Ein Mann hält die Hand vor Corona-Viren
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Corona: Immunologisches Gedächtnis lässt sich nachweisen

Die nach einer Impfung von B-Zellen produzierten, virusspezifischen Antikörper allein reichen für die effektive Abwehr des Coronavirus nicht aus. Ebenso wichtig für die Immunität gegen SARS-CoV-2 ist die zelluläre Immunantwort, bei der virusspezifische T-Zellen des Typs „CD8+“ eine große Rolle spielen. Sie erkennen die Körperzellen, die vom Virus infiziert sind und töten diese ab.

Diese T-Zellen (Killerzellen) sind aber nur kurze Zeit aktiv und sterben rasch ab. Wichtig für einen langfristigen Immunschutz sind langlebige Gedächtnis-T-Zellen, die als sogenanntes „immunologisches Gedächtnis“ bei einem erneuten Viruskontakt schnell wieder aktiv werden und gegen die Viren vorgehen.

Schweizer Forschern ist es nun gelungen, einzelne virusspezifische T-Zell-Klone von 175 Personen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, von der akuten Infektion bis zu einem Jahr nach der Genesung nachzuzeichnen. Und damit auch jene Signalmoleküle zu identifizieren, die für den Übergang von der akuten Zelltötungs- zur langfristigen Gedächtnisphase verantwortlich sind. Die „molekulare Signatur“ der langlebigen CD8+ Gedächtnis-T-Zellen ließ sich bereits während der akuten Infektion nachweisen und unterschied sich eindeutig von der kurzlebiger T-Zellen.

Die Studie trägt dazu bei, zu verstehen, wie das immunologische Gedächtnis gegen SARS-CoV-2 gebildet und aufrechterhalten wird. Die Erkenntnisse könnten auch dazu dienen, um Voraussagen treffen zu können, ob eine längerdauernde Schutzfunktion nach einer Impfung oder einer aktiven Erkrankung gegeben ist – oder eben nicht. Ist dies nicht der Fall, könnte gezielt nachgeimpft oder der Impfstoff besser angepasst werden.

Referenz:
Universität Zürich
Signature of long-lived memory CD8+ T cells in acute SARS-CoV-2 infection, Nature 2021; https://www.nature.com/articles/s41586-021-04280-x

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