Skip to main content
Skelett mit brüchigem Wirbelkörper
Foto:Crevis/Shutterstock

Osteoporose: Welche Präparate wirken?

Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochen, bei der Knochengewebe vermehrt abgebaut oder vermindert aufgebaut wird. Dadurch vermindert sich die Knochendichte, sodass es häufiger zu Knochenbrüchen mit zum Teil dauerhaften Funktionseinschränkungen kommt. Betroffen sind vor allem ältere Menschen sowie Frauen nach der Menopause.

Die medikamentöse Behandlung von Frauen mit postmenopausaler Osteoporose erfolgt unter anderem mit Arzneimitteln, die den Knochenabbau verhindern (hierzu zählen Bisphosphonate wie Risedronat und monoklonale Antikörper wie Denosumab), und mit Arzneimitteln, die die Knochenneubildung anregen (hierzu gehört Teriparatid).
Um zu ergründen, welche dieser Therapieoptionen aus Sicht der PatientInnen die beste ist, führte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine vergleichende Nutzenbewertung dieser Präparate durch.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung standen folgende Bisphosphonate zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zur Verfügung: Alendronat, Ibandronat, Risedronat und Zoledronat. Der Hersteller von Risedronat übermittelte nur unvollständige Daten. Deshalb erfolgte für diese Substanz keine Bewertung, weil die Möglichkeit einer Verzerrung als zu groß eingestuft wurde. Eine Ausnahme bildet die Ableitung eines Anhaltspunktes für einen geringeren Nutzen aus dem Vergleich gegenüber Teriparatid, da zu diesem Vergleich alle Studien vorlagen.

Die WissenschaftlerInnen konnten elf Studien identifizieren, die für eine hinreichende Informationen für eine Prüfung der Ähnlichkeit dieser Medikamente zur Verfügung standen. Die Studien reichten allerdings nicht aus, um eine zusammenhängende Netzwerkanalyse zu bilden. Für die Nutzenbewertung wurden daher einzelne Vergleiche durchgeführt. Kritisiert wurde jedoch die Datenverfügbarkeit zu patientenrelevanten Endpunkten, insbesondere für die Parameter: „Schmerzen“, „Funktionseinschränkung“, „gesundheitsbezogene Lebensqualität“, „Absterben des Knochengewebes im Kiefer“ sowie „symptomatische atypische Oberschenkelbrüche“. Dazu kommt, dass viele Studien kürzer als zwei Jahre liefen.

Vergleich Denosumab versus Bisphosphonate
Für den Vergleich des monoklonalen Antikörpers Denosumab mit Bisphosphonaten können auf Basis der verfügbaren Daten belastbare Aussagen nur gegenüber dem Wirkstoff Zoledronat getroffen werden. In der Gesamtabwägung sieht IQWiG endpunktübergreifend keinen Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Nutzen bzw. Schaden für einen der beiden Wirkstoffe.

Vergleich Teriparatid versus Risedronat
Für Teriparatid leitet IQWiG in der endpunktübergreifenden Gesamtabwägung einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen gegenüber Risedronat ab. Denn: Im Endpunkt „symptomatische Wirbelkörperfrakturen“ zeigte sich ein großer Effekt zum Vorteil von Teriparatid, wohingegen der Nachteil im Endpunkt „Unerwünschte Ereignisse des Gastrointestinaltrakts“ nur geringfügig war.

Bisphosphonate im Vergleich untereinander
Für den Vergleich von Bisphosphonaten untereinander können auf Basis der verfügbaren Daten belastbare Aussagen nur für die Wirkstoffe Alendronat und Ibandronat getroffen werden. Dabei zeigt sich endpunktübergreifend in der Gesamtabwägung von Nutzen und Schaden kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Nutzen bzw. Schaden für einen der Wirkstoffe.

Referenz:
IQWiG

Pressemeldung: Postmenopausale Osteoporose: Vorteile von Teriparatid gegenüber Risedronat, Vorbericht zur vergleichenden Nutzenbewertung von Biphosphonaten, Teriparatid und Denosumab; 2.6.2022; https://www.iqwig.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailseite_70912.html

#osteoporose #knochendichte #knochen #knochenbrüche #menopause #biphosphonat #denosumab #medizin #gesund #gesundheit #frauenheilkunde

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Magnesium und besserer Schlaf

Magnesium und Schlaf: Kann das Mineral die Schlafqualität verbessern?

Magnesium soll das Einschlafen erleichtern und für erholsameren Schlaf sorgen. Besonders Magnesiumbisglycinat und Magnesium-L-Threonat werden dafür beworben. Doch wie gut ist die Wirkung belegt? Was über die verschiedenen Formen, die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt bekannt ist, erfahren Sie hier.

Zum Artikel: Frau mit White-Nose-Box

White Noise zum Einschlafen: Hilft weißes Rauschen wirklich?

White Noise soll störende Geräusche überdecken und das Einschlafen erleichtern. Doch hilft weißes Rauschen tatsächlich beim Schlafen? Was Studien zu White Noise, Pink Noise und anderen Hintergrundgeräuschen zeigen – und warum gleichmäßiges Rauschen nicht für alle die beste Wahl ist.

Zum Artikel: Frau mit leichtem Übergewicht vor einer Waage

Antidepressiva und Gewichtszunahme: Welche Medikamente das Gewicht beeinflussen

Antidepressiva gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung von Depressionen und kommen auch bei anderen psychischen Erkrankungen zum Einsatz. Je nach Wirkstoff können sie sich unterschiedlich auf Appetit, Stoffwechsel und Körpergewicht auswirken.

Zum Artikel: Mouth Taping: Frau mit Mundpflaster beim Schlafen

Mouth Taping: Hilft das Abkleben des Mundes beim Schlafen wirklich?

Mouth Taping soll die Nasenatmung fördern, Schnarchen reduzieren und den Schlaf verbessern. Bekannt wurde die Methode vor allem durch Social Media und prominente Anhänger. Doch wie gut sind diese Effekte wissenschaftlich belegt? Und welche Risiken kann das Abkleben des Mundes in der Nacht haben?