Mammographie: Arzt betrachtet Röntgenbilder
Foto: Gorodenkoff/shutterstock

Was sind die Vor- und Nachteile einer Mammographie?

Die Mammographie ist die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs und kann auch zur näheren Diagnostik eingesetzt werden. Dabei wird die Brust geröntgt. In diesem Artikel erfahren Sie, wer eine Mammographie durchführen lassen sollte, ab welchem Alter sie empfohlen wird, wie der Ablauf der Untersuchung gestaltet ist sowie die damit verbundenen Risiken und Vorteile.

Mammographie

Definition: Röntgenuntersuchung der Brust

Zweck: Früherkennung von Brustkrebs, Abklärung von Beschwerden oder verdächtigen Befunden

Arten: Mammographie zur Diagnostik, Screening-Mammographie

Vorteile: Früherkennung von Brustkrebs, schonendere Behandlungsmöglichkeiten, bessere Heilungschancen

Nachteile: Strahlenbelastung, Fehldiagnosen (falsch-positiv und falsch-negativ)

Kosten: Für Frauen zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei. Frauen von 40 bis 44 und ab 75 können sich anmelden (Brustkrebs-Vorsorgeprogramm) und ebenfalls  kostenfrei teilnehmen

Wie häufig ist Brustkrebs in Österreich?

In Österreich ist das Mammakarzinom, besser bekannt als Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich werden mehr als 5.000 Frauen mit dieser Diagnose konfrontiert. Das sind rund 30 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen. Zudem ist Brustkrebs für 18 Prozent aller Krebssterbefälle bei Frauen verantwortlich und ist damit auch die häufigste auf Krebs zurückzuführende Todesursache bei Frauen.

Wer ist besonders betroffen?

Ab dem 45. Lebensjahr steigt das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, signifikant an. Zwischen dem 55. und dem 65. Lebensjahr ist das entsprechende Risiko am höchsten. Von Brustkrebs betroffen sind in den allermeisten Fällen Frauen. Allerdings können zu etwa ein Prozent auch Männer erkranken.

Was ist eine Mammographie?

Eine Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, die es Ärzten ermöglicht, auffällige Veränderungen im Brustgewebe zu erkennen. Diese Methode kann auch Aufschluss über die Art der Veränderungen geben. Bei einer Mammographie gibt es eine gewisse (geringe) Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen.

Es gibt zwei Hauptarten der Mammographie: die Mammographie zur Diagnostik und die Screening-Mammographie. Die Mammographie zur Diagnostik wird eingesetzt, um Beschwerden abzuklären oder wenn ein begründeter Verdacht auf Brustkrebs vorliegt. Die Screening-Mammographie hingegen richtet sich an gesunde Frauen ohne Beschwerden und ist als die sicherste Methode zur Früherkennung von Mammakarzinomen anerkannt.

In Österreich können alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine solche Untersuchung kostenfrei durchführen lassen. Dazu werden sie per Brief eingeladen. Frauen, die nicht versichert sind und Frauen, die jünger als 45 (ab 40) oder älter als 69 (bis 75) sind, können diese Einladung anfordern (Telefonnummer: 0800 500 181).

Wer sollte eine Mammographie machen lassen?

Expert:innen empfehlen, dass beschwerdefreie Frauen ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Mammographie durchführen lassen sollten. Mit dieser Untersuchung können kleine, noch nicht tastbare Tumore festgestellt werden.

Frauen, die Veränderungen in ihrer Brust bemerken oder einen begründeten Verdacht auf Brustkrebs haben, sollten sofort die Mammographie zur Diagnostik in Anspruch nehmen.

Ab welchem Alter ist eine Mammographie sinnvoll?

Da das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, etwa ab dem 40. Lebensjahr signifikant ansteigt, wird empfohlen, ab dem 40. Geburtstag alle zwei Jahre eine Brustkrebs-Früherkennungs-Untersuchung mit Mammographie machen zu lassen.

Für Frauen mit einem erhöhten Risiko, etwa aufgrund familiärer Vorbelastungen mit Brustkrebs, können individuell angepasste Vorsorgeempfehlungen gelten. Diese sollten in Absprache mit dem Facharzt oder Fachärztin des Vertrauens vereinbart werden.

Wie läuft eine Mammographie ab?

  • Vorbereitung: Vor der Mammographie sollten Sie den gesamten Oberkörper freimachen. Es ist wichtig, keine Deos, Puder oder Körperlotionen im Brustbereich zu verwenden, da solche Produkte die Auswertung der Röntgenbilder beeinträchtigen können.
  • Durchführung der Untersuchung: Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Dabei werden die Brüste zwischen zwei Plastikplatten kurz zusammengedrückt, um aus verschiedenen Richtungen je zwei Röntgenbilder zu erstellen. Dieser Vorgang kann etwas unangenehm oder sogar schmerzhaft sein.
  • Auswertung der Bilder: Die Röntgenbilder werden nach dem Vieraugenprinzip von zwei speziell geschulten Radiolog:innen ausgewertet.
  • Ergebnisse: Ein negativer Befund bedeutet, dass keine Veränderungen im Brustgewebe festgestellt wurden. Ein positiver Befund weist auf Auffälligkeiten hin, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das Vorliegen von Brustkrebs, erfordert aber weitere Untersuchungen.

Was sind die Vorteile einer Mammographie?

  • Früherkennung: Bei regelmäßiger Inanspruchnahme des Brustkrebsfrüherkennungs-Programms können schon kleinste Veränderungen des Brustgewebes in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden.
  • Rechtzeitige Behandlung: Die frühzeitige Diagnose erlaubt oft eine schonendere Behandlung, im Vergleich zu einer Diagnose, die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.
  • Verbesserte Heilungs- und Überlebenschancen: Durch die frühzeitige und gezielte Therapie verbessern sich signifikant die Heilungs- und Überlebenschancen von betroffenen Frauen.

Was sind die Nachteile einer Mammographie?

  • Röntgenstrahlenbelastung: Obwohl die Strahlenbelastung bei einer Mammographie als gering gilt, besteht theoretisch das Risiko, dass Zellen mutieren und zu Krebszellen entarten.
  • Fehldiagnosen: Bei der Mammographie kann es zu falsch-positiven sowie zu falsch-negativen Befunden kommen. Allerdings folgen einer auffälligen Mammographie in der Regel weitere Untersuchungen, die zunächst falsch-positive Befunde oft korrigieren. Falsch-negative Befunde sind seltener, können aber auch vorkommen und bedeuten, dass eine Mammographie als unauffällig beurteilt wird, obwohl Brustkrebs vorliegt.

Überwiegen die Vorteile oder die Nachteile einer Mammographie?

Die meisten Expert:innen sind der Meinung, dass die Vorteile einer Mammographie die Nachteile überwiegen. Dies gilt im Besonderen für Frauen zwischen 45 und 69 Jahren, die ja auch die Möglichkeit zur regelmäßigen kostenfreien Screening-Mammographie haben.

Welcher Arzt oder welche Ärztin führt eine Mammographie durch?

Eine Mammographie wird von Fachärzten und Fachärztinnen für Radiologie durchgeführt und befundet.

Was kostet eine Mammographie?

In Österreich ist die Screening-Mammographie alle zwei Jahre für alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren kostenfrei. Frauen im Alter von 40 bis 44 und ab 75 können sich online auf: https://www.frueh-erkennen.at/ oder telefonisch unter 0800 500 181 ebenfalls zum österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm anmelden und kostenlos alle 2 Jahre eine Mammographie durchführen lassen.

FAQ

Der ideale Zeitpunkt für eine Mammographie liegt in der ersten Zyklushälfte der Frau, also während der Menstruation oder in der ersten Woche danach. Dann ist die Brust nicht so empfindlich und zudem weicher, was es erlaubt, die Röntgenbilder besser zu beurteilen. Für Frauen nach den Wechseljahren spielt der Zeitpunkt der Untersuchung keine Rolle.

Die Strahlenbelastung im Rahmen einer Mammographie ist sehr gering und liegt zwischen 0,2 und 0,4 Millisievert. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung in unserer Umwelt liegt bei 1,2 Millisievert.

Wenn der Mammographiebefund Auffälligkeiten zeigt, werden in der Regel Folgeuntersuchungen durchgeführt, die den Verdacht auf Brustkrebs erhärten bzw. revidieren können. Falsch-positiv ist der Befund dann, wenn sich das Ergebnis der Mammographie nicht bestätigt.

Ein falsch-negatives Ergebnis bedeutet, dass eine Mammographie als unauffällig beurteilt wird, obwohl Brustkrebs vorliegt.

Eine Mammographie kann etwas unangenehm und für manche Frauen sogar leicht schmerzhaft sein, da bei der Untersuchung die Brüste zwischen zwei Plastikplatten kurz zusammengedrückt werden. Das dauert aber nur sehr kurze Zeit.

  • Autor

    Mag. Gabriele Vasak

    Medizinjournalistin

    Gabriele Vasak ist seit 2019 freie Journalistin in der DocFinder-Redaktion. Ihr besonderes Interesse liegt schon lange im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Im Jahr 2006 wurde sie mit dem Medienpreis für Gesundheitsförderung & Prävention des Fonds Gesundes Österreich ausgezeichnet, und im Jahr 2010 erhielt sie den Pressepreis der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.

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