FAQs – Die häufigsten Fragen zur Corona-Impfung

FAQs – Die häufigsten Fragen zur Corona-Impfung

Stand: Januar 2021
HPV Impfung

Die Informationen und Antworten zu den Fragen entsprechen dem Stand Januar 2021. Aufgrund der rasch vorangehenden Entwicklungen und der komplexen Situation ergeben sich immer wieder Änderungen, so dass laufend Aktualisierungen nötig werden.

Wer wird zuerst geimpft?

In Österreich sollen alle Personen gegen COVID-19 geimpft werden können, die sich impfen lassen möchten. Wegen anfangs limitierter Verfügbarkeiten ist, sofern dies die Impfstoffeigenschaften zulassen, geplant, dort Impfungen durchzuführen, wo das größte persönliche und systemische Risiko besteht. Das betrifft vor allem jene Personen, die ein persönliches Risiko haben, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden oder an einer COVID-19 Infektion zu sterben sowie das Personal des Gesundheits- und Pflegebereichs. In Abhängigkeit von den Impfstoffeigenschaften und der epidemiologischen Situation wurde im Nationalen Impfgremium eine medizinisch-fachliche Empfehlung zur Priorisierung erarbeitet. Diese Empfehlung gibt basierend auf fachlichen Überlegungen eine Reihung zu impfender Personengruppen vor. Sie ist zu finden unter ‚Fachinformationen‘:

https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung—Durchfuehrung-und-Organisation.html

Nachdem anfangs nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen, um alle Menschen gleichzeitig zu impfen, werden zuerst alle Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft. Dort ist das Risiko, an einer COVID-Infektion schwer zu erkranken und allenfalls sogar zu sterben am größten. Diese Entscheidung basiert auf medizinisch-fachlichen Überlegungen, die sich unter folgendem Link befinden: Empfehlung des Nationalen Impfgremiums zur Priorisierung von COVID-19-Impfungen (PDF, 177 KB) (PDF, 194 KB).

Ab dem 5. Jänner 2021 können alle Alten- und Pflegeheime sowie die Covid-19-Stationen den Impfstoff im e-Shop der Bundesbeschaffungs GmbH (BBG)abrufen und ab dem 12. Jänner wird österreichweit in den Pflegeheimen und Covid-19-Stationen großflächig geimpft.

Welche Impfstoffe sind zugelassen?

Der erste Impfstoff (Comirnaty von BioNTech/Pfizer) wurde am 21. Dezember 2020 von der Europäischen Kommission zugelassen. Die Zulassung eines zweiten Impfstoffes (Moderna) erfolgte am 6. Januar 2020. Beide Impfstoffe zeigen einen Wirkungsgrad um die 94%. Der letztgenannte Impfstoff hat den Vorteil, dass er sich länger bei Kühlschranktemperaturen lagern lässt, was die Verteilung erleichtert.

Mit welchen Impfreaktionen muss ich rechnen?

Kurzfristige Impfreaktionen sind völlig normal und können nach jeder Impfung auftreten. Sie weisen bis zu einem bestimmten Grad auch auf die Wirksamkeit des Impfstoffs hin. Zu den häufigsten Impfreaktionen des BioNTech-Impfstoffes gehören:

  • Schmerzen an der Einstichstelle (84,1%)
  • Müdigkeit (62,9%)
  • Kopfschmerzen (55,1%)
  • Muskelschmerzen (38,3%)
  • Schüttelfrost (31,9%)
  • Gelenksschmerzen (23,6%)
  • Fieber (14,2%)

Unerwünschte Nebenwirkungen des Impfstoffes wurden bisher kaum registriert. In einigen Fällen wurde eine Schwellung der Lymphknoten beobachtet und in England kam es in Folge der Impfung bei zwei Patienten zu einer allergischen Reaktion. Beide litten zuvor bereits an schweren Allergien und konnten aufgrund ihrer Vorgeschichte rasch behandelt werden.
Ob mit seltenen Langzeitfolgen zu rechnen ist, weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Es lässt sich aber bereits jetzt abschätzen, dass die Vorteile der Impfung im Vergleich zu den möglichen Schäden einer Covid-19-Erkrankung überwiegen.

Die typischen Impfreaktionen zeigen sich auch beim zweitzugelassenen Impfstoff von Moderna. Bei beiden Impfungen sind die Impfreaktionen bei der Zweitverabreichung deutlicher ausgeprägt. Sie treten damit insgesamt etwas häufiger auf als bei Grippeschutzimpfungen.

Was kostet die Impfung?

Die Covid-19-Impfung steht allen Menschen in Österreich, die sich impfen lassen wollen, kostenlos zur Verfügung.
Gerüchteweise (tweet einer belgischen Staatssekretärin) beträgt der Preis für den Moderna-Impfstoff um die 18 US$, der Impfstoff von BioNTech um die 12 US$. Erwartet wird die Zulassung eines weiteren Impfstoffes (AstraZeneca), dessen Kosten bei rund einem US-Dollar liegen sollen.

Wie viele Impfstoffe erhält Österreich?

Am 17. Juni 2020 hat die Europäische Kommission die europäische Impfstoffstrategie verabschiedet, um die Versorgung mit qualitativ hochwertigen, sicheren, wirksamen und erschwinglichen Impfstoffen zu sichern. Dabei vereinbart die Europäischen Kommission im Auftrag der Mitgliedsstaaten Vorkaufverträge („Advanced Purchase Agreements“) mit Impfstoffherstellern, welche den Mitgliedsstaaten das Recht einräumen, eine bestimmte Anzahl von Impfstoffdosen zu einem bestimmten Preis zu erwerben, sobald diese zur Verfügung stehen. Innerhalb der EU werden die reservierten Liefermengen jeweils nach Bevölkerungsanteil aufgeteilt, so dass Österreich ca. 2 Prozent der zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen, zustehen. Mit der bedingten Zulassung des ersten COVID-19-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech konnte Österreich rund 10.000 Impfdosen einer ersten europaweiten Auslieferung in Anspruch nehmen. In den kommenden Wochen werden pro Woche jeweils 63 000 Impfdosen ausgeliefert.

Im Laufe von 2021 werden in Österreich ausreichend viele Impfstoffe zu Verfügung stehen, um damit alle Menschen, die sich freiwillig impfen lassen wollen, auch impfen zu können. Hier muss jedoch auch das Anwendungsgebiet vorhandener Impfstoffe berücksichtigt werden, vermutlich wird man nicht alle Impfstoffe in allen Personengruppen verwenden können.

Wer darf die Impfung durchführen?

Zur Durchführung einer COVID-19-Impfung sind alle Ärztinnen und Ärzte, unabhängig ihres Sonderfaches oder ihrer Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin, berechtigt. Das gilt daher auch für Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner und Schulärztinnen/Schulärzte. Darüber hinaus dürfen Turnusärztinnen/Turnusärzte, pensionierte Ärztinnen/Ärzte und ausländische Ärztinnen/Ärzte in Zusammenarbeit mit zur selbständigen Berufsausübung berechtigten Ärztinnen/Ärzten COVID-19-Impfungen verabreichen. Medizinstudierenden ist dies in einem strukturierten Setting (z.B. eine Impfstraße im Auftrag der Landessanitätsdirektion) unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht ebenfalls erlaubt. Zudem dürfen diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen nach schriftlicher ärztlicher Anordnung COVID-19-Impfungen verabreichen.
In diesem Zusammenhang sind noch Rettungs- bzw. Notfallsanitäterinnen und -sanitäter zu erwähnen, für die eigens eine gesetzliche Grundlage geschaffen wurde. Mit dieser Gesetzesänderung ist diese Berufsgruppe nach entsprechender Schulung berechtigt, auf ärztliche Anordnung und unter ärztlicher Aufsicht COVID-19-Impfungen zu verabreichen. Alle Impfberechtigten dürfen zudem die Impfung unter den jeweils geltenden Voraussetzungen vorbereiten, wobei eine Vorbereitung darüber hinaus durch entsprechendes pharmazeutisches Personal erfolgen kann.

Sind geimpfte Personen weniger infektiös?

Man kann annehmen, dass geimpfte Personen auf Grund einer geringeren Viruslast weniger infektiös sind. Abgeleitet von präklinischen Daten nimmt man an, dass es auch durch COVID-19-Impfungen zu einer geringeren Virustransmission kommt, obwohl dies derzeit noch nicht klinisch belegt ist, aber weiterhin untersucht wird.

Warum gibt es für die Impfstoffe nur eine „bedingte“ Zulassung?

Die bedingte Zulassung, die von der europäischen Behörde EMA vergeben wird, beschränkt sich auf ein Jahr. In dieser Zeit müssen Pharmafirmen weiterhin Daten zu den Probanden liefern und Aspekte untersuchen, die in den ersten Studien noch nicht berücksichtigt werden konnten. Dazu zählen etwa die Wirksamkeitsdaten über einen längeren Zeitraum oder bei bestimmten Risikogruppen sowie die Überprüfung eventuell neu aufgetretener Nebenwirkungen. Nach einem Jahr kann die bedingte Zulassung verlängert oder der Impfstoff normal zugelassen werden.

Sollen sich Allergiker impfen lassen?

Personen mit bekannten und häufigen Allergien, wie beispielsweise Allergien gegen Pollen oder Hausstaub, können und sollen geimpft werden. Bei anderen Allergien sollte man dies mit der behandelten Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt vorbesprechen. Zu einer Impfung sollte jedenfalls der Allergie-Ausweis mitgebracht werden. Nicht jede Allergie stellt hierbei ein Problem für eine COVID-19-Impfung dar. Die Information zu möglichen Allergenen enthält die Fachinformation (Zusammensetzung) des entsprechenden Impfstoffes. Bei Impfung von Allergikerinnen und Allergikern soll die Nachbeobachtungszeit jedenfalls bis zu 30 Minuten verlängert werden.

Die aufgeführten Inhaltsstoffe im Impfstoff Comirnaty (BNT162b2) von BioNtech/Pfizer umfassen folgende Substanzen:

  • mRNA
  • Vier Fettsäuren (Lipide)
  • Vier Salze
  • ein Zucker-Polymer (Sucrose)
  • PEG (Polyethylenglykol)

Die aufgeführten Inhaltsstoffe des Moderna-Impfstoffes umfassen folgende Substanzen:

  • mRNA
  • Vier Lipide
  • Thromethamin als Puffersubstanz
  • Essigsäure
  • Natriumacetat
  • PEG (Polyethylenglykol)

Sollen sich Schwangere impfen lassen?

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Comirnaty (COVID-19-Impfstoff von Pfizer/BioNTech) bei schwangeren Personen vor. In den Studien zur Wirksamkeit des ersten COVID-19-Impfstoffes fanden sich keine Hinweise für direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale Entwicklung, Geburt oder die Entwicklung des Kindes nach der Geburt. Die Verabreichung von Comirnaty in der Schwangerschaft sollte individuell geprüft werden, so auch der Nutzen und das Risiko.

Wichtiger Hinweis: Es handelt sich bei diesen Vorgaben um reine Vorsichtsmaßnahmen. Das bedeutet, dass im Falle einer ungewollt in den genannten Fristen eintretenden Schwangerschaft KEINE Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch besteht und die Schwangerschaft auch nicht als Risikogravidität einzustufen ist!

Sollen Personen mit Autoimmunerkrankung geimpft werden?

Die bisher verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 sind nur teilweise bei Personen mit einer Autoimmunerkrankung untersucht. Jedenfalls liegen Daten und Erfahrungen zu folgenden Erkrankungen vor:

  • HIV (unter Therapie und mit CD4>500)
  • stabilen Autoimmunerkrankungen
  • Krebserkrankungen (ohne laufende oder kürzlich Chemotherapie)
  • Diabetes mellitus
  • kardiovaskulären und chronischen pulmonalen Erkrankungen

In all diesen Fällen wurden keine Auffälligkeiten bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit verzeichnet.
Zu allen übrigen Krankheitsbildern gibt es noch keine Daten, weshalb jedenfalls eine Konsultation durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt durchgeführt werden sollte.

Soll man sich impfen lassen, wenn man gerade an einer Infektion leidet?

An einer Infektion akut Erkrankte sollen bis zur Genesung von der Impfung zurückgestellt werden und erst nach Rücksprache mit dem Arzt erwogen werden. Die Impfung belastet das Immunsystem ansonsten nur unnötig.

Dürfen Kinder geimpft werden?

Zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Bei Kindern und Jugend¬lichen wurden die Impfstoffe noch nicht genügend hinsichtlich ihrer Wirk¬samkeit und Sicherheit untersucht, da Kinder aus ethischen Gründen nicht zu den freiwilligen Testpersonen zählen.
Wenn ausreichend Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe bei Erwachsenen zur Verfügung stehen, sind weitere Studien geplant, in die auch Kinder eingeschlossen werden.

Die Zulassung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs gilt für Personen ab 16 Jahren, für den Moderna-Impfstoff für Erwachsene ab 18 Jahren.

Wie sicher sind Covid-19-Impfstoffe?

Ein Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht. Wie jeder andere Impfstoff, wird auch ein neuer Impfstoff, der vor COVID-19 schützen soll, intensiv geprüft. Die verschiedenen Impfstoff-Kandidaten durchlaufen jeweils streng kontrollierte Prozesse. Es gibt dafür klare gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben, bevor sie zur Anwendung am gesunden Menschen kommen können. Nur wenn sich dabei eine positive Nutzen-Risiko-Relation zeigt, erhält der Impfstoff eine Marktzulassung. Auch nach der Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen und zur Überprüfung der Wirkung eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Im Fall von Impfstoffen und auch für COVID-19-Impfstoffe erfolgt zunächst eine bedingte Zulassung, die jederzeit aufgehoben oder ausgesetzt werden kann, sollten sich bei der Anwendung Probleme bei Produktion, Sicherheit oder Wirksamkeit ergeben.

Wie wird die Sicherheit eines Impfstoffs festgestellt?

Zu Beginn erfolgt die Testung am Tier und dann in Studien am Menschen. Man hat sich in Europa (und in den USA) darauf geeinigt, dass in groß angelegten Studien die Wirksamkeit und die Sicherheit überzeugend belegt werden müssen. Hierfür sind zumeist sehr große Studienpopulationen von über 30.000 Probanden vorgesehen. Wie bei anderen Arzneimitteln auch, können selbst bei großen Studien nur sehr häufig, häufig oder gelegentlich auftretende Nebenwirkungen beobachtet werden. Seltene oder sehr seltene Nebenwirkungen können erst nach Zulassung erfasst werden, da hierfür wesentlich größere Populationen notwendig sind, um dies verlässlich zeigen zu können. Sicherheitsinstrumente der Arzneimittelüberwachung stellen jedoch auch nach Zulassung sicher, dass seltener auftretende Nebenwirkungen erkannt werden können. Gegebenenfalls erfolgen dann umgehend behördliche Maßnahmen, um etwaige Risiken zu vermeiden, beziehungsweise zu minimieren. Wenn sich im Extremfall das Nutzen-Risiko-Verhältnis nach Zulassung nachteilig ändert, kann es auch zur Aufhebung der Zulassung kommen.

Wie wird der Impfstoff in Österreich verteilt?

Die verschiedenen COVID-19-Impfstoffe werden zentral eingekauft und innerhalb von Österreich verteilt. Die Verteilung erfolgt entsprechend der jeweils verfügbaren Liefermengen. Die erste Lieferung an Impfstoffen enthielt nur eine geringe Menge, wobei nach und nach mehr Impfstoff nach Österreich geliefert werden wird. Im Allgemeinen soll die Impfung dorthin kommen, wo Menschen arbeiten, leben oder sich aufhalten. Damit wird ein niederschwelliger Zugang geschaffen. Sofern dies die Impfstoffeigenschaften zulassen, wird in einem ersten Schritt dort geimpft, wo das größte persönliche und systemische Risiko besteht, also bei Personen, die ein persönliches Risiko haben, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden oder an einer COVID-19 Infektion zu sterben.

Es muss auch sichergestellt werden, dass entsprechende Impfstoffe ordnungsgemäß gelagert, transportiert, abgegeben und verabreicht werden können. Zudem ist es nötig, Möglichkeiten zur systematischen und zeitnahen Dokumentation der Impfungen zu etablieren. Um hohe Durchimpfungsraten zu erreichen, müssen Impfungen niederschwellig angeboten werden. Einen Schwerpunkt werden daher Impfungen in speziellen „Settings“, beispielsweise am Arbeitsplatz, darstellen.

Wie oft muss man sich impfen lassen?

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer soll in zwei Dosen im Abstand von 21 Tagen verabreicht werden. Der Impfstoff von Moderna wird ebenfalls in zwei Teildosen, in einem Intervall von 28 Tagen verabreicht.

Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

Im Falle von mRNA-Impfstoffen (dazu zählen die Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer) wird den menschlichen Körperzellen der Bauplan (in Form der so genannten „messenger RNA“) für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Diese Information wird in den Zellen ausgelesen und das codierte Protein produziert. Das ist ein Prozess, der in Körperzellen ununterbrochen abläuft, um die für die Zelle nötigen Proteine herzustellen. So kann beispielsweise das Spike-Protein des Covonairus, SARS-CoV-2, von den menschlichen Zellen selbst produziert werden. Da es ein für die Zelle unbrauchbares, fremdes Protein darstellt, wird es an die Zelloberfläche transportiert und dort mithilfe bestimmter Immunkomplexproteine präsentiert. Das wird von speziellen Immunzellen erkannt und regt in der Folge das Immunsystem dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren und spezifische, gegen Teile dieses fremden Proteins gerichtete T-Zellen zu generieren.

Wie alle anderen Impfungen auch bringt also eine mRNA-Impfung einen Erreger bzw. einen Teil davon in den menschlichen Körper, so dass das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern angeregt wird. Unterschiedlich ist dabei, wie Erreger(-bestandteile) in den Körper transportiert werden: während diese bei anderen Impfstofftechnologien direkt verabreicht werden, wird mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht, so dass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren.
Die mRNA, die über den Impfstoff verabreicht wurde, wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA (den Träger der Erbinformation) eingebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation, weder in Körperzellen noch in Fortpflanzungszellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Virusproteins statt.
Zu den Vorteilen des Impfstoffes gehört, dass er sich schnell produzieren lässt und wenig andere Inhaltsstoffe nötig sind.

Wie funktionieren vektorbasierte Impfstoffe?

Vektorimpfstoffe beruhen auf dem Prinzip, ein für den Menschen zwar infektionsfähiges aber völlig harmloses Virus so umzubauen, dass es zwar seine harmlosen Eigenschaften nicht verliert, aber für unser Immunsystem so aussieht, als wäre es ein völlig anderer Erreger, in unserem Fall eben ein SARS-CoV-2 Virus. Vereinfacht gesagt: Es sieht für unser Immunsystem aus wie ein „Schaf im Wolfspelz“: Unser Immunsystem reagiert auf dieses Vektorvirus als wäre es ein SARS-CoV-2 Virus, aber mit dem Unterschied, dass Krankheitsfolgen ausbleiben. Das Spike-Protein des SARS-CoV-2 Virus wird von der Zelle selbst produziert und anschließend auf der Zelloberfläche dem Immunsystem präsentiert, sodass gegen dieses Protein Antikörper und T-Zellen gebildet werden, die in weitere Folge vor der Erkrankung schützen sollen. Die COVID-19-Vektorimpfstoffkandidaten enthalten ungefährliche, gut untersuchte Trägerviren, die durch das menschliche Immunsystem kontrolliert und eliminiert werden. Bei den nicht-replizierenden vektorbasierten Impfstoffen werden die als Vektor verwendeten Viren gentechnologisch so verändert, dass sie sich nicht weiter in der Wirtszelle vermehren können, sondern lediglich als Transportmittel für den genetischen Bauplan der Oberflächenproteine des zu bekämpfenden Virus dienen.
Vektorimpfstoffe sind schon gegen das Ebolavirus und andere Viren im Einsatz.

Kann man sich den Impfstoff aussuchen?

Auf Grund der Eigenschaften der Impfstoffe werden die Impfstoffe voraussichtlich in unterschiedlichen Settings angeboten werden. Es wird beispielsweise voraussichtlich logistisch schwierig sein, einen Impfstoff, der bei ca. -70°C gelagert werden muss, im niedergelassenen Bereich flächendeckend anzubieten. Das ist bei Impfstoffen, die bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, eine andere Situation. Darüber hinaus hängt es davon ab, in welchen Mengen die einzelnen Impfstoffe verfügbar sind. Zudem werden die verschiedenen Impfstoffe zu unterschiedlichen Zeiten auf den Markt kommen, sodass eine freie Wahl auch auf Grund der jeweiligen Verfügbarkeit nicht möglich sein wird, ähnlich, wie man das von den saisonalen Grippeimpfstoffen kennt. Auch wird nicht jeder Impfstoff für jede Person gleich gut geeignet sein, sodass es je nach Impfstoff unterschiedliche Indikationen bzw. Zielgruppen geben wird. Nach derzeitigem Wissensstand gibt es hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit keinen Anlass, einen Qualitätsunterschied zwischen den Impfstoffen anzunehmen.

Sollen Personen, die bereits an SARSCoV-2 erkrankt waren, geimpft werden?

Da die Impfung nach bisherigen Erkenntnissen gleich gut vertragen wird, unabhängig davon, ob jemand bereits eine SARS-CoV2-Infektion hatte oder nicht, kann die Impfung auch nach bereits durchgemachter Erkrankung oder positiver Testung erfolgen. Momentan ist zudem nicht ausreichend bekannt, ob und wie lange nach einer durchgemachten SARS-CoV2-Infektion eine Immunität und ein Schutz vor einer neuerlichen Erkrankung besteht. Es wird daher empfohlen, allen Personen in den entsprechenden Zielgruppen eine Impfung anzubieten, auch wenn bereits eine Infektion durchgemacht wurde. In diesen Fällen ist damit zu rechnen, dass es zu einer Auffrischung der vorbestehenden Immunität und damit zu einer Schutzverlängerung kommt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Zu unterscheiden sind hier Impfreaktionen und echte Nebenwirkungen. Reaktionen sind Erscheinungen, welche die eigentliche Wirkung der Impfung begleiten können und Ausdruck der (erwünschten) immunologischen Abwehrreaktion sind. Sie sind nicht gefährlich, können aber unangenehm sein und entstehen zumeist an der Impfstelle im Sinne einer Rötung, eventuell einer Schwellung und auch Schmerzhaftigkeit unterschiedlicher Ausprägung. Auch systemische Impfreaktionen sind möglich und umfassen eine breite Palette an Sensationen wie z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, allgemeines „grippiges“ Gefühl und andere. RNA-Impfstoffe sind dafür bekannt, dass sie das Immunsystem sehr gut aktivieren können, man nennt sie daher auch „reaktogener“ als andere Impfstoffe. Im Rahmen einer starken Immunantwort produziert der Körper viele Botenstoffe, einige dieser Botenstoffe können dabei auch zu den erwähnten Begleiterscheinungen führen. Diese möglichen Beschwerden sind keine unerwarteten und potenziell gefährlichen Nebenwirkungen, sondern ein Zeichen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff, die zu einer Schutzwirkung führt. Diese Impfreaktionen klingen üblicherweise in wenigen Tagen folgenlos ab und sind deutlich harmloser als die möglichen Symptome und Folgeschäden der Infektion, die durch die Impfung verhindert werden kann: nur wenn der Nutzen eines Impfstoffs ein eventuelles Impfrisiko deutlich überwiegt, werden Impfstoffe zugelassen.

Zu erwartende echte Nebenwirkungen werden im Rahmen der Zulassungsstudien erfasst, dabei wird der Impfstoff an mindestens 10.000 Personen getestet. Dabei ist es möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen (sehr selten heißt seltener als 1 Fall auf 10.000 Geimpfte) erst nach der Zulassung der Impfungen erfasst werden. Auch nach der Marktzulassung erfolgt daher eine ständige Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen und eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Diese Nebenwirkungen sind in der Fachinformation und der Gebrauchsinformation des Impfstoffes detailliert aufgelistet.

Im Zusammenhang mit Nebenwirkungen ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass nicht jedes Krankheitszeichen, das im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftritt, auch auf die Impfung zurückzuführen ist. Gerade wenn Impfstoffe an sehr viele Personen verabreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die jedoch nicht durch die Impfung, sondern durch andere, auch in der ungeimpften Bevölkerung regelmäßig vorkommende Ursachen, beispielsweise durch eine zeitgleich oder kurz danach aufgetretene andere Erkrankung, verursacht wurden („Hintergrundinzidenz“). Für eine möglichst präzise Evaluierung aller nach den Impfungen aufgetretenen Reaktionen und Nebenwirkungen sind sowohl geimpfte Personen als auch impfendes Gesundheitspersonal dringend angehalten, alle derartigen Symptome einzumelden.
Details unter: www.basg.gv.at/pharmakovigilanz/meldung-von-nebenwirkungen/.

Was ist ein Impfschaden?

Ein Impfschaden ist ein gesundheitlich relevantes Ereignis, das in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung steht. Tritt dieses auf, kann ein Antrag auf Zuerkennung eines Impfschadens gestellt werden. Über diesen Antrag erfolgt ein Verwaltungsverfahren beim Sozialministeriumservice.
Im Rahmen des Verfahrens werden Sachverständigengutachten eingeholt und es gibt ein Parteiengehör. Die rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen nach dem Impfschadengesetz sehen dabei im Vergleich zu zivilgerichtlichen Verfahren eine Beweiserleichterung vor, es muss kein Beweis der Kausalität zwischen Impfung und Gesundheitsschädigung vorliegen. Zudem ist ein kostenloses Verfahren mit Rechtszug vom Sozialministeriumservice zum Bundesverwaltungsgericht sowie dem Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof möglich.
Anerkannt wird ein Impfschaden dann, wenn das Verfahren ergeben hat, dass ein wahrscheinlicher Zusammenhang mit der Impfung gegeben ist. Um zu beurteilen, ob die verabreichte Impfung wesentliche Bedingungen für den nunmehrigen Gesundheitszustand bildet, wird das Vorliegen eines klaren zeitlichen Zusammenhangs, das Fehlen einer anderen (wahrscheinlicheren) Erklärungsmöglichkeit der aufgetretenen Symptomatik und die Ähnlichkeit des angeführten Schadens der Impfung mit Komplikationen der Infektion mit dem Erreger, vor dem die Impfung schützen soll, geprüft. Aus einer Anerkennung ergeben sich Sozialleistungen in Form von Einmalzahlungen oder Rentenzahlungen.

Wirkt die Impfung auch gegen die neu im UK nachgewiesenen veränderten Corona-Viren?

Virus-Varianten, die sich durch spontane Mutationen bilden sind nichts Außergewöhnliches, sondern ein natürlicher Prozess, der in einem gewissen Ausmaß in nahezu allen Viren abläuft. Wichtig ist zu beobachten, wo im Virus diese Mutationen stattfinden und welche Auswirkungen diese haben.
Die jetzt in UK identifizierte Variante unterscheidet sich von anderen auftretenden SARS-CoV-2 Viren dahingehend, dass sie mehrere bereits vorher aufgetretene Einzelmutationen in sich vereint. Somit ist plötzlich ein Virusstamm aufgetreten, der viele Mutationen in sich vereint.
Das ist laut derzeitigem Wissensstand aber noch kein Grund zur Besorgnis. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der derzeit zugelassene Impfstoff auch gegen diese neuen Varianten des Virus schützt.

Wird es weitere Impfstoffe geben?

Derzeit wird weltweit intensiv an Impfstoffen gegen COVID-19 gearbeitet: So befinden sich derzeit laut WHO 52 Impfstoffkandidaten in klinischer Entwicklung und einige Impfstoffkandidaten sind bereits in der für eine Zulassung bedeutsamen Phase 3 der Impfstofftestung. Über 150 weitere Impfstoffprojekte werden derzeit erprobt, wurden aber an Menschen noch nicht getestet. Dabei kommen unterschiedliche Impfstofftechnologien zum Einsatz.
Ein Überblick über den aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellt ( https://www.who.int/ ). Um das Risiko zu streuen und sicherzustellen, dass jedenfalls entsprechende Impfstoffe zur Verfügung stehen, hat die EU bereits mit sechs Impfstoffherstellern Vorkaufverträge auf EU-Ebene abgeschlossen, mit weiteren Herstellern ist man im Gespräch. Österreich hat grundsätzlich Anspruch auf ca. zwei Prozent des Gesamtvolumens je Vertrag.

Haben Sie weitere Fragen?

Interessierte Personen können ihre Fragen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe telefonisch bei der Infoline Coronavirus des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz unter der Telefonnummer 0800 555 621 sieben Tage in der Woche, von 0 bis 24 Uhr stellen.

 

 

 

 

 

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Quellen:
Bundesminsterium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/public.html, Zugriff 4. Januar 2020

Bundesamt für Ernährungssicherheit, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (AGES): https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/entwicklung-und-zulassung-von-impfstoffen/, Zugriff 4.1.2020

F. Krammer, SARS-CoV-2 vaccines in development, Nature 2020; 586:516

Sahin U et al.: Concurrent human antibody and THI type T-cell responses elicited by a Covid-19-RNA vaccine (medRxiv, 2020)

Jackson, NA et al.: The promise of mRNA Vaccines: a biotech and indusrial perspective, NPJ Vaccines, 2020

Pressemitteilung Europäische Kommission: EMA wird bis 21. Dez über BioNTech-Impfstoff entscheiden: Fragen und Antworten zum Zulassungsverfahren, 15.12.2020

Pfizer Pressemitteilung: Pfizer and Biontech conclude Phase 3 study of Covid Vaccine Candidate, meeting al primary efficancy endpoints, 18.11.2020

Moderna: Modernas Work on a Covid-19 Vaccine Candidate, Zugriff 5.1.2020

Baden LR et al.: Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine, N Engl j Med 30.12.2020; DOI: 10.1056/NEJMoa2035389
 

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