Basaliom (Weißer Hautkrebs) – Definition, Entstehung, Behandlung

Basaliom (Weißer Hautkrebs) – Definition, Entstehung, Behandlung

Stand: März 2018
Arzt untersucht Basaliom

Das Basaliom zählt zum weißen Hautkrebs und ist weltweit die am häufigsten auftretende Form von Hautkrebs. Im Gegensatz zu schwarzem Hautkrebs bildet das Basaliom im Regelfall keine Metastasen, nichtsdestotrotz sollten Basaliome ernst genommen werden, da sie unbehandelt wachsen, andere Strukturen zerstören und gefährlich werden können. Zur Heilung ist oftmals ein kleiner operativer Eingriff ausreichend. Mehr über Behandlungsmöglichkeiten beim Basaliom, Risikofaktoren und Maßnahmen um Hautkrebs vorzubeugen lesen Sie hier.

Was ist ein Basaliom?

Unter dem Begriff “Hautkrebs” werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst. Umgangssprachlich ist in diesem Zusammenhang häufig von weißem Hautkrebs und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) die Rede. Zum weißen Hautkrebs zählen das Basaliom (Basalzellkarzinom) und das Plattenepithelkarzinom.

Das Basalzellkarzinom ist weltweit die am häufigsten auftretende Form von Hautkrebs. Unter allen Fällen von weißem Hautkrebs entfallen etwa 80 Prozent auf das Basaliom und etwa 20 Prozent auf das Plattenepithelkarzinom und dessen Frühform. Die Häufigkeit von weißem Hautkrebs steigt an, die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) des Basalioms beträgt in unseren Breitengraden etwa 50 – 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

Entstehung und Risikofaktoren

Basaliome entwickeln sich aus den basalen Schichten der Epidermis (oberste, verhornende Epithelschicht der Haut) und der Haarfollikel. Basalzellkarzinome der Haut zeichnen sich durch ein langsames Wachstum aus; sie entwickeln sich zumeist über Monate bis Jahre. Als wichtigste Ursache für die Entstehung von Hautkrebs gilt die Sonne bzw. UV-Exposition. Ein Basalzellkarzinom kann prinzipiell am ganzen Körper entstehen. Etwa 80 Prozent entstehen im Kopf-Hals-Bereich und damit in einem Bereich, der besonders häufig der Sonne ausgesetzt ist.

Risikofaktoren sind u.a. helle Haut (Hauttyp I/II), Sonnenbrände, durch Sonnenexposition belastete bzw. geschädigte Haut und ionisierende Strahlen (Röntgenbestrahlung der Haut). Menschen, die von Albinismus, vom Gorlin-Goltz-Syndrom oder Xeroderma pigmentosum betroffen sind erkranken häufiger und auch chronische Wunden und Narben sind begünstigende Faktoren. Diese Risikofaktoren gelten auch für das Plattenepithelkarzinom und überwiegend auch für das Melanom (schwarzer Hautkrebs). Zusammengefasst ist das Basaliom Folge einer genetischen Veranlagung in Kombination mit äußerlichen Faktoren, allen voran UV-Belastung der Haut durch übermäßige Sonnenexposition.

Woran lässt sich ein Basaliom erkennen?

Basaliome zeichnen sich durch eine große klinische Formenvielfalt aus und können unterschiedlich aussehen. Wichtige charakteristische Zeichen, die auf ein Basaliom hindeuten sind glänzende Knötchen (häufig hellrot oder rot mit erweiterten kleinen Blutgefäßen an der Oberfläche), glatte Gewächse mit Randwall und Eindellung (können später geschwürig werden und kleine Blutgefäße an der Oberfläche aufweisen), ein rötlicher Fleck, der verkrustet sein, schuppen, jucken und/oder schmerzen kann, eine über mehrere Wochen nicht heilende Wunde, die bluten, nässen und/oder verkrustet sein kann und narbenartige Veränderungen, die wachsartig aussehen und eine fehlende Pigmentierung haben können und sich schlecht zur Umgebung abgrenzen lassen.

Schwarzer Hautkrebs, weißer Hautkrebs – Unterschied

Ein wesentlicher Unterschied zwischen schwarzem und weißem Hautkrebs zeigt sich in Hinblick auf das biologische Verhalten. Schwarzer Hautkrebs neigt dazu bereits in frühen Phasen zu metastasieren, worin auch die Gefährlichkeit von dieser Art von Tumor liegt. Hingegen metastasiert das Basaliom im Regelfall nicht, was jedoch nicht bedeutet, dass ein Basaliom prinzipiell nicht gefährlich ist. Ohne Behandlung kann es sich ausbreiten und seitlich und in die Tiefe wachsen. Durch das Fortwachsen kann ein Basaliom auch weit unter der Haut liegende Organe und Strukturen zerstören. Eine frühe Diagnose und Behandlung sind somit, wie bei anderen Arten von Krebs, sehr wichtig.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch einen Hautarzt. Erfahrene Hautärzte können das Basalzellkarzinom häufig mit bloßem Auge erkennen, mithilfe eines Auflichtmikroskops lässt sich das Basaliom zusätzlich besser erkennen und von einem möglichen anderen Tumor der Haut abgrenzen. Die Diagnose wird durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit anschließender feingeweblicher Untersuchung gesichert. Unter Umständen können noch weitere Untersuchungen notwendig sein.

Behandlung

Für die Behandlung von weißem Hautkrebs stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Der genaue Behandlungsablauf kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein, die Therapie richtet sich prinzipiell nach der Ausdehnung, nach der Tiefe und nach der Lokalisation der Läsion, weiters spielen der Allgemeinzustand, mögliche Begleiterkrankungen, das kosmetische Ergebnis der unterschiedlichen Methoden und andere Faktoren eine Rolle bei der Therapiewahl.

Chirurgische Entfernung

Standardmethode der Basaliomtherapie ist die chirurgische Entfernung mit histologischer Schnittrandkontrolle/tumoradaptiertem Sicherheitsabstand, was bedeutet, dass beim Entfernen eine Sicherheitsrandzone eingehalten wird, die wichtig ist, um das örtliche Wiederauftreten des Tumors möglichst zu verhindern. Die Größe der Sicherheitsrandzone richtet sich nach der Art des Tumors. Auch beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) ist die operative Entfernung die Therapie der Wahl.

Der Tumor wird im Rahmen des Eingriffs zur Gänze entfernt, häufig ist hierfür nur eine lokale Betäubung erforderlich. Bei einem Basaliom mit ungünstiger Lage (z.B. Tumor in der Nähe des Auges) oder größeren Tumoren wird die Operation in mehreren Schritten durchgeführt. Die Wunde lässt sich in vielen Fällen mit einer später kaum sichtbaren Naht verschließen, bei größeren Tumoren können für ein kosmetisch günstiges Ergebnis bestimmte Operationstechniken notwendig sein (z.B. Hauttransplantation, Lappenplastik), mithilfe welcher der Defekt, der in Folge der Entfernung des Tumors entstanden ist, gedeckt wird.

Kürettage, Kryotherapie, Elektrodesikkation

Bei einem oberflächlichen Basalzellkarzinom kommen als Behandlung unter bestimmten Umständen auch eine Kürettage (Entfernung durch Ausschabung/Auskratzung), eine Kryotherapie (Zerstörung des Tumorgewebes durch schnelles Einfrieren mit flüssigem Stickstoff) und eine Elektrodesikkation (Erhitzung des Tumorgewebes, thermische Zerstörung) infrage.

Photodynamische Therapie

Die photodynamische Therapie basiert auf dem Anreichern von lichtsensibilisierenden Substanzen im Tumor – im Rahmen der Therapie wird eine Substanz, ein sogenannter Photosensibilator, aufgetragen, anschließend erfolgt eine Lichtbestrahlung, wodurch das Tumorgewebe gezielt geschädigt wird.

Laserbehandlung

Bei der Lasertherapie wird unterschieden zwischen der Laserbehandlung im Sinne eines Laserskalpells zum Herausschneiden des Tumors und der Lasertherapie zur Zerstörung der Tumorzellen durch Hitzeverdampfung.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist vor allem bei Patienten mit ungünstig gelegenen oder fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen geeignet. Es stehen verschiedene Formen der Strahlentherapie zur Verfügung, für die vollständige Tumorzerstörung ist meistens eine längere Behandlung in mehreren Sitzungen erforderlich.

Therapie mit Cremen/Salbenbehandlung

Oberflächliche Basaliome können unter bestimmten Voraussetzungen lokal mit einer Creme behandelt werden. Die Behandlungsdauer beträgt mehrere Wochen. Heilt der behandelte Tumor nicht vollständig ab, sollte eine andere Therapie angewendet werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach einer Basaliomtherapie sind sehr wichtig. Das Risiko für ein Wiederauftreten ist von Patient zu Patient verschieden und von unterschiedlichen Faktoren abhängig, am höchsten ist es in den ersten zwei Jahren nach der Behandlung. Bei einer operativen Entfernung mit mikroskopischer Untersuchung ist das Risiko für ein Wiederauftreten im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden mitunter am geringsten.

Weißem Hautkrebs vorbeugen

Die wichtigsten Maßnahmen, um Hautkrebs vorzubeugen stellen eine vernünftige Sonnenexposition und ein hauttypgerechter Sonnenschutz dar. Eine länger andauernde Sonnenbestrahlung der Haut, insbesondere in der Mittagszeit und in den frühen Nachmittagsstunden, sollte vermieden werden. Menschen mit hellem Hauttyp sollten sich besonders schützen. Beim Sonnenschutz mit Sonnenschutzcremes und Textilien sollte auch sehr auf exponierte Stellen (Kopf-Hals-Bereich, Gesicht) geachtet werden. Mehr zum Thema Sonnenschutz lesen Sie hier. Weiters stellen die Selbstuntersuchung der Haut und die regelmäßige Untersuchung beim Hautarzt wichtige vorbeugende Maßnahmen dar.

Fact-Box

Basaliom: Häufigster Hauttumor, “weißer/heller Hautkrebs”

Häufige Lokalisation: Kopf-Hals-Bereich, Gesicht

Risikofaktoren: Heller Hauttyp, Sonnenbrände, durch Sonnenexposition geschädigte Haut, Röntgenstrahlen u.a.

Unterschied zum schwarzen Hautkrebs: Metastasiert praktisch nie/extrem selten

Gefährlich: Ja, da sich ein unbehandeltes Basaliom ausbreitet und durch Fortwachsen auch weit unter der Haut liegende Strukturen zerstören kann.

Behandlung: Chirurgische Entfernung (Therapie der Wahl), Kürettage, Kryotherapie, Elektrodesikkation, photodynamische Therapie, Strahlentherapie, Lasertherapie, Therapie mit Cremen

Vorbeugende Maßnahmen: Vernünftige Sonnenexposition, Sonnenschutz, Selbstuntersuchung der Haut, regelmäßige Untersuchung beim Hautarzt

Autor:
Quellen:
Steimer Miller S.; Hautkrebs erkennen und richtig behandeln - Basalzellkarzinom, spinozelluläres Karzinom und Melanom früh erkennen, ARS Medici 19/2017, Rosenfluh Publikationen AG

Kunstfeld R.; Weißer Hautkrebs: aktinische Keratosen, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Spectrum Dermatologie 01/2017, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Kunstfeld R.; Therapiestrategien im Überblick: Das Basalzellkarzinom, Spectrum Dermatologie 01/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH

Berking C. et al.; Basalzellkarzinom - Therapieoptionen für den häufigsten Hautkrebs, Deutsches Ärzteblatt Int 2014; 111: 389-95, Deutscher Ärzteverlag GmbH

Rassner G. et al.; Der klinische Variantenreichtum der Basaliome und seine Bedeutung, In: Petres J., Lorisch J. (Hrsg.), Das Basaliom, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg 1993

Basalzellkarziom, Deutsche Dermatologische Gesellschaft, URL: http://www.derma.de/de/daten/leitlinien/leitlinien/basalzellkarzinom-basaliom-basalzellepitheliom/, Stand 15.02.2018

Basaliom, Österreichische Gesellschaft für Dermatologie, URL: http://www.oegdc.at/pat_basaliom.html, Stand: 15.02.2018
ICD-10: C44

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