Frau niest wegen Hausstauballergie
Foto: New Africa/shutterstock

Hausstaubmilbenallergie 

Bei einer Hausstaubmilbenallergie kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe im Kot von Hausstaubmilben. Typische Beschwerden betreffen Atemwege, Augen und Haut. Lesen Sie hier, welche Risikofaktoren es gibt, wie man die Diagnose stellt und welche Therapiemöglichkeiten existieren.

Hausstaubmilbenallergie (ugs. Hausstauballergie)

Definition: allergische Reaktion auf bestimmte Stoffe im Kot von Hausstaubmilben

Ursachen: fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems, genetische Veranlagung, Umweltfaktoren

Symptome: gerötete, tränende und juckende Augen, Niesreiz, verstopfte Nase, Fließschnupfen, Husten, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit

Diagnose: Anamnese, Allergietests, Blutuntersuchung

Behandlung: Verhaltensmaßnahmen, Medikamente, Spezifische Immuntherapie

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie? 

Wenn man eine Hausstaubmilbenallergie (umgangssprachlich Hausstauballergie) hat, so ist man nicht direkt auf die Milben selbst, sondern vorwiegend auf bestimmte Stoffe in ihrem Kot allergisch. Zu der Allergie kann es kommen, wenn man diese einatmet. Experten sprechen daher auch von einer inhalativen Allergie

Die Milben leben im Hausstaub und es gibt sie in jedem Haushalt. Sie gehören zu den Spinnentieren, sind winzig klein und mit freiem Auge nicht zu erkennen. Sie stechen und beißen nicht und können auch keine Krankheiten übertragen, aber sehr wohl eine Allergie auslösen. 

Eine ihrer Hauptnahrungsquellen sind abgestorbene menschliche Hautschuppen. Deshalb finden sie sich besonders gern dort, wo Menschen schlafen und sich aufhalten. Matratzen, Polster, Decken, Teppiche und Polstermöbel sind Orte, an denen Milben ihre idealen dunkelfeuchten Bedingungen vorfinden. Was die klimatischen Verhältnisse betrifft, so sind sie für Milben ab 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent, also zwischen Mai und Oktober optimal. In dieser Zeit vermehren sie sich rasant und im Winter, wenn geheizt wird, sterben die meisten von ihnen ab – nicht ohne angehäuften Kot zu hinterlassen. Dieser wird dann durch die Heizungsluft weiter aufgewirbelt. Deshalb ist auch der Winter eine besonders sensible Zeit für Hausstaubmilben-Allergiker, aber grundsätzlich treten die allergischen Symptome ganzjährig auf. 

Wie häufig ist eine Hausstaubmilbenallergie? 

Die Hausstaubmilbenallergie zählt zu den häufigsten Formen der allergischen Reaktion. In Europa sind etwa zwölf von 100 Menschen betroffen. Vier von zehn Allergikern reagieren auf Hausstaubmilben allergisch. 

Welche Ursache hat die Hausstaubmilbenallergie? 

Hausstaubmilbenallergiker reagieren auf den Kot und die Bestandteile aus dem Körperinneren der Milben. Diese Teilchen trocknen aus, zerfallen und vermischen sich mit dem Hausstaub. Dieser wiederum wird zum Beispiel bei Bewegungen von Menschen und Textilien wie Bettdecken oder Matratzen aufgewirbelt. Wenn der allergenhaltige Staub eingeatmet wird und die Allergene auf die Schleimhaut der Nase oder die Bindehaut der Augen gelangen, so kommt es bei Allergikern zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, die die typischen Allergie-Symptome auslöst. Risikofaktoren, die dies weiter antreiben, sind zum Beispiel eine genetische Veranlagung, Luftschadstoffe oder Tabakrauch. 

Kreuzallergie

Da die allergenen Milbeneiweiße den Eiweißen in Krebstieren ähnlich sind, reagieren manche Hausstaubmilbenallergiker auch auf Speisekrebstiere allergisch. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Kreuzallergie. 

Welche Symptome treten auf? 

Zu den häufigen Beschwerden zählen:

  • gerötete, tränende und juckende Augen
  • Niesreiz
  • verstopfte Nase
  • Fließschnupfen
  • anschwellende Nasenschleimhäute
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Tagesmüdigkeit

Achtung: Da die Symptome einer Erkältungskrankheit ähneln, sind viele Betroffene versucht, ihre eigentlich allergische Reaktion als nicht nennenswerte Verkühlung anzusehen. 

Wie wird die Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert? 

Wie bei jeder Allergie, ist auch hier die möglichst frühzeitige Diagnose wichtig, um zu verhindern, dass sich die Symptome verstärken, chronisch werden, oder dass es ein Etagenwechsel zu einer weiteren Allergie stattfindet. 

Am besten wendet man sich an einen Allergologen oder ein Allergie Ambulatorium. Eine Liste der Allergiezentren in Österreich finden Sie unter

https://www.allergenvermeidung.org/anlaufstellen/allergiezentren

Dort wird ein ausführliches Anamnesegespräch geführt, bei dem es wichtig ist, mitzuteilen, wann und wo die Symptome auftreten und ob Verwandte ersten Grades ebenfalls von einer Allergie betroffen sind. In weiterer Folge werden Allergietests sowie gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchgeführt. Genaue Informationen zur Diagnostik von Allergien finden Sie unter Allergie (verlinken). 

Was kann man selbst gegen die Hausstaubmilbenallergie tun? 

Gerade bei dieser Form der Allergie ist Allergen-Karenz eine der wichtigsten und hilfreichsten Maßnahmen, die man treffen kann. Das heißt, dass es darum geht, die Milbenbelastung in den Wohnräumen zu reduzieren.

Folgende Maßnahmen helfen dabei: 

  • Lüften Sie alle Zimmer immer gut und halten Sie sie trocken
  • Überziehen Sie alle Matratzen mit einem allergendichten Matratzenüberzug
  • Saugen Sie alle Teppichböden oft und regelmäßig und achten Sie bei Staubsaugern darauf, dass sie mit speziellen Feinstaubfiltern ausgestattet sind. Tauschen Sie diese Filter mindestens einmal jährlich aus.
  • Wischen Sie glatte Böden regelmäßig feucht.
  • Verzichten Sie auf „Staubfänger“ wie Polstermöbel, Kissen, oder auch offene Bücherregale.
  • Befreien Sie die Kuscheltiere Ihrer Kinder von Milben, indem Sie sie in 48 Stunden in den Tiefkühler legen und sie danach bei milder Temperatur waschen.
  • Verwenden Sie Raumluftreiniger.

Diese einfachen Maßnahmen können dazu beitragen, das Allergeniveau im Haus zu senken und die Symptome zu minimieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Hausstaubmilbenallergie

1. Medikamente:

Um gegen die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie anzugehen gibt es verschiedene Medikamente, von denen manche auch rezeptfrei erhältlich sind. Dennoch ist es ratsam, sich darüber mit einem Arzt zu besprechen. 

Folgende Medikamente, durch die sich vor allem die prominenten Symptome des allergischen Schnupfens mindern lassen, stehen zur Verfügung: 

Antihistaminika: Sie bessern allgemeine Allergie-Symptome 

Glukokortikoide (Kortison): Sie werden bei stärkeren Symptomen eingesetzt, zum Beispiel zur lokaler Anwendung in der Nase

Betamimetika: Das sind bronchienerweiternde Medikamente, die oft bei bereits bestehendem allergischem Asthma in Kombination mit Glukokortikoiden in Form von Inhalationen eingesetzt werden.

Zu beachten: All diese Medikamente wirken nicht ursächlich, sondern lindern nur Symptome. 

Eine Therapie, die das Immunsystem darauf trainiert, die an sich harmlosen Stoffe nicht mehr als gefährlich einzustufen und zu bekämpfen, ist die Spezifische Immuntherapie (SIT). 

2. Spezifische Immuntherapie

Sie kommt zum Einsatz, wenn die Diagnose gesichert ist, die Symptome der Hausstaubmilbenallergie schon länger bestehen und die weiter oben beschriebenen Verhaltensmaßnahmen nicht ausreichend erfolgreich waren. Dabei wird eine langsam steigende Dosis aus Milbenallergenen entweder direkt unter die Haut gespritzt (subkutane Immuntherapie – SCIT) oder in Form von Tropfen oder Tabletten gegeben (sublinguale Immuntherapie – SLIT). 

FAQ

Die Symptome dieser Allergie sind vor allem nachts und morgens am schlimmsten, da im Schlaf besonders viele Allergene eingeatmet werden. Saisonal gesehen liegt der Höhepunkt der Beschwerden im Spätherbst und Winter, wenn die Allergene der Milben durch die Heizungsluft aufgewirbelt werden.

Eine Hausstaubmilbenallergie kann nicht vollständig geheilt werden, da es sich um eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems handelt. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern. Durch den Einsatz von Medikamenten wie Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen können die allergischen Reaktionen gelindert werden. Darüber hinaus kann die Immuntherapie oder Allergieimpfung langfristige Ergebnisse erzielen, indem sie das Immunsystem allmählich an die Allergene gewöhnt und die Empfindlichkeit reduziert.

Die Beschwerden ähneln denen einer Erkältungskrankheit. Typisch sind gerötete, tränende und juckende Augen, Niesreiz, verstopfte Nase und Fließschnupfen, manchmal auch Husten, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Ja, Hausstaubmilben sind nahezu überall vorhanden. Sie bevorzugen jedoch warme und feuchte Umgebungen, wie sie in Betten, Teppichen und Polstermöbeln zu finden sind.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

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