Skip to main content
Mann mit Hund bei Spaziergang
Foto: JaromirChalabala/shutterstock.com

„Gangart“ verrät die Stimmung

Zeige mir wie du gehst – und ich sage dir, wie du dich fühlst. Ungefähr so lässt sich das Ergebnis einer rezenten Untersuchung zusammenfassen, die verschiedene Gangmuster im alltäglichen Leben zwischen depressiven Personen und gesunden Probanden miteinander verglich.


Dabei haben die Forscher Gang und Stimmung über zwei Tage mit tragbaren Messgeräten erfasst und eine Stichprobe von 35 akut depressiven Patientinnen und 36 gesunden Personen analysiert. Im Vergleich zu den Gesunden liefen die depressiven Personen langsamer, gebeugter und mit weniger Dynamik in der Auf- und Abbewegung des Körpers.
Außerdem zeigte sich bei Depressiven wie bei Gesunden, dass die Art des Gehens die Stimmung vorhersagen konnte: Wenn Personen innerhalb einer Stunde schneller und dynamischer gegangen waren, zeigte sich eine Verbesserung der positiven Stimmung in diesem Zeitraum. Auswirkungen des Gangmusters auf die negative Stimmung konnten allerdings nicht beobachtet werden. „Aber wir haben ja auch erst einmal nur die kurzfristen Auswirkungen des Gangmusters untersucht,“ bilanziert Untersuchungsleiter Johannes Michalak, Universität Witten/Herdecke die Ergebnisse.

Zweitautor Dirk Adolph, Ruhr-Universität Bochum dazu: „Die Befunde passen gut zu den Ergebnissen vieler Laborstudien, in denen sich gezeigt hat, dass Körperhaltungen und Bewegungsmuster sich auf die Stimmung auswirken. Außerdem könnten diese Befunde der Ausgangspunkt dafür sein, neue Behandlungsformern für Depressionen zu entwickeln. Hierfür sind aber weitergehende Untersuchungen notwendig, um zu überprüfen, ob solche Behandlungen auch wirklich langfristig zu einer Reduktion der depressiven Symptomatik beitragen können.“

Referenz:
Universität Witten/Herdecke; Ruhr-Universität Bochum
Gait patterns and mood in everyday life: A comparison between depressed patients and non‐depressed controls, Cognitive Therapy and Research 2021, https://link.springer.com/article/10.1007/s10608-021-10215-7

#depression #therapie #gangart #alltag #stimmung #bewegungsmuster #symptomatik #medizin #medimpressions

Fotocredit: Canva

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Baby mit Neurodermitis-Ausschlag auf der Wange

Neurodermitis bei Babys und Kindern

Die schubweise auftretende, entzündliche Hauterkrankung Neurodermitis betrifft immer mehr Säuglinge und Kinder und kann für die gesamte Familie eine große Belastung sein. Doch was genau ist Neurodermitis, und warum sind gerade die Kleinsten so oft betroffen?

Zum Artikel: Darstellung des weiblichen Reproduktionssystems in Form von Blumen

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine chronische, hormonelle Erkrankung. Sie ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Zum Artikel: Mallorca-Akne: Frau mit Akne am Rücken

Mallorca-Akne: Wenn die Haut nach dem Sonnenbad streikt

Rötungen, Pickel und Juckreiz nach dem ersten Sonnenbad – das klingt zunächst nach einer Sonnenallergie. Häufig steckt jedoch etwas anderes dahinter: die sogenannte Mallorca-Akne. Obwohl der Name nach einem Urlaubsphänomen klingt, hat die Hautreaktion nichts mit der Insel selbst zu tun.

Zum Artikel: Mädchen mit Sonnencreme im Gesicht

Sonnencreme bei Babys und Kindern: Auf was Eltern achten sollten

Sobald die Sonne scheint, zieht es Kinder nach draußen – zum Spielen, Planschen und Entdecken. Doch während Kinder oft unbeschwert in der Sonne toben, ist die Haut der Kleinen besonders empfindlich und braucht besonderen Schutz.