Husten

Husten

Stand: Juni 2014

Husten ist zwar unangenehm, aber im Grunde genommen ein erwünschter Reinigungsmechanismus des Körpers, um unsere Atemwege von Fremdkörpern, Giftstoffen und Keimen zu befreien. In den Schleimhäuten der Atemwege befinden sich spezialisierte Zellen (Rezeptoren), die bei Reizung Impulse an das Hustenzentrum im Gehirn weiterleiten. Wird ein bestimmter Schwellenwert – ausgelöst etwa durch Rauchen oder eine Entzündung im Rahmen einer Erkältung – überschritten, löst das Gehirn im Atemzentrum und im Kehlkopf den Reflex und somit den Hustenreiz aus.

Was können die Ursachen von Husten sein?

Die häufigste Ursache eines akuten Hustens, also mit einer Dauer von weniger als acht Wochen, ist eine Erkältung (grippaler Infekt). Für einen Erkältungsinfekt als Ursache spricht kein oder wenig Fieber, Abgeschlagenheit, Schnupfen, mäßige Halsschmerzen sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Andere  Ursachen für Husten können sein:

  • Grippe (Influenza)
  • Bronchitis: Bei akuter Bronchitis tritt wie beim Erkältungshusten zuerst trockener Reizhusten und später schleimiger Husten auf.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Sie ist häufig durch trockenen Reizhusten gekennzeichnet, der sich im Liegen verstärkt.
  • Allergien: Bei Nahrungsmittel-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzallergien sowie bei Heuschnupfen kann auch Husten auftreten.
  • Asthma bronchiale: Hier ist der Husten meist trocken und kann von zeitweiser Atemnot und pfeifendem Atemgeräusch begleitet sein.
  • Speiseröhrenentzündung (Refluxkrankheit): Sie ist gekennzeichnet durch chronischen trockenen Husten, der sich im Liegen verstärkt.
  • Medikamentennebenwirkung: Wenn Sie z.B. Herzkreislaufmedikamente gegen Bluthochdruck und Herzschwäche einnehmen, kann als Nebenwirkung trockener Husten auftreten.
  • Herzschwäche (v.a. bei Personen über 70 Jahren): Auch hier kann es zu trockenem (auch nächtlichem) Husten kommen, der sich im Liegen verstärkt.
  • Lungenentzündung: Hier ist der Husten anfangs trocken und später schleimig.
  • Trockene Rippenfellentzündung mit trockenem Reizhusten und flacher Atmung
    Einatmen oder Verschlucken von Reizgasen und Staub
  • COPD (Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) geht einher mit schleimigem Husten und Atemnot bei Belastung.
  • Lungenkollaps: Hier treten trockener Husten mit Schmerzen beim Atmen und Luftnot auf.
  • Lungenembolie mit trockenem Husten, Brustschmerzen und Atemnot
  • Lungenkrebs: Hier kann es zu permanentem Husten, auch mit blutigem Auswurf, kommen.
  • Interstitielle Lungenkrankheiten sind gekennzeichnet von trockenem Husten, der attackenweise auftritt sowie von Atemnot unter Belastung
    Keuchhusten mit lang anhaltendem Stakkato-Husten und keuchendem Luftholen
  • Pseudo-Krupp (vor allem bei Kleinkindern) mit Heiserkeit, trockener und bellender Husten und pfeifende Atemgeräuschen
  • Tuberkulose mit trockenem oder schleimigem Husten. Ist die Erkrankung fortgeschritten, wird auch Blut abgehustet.
  • Mukoviszidose mit trockenem Husten, der dem Keuchhusten gleicht. Auch kann mit Blut vermischter Schleim abgehustet werden.
  • Bronchiektasen mit chronischem, produktivem Husten. Der Schleim ist grünlich-gelb verfärbt.

Wie ist der Verlauf von Husten im Rahmen einer Erkältung?

Ein Husten, der mit einer Erkältung einhergeht, dauert generell nicht länger als drei Wochen. Zu Erkrankungsbeginn ist der Husten oft trocken und schmerzhaft (Reizhusten). Er entsteht durch eine Reizung der Atemwege und leistet keinen Beitrag zu deren Reinigung. Der Husten mit schleimigem, gelb-grünem Auswurf (produktiver Husten) tritt meist erst nach zwei bis drei Tagen auf und dauert etwa eine Woche.

Wenn der Husten über einen längeren Zeitraum fortbesteht, sollte die Ursache auf jeden Fall von einem Arzt abgeklärt werden.

Lesen Sie weiter: +++ Was hilft gegen den Husten? +++

 

Autor:
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten, Stand Juni 2008

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: Diagnostik und Therapie von erwachsenen
Patienten mit akutem und chronischem Husten, Stand Februar 2010

Oduwole O, Meremikwu MM, Oyo-Ita A, Udoh EE: Honey for acute cough in children. Cochrane Database Syst Rev. 2010 Jan 20;(1):CD007094. doi: 10.1002/14651858.CD007094.pub2.
ICD-10: R05

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