome

Asthma ist nicht gleich Asthma. Während manche Asthmatiker nur unter leichten Beschwerden leiden, kommt es bei anderen häufiger zu starker Atemnot und anderen Symptomen. Meistens zeigt sich ein Wechsel von weitgehend beschwerdefreien Phasen und solchen, in welchen es zu Krankheitsanzeichen bzw. sich wiederholenden Asthmaanfällen kommt. In fortgeschrittenen Stadien können sich Symptome wie Husten und Atemnot allerdings auch vermehrt zwischen Anfällen zeigen. Bei Dauerasthma leiden Betroffene unter chronischen Beschwerden wechselnder Ausprägung und Schwere. Die Symptome können durch bestimmte Auslöser hervorgerufen und verstärkt werden. Typische Symptome von Asthma sind Atemnot, Husten, erschwerte Ausatmung, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust und pfeifende oder brummende Atemgeräusche (Giemen).

Asthmaanfall

Bei einem Asthmaanfall kommt es zu einer akuten Verschlimmerung der Symptome. Die Beschwerden und deren Intensität nehmen innerhalb kurzer Zeit zu, das genaue Beschwerdebild hängt von der Schwere des Asthmaanfalls ab.

Typisch sind zunehmende Atemnot (auch ohne körperliche Belastung), Engegefühl in der Brust und starker Husten. Das Ausatmen ist erschwert und Betroffene haben das Gefühl, dass sie nicht genug Platz zum Einatmen haben. Viele Betroffene verspüren Angst und sind aufgeregt, es kommt zu einer schnellen, aber oberflächlichen Atmung (steigende Zahl der Atemzüge pro Minute) und einem Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Gruppe von Muskeln des Oberkörpers, die wegen der vermehrten Atemanstrengung zusätzlich einbezogen werden), welcher beispielsweise durch das Abstützen der Arme erreicht wird. Weitere mögliche Symptome während einem Asthmaanfall sind u. a. beschleunigter Herzschlag, Einziehungen im Bereich des Bauchraums, zwischen den Rippen und im Bereich der Drosselgrube, Unfähigkeit längere Sätze zu sprechen, bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingernägel in Folge des Sauerstoffmangels, Erschöpfung, Unruhe und Angstzustände. Nach dieser Phase der intensiven Beschwerden klingt der Asthmaanfall ab und Patienten beginnen Schleim abzuhusten. Die Dauer eines Asthmaanfalls variiert von einigen Minuten bis hin zu vielen Stunden. Unbehandelt kann ein schwerer Asthmaanfall zu einer schweren Beeinträchtigung führen, unter Umständen auch zum Tod.

Die Auflistung der hier angeführten Symptome dient dem Überblick und kann unvollständig sein, zudem kann ein Symptom Anzeichen für eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angeführte Symptom bei Asthma auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das ärztliche Gespräch gesucht werden.

Erste Hilfe bei einem Asthmaanfall

Im Rahmen von Schulungen und Gesprächen mit ihrem Arzt erfahren Asthmatiker zumeist, wie sie bei einem Asthmaanfall reagieren sollten und was im Notfall zu tun ist. Als nebenstehende Person kann man Folgendes tun, um zu helfen:

  • Den Betroffenen bei Gegebenheit aus einer Gefahrenzone (z. B. Menschenansammlung) bringen.
  • Dem Betroffenen helfen eine komfortable und das Atmen erleichternde Position einzunehmen (z. B. Kutschersitz – Sitzposition, bei welcher der Oberkörper leicht vorwärts geneigt ist und Hände und Unterarme auf den Knien abgestützt werden; Reitsitz – rittlinks sitzen und Arme auf der Lehne ablegen; Torwarthaltung – breitbeinige Stehposition mit leicht gebeugten Knien, bei welcher der Oberkörper nach vorne gebeugt ist und die Hände auf den Knien abgestützt werden).
  • Dem Betroffenen bei Bedarf beim Auffinden und der Anwendung seines Inhalationssprays/seiner Notfallmedikation helfen.
  • Den Betroffenen beruhigen, da Angst, Stress und Hektik die Atemnot verstärken können und ihn dabei unterstützen, langsamer und länger auszuatmen (z. B. durch Erinnern an Atemtechniken oder Vormachen)
  • Bei Anzeichen für einen schweren Asthmaanfall (flache Atmung, anhaltende zunehmende Atemnot, bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingernägel, Unfähigkeit normal zu sprechen etc.) bzw. Unsicherheit in Hinblick auf die Situation umgehend den Notarzt rufen.

Diagnose

Ansprechpartner bei Atemnot, Kurzatmigkeit und anderen Atemproblemen und bei Verdacht auf Asthma bronchiale sind der Arzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt), welcher bei Notwendigkeit an einen Facharzt verweist, und der Lungenfacharzt. Zu Beginn des Abklärungsprozesses steht die ausführliche Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese), im Rahmen welcher sich der Arzt u. a. Informationen zu den Beschwerden (Art der Beschwerden, seit wann und in welchen Situationen Beschwerden auftreten, unter welchen Umständen sich die Beschwerden möglicherweise verschlimmern etc.), zu möglichen Erkrankungen und Allergien, zu Erkrankungen in der Familie, zur beruflichen Tätigkeit und zu lebensstilgebundenen Aspekten (z. B. Rauchen) einholt. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet der Arzt u. a. auf die Atemfrequenz und mögliche Probleme beim Ein- und Ausatmen, außerdem wird er die Lunge genau abhören und den Brustkorb abklopfen.

Im Rahmen der weiterführenden Abklärung werden eine Lungenfunktionsdiagnostik und, zum Ausschluss anderer Erkrankungen, eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs durchgeführt. Bei der Lungenfunktionsprüfung werden u. a. verschiedene Atemvolumina und die Atemdynamik erfasst. Eine Untersuchung zu diesem Zweck ist die Spirometrie, bei welcher der Patient unter Anleitung vom Arzt durch den Mund in das Mundstück eines Spirometers (Messgerät) atmet. Weitere Untersuchungen sind u. a. die Blutuntersuchung und, bei Verdacht auf allergisches Asthma, Allergie-Tests (z. B. Prick-Test). Welche Untersuchungen durchgeführt werden und wie sich die Abklärung genau gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation.

Behandlung

In vielen Fällen lässt sich Asthma gut behandeln und kontrollieren. Die Behandlung zielt darauf ab, dass Patienten weitestgehend beschwerdefrei und körperlich leistungsfähig sind und so normal wie möglich ihren Alltag leben können. Die Behandlung von Asthma fußt auf mehreren Säulen und unterteilt sich in vorbeugende Maßnahmen, basistherapeutische Maßnahmen und Anfallstherapie. Wie sich die Therapie im Einzelfall gestaltet hängt von der Form und vom Schweregrad des Asthmas, vom Alter des Patienten und von anderen Faktoren ab. Besonders wichtig sind eine umfassende ärztliche Beratung und die aktive Mitarbeit des Patienten.

Für die Basistherapie stehen verschiedene Medikamente (Glukokortikoide (Cortison), Beta-2-Sympathomimetika) zur Verfügung, die je nach Schwere zur Anwendung kommen. Zumeist werden die Medikamente über einen Inhalator eingeatmet, einige stehen auch in Tablettenform zur Verfügung. Cortisonsprays (Dauermedikation, “Controller“) können helfen die ständige Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen abzuschwächen und Asthmaanfällen vorzubeugen. Beta-2-Sympathomimetika (Bedarfsmedikation, “Reliever“) sind bronchienerweiterende Substanzen; diese auch als Bronchiodilatatoren bezeichneten Mittel entspannen die Bronchialmuskulatur, helfen so die Atemwege zu weiten und Asthmabeschwerden zu mildern bzw. zu beseitigen. Sie haben jedoch keinen Einfluss auf die dem Asthma zugrundeliegende Entzündung. Bei beiden Gruppen stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung. Die medikamentöse Therapie (Wahl der Medikamente, Dosis etc.) wird auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt und bei Bedarf entsprechend angepasst. Bei allergischem Asthma kann unter Umständen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) durchgeführt werden.

Asthmaschulung

Im Rahmen einer speziellen Asthmaschulung lernen Patienten alles Wichtige über die Erkrankung (Ursachen, Auslöser, Behandlungsmöglichkeiten, vorbeugende Maßnahmen, Selbsthilfemaßnahmen etc.) und erhalten Tipps, die im Umgang mit dieser helfen können.

Asthmaanfall

Die basistherapeutischen Medikamente können auch bei einem Asthmaanfall eingesetzt werden. Bei schweren Asthmaanfällen können die Medikamente auch intravenös verabreicht werden, daneben können noch andere Medikamente zum Einsatz kommen. Falls nötig wird Patienten auch Sauerstoff über eine Maske oder Nasensonde zugeführt. Bei einem schweren Asthmaanfall sollten Patienten rasch ins Krankenhaus gebracht werden.

Um zu wissen was bei einem Anfall zu tun ist, sollten Patienten mit ihrem Arzt einen Notfallplan erstellen. Wichtige Maßnahmen zur Selbsthilfe sind u. a. das Erkennen und richtige Einschätzen der Beschwerden, das Kennen von Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) und das korrekte Einatmen von Medikamenten (Beherrschen von Inhalationstechniken und der Inhalationsgeräte). Ferner sollten Patienten einschätzen können, ob es notwendig ist, einen Arzt zu rufen.

Vorbeugende Maßnahmen

Eine wichtige Voraussetzung um die Erkrankung in den Griff zu bekommen ist, dass sich Betroffene aktiv an ihrer Therapie beteiligen und aktiv etwas für sich tun. Patienten sollten Experten für ihre Krankheit werden. Wichtig für einen günstigen Erkrankungsverlauf ist u. a.:

  • Medikamente wie mit dem Arzt besprochen einnehmen, Probleme und Fragen (z. B. hinsichtlich Medikation, möglicher Trigger, geeigneter Sportarten) mit dem Arzt besprechen.
  • Sich über Ursachen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten ausreichend gut informieren und Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung erlernen; Patientenschulungen besuchen.
  • Zur Kontrolle des Erkrankungsverlaufs und bei Problemen Atemfunktion mit dem Peak-Flow-Meter zu Hause messen und Protokoll darüber führen.
  • Inhalationstechniken und Handhabung von Inhalationsgeräten beherrschen.
  • Mit dem Arzt erstellten Notfallplan kennen und Notfallmedikation stets mitführen.
  • Asthma-Auslöser so gut wie möglich meiden (z. B. Hausstaub, Pollen, Tierhaare, kalte oder trockene Luft).
  • Nicht rauchen und Passivrauch meiden
  • Erlernen von Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) und Entspannungstechniken
  • Regelmäßige körperliche Bewegung/Sport treiben (regelmäßiges sportliches Training in angepasster Intensität)

*Angaben variieren in der Literatur

Fact-Box Asthma

Asthma bronchiale: Chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei welcher die Bronchien aufgrund einer Entzündung überempfindlich auf bestimmte Reize reagieren

Ursachen: Genetische Faktoren, Umwelteinflüsse u. a.

Formen: Allergisches Asthma (durch Allergie bedingt), nicht-allergisches Asthma, gemischtförmiges Asthma, eosinophiles Asthma u. a.

Symptome:Atemnot, Husten, erschwerte Ausatmung, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, Atemgeräusche u. a.

Asthmaanfall: Akute Verschlimmerung der Symptome (zunehmende Atemnot, erschwertes Ausatmen, Kurzatmigkeit, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Angst etc.)

Auslöser/Triggerfaktoren: Bestimmte Allergene (allergisches Asthma; z. B. Pollen, Staub, Tierhaare, bestimmte Medikamente), Atemwegsinfektionen, körperliche Anstrengung, Luftschadstoffe, Kaltluft, Tabakrauch, Stress u. a.

Diagnose: Anamnese, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionsdiagnostik, Röntgen, Blutuntersuchung, Allergie-Tests u. a.

Behandlung: Gegliedert in Basistherapie (Stufentherapie), Anfallstherapie und vorbeugende Maßnahmen; Asthmaschulung, Medikamente (Dauer- und Bedarfsmedikation; Glukokortikoide, Beta-2-Sympathomimetika), bei allergischem Asthma unter Umständen Hyposensibilisierung, Meiden von Auslösern, Atem- und Entspannungstechniken u. v. m.

Autor:
Quellen:
Spitzwieser M.; Asthma bronchiale – Update GINA-Guidelines, Universum Innere Medizin 09/2019, MedMedia Verlag und Mediaservice

Uhl M.; Krankheitslast durch COPD und Asthma, Universum Innere Medizin 02/2019, MedMedia Verlag und Mediaservice

Funk G. C.; Behandlungsstrategien bei leichtem Asthma, Arzt & Praxis Pneumologie 2019, MedMedia Verlag und Mediaservice

Kardos P. et al.; Asthma bronchiale: Neue Medikamente und Therapieprinzipien, Deutsches Ärzteblatt 24/2018, Deutscher Ärzteverlag

Mathauer J.; Entzündung in Wellen, Ärzte Woche 17/2018, Springer Medizin Österreich

Feist A.; Asthma, COPD & ACO, CliniCum Pneumo, 05/2017, Medizin Medien Austria

Pohl W.; Richtliniengerechtes Management des Asthma bronchiale, die Punkte Pneumologie 01/2017, MedMedia Verlag und Mediaservice

Schweres Asthma oft nicht richtig behandelt?, Österreichische Gesellschaft für Pneumologie, URL: https://www.ogp.at/schweres-asthma-oft-nicht-richtig-behandelt/

Allergisches Asthma: Immer mehr Kinder betroffen, Österreichische Gesellschaft für Pneumologie, URL: https://www.ogp.at/allergisches-asthma-immer-mehr-kinder-betroffen/
ICD-10: J45, J46