Diagnose und Behandlung der Herzinsuffizienz

Diagnose und Behandlung der Herzinsuffizienz

Bei Herzinsuffizienz handelt es sich um eine schwere Erkrankung des Herzens, bei welcher der Herzmuskel geschwächt und nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit der benötigten Menge an Blut zu versorgen. In weiterer Folge werden die Organe des Körpers nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Die Symptome der Erkrankung sind vielfältig, zu den typischen Beschwerden zählen herabgesetzte Belastbarkeit, körperliche Erschöpfung, allgemeine Schwäche, Müdigkeit und Atemnot. Eine gesunde Lebensweise zählt zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen und ist zudem wesentlicher Bestandteil der Therapie. Lesen Sie hier mehr über die Formen der Herzinsuffizienz, ihre Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Häufigkeit der Herzinsuffizienz

Bei Herzinsuffizienz handelt es sich um eine schwere und häufig auftretende Erkrankung des Herzens, die dazu führt, dass das Herz nicht mehr imstande ist ausreichend Blut in den Körperkreislauf zu pumpen.

In Europa leiden mehr als 14 Millionen Menschen unter Herzschwäche, in Österreich sind etwa 300.000 Menschen betroffen, wobei die Anzahl der Krankheitsfälle zunehmend steigt. Die Wahrscheinlichkeit an Herzinsuffizienz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Fälle von Herzinsuffizienz bei Personen unter 65 Jahren sind eher selten, bei den über 70-Jährigen sind hingegen mehr als 10 Prozent betroffen.

Aufbau des Herzens

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, das Blut durch den Körper pumpt und auf diese Weise die Versorgung mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen aller Organe sicherstellt. Das Herz selbst wird durch die Herzkranzgefäße (Koronararterien) mit Blut versorgt.

Das etwa faustgroße Organ wird in eine rechte und in eine linke Hälfte unterteilt. Jede Herzhälfte besteht aus einem Vorhof (Atrium) und aus einer Herzkammer (Ventrikel). Vier Herzklappen im Herzen sorgen dafür, dass das Blut immer in die richtige Richtung fließt: Die Herzklappen befinden sich in jeder Hälfte des Herzens zwischen dem Vorhof und der Herzkammer sowie zwischen der Herzkammer und der abführenden Arterie und der zuführenden Vene und dem Vorhof.  Die Klappen verhindern, dass das Blut aus den Herzkammern in die Vorhöfe sowie aus der Hauptschlagader (Aorta) und der Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) in die Herzkammern zurückfließen kann.

Funktion des Herzens

Angetrieben wird das Herz durch den Sinusknoten. Dieser befindet sich im rechten Vorhof und erzeugt elektrische Impulse, durch welche sich das Herz etwa 60 bis 80 mal pro Minute zusammenzieht. Ist der Herzmuskel entspannt, kann das Blut in den Herzmuskel fließen. Diese Phase wird als Erschlaffungs- und Füllungsphase bezeichnet (Diastole). Zieht sich der Herzmuskel zusammen, wird das Blut aus dem Herzen gepumpt. Diese Phase wird als Anspannungs- und Austreibungsphase bezeichnet (Systole).

Auswurffraktion
Bei einem gesunden Herzen werden zwischen 60 und 70 Prozent des Blutvolumens wieder ausgeworfen. Der Prozentsatz des Blutvolumens, der während einer Herzaktion von der Herzkammer ausgeworfen wird in Bezug auf das Gesamtvolumen der Herzkammer wird als Ejaktions- oder Auswurffraktion bezeichnet. Die Herzkammer entleert sich also nicht vollständig – etwa 30 bis 40 Prozent des Blutvolumens verbleiben in der Herzkammer. Als normal gilt eine Auswurffraktion von über 55 Prozent.

Lungen- und Körperkreislauf

Das sauerstoffarme Blut fließt zunächst in den rechten Vorhof und gelangt über die sogenannte Trikuspidalklappe in die rechte Herzkammer. Dank der rhythmischen Bewegung des Herzens gelangt das Blut über die Pulmonalklappe in die Lungenarterie. In der Lunge findet der Gasaustausch statt – das Blut wird mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid wird an die Atemluft abgegeben. Anschließend gelangt das nun sauerstoffreiche Blut in den linken Vorhof und von dort über die Mitralklappe in die linke Herzkammer, welche das Blut beim Zusammenziehen über die Aortenklappe in die Aorta pumpt. Von dort aus gelangt das sauerstoffreiche Blut schließlich in alle Körpergewebe.

Unterteilung der Herzinsuffizienz

Je nach Schweregrad, Lokalisation, Krankheitsverlauf und dem zugrunde liegenden pathologischen Mechanismus werden mehrere Formen der Herzinsuffizienz unterschieden. Ihnen allen ist gemein, dass sie dazu führen, dass der Herzmuskel geschwächt ist und die Organe des Körpers nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden.

  • Akute Herzinsuffizienz: Eine akute Herzschwäche entwickelt sich innerhalb weniger Stunden oder Tage, beispielsweise infolge einer Herzrhythmusstörung oder eines Herzinfarkts.
  • Chronische Herzinsuffizienz: Eine chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich über mehrere Wochen und Monate hinweg.
  • Herzinsuffizienz mit reduzierter oder erhaltener Auswurffraktion: Von einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion ist die Rede, wenn die Auswurffraktion des Herzens unter 40 Prozent liegt. Liegt die Auswurffraktion zwischen 40 und 50 bzw. 55 Prozent, spricht man von einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion.
  • Systolische Herzinsuffizienz: Da die Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion in vielen Fällen mit einem Problem während der Systole einhergeht, wird in diesen Fällen auch von einer systolischen Herzinsuffizienz gesprochen.
  • Diastolische Herzinsuffizienz: Kann sich der Herzmuskel während der Diastole nicht ausreichend mit Blut füllen und liegt eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion vor, ist von einer diastolischen Herzinsuffizienz die Rede.
  • Linksherzinsuffizienz: Im Fall einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzkammer betroffen – die linke Herzhälfte verliert die Fähigkeit ausreichend sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen.
  • Rechtsherzinsuffizienz: Eine Rechtsherzinsuffizienz liegt vor, wenn die rechte Herzkammer betroffen ist – als Folge der Rechtsherzinsuffizienz wird das sauerstoffarme Blut von der rechten Herzkammer nicht mehr ausreichend in die Lunge gepumpt.
  • Globale Herzinsuffizienz: Bei einer globalen Herzinsuffizienz sind beide Herzhälften betroffen.

Des Weiteren erfolgt eine Unterteilung in kompensierte und dekompensierte Herzinsuffizienz. Erstgenannte verursacht “nur” unter Belastung Beschwerden, während Patienten mit einer dekompensierten Herzinsuffizienz auch unter Ruhebeschwerden leiden.

Schweregrade der Herzinsuffizienz

Die Bestimmung des Schweregrads einer Herzinsuffizienz erfolgt anhand der sogenannten NYHA-Klassifikation. Diese unterscheidet zwischen vier Stadien (NYHA-Klasse I-IV), wobei für jedes Stadium klar definierte Abgrenzungskriterien vorliegen.

  • NYHA-Klasse I: Bei Patienten der NYHA-Klasse I liegt eine diagnostizierte Herzinsuffizienz vor, es zeigen sich jedoch weder Symptome unter Belastung noch eine eingeschränkte Belastbarkeit.
  • NYHA-Klasse II: In diesem Stadium nehmen Patienten keine Beschwerden in Ruhe oder unter leichter Belastung wahr, bei stärkerer Belastung kommt es allerdings zu Beschwerden, weiters sind Patienten in ihrer Belastbarkeit leicht eingeschränkt.
  • NYHA-Klasse III: Bei Patienten der NYHA-Klasse III treten Symptome bereits unter leichter Belastung auf, zudem sind Patienten in ihrer Belastbarkeit stark eingeschränkt. In Ruhe zeigen sich keine Beschwerden.
  • NYHA-Klasse IV: In diesem Stadium leiden Patienten sowohl unter Belastung als auch in Ruhe unter Beschwerden, darunter Atemnot, Müdigkeit, allgemeine Schwäche und Ödeme.

Ursachen der Herzinsuffizienz und Risikofaktoren

In einer Vielzahl der Fälle tritt die Herzinsuffizienz als Folge einer anderen Herzerkrankung auf. Häufige Ursachen einer Herzinsuffizienz sind Koronare Herzkrankheit (Herzinfarkt, Ischämie), Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Andere mögliche Ursachen für die Herzschwäche sind angeborene oder erworbene Herzklappenfehler, Erkrankungen der Herzmuskulatur, Lungenembolie und Anämie. Bei einigen Patienten bleibt die Ursache für die Herzinsuffizienz unbekannt.

Weitere krankheitsbegünstigende Risikofaktoren und Grunderkrankungen sind Diabetes mellitus, Adipositas, erhöhter Cholesterinspiegel, periphere arterielle Verschlusskrankheit, chronische Niereninsuffizienz, Alkoholmissbrauch, Rauchen und die Einnahme bestimmter Medikamente.

Symptome

Die Symptome einer Herzinsuffizienz sind vielfältig und hängen damit zusammen, welcher Teil des Herzens betroffen ist und welche Form der Erkrankung vorliegt. Auch andere Grunderkrankungen können das individuelle Beschwerdebild beeinflussen.

Grundsätzlich treten Beschwerden zu Beginn der Erkrankung nur unter Belastung, später dann auch in Ruhe auf.

Da bei allen Formen der Herzinsuffizienz der Herzmuskel in seiner Funktion beeinträchtigt ist und weniger Blut in den Körper gelangt, werden die Organe und Gewebe des Körpers schlechter durchblutet und unzureichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. In weiterer Folge sind Betroffene weniger belastbar und ermüden schneller. Auch körperliche Schwäche, Lethargie, Atemnot und Brustschmerzen zählen zu den typischen Beschwerden einer Herzinsuffizienz.

Weitere mögliche Symptome sind – je nach vorliegender Form und zugrundeliegender Ursache – Ödeme (Bein- oder Bauchschwellungen), Nykturie (mehrmaliges Wasserlassen während der Nacht), Schwindel, trockener Husten, Übelkeit, Verstopfung, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme (aufgrund von Wassereinlagerungen), Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen und Verwirrtheitszustände.

Diagnose einer Herzinsuffizienz beim Arzt

Besteht aufgrund der Symptome des Patienten der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz, werden nach dem Anamnesegespräch zunächst allgemeine Untersuchungen durchgeführt (Puls- und Blutdruckmessung, Untersuchung von Lunge, Beinen und anderen Körperteilen auf Flüssigkeitsansammlungen, Abhören von Herz und Lunge auf auffällige Geräusche). Besteht nach der körperlichen Untersuchung nach wie vor der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz erfolgen zusätzliche Untersuchungen und Tests, darunter:

  • Elektrokardiogramm (EKG): Ein EKG misst die elektrischen Impulse des Herzens. Mithilfe der schmerzlosen Untersuchung wird die elektrische Aktivität des Herzens abgeleitet und inform von Kurven dargestellt. Das EKG gibt u.a. Aufschluss über Herzrhythmus und Herzfrequenz sowie über Störungen bei der Erregungsbildung, Erregungsausbreitung und Erregungsrückbildung. Ein EKG ist zur eindeutigen Diagnose einer Herzinsuffizienz alleine nicht ausreichend.
  • Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung des Herzens): Die Echokardiographie ist eine schmerzlose Routineuntersuchung zur Diagnose von Herzerkrankungen und liefert eine bildliche Darstellung der Pumpleistung sowie der Funktion der Herzklappen. Mithilfe des Herzultraschalls lassen sich die Struktur und die Bewegungsabläufe der Herzwände und der Herzklappen, die Wanddicke der Herzkammern und der Vorhöfe, die Herzgröße und die Auswurfleistung des Herzens beurteilen.
  • Röntgenuntersuchung: Eine Röntgenuntersuchung von Herz und Brustraum lässt ein vergrößertes Herz und eine durch die Herzinsuffizienz verursachte Lungenstauung erkennen.
  • Blutuntersuchung: Mithilfe einer Blutuntersuchung, genauer gesagt der Bestimmung eines sogenannten natriuretischen Peptides (z.B. BNP, NT-proBNP), lässt sich das aktuelle Herzrisiko des Patienten abschätzen. Weiters zeigt die Blutuntersuchung, ob bestimmte Risikofaktoren vorhanden sind, die das Auftreten der Herzinsuffizienz begünstigen oder womöglich die Ursache für diese sind (z.B. Diabetes mellitus, erhöhter Cholesterinspiegel, Niereninsuffizienz).

In einigen Fällen sind weiterführende Untersuchungen wie etwa eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich. Ist die Diagnose aufgrund der Untersuchungsergebnisse abgesichert, wird – je nach vorliegender Form und Schweregrad der Erkrankung – eine geeignete Therapie eingeleitet.

Behandlung der Herzinsuffizienz

Für die Behandlung der Herzinsuffizienz stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Sofern möglich wird zunächst versucht die Ursache der Erkrankung zu behandeln bzw. (weitgehend) zu beseitigen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch).

Allgemeinmaßnahmen

Ein gesunder Lebensstil ist für Patienten mit Herzinsuffizienz unumgänglich und trägt maßgeblich zum Therapieerfolg bei. Umgekehrt kann ein ungesunder Lebensstil das Fortschreiten der Erkrankung begünstigen. Wichtige Allgemeinmaßnahmen im Rahmen einer Therapie sind körperliche Aktivität (nach Absprache mit einem Arzt), eine gesunde und ausgewogene Ernährung, reduzierter Salzkonsum, Reduktion des Körpergewichts/das Erhalten eines normalen Körpergewichts, Rauchstopp, Reduktion/Einstellen des Alkoholkonsums und die Reduktion von Stress.

Medikamentöse Therapie

Neben der Umsetzung von Allgemeinmaßnahmen erfolgt die Behandlung in erster Linie medikamentös.

Hierfür stehen – je nach Form, Schweregrad, Symptomatik, etwaigen Komplikationen und Ursachen – mehrere Substanzgruppen zur oralen Einnahme zur Verfügung. Einige davon haben eine blutdrucksenkende und arterienerweiternde Wirkung, andere wirken direkt auf das Herz (z.B. indem sie das Herz entlasten, die Funktion des Herzmuskels verbessern, den Herzrhythmus beeinflussen usw.) oder mildern gezielt Beschwerden (z.B. Schwellungen im Bereich der Beine oder Knöchel). Medikamente zur oralen Einnahme zur Therapie der Herzinsuffizient sind u.a.:

  • ACE-Hemmer (Hemmer des Angiotensin-konvertierenden Enzyms)
  • AT1-Blocker (Angiotensinrezeptorblocker)
  • Betablocker
  • Aldosteronblocker
  • Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten
  • ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor)
  • If-Kanalblocker
  • Diuretika

Für Patienten mit akut dekompensierter Herzinsuffizienz stehen mehrere Medikamente zur intravenösen Verabreichung zur Verfügung (z.B. intravenöse Diuretika, Vasodilatatoren, Kalziumsensitizer).

Die Einführung neuer Substanzgruppen wie etwa ARNI trägt dazu bei, dass die Symptomatik und Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz stetig verbessert werden können.

Therapietreue

Die Mitarbeit des Patienten ist für den langfristigen Erfolg einer Therapie ausschlaggebend. Dies bezieht sich einerseits auf die ordnungsgemäße Einnahme der Medikamente und auf das Einhalten der vereinbarten Kontrolltermine beim Arzt, andererseits auf die konsequente Umsetzung von Allgemeinmaßnahmen.

Nicht-medikamentöse Therapien

Neben Allgemeinmaßnahmen und einer medikamentösen Therapie können bei bestimmten Patienten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und schweren (vergangenen) Herzrhythmusstörungen kann ein unter der Haut eingesetzter und mit dem Herzen verbundener Defibrillator (implantierter Defibrillator) Herzrhythmusstörungen erkennen und mithilfe eines Stromimpulses unterbrechen.

Eine Unterstützungspumpe bzw. ein mechanisches Unterstützungssystem kann bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit stark reduzierter Pumpfunktion des Herzens eingesetzt werden. Dieses Kunstherz hält den Blutfluss des Patienten aufrecht, indem es die Pumpfunktion der betroffenen Herzkammer (oder beider Herzkammern) übernimmt.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Asynchronie des Herzens, die trotz anderer Therapiemaßnahmen eine reduzierte Auswurffraktion haben, kann ein biventrikulärer Schrittmacher die Herzaktion mithilfe elektrischer Impulse wieder synchronisieren (kardiale Synchronisationstherapie). Der neuartige Schrittmacher stimuliert sowohl die linke als auch die rechte Herzkammer, verbessert die Koordination des Kontraktionsablaufs und erhöht die Pumpleistung.

Ist die Erkrankung weit fortgeschritten und sind alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, bleibt die Herztransplantation als letzte Therapieoption.

Präventionsmaßnahmen

Ein gesunder Lebensstil unterstützt das Herz in seiner Funktion und wirkt zahlreichen Krankheiten entgegen, die u.a. ursächlich für Herzinsuffizienz sind, darunter Koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck. Die wichtigsten Maßnahmen im Rahmen einer gesunden Lebensweise sind Reduktion des Körpergewichts und Erhalt eines gesunden Körpergewichts, ausgewogene Ernährung und Senkung des Cholesterinspiegels, ausreichend körperliche Aktivität/Sport, Rauchstopp, Verringerung des Alkoholkonsums und Stressreduktion.

Fact-BoxEtwa 300.000 Menschen sind in Österreich von Herzinsuffizienz betroffen.Unterteilung:

  • Akute/chronische Herzinsuffizienz
  • Herzinsuffizienz mit reduzierter/erhaltener Auswurffraktion
  • Systolische/diastolische Herzinsuffizienz
  • Linksherzinsuffizienz/Rechtsherzinsuffizienz/globale Herzinsuffizienz
  • Kompensierte/dekompensierte Herzinsuffizienz

Schweregrade: Die Bestimmung des Schweregrads erfolgt anhand der NYHA-Klassifikation (NYHA-Klasse I-IV).

Ursachen: Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, Herzklappenfehler, Erkrankungen der Herzmuskulatur, Lungenembolie u.a.

Diagnose: Anamnesegespräch, körperliche Untersuchung, EKG, Echokardiogramm, Röntgenuntersuchung, Blutuntersuchungen

Konservative Behandlungsmöglichkeiten: Behandlung der Ursache (falls möglich), Allgemeinmaßnahmen (Lebensstilmodifikation) und medikamentöse Therapien

Operative Maßnahmen: Implantierter Defibrillator, Unterstützungspumpe, kardiale Synchronisationstherapie, Herztransplantation

 

Quellen:
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