Skip to main content
Fußballerinnen mit Pokal
Foto:Rawpixel.com/Shutterstock

Beeinflusst die Pille sportliche Leistungen?

Die meisten hormonellen Verhütungsmitteln (Antibabypille) enthalten eine Kombination aus zwei Hormonen: Östrogen sowie Gestagen (das Gelbkörperhormon). Manche Pillen enthalten Gestagene, die zusätzlich die Wirkung von männlichen Sexualhormonen wie Testosteron blockieren können. Dieses Hormon wird auch im Körper von Frauen produziert, wenn auch nur in geringen Mengen. Werden die männlichen Hormone durch die Pille blockiert, könnte sich das theoretisch negativ auf die Muskelkraft von Frauen auswirken. Ob dem wirklich so ist, hat eine Untersuchung von Cochrane Österreich anhand der derzeit vorliegenden Studienlage überprüft.  

Die aktuelle Übersichtsarbeit fasste alle aussagekräftigen Studien zusammen, die den Einfluss der Pille auf die körperliche Leistungsfähigkeit und den Muskelaufbau untersucht haben. Das Ergebnis der Analyse: Frauen, die die Pille einnehmen, könnten tatsächlich einen kleinen Nachteil beim Sport haben. Bei regelmäßigem Training scheinen sie etwas weniger Kondition und Ausdauer aufzubauen als die Studienteilnehmerinnen, die keine hormonellen Verhütungsmittel verwenden.

Konkret äußert sich dies darin, dass Frauen, die mit der Pille verhüten, während des Trainings möglicherweise weniger Sauerstoff aufnehmen und dadurch schneller außer Atem kommen. Gemessen wurde dies über die Zusammensetzung der Atemluft. Wie groß dieser Effekt tatsächlich ist, lässt sich anhand der vorliegenden Daten aber nicht genau beziffern.

Für Spitzensportlerinnen könnte der eher kleine Effekt relevant sein, für Hobbysportlerinnen vermutlich weniger. Die Untersucher weisen auch darauf hin, dass die derzeit vorliegenden Studien an nur wenigen Teilnehmerinnen und teilweise mangelhaft durchgeführt wurden.

Auf die Frage, ob die Pille Auswirkungen auf die Muskelkraft hat, liefern die verfügbaren Studien keine Hinweise. Fazit der Untersucher: Am Ende muss wohl jede Sportlerin für sich ausprobieren, ob und welche Auswirkungen die Pille auf ihre Leistung hat. Und ob die Vorteile, die eine Verhütung mit der Pille mit sich bringt, den Nachteil der möglichen Leistungseinbußen beim Sport überwiegen.

Referenz:
Cochrane Österreich
Pille und Sport: Weniger leistungsfähig durch Verhütung? medizin transparent 2022; https://www.medizin-transparent.at/pille-sport/

#sport #pille #verhütung #spitzensport #hormone #testosteron #gestagen #medizin #gesundheit #gesund #bewegung #forschung #wissenschaft

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Kollagenpulver und ein Glas Wasser

Kollagen: Wirkung, Einnahme und Risiken –was bringt es wirklich für Haut und Gel

Kollagen steht für straffe Haut, kräftiges Haar, starke Nägel und schmerzfreie Gelenke – zumindest laut den Werbeversprechen vieler Kollagenpräparate. Doch was kann das Strukturprotein tatsächlich leisten und was ist Marketing?

Zum Artikel: Frau hat gerötetet Hautausschlag auf ihrem Oberarm

Hautausschlag: Was steckt hinter Rötungen, Flecken und Bläschen?

Die möglichen Ursachen für einen Ausschlag reichen von Allergien über Hautkrankheiten bis hin zu Infektionskrankheiten, Stress, psychischen Belastungen und vielen mehr.

Zum Artikel: Frau krank auf dem Sofa mit Medikamenten

Schon wieder krank? Was hinter häufigen Erkältungen steckt.

Wenn Schnupfen und Husten zu ständigen Begleitern werden, steckt oft mehr dahinter als bloßes Pech. Der Körper sendet Signale, dass das Immunsystem Unterstützung braucht. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Abwehrkräfte schwächt und mit welchen gezielten Strategien Sie den Kreislauf endlich durchbrechen können

Zum Artikel: Frau liegt krank im Bett

Grippe, Erkältung oder COVID-19: So erkennen Sie den Unterschied

Ob es sich um Grippe, eine Erkältung oder COVID-19 handelt, ist oft nicht leicht zu sagen, denn die Symptome sind sehr ähnlich. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede im Verlauf, in der Intensität und in den Risiken.