Brustkrebs

Brustkrebs

Stand: April 2017

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Zahlreiche Fortschritte in Diagnostik und Therapie haben dazu beigetragen, dass die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert werden konnten. Insbesondere in frühen Stadien ist die Erkrankung heute gut behandelbar, weswegen der Früherkennung von Brustkrebs eine besondere Bedeutung zukommt. Lesen Sie hier, welche Faktoren das Risiko für die Erkrankung erhöhen können, wieso Früherkennung so wichtig ist und welche Therapien zur Verfügung stehen.

Was ist Brustkrebs?

Als Brustkrebs (Mammakarzinom) wird ein bösartiger (maligner) Tumor in der Brust bezeichnet. Das Mammakarzinom zählt zu den sogenannten “soliden Tumoren” – hierbei handelt es sich um einen Tumor, bei welchem sich aus einzelnen Tumorzellen Geschwülste entwickeln, die zumindest in frühen Stadien der Erkrankung auf eine Körperregion oder auf ein Organ begrenzt sind. Im Gegensatz zu einem gutartigen (benignen) Tumor vermehrt sich ein bösartiger Tumor im Regelfall ungebremst und unkontrolliert. Ein bösartiger Tumor kann in umliegendes Gewebe eindringen – im Fall von Brustkrebs bedeutet das, dass die Brustkrebszellen in umliegendes Brustgewebe, in die darunter liegende Muskulatur oder in die Haut der Brust eindringen und das Gewebe zerstören können, weiters können sich einzelne Tumorzellen lösen und über das Blut und die Lymphbahnen in andere Regionen des Körpers gelangen, wo sich in weiterer Folge Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Mehr zum Thema metastasierter Brustkrebs lesen Sie hier.

Der Entstehung von Krebs bzw. Brustkrebs gehen diverse Veränderungen in der Erbinformation voraus, welche genau ist noch nicht vollständig geklärt, allerdings weiß man heute, dass manche dieser Veränderungen vererbt werden können. Zwei vererbbare Anlagen, die das Risiko für eine Brustkrebserkrankung erhöhen sind die Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2. Diese vererbbaren Anlagen finden sich jedoch nur bei einem geringen Teil Betroffener. Bei einem Großteil aller Frauen entwickeln sich die bösartigen Veränderungen mit zunehmendem Alter, anfangs nur in einer Zelle, welche sich, sofern sie den körpereigenen Kontrollmechanismen entgeht, weiterteilt und ihre genetischen Veränderungen so an ihre Tochterzellen weitergibt. Diese teilen und vervielfältigen sich wiederum selbst, was schließlich zur Entstehung von Krebs führt.

Risikofaktoren

Hinsichtlich der Auslöser von Brustkrebs bzw. der Frage, was das Risiko für ein Mammakarzinom erhöht, sind viele Fragen noch ungeklärt. An der Krankheitsentstehung dürfte prinzipiell eine Vielzahl an Faktoren beteiligt sein. Studien zeigen, dass das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und, bei manchen Frauen, vererbte Risikogene eine Rolle spielen und das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Statistisch gesehen ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken umso höher, je mehr Risikofaktoren vorhanden sind.

Alter und Hormone

Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken ist nicht in jedem Alter gleich hoch. Die Wahrscheinlichkeit für ein Mammakarzinom steigt mit zunehmendem Alter an, Frauen unter 40 erkranken seltener. Das mittlere Erkrankungsalter liegt jenseits des 60. Lebensjahres. Neben dem Alter spielen insbesondere die weiblichen Hormone eine bedeutende Rolle als Risikofaktor. Wie der Hormonspiegel aussieht, kann eine Frau nur in einem gewissen Ausmaß beeinflussen, beispielsweise durch ein gesundes Körpergewicht, die Anzahl an Schwangerschaften und durch die Entscheidung, ihre Kinder zu stillen. Eine Schwangerschaft und die Stillperiode gelten als risikosenkend – je mehr Kinder eine Frau ausgetragen hat und je länger sie stillt, desto geringer ist ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Erhöht wird das Risiko hingegen durch ein längeres Einwirken bestimmter weiblicher Hormone. Je länger eine Frau mit den zyklischen Veränderungen des Hormonspiegels lebt, desto größer ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit – folglich gelten eine frühe erste Regelblutung und ein später Beginn der Wechseljahre als risikosteigernd. Auch eine längere Hormonersatztherapie bei Beschwerden während den Wechseljahren wird mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

Lebensstil

Während einige Risikofaktoren nicht oder nur zum Teil beeinflussbar sind, gibt es auch eine Reihe beeinflussbarer Risikofaktoren, allen voran solche, welche in täglichen Lebensgewohnheiten verankert sind. Welche das sind und was jede Frau selbst tun kann, um das Erkrankungsrisiko zu reduzieren, lesen Sie unter vorbeugende Maßnahmen.

Häufigkeit

Sowohl in Österreich als auch in den westlichen Industrienationen ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Häufig wird in diesem Zusammenhang erwähnt, dass etwa jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt. Diese Angabe bezieht sich auf das Gesamtrisiko von der Geburt bis zu einem Alter von über 80 Jahren, was bedeutet, dass eine von neun Frauen Brustkrebs bekäme, wenn alle Frauen über 80 Jahre alt werden würden. Diese Angabe gibt allerdings nicht an, wie hoch das Erkrankungsrisiko in einem bestimmten Alter ist. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken steigt – wie bei vielen anderen Krebsarten – mit zunehmendem Alter an, das Risiko einer 30- oder 40-Jährigen ist folglich deutlich geringer als jenes einer 70-jährigen Frau.

Im Jahr 2011 wurden bei insgesamt 18.780 Frauen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, bei 5.444 handelte es sich um Brustkrebs. Auch in den Jahren 2012, 2013 und 2014 war Brustkrebs mit 5.545, 5.371 und 5.390 Fällen und damit mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an allen Tumoren die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. In seltenen Fällen sind auch Männer von Brustkrebs betroffen, im Jahr 2014 waren es österreichweit 64 Neuerkrankungen.

Wichtigkeit der Früherkennung und Früherkennungsprogramm

Dank innovativer Ansätze in der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs konnten die Überlebenschancen von Frauen mit Brustkrebs in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert werden.

Während die Inzidenzrate (Häufigkeit von Neuerkrankungen an einer Krankheit innerhalb eines definierten Zeitraums) von Brustkrebs im vergangenen Jahrzehnt relativ stabil geblieben ist, ist die altersstandardisierte Sterberate deutlich gesunken. Dieser Rückgang der Sterblichkeit ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die Erkrankung durch gezielte Früherkennungsprogramme in einem immer früheren Stadium diagnostiziert wird.

Insbesondere wenn die Erkrankung in einem lokalisierten Stadium erkannt wird, sind die Heilungschancen dank heutiger moderner medizinischer Behandlungen gut. In Österreich wurde im Jahr 2014, wie zuvor in anderen europäischen Ländern, ein organisiertes qualitätsgesichertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gestartet, welches mit Mammographie-Früherkennungsuntersuchungen darauf abzielt, Brustkrebs frühzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu diagnostizieren. Das Früherkennungsprogramm weist Qualitätsstandards und eine Qualitätssicherung nach EU-Kriterien auf (z.B. doppelte Befundung der Mammographien durch unterschiedliche Ärzte (4-Augen-Prinzip), Einsatz von ausschließlich strahlungsarmen, digitalen Geräten, strenge technische Prüfung der eingesetzten Geräte, spezielle Schulungen des medizinischen Personals, transparente Dokumentation zur begleitenden Qualitätsprüfung etc.).

Im Rahmen des qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programms werden gezielt Frauen bestimmter Altersgruppen zur Untersuchung eingeladen. Konkret bedeutet das, dass die e-card von Frauen in der Kernzielgruppe (45-69 Jahre) automatisch alle zwei Jahre für eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung freigeschaltet wird. Bei Frauen aus den erweiterten Zielgruppen (Frauen zwischen 40 und 44 sowie Frauen ab 70) wird die e-card nach einer einmaligen Anmeldung für das Früherkennungsprogramm aktiviert – Frauen aus diesen Zielgruppen können sich also auf eigenen Wunsch regelmäßig zur Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung einladen lassen. Mit einem Einladungsbrief werden Frauen an die Durchführung der Untersuchung erinnert. Der Entschluss für ein zweijähriges Untersuchungsintervall basiert auf den Empfehlungen, die aus internationalen Untersuchungen hervorgegangen sind.

Bei der Mammographie handelt es sich um ein Bruströntgen und um die Standarduntersuchung der bildgebenden Verfahren zur Brustkrebsdiagnose. Bei der Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Kunststoffplatten zusammengedrückt, um anschließend mithilfe von Röntgenstrahlen ein Bild zu erstellen. Von jeder Brust werden zwei bis drei Aufnahmen in verschiedenen Winkeln und Ebenen angefertigt, die Untersuchung selbst dauert im Regelfall nur wenige Minuten. Anschließend werden die Röntgenaufnahmen von Radiologen ausgewertet und beurteilt.

Die Einstufung und Beurteilung des Mammographie-Befundes erfolgt nach dem sogenannten BIRADS-System (Breast Imaging Reporting and Data System):

  • BIRADS I: Unauffälliger Befund
  • BIRADS II: Es liegt eine gutartige Veränderung vor, ein Krebsverdacht besteht nicht
  • BIRADS II: Unklarer, aber wahrscheinlich gutartiger Befund
  • BIRADS IV: Unklarer und verdächtiger Befund, welcher Anlass für die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe gibt
  • BIRADS V: Befund, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Brustkrebs hindeutet; die Diagnose muss noch durch die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe bestätigt werden

Zusätzlich wird in Österreich bei medizinischer Notwendigkeit auch Ultraschall als ergänzende Untersuchungsmethode eingesetzt. Die Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie) ist beispielsweise dann als ergänzende Maßnahme sinnvoll, wenn das Brustgewebe sehr dicht ist. Wird keine Ultraschalluntersuchung veranlasst, dann bedeutet das, dass der Befund auch ohne zusätzliche Untersuchung eindeutig ist.

Diagnose

Die Diagnostik (Gesamtheit aller Maßnahmen, welche zur Diagnose einer Erkrankung führen) von Brustkrebs basiert auf klinischen, bildgebenden und invasiven Verfahren.

Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung wird, nach Erhebung der Krankengeschichte, zunächst eine klinische Untersuchung (Inspektion und Tastuntersuchung der Brust) durchgeführt, bei welcher der Arzt die Brust genau auf Auffälligkeiten, wie etwa Verhärtungen und knotige Veränderungen im Gewebe, untersucht. Darüber hinaus werden auch die Achselhöhlen abgetastet, um etwaige Vergrößerungen der Lymphknoten feststellen zu können. Mögliche Verhärtungen werden vom Arzt auf ihre Form und Größe sowie auf ihre Konsistenz, Schmerzempfindlichkeit und andere Faktoren geprüft und sind unter Umständen Anlass für die Durchführung bildgebender Verfahren.

Zu den bildgebenden Verfahren, welche eingesetzt werden, um Veränderungen der Brust genauer abklären zu können, zählen vor allem die Mammographie und die Mammasonographie, weiters kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden um einen Verdacht genauer abzuklären. Der aus den bildgebenden Untersuchungen hervorgehende Wahrscheinlichkeitsbefund gibt Aufschluss darüber, ob eine weitere Abklärung in Form einer histologischen Untersuchung einer Gewebeprobe notwendig ist oder nicht – wird also im Zuge der Untersuchungen ein Krebsverdacht festgestellt (Mammographie BIRADS 4 und 5), wird eine Gewebsentnahme (Biopsie) veranlasst, um die Zellen der verdächtigen Läsion histologisch zu untersuchen, wodurch festgestellt werden kann, ob es sich bei den entnommenen Gewebeproben um Krebszellen handelt oder nicht. Mithilfe molekularbiologischer Verfahren können etwaige Abweichungen gegenüber normalem Gewebe beurteilt werden. Bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs, sind die Ergebnisse der Biopsie und der molekularbiologischen Untersuchung richtungsweisend für die spätere Therapieentscheidung. Liegen alle Befunde vor, erfolgt die individuelle Behandlungsplanung, im Rahmen welcher die Patientin Vorschläge für die Behandlung erhält. Hierbei orientieren sich Ärzte an vielen verschiedenen Faktoren, darunter an der Größe des Tumors und seinen feingeweblichen und biologischen Merkmalen sowie daran, ob und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.

Behandlung

Weder gibt es den einen Brustkrebs, noch die eine Therapie. Die Behandlung wird stets individuell auf eine Patientin abgestimmt, wobei der Rahmen für die Behandlung in sogenannten Guidelines festgehalten ist. Hierbei handelt es sich um Leitlinien, in welchen Empfehlungen und aktuelle Daten zur bestmöglichen Therapie zusammengefasst sind und welche für Ärzte und Patientinnen hilfreich sein können, um die bestmögliche Therapie zu finden. Im Folgenden wird auf die Behandlungsmöglichkeiten bei örtlich begrenztem Brustkrebs eingegangen, Informationen zur Behandlung bei fortgeschrittenem Brustkrebs finden Sie hier.

Operation

Bei Patientinnen mit örtlich begrenztem Brustkrebs wird im Regelfall eine Operation durchgeführt, deren Ziel es ist, das Tumorgewebe möglichst vollständig zu entfernen. Abhängig von der individuellen Ausgangssituation stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung. In vielen Fällen ist eine brusterhaltende Operation möglich, bei welcher der Krebs mit einem ausreichenden Randsaum von gesundem Gewebe entfernt wird. Ist der Tumor bereits zu groß, kann es notwendig sein, das ganze Brustgewebe zu entfernen (Mastektomie). Nach einer Mastektomie kann die Brust operativ wieder aufgebaut werden.

Neoadjuvante Therapie

Chemotherapien oder antihormonelle Therapien vor einer Operation werden als neoadjuvante Therapie bezeichnet und verfolgen u.a. das Ziel, einen zu großen Tumor so zu verkleinern, dass eine (brusterhaltende) Operation möglich wird.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und erfolgt im Regelfall nach einer brusterhaltenden Operation. Durch die Bestrahlung sollen mögliche noch vorhandene Tumorzellen beseitigt werden, was die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall reduziert.

Adjuvante Therapie

Eine adjuvante Therapie zielt darauf ab, einem örtlichen Rückfall oder einer späteren Bildung von Metastasen vorzubeugen. Es besteht die Möglichkeit, dass nach einer Operation Tumorzellen im Körper zurückbleiben – im Rahmen der adjuvanten Therapie sollen diese Zellen zerstört werden. Wie sich die adjuvante Therapie gestaltet, ist von Frau zu Frau verschieden und hängt u.a. von den biologischen Eigenschaften des Tumors und der Krankheitssituation (Größe des Tumors, Situation der Lymphknoten etc.), der operativen Vorgehensweise, der hormonellen Situation, möglichen Begleiterkrankungen und anderen Faktoren ab. Zu den Therapiemöglichkeiten zählen vor allem die antihormonelle Therapie, die Chemotherapie und die zielgerichtete Therapie.

Vorbeugende Maßnahmen

Der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle bei der Krebsentstehung. Bewegungsmangel und Übergewicht haben einen eindeutig ungünstigen Einfluss und erhöhen das Risiko für Brustkrebs – aus vielen Studien geht hervor, dass Bewegung einen schützenden Effekt hat und das Brustkrebsrisiko reduziert. Auch Alkohol hat einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko – je mehr Alkohol konsumiert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken.

Weitere wichtige vorbeugende Maßnahmen sind die Selbstuntersuchung der Brust sowie die regelmäßige gynäkologische Untersuchung, im Rahmen welcher eine Tastuntersuchung der Brust erfolgt. Als bester Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung der Brust gilt die Woche nach Beginn der Regelblutung, da das Brustgewebe zu dieser Zeit weich ist und gut abgetastet werden kann. Nach der Menopause sollte die Selbstuntersuchung am besten immer am gleichen Tag im Monat erfolgen. Eine Anleitung zur Durchführung der Selbstuntersuchung erhalten Frauen beim Gynäkologen. Die Selbstuntersuchung ersetzt keinesfalls die regelmäßige ärztliche Untersuchung oder die Mammographie.

Folgende Veränderungen und Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie bei der Selbstuntersuchung oder zu einem sonstigen Zeitpunkt bemerkt werden: Einziehungen der Haut oder der Brustwarze, Veränderungen einer Brustwarze und Absonderungen aus dieser, Knoten und Verhärtungen in der Brust, Knoten im Bereich der Achselhöhle, neu aufgetretener Größenunterschied der Brust, Bluterguss oder auffällige Hautrötungen im Bereich der Brust.

Für weitere Faktoren wie Umweltfaktoren oder Stress ist wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen, ob diese das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Zwar hat das Vermeiden dieser und anderer Faktoren ohne Zweifel einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, es ist jedoch nicht belegt, dass diese Faktoren eine bedeutende Rolle als Risikofaktor spielen.

Fact Box
Brustkrebs (Mammakarzinom): Bösartiger (maligner) Tumor in der Brust; häufigste Krebserkrankung bei Frauen in westlichen Industrieländern und ÖsterreichDer Entstehung von Brustkrebs gehen Veränderungen in der Erbinformation voraus.Risikofaktoren
Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter an; Erkrankungsgipfel: Jenseits des 60. LebensjahresHormone: Je länger eine Frau mit den zyklischen Veränderungen des Hormonspiegels lebt, desto größer ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit; ebenfalls risikosteigernd: längere Hormonersatztherapie; risikosenkend: Schwangerschaft und StillperiodeVererbte Risikogene (Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2)Lebensstil: Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und andereBrustkrebs-Früherkennungsprogramm: Mammographie-Screening; zweijähriges Untersuchungsintervall; Kernzielgruppe: Frauen zwischen 45 und 69, erweiterte Zielgruppe: Frauen zwischen 40 und 44 und Frauen ab 70Diagnostik: Anamnese, Tastuntersuchung der Brust, bildgebende Verfahren (Mammographie, Ultraschalluntersuchung und MRT (bei Bedarf)), Biopsie und andereBehandlung: Stets an die individuelle Situation angepasst; Operation (brusterhaltend oder Mastektomie) als Standardbehandlung bei örtlich begrenztem BrustkrebsStrahlentherapie: Wichtiger Bestandteil der Brustkrebsbehandlung; zielt nach einer Operation darauf ab, mögliche noch vorhandene Tumorzellen zu beseitigenNeoadjuvante Therapie: Chemotherapie oder antihormonelle Therapie vor einer Operation (z.B. um einen großen Tumor vor der Operation zu verkleinern)Adjuvante Therapie: Zielt darauf ab, einem Rückfall oder der Bildung von Metastasen vorzubeugen; mögliche Therapien: antihormonelle Therapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapie
Quellen:
STATISTIK AUSTRIA; Österreichisches Krebsregister (Stand 15.11.2016, erstellt am 28.11.2016) - Brust - Krebsinzidenz (Neuerkrankungen pro Jahr) Österreich ab 1983

STATISTIK AUSTRIA; Österreichisches Krebsregister (Stand 15.11.2016, erstellt am 28.11.2016) - Malignome - Krebsinzidenz (Neuerkrankungen pro Jahr) Österreich ab 1983

Steger G., Bartscha B.; ASCO 2016 - Highlights beim Mammakarzinom, Spectrum Onkologie 04/2016, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Bernhart M., Reitter-Pfoertner S.E.; Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, Gyn-Aktiv 03/2016, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Leodolter S.; Krebserkrankungen der Frau - Ein Update zur Epidemiologie, Gyn-Aktiv 03/2016, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Pfeiler G.; ASCO-Highlights 2015: Mammakarzinom: zielgerichtete Therapien auf dem Vormarsch, Gyn-Aktiv 04/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Moser J.; Mammakarzinom 2015 - Kleine, aber feine Fortschritte, Klinik 03/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Bjelic-Radisic V.; Brustkrebsrisiko, erblicher Brustkrebs, Epigenetik, Spectrum Onkologie 02/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Leodolter S., Krebs bei der Frau in Österreich - Ein Update zur Epidemiologie, Gyn-Aktiv 02/2014, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst;
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/brustkrebsrisiken-uebersicht.php
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/oertlich-begrenzt.php
ICD-10: C50