Zusammenfassung
HPV-Impfung für Mädchen und Jungen
Empfohlen für: Kinder ab dem vollendeten 9. Lebensjahr; Jugendliche bis zum 30. Geburtstag; Erwachsene bis 60 Jahre
Impfstoff: Neunfach-Impfstoff Gardasil 9, der gegen neun HPV-Typen (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58) schützt
Wirksamkeit: reduziert das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs um etwa 80 Prozent; senkt die Häufigkeit von hochgradigen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sowie von Anogenitalwarzen.
Nebenwirkungen: leicht: Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufprobleme
Was ist HPV?
Die Abkürzung HPV steht für Humane Papillomviren. Infektionen mit diesen Viren zählen zu den häufigsten durch Intimkontakte übertragbaren Infektionen. Weltweit stecken sich rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens mit HPV an.
Das Problem: Einige dieser Virustypen sind maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten beteiligt – etwa an Vulva, Vagina, Anus, Penis oder im Mund-Rachen-Bereich. Andere Typen können gutartige Feigwarzen im Genital- und Analbereich verursachen.
Humane Papillomviren werden durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Sie besiedeln vor allem Haut und Schleimhäute. Die Ansteckung erfolgt daher vor allem durch enge Haut- und Schleimhautkontakte im Intimbereich, zum Beispiel beim Petting sowie beim vaginalen, analen oder oralen Sex. Dabei können die Viren über kleinste, oft nicht sichtbare Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in die Zellen eindringen und diese infizieren.
Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst wieder ab. Manche HPV-Typen können jedoch gesundheitliche Folgen haben.
Man unterscheidet vor allem zwei Gruppen:
- Niedrigrisiko-Typen können Feigwarzen im Genital- oder Analbereich verursachen. Diese Warzen sind gutartig, können aber unangenehm sein und wiederkehren.
- Hochrisiko-Typen können langfristig Zellveränderungen auslösen. Daraus können sich Krebsvorstufen und später bestimmte Krebsarten entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Peniskrebs sowie Krebsarten an Vulva, Vagina und im Mund-Rachen-Bereich.
Kondome können das Risiko einer HPV-Infektion senken, bieten aber keinen vollständigen Schutz. Der Grund: HPV kann auch über Hautstellen übertragen werden, die nicht vom Kondom bedeckt sind.
Der wichtigste Schutz ist die HPV-Impfung. Sie schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Krebs und Genitalwarzen verursachen können. Am meisten nützt die Impfung, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt – also idealerweise bereits im Kindes- oder Jugendalter.
Für wen wird die HPV-Impfung empfohlen?
In Österreich wird die HPV-Impfung für eine breite Altersgruppe empfohlen. Durch das kostenfreie Kinder-Impfprogramm ist sie für viele Personen besonders gut zugänglich.
Kinder und Jugendliche
Gemäß dem Impfplan Österreich 2025/2026 wird die HPV-Impfung Mädchen und Jungen ab dem vollendeten 9. Lebensjahr empfohlen. Im kostenfreien Impfprogramm ist sie vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 21. Lebensjahr verfügbar.
In dieser Altersgruppe sind in der Regel zwei Impfungen nötig. Die zweite Dosis erfolgt nach sechs bis zwölf Monaten.
Junge Erwachsene
Für junge Erwachsene vom 21. bis zum 30. Geburtstag gab es ein zeitlich begrenztes Nachholangebot. Wer die erste HPV-Impfung bis spätestens 31. Dezember 2025 kostenlos erhalten hat, kann die zweite Teilimpfung noch bis 30. Juni 2026 kostenlos nachholen.
Seit 1. Jänner 2026 sind kostenlose Erstimpfungen für Personen vom 21. bis zum 30. Geburtstag nicht mehr möglich.
Ab 1. Juli 2026 ist die kostenlose HPV-Impfung nach derzeitigem Stand wieder auf Personen beschränkt, die ihre Erstimpfung vor dem 21. Geburtstag erhalten haben.
Erwachsene ab 30 Jahren
Auch nach dem 30. Geburtstag kann eine HPV-Impfung individuell sinnvoll sein. Dann sollte die Entscheidung individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Ab 30 Jahren sind drei Impfungen vorgesehen.
Die Kosten müssenErwachsene ab 30 Jahren meist selbst tragen. Bei bestimmten medizinischen Gründen kann es Ausnahmen geben, zum Beispiel nach einer Konisation wegen hochgradiger Zellveränderungen am Gebärmutterhals.
Warum sollten auch Jungen geimpft werden?
HPV wird häufig nur mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Das greift jedoch zu kurz: Humane Papillomviren können auch bei Jungen und Männern gesundheitliche Folgen haben und an der Entstehung bestimmter Krebsarten beteiligt sein. Eine HPV-Impfung kann Jungen später vor HPV-bedingten Krebsarten schützen, darunter Analkrebs, Peniskrebs sowie Krebs im Mund-Rachen-Bereich.
Außerdem sind HPV-Typen auch die Hauptursache für Feigwarzen (Genitalwarzen). Diese sind zwar nicht lebensgefährlich, können aber langwierig, unangenehm und psychisch belastend sein. Die Impfung bietet auch hier einen hohen Schutz. Wichtig ist die Impfung für Jungen auch deshalb, weil sie HPV weitergeben können, ohne selbst Beschwerden zu bemerken.
Die Impfung schützt daher nicht nur sie selbst, sondern indirekt auch ihre zukünftigen Partnerinnen und Partner. Kurz gesagt: Je mehr Menschen geimpft sind, desto schlechter können sich HPV in der Bevölkerung verbreiten.

Welche HPV-Impfstoffe gibt es?
Der in Österreich standardmäßig verwendete und vom Nationalen Impfgremium empfohlene Neunfach-Impfstoff ist Gardasil 9. Er schützt gegen neun HPV-Typen: 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Damit deckt er sowohl wichtige krebsauslösende Hochrisiko-Typen als auch HPV-Typen ab, die Genitalwarzen verursachen können.
Gardasil 9 ist für Mädchen und Frauen sowie Jungen und Männer ab dem 9. Geburtstag zugelassen. Daneben gibt es den 2-fach-Impfstoff Cervarix. Er richtet sich gegen die HPV-Typen 16 und 18. Im österreichischen Impfprogramm spielt er jedoch eine untergeordnete Rolle, da Gardasil 9 einen breiteren Schutz bietet.
Die HPV-Impfstoffe enthalten Eiweiße (Proteine) aus der Hülle des Virus. Gegen diese Eiweiße bildet das Abwehrsystem spezielle Antikörper. Diese ermöglichen eine schnelle und gezielte Abwehr, wenn ein Mensch nach der Impfung mit den Erregern in Kontakt kommt.
Wie wirksam ist die HPV-Impfung?
Die Wirksamkeit der HPV-Impfung wurde in zahlreichen Studien untersucht. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Impfung kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich senken.
Bei Personen, die im oder vor dem Alter von 16 Jahren geimpft wurden, ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs wahrscheinlich um etwa 80 Prozent niedriger als bei nicht geimpften Personen. Bei späterer Impfung fällt diese Risikoreduktion geringer aus. Die HPV-Impfung senkt zudem wahrscheinlich die Häufigkeit von hochgradigen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs.
Die in Österreich verwendete Impfung schützt zudem vor HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen können. Auch hier ist der Schutz besonders hoch, wenn die Impfung früh erfolgt.
Welche Nebenwirkungen hat die HPV-Impfung?
Wie bei anderen Impfungen kann es auch bei der HPV-Impfung zu typischen lokalen Reaktionen an der Einstichstelle kommen. Dazu zählen Schmerzen, Schwellung und Rötung. Außerdem sind kurz nach der Impfung vorübergehende Kreislaufreaktionen möglich, etwa Schwindel, Benommenheit oder „Schwarzwerden vor den Augen“.
Das kann besonders bei Kindern und Jugendlichen vorkommen. Deshalb sollte man nach der Impfung noch etwa 15 Minuten sitzen bleiben oder beobachtet werden. Schwere Nebenwirkungen, die die Gesundheit dauerhaft beeinträchtigen, wurden in großen Untersuchungen bisher nicht in einem ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt.
Auch für einen Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, bestimmten neurologischen Komplikationen oder Unfruchtbarkeit gibt es nach derzeitigem Wissensstand keine belastbaren Hinweise.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Übelkeit oder Abgeschlagenheit. Sie können unangenehm sein, sind aber in der Regel zeitlich begrenzt und klingen wieder vollständig ab. Wie bei anderen Impfungen kann in sehr seltenen Fällen eine schwere allergische Reaktion auftreten, etwa ein anaphylaktischer Schock.
Wann darf nicht geimpft werden?
Die HPV-Impfung sollte nicht gegeben werden, wenn eine schwere Überempfindlichkeit gegen einen Inhaltsstoff des Impfstoffes besteht. Verschoben werden sollte die Impfung, wenn eine akute, schwere, fieberhafte Erkrankung vorliegt. Eine leichte Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur ist in der Regel kein Grund, die Impfung nicht durchzuführen.
In der Schwangerschaft wird die HPV-Impfung nicht empfohlen. Wurde versehentlich während einer noch nicht bekannten Schwangerschaft geimpft, gilt dies nach aktuellem Wissensstand jedoch als unproblematisch. Die weiteren Impfdosen sollten dann auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschoben werden.

Kann die HPV-Impfung HPV auslösen?
Nein. Die HPV-Impfung kann keine HPV-Infektion auslösen. Sie enthält keine vollständigen und keine lebenden Viren. Die Impfstoffe basieren auf rekombinant hergestellten Eiweißen aus der Virushülle. Diese Eiweiße lagern sich zu sogenannten virusähnlichen Partikeln zusammen.
Sie sehen für das Immunsystem ähnlich aus wie HPV, enthalten aber kein Erbgut des Virus. Deshalb können sie sich nicht vermehren, keine Zellen infizieren und keine Erkrankung auslösen. Stattdessen lernt das Immunsystem durch die Impfung, HPV zu erkennen und passende Antikörper zu bilden. Kommt eine geimpfte Person später mit echten HPV-Typen in Kontakt, kann das Immunsystem schneller reagieren und eine Infektion besser abwehren.
Was kostet die HPV-Impfung in Österreich?
In Österreich hängen die Kosten für die HPV-Impfung vor allem vom Alter und vom Zeitpunkt der ersten Teilimpfung ab. Seit dem 1. Jänner 2026 gelten folgende Regelungen:
- Vom 9. bis zum 21. Geburtstag ist die HPV-Impfung im Rahmen des kostenfreien Kinder-Impfprogramms gratis.
- Für Personen vom 21. bis zum 30. Geburtstag gilt eine Übergangsregelung: Wer die erste Teilimpfung bis spätestens 31. Dezember 2025 kostenlos erhalten hat, kann die zweite Teilimpfung noch bis 30. Juni 2026 kostenlos nachholen. Seit dem 1. Jänner 2026 ist eine kostenlose Erstimpfung in dieser Altersgruppe nicht mehr möglich.
- Ab dem 30. Geburtstag ist die HPV-Impfung in der Regel kostenpflichtig. Eine Teilimpfung kostet je nach Anbieter aktuell etwa 210 bis 240 Euro. Manche privaten Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten teilweise oder vollständig.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten außerhalb des kostenfreien Impfprogramms in der Regel nicht. Eine wichtige Ausnahme betrifft Frauen bis 45 Jahre nach einer Konisation beziehungsweise Operation am Gebärmutterhals: In diesem Fall kann nach chefärztlicher Bewilligung ein Kostenersatz möglich sein.
Wo kann man sich gegen HPV impfen lassen?
In Österreich ist die HPV-Impfung flächendeckend zugänglich. Impfen lassen kann man sich unter anderem:
- in öffentlichen Impfstellen: In Wien ist das Impfservice TownTown eine zentrale Anlaufstelle. Termine können online über das Impfservice Wien oder telefonisch unter 1450 gebucht werden. In den anderen Bundesländern wird die Impfung häufig über die Gesundheitsämter der Magistrate oder über die Bezirkshauptmannschaften angeboten.
- in Gesundheitszentren: Auch manche ÖGK-Gesundheitszentren bieten HPV-Impfungen beziehungsweise Impfaktionen an.
- bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten: Dazu zählen zum Beispiel Hausärztinnen und Hausärzte sowie Kinderärztinnen und Kinderärzte.
- bei speziellen Impfaktionen: Je nach Bundesland gibt es zeitweise mobile Angebote, Schulimpfungen, Impfbusse oder andere Impfaktionen.
Tipp: Auf impfen.gv.at finden Sie aktuelle Informationen zur HPV-Impfung und zu Impfangeboten in Österreich.
Wissenswertes für Eltern
Die wichtigsten Fakten, die Eltern kennen sollten:
Warum wird so früh geimpft?
Der beste Zeitpunkt für die HPV-Impfung liegt im Kindes- und frühen Jugendalter. Das Immunsystem reagiert in diesem Alter sehr gut auf die Impfung. Außerdem wirkt die Impfung am besten, wenn sie vor dem ersten Kontakt mit HPV erfolgt. Deshalb empfiehlt das Nationale Impfgremium in Österreich die erste HPV-Impfung besonders im Alter von 9 bis 11 Jahren.
Wovor schützt die Impfung?
Es geht nicht nur um Gebärmutterhalskrebs. Der in Österreich verwendete 9-fach-Impfstoff Gardasil 9 schützt vor Erkrankungen, die durch die HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 verursacht werden. Dazu zählen Krebsvorstufen und Krebs an Gebärmutterhals, Vulva, Vagina und Anus sowie Genitalwarzen. Auch Krebsarten im Mund-Rachen-Bereich können mit HPV zusammenhängen. Deshalb ist die Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen wichtig.
Wie sicher ist die Impfung?
Die HPV-Impfung ist gut untersucht. Häufige Impfreaktionen sind Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel können vorkommen. Diese Beschwerden sind meist vorübergehend. Direkt nach der Impfung kann es zu Kreislaufproblemen kommen. Das betrifft besonders Jugendliche und ist nicht spezifisch für die HPV-Impfung, sondern kann nach Impfungen allgemein auftreten. Deshalb wird empfohlen, nach der Impfung noch etwa 15 Minuten sitzen oder liegen zu bleiben.
Wie spricht man mit dem Kind/Jugendlichen über HPV?
Wichtig sind Ehrlichkeit, altersgerechte Information und kein unnötiger Stress wegen Sexualität. Die HPV-Impfung sollte als normale Vorsorgeimpfung erklärt werden.
Jüngere Kinder: 9 bis 12 Jahre
In diesem Alter geht es vor allem um den Schutz vor späteren Krankheiten. Details zur Übertragung müssen nicht im Vordergrund stehen. Sie können die HPV-Impfung zum Beispiel mit der Zeckenimpfung vergleichen: Beide Impfungen schützen vor Infektionen, die später ernste Folgen haben können.
Erklären Sie auch, warum die Impfung so früh empfohlen wird: Der Körper kann in diesem Alter besonders gut Abwehrkräfte gegen HPV aufbauen. Außerdem schützt die Impfung am besten, wenn sie vor einem möglichen Kontakt mit HPV erfolgt. Legen Sie den Fokus auf Gesundheitsvorsorge, ähnlich wie beim Zähneputzen, bei gesunder Ernährung oder bei anderen empfohlenen Impfungen.
Jugendliche: ab 13 oder 14 Jahren
Jugendliche wissen oft schon mehr über Viren, Bakterien und Ansteckung. Eltern können ihnen wichtige Fakten vermitteln und gleichzeitig ihre Selbstbestimmung ernst nehmen. Behandeln Sie die Impfung möglichst normal – etwa wie eine Tetanus- oder Grippeimpfung. Es handelt sich um medizinische Prävention.
Sie müssen nicht ausführlich über Sexualität sprechen, wenn es sich nicht ergibt. Wichtig ist aber, ehrlich zu bleiben, wenn Fragen kommen. Sagen Sie Ihrem Kind zum Beispiel, dass der Arm nach der Impfung etwas weh tun oder sich wie Muskelkater anfühlen kann.
Vermeiden Sie Schreckensszenarien über Krebs. Betonen Sie lieber die Stärke der Vorsorge: Die Impfung hilft, spätere Erkrankungen zu verhindern. Lassen Sie Fragen zu und nehmen Sie Unsicherheiten ernst.
Mythen über HPV
Rund um die HPV-Impfung halten sich hartnäckige Mythen, die oft für Verunsicherung sorgen.
- Mythos 1: „Die Impfung ist nur für Mädchen wichtig.“
- Fakt ist: HPV kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs verursachen. Auch Jungen und Männer können an HPV-bedingten Erkrankungen erkranken, etwa an Analkrebs, Peniskrebs oder Krebs im Mund-Rachen-Bereich. Werden Jungen geimpft, schützen sie sich selbst und tragen dazu bei, HPV weniger stark weiterzugeben.
- Mythos 2: „Die Impfung kann unfruchtbar machen.“
- Fakt ist: Dafür gibt es keine Hinweise. Die HPV-Impfung enthält keine lebenden Viren und keinen Bestandteil, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen würde.
- Mythos 3: „Ich bin schon sexuell aktiv, jetzt ist es ohnehin zu spät.“
- Fakt ist: Auch nach Beginn der sexuellen Aktivität kann die Impfung noch sinnvoll sein. Selbst wenn man bereits mit einem HPV-Typ Kontakt hatte, ist man meist nicht mit allen HPV-Typen infiziert, gegen die der Impfstoff schützt. Die Impfung kann daher weiterhin vor jenen Typen schützen, mit denen noch kein Kontakt bestand.
- Mythos 4: „Nach der Impfung braucht man keinen Abstrich mehr.“
- Fakt ist: Die HPV-Impfung ersetzt die gynäkologische Krebsvorsorge nicht. Der 9-fach-Impfstoff schützt vor wichtigen HPV-Typen, aber nicht vor allen HPV-Typen und nicht vor allen Formen von Gebärmutterhalskrebs. Daher bleibt die regelmäßige Krebsvorsorge beim Gynäkologen/der Gynäkologin auch für geimpfte Personen extrem wichtig.
FAQ
Die HPV-Impfung schützt vor Infektionen mit wichtigen Humanen Papillomviren, die folgende Krankheiten auslösen können:
- Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen
- Krebs im Mund-Rachen-Bereich
- Analkrebs
- Krebs an Vulva, Vagina und Penis
- Genitalwarzen
Hier unterscheidet man die Infektionen (die meist unbemerkt bleiben) und die daraus resultierenden Krebserkrankungen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in Österreich jährlich insgesamt etwa 800 bis 1.000 Krebserkrankungen diagnostiziert werden, die direkt auf eine HPV-Infektion zurückzuführen sind.
Außerdem werden pro Jahr bei etwa 4.000 bis 6.000 Frauen behandlungsbedürftige Krebsvorstufen am Muttermund festgestellt. Schließlich gibt es jährlich auch tausende Neuerkrankungen an Genitalwarzen.
Ja, die HPV-Impfung gilt als sehr sicher. Sie ist seit über 15 Jahren im Einsatz und weltweit bei über 500 Millionen Dosen intensiv überwacht. Von der WHO, der EMA und dem österreichischen Impfbeirat wird die Impfung als sicher eingestuft. Was Nebenwirkungen betrifft, so sind diese meist nur kurzzeitig und mild, und schwere Reaktionen sind extrem selten.
Ja, denn auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr ist die Impfung ein effektives Instrument, um das Risiko für zukünftige Infektionen und damit verbundene Zellveränderungen deutlich zu senken.
Ja, das ist möglich, denn der Impfstoff schützt zwar gegen die neun gefährlichsten HPV-Typen, deckt nicht alle der über 200 bekannten Typen ab. Es besteht also ein geringes Restrisiko, und: Der Schutz ist nur vollständig, wenn man vor dem ersten Kontakt mit den abgedeckten neun Typen geimpft wurde.
Fakt ist also, dass die Impfung den bestmöglichen Schutz gegen die gefährlichsten Varianten bietet, aber nicht die regelmäßige Krebsvorsorge (Abstrich beim Gynäkologen/der Gynäkologin) ersetzt.
Nein, denn die Impfung dient der Prävention und nicht der Behandlung bestehender Infektionen, und selbst wenn man bereits mit einem HPV-Typ infiziert ist, schützt die Impfung weiterhin vor den anderen Typen, mit denen man noch nicht in Kontakt gekommen ist.
Jugendliche gelten in Österreich ab dem 14. Geburtstag als „mündige Minderjährige“ und können grundsätzlich selbst über medizinische Eingriffe, zu denen auch Impfungen zählen, entscheiden.
Vor der Vollendung des 14. Lebensjahres ist die Zustimmung der Personen, die die Obsorge (das Sorgerecht) innehaben, notwendig, und Ärztinnen und Ärzte sind dazu verpflichtet, die Aufklärung über die Impfung sowohl mit dem Kind als auch mit den Erziehungsberechtigten durchzuführen.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK): Impfplan Österreich 2025/2026 Version 1.1 vom 10. Oktober 2025
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