Skip to main content
Eine Zecke im Gras
Foto: SergeiAleshin/shutterstock.com

mRNA-Impfstoff gegen Übertragung der Lyme-Borreliose

Um gegen die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose geschützt zu sein, haben sich jetzt Forschende der Yale-University einen besonderen Trick einfallen lassen. Sie entwickelten einen mRNA-Impfstoff, der sich nicht gegen den Krankheitserreger, sondern gegen die Zeckenbisse selbst richtet.

Da bakterielle Erreger meist erst am Ende einer Saug-Attacke von den Zecken abgegeben werden, suchten die Forscher nach einer Möglichkeit, diese zu verkürzen. Für ihr Experiment impften sie daher Meerschweinchen mit einem mRNA-Impfstoff gegen einige der im Zeckenspeichel enthaltenen Proteine. Diese sorgen für eine Entzündung an der Bissstelle und verhindern so weiteres Blutsaugen.

Im Ergebnis entwickelten die mit dem mRNA-Impfstoff immunisierten Meerschweinchen 14 Tage nach der Vakzinierung und bei frischem Zeckenbefall eine deutliche Schwellung an der Bissstelle, die Zecken dazu bewog, 48 Stunden nach dem Ansetzen wieder vom Opfer loszulassen. Normalerweise würde die eingesetzte Zeckenarzt erst nach 96 Stunden abfallen. Plus: keines der geimpften Nager wurde während des Zeckenangriffs infiziert, während in der ungeimpften Kontrollgruppe bei 46-60 Prozent eine Borreliose-Infektion nachgewiesen wurde.

Die Forschungsgruppe zeigt sich zudem zuversichtlich, dass das neue Konzept auch beim Menschen funktionieren könnte. Durch die Impfung würden die Zecken nicht nur schneller von uns ablassen, die lokale Entzündung an der Einstichstelle würde auch dafür sorgen, dass wir die Blutsauger früher entdecken und entfernen könnten.

Referenz:
Yale University School of Medicine
mRNA vaccination induces tick resistance and prevents transmission of the Lyme disease agent, Science Trans Med 2021; https://www.science.org/doi/10.1126/scitranslmed.abj9827

#borreliose #zecken #mRNA #immunisierung #impfstoff #lymeerkrankung #infektion #medizin #medimpressions

 

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: HPV-Impfung: Teenager-Mädchen mit einem Pflaster auf dem Oberarm

HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Bei humanen Papillomaviren (HPV) handelt es sich um eine Virusart, die unterschiedliche Erkrankungen beim Menschen auslösen kann.

Zum Artikel: Cortisol-Stresshormon

Cortisol zu hoch? Was Ihr Stresshormon wirklich bedeutet

Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon: Es macht uns morgens wach und in stressigen Situationen leistungsfähig. Problematisch wird es aber, wenn der Spiegel nicht mehr absinkt. Ein chronisch erhöhter Cortisolwert kann langfristig den Stoffwechsel, das Immunsystem und die psychische Gesundheit beeinflussen.

Zum Artikel: CRP-Wert

CRP-Wert: Was der Blutwert über Entzündungen verrät

Ihr CRP-Wert ist erhöht und Sie fragen sich, was das bedeutet? Das sogenannte C-reaktive Protein (CRP) ist ein wichtiger Entzündungswert im Blut.

Zum Artikel: Was Ihre Blutwerte über Ihre Gesundheit verraten

Was Ihre Blutwerte über Ihre Gesundheit verraten

Viele Menschen lassen regelmäßig Blut abnehmen und verstehen die Ergebnisse danach kaum. Die Zahlen, Abkürzungen und Referenzwerte am Befund sind ohne ärztliche Erklärung oft schwer zu verstehen.
Oft bleibt unklar, was die einzelnen Werte wirklich über die eigene Gesundheit aussagen.