Zusammenfassung
Grippeimpfung via Nasenspray
Definition: nadelfreie Alternative zur klassischen Spritze, die speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde
Impfstoff: Lebendimpfstoff, der abgeschwächte, vermehrungsfähige Viren enthält
Schutzwirkung: 6 – 12 Monate
Nebenwirkungen: verstopfte oder laufende Nase, verminderter Appetit, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, leicht erhöhte Temperatur, Nasenbluten, vorübergehender Ausschlag
Was ist die Grippeimpfung als Nasenspray?
Die Grippeimpfung als Nasenspray ist eine nadelfreie Alternative zur klassischen Impfung mit der Spritze, die speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt wurde. In Österreich ist sie unter dem Handelsnamen Fluenz (bzw. Fluenz Tetra) bekannt.
Nasenspray oder Spritze: Was ist der Unterschied?
Der Hauptunterschied liegt im Impfstofftyp und in der Anwendung: Während der Nasenspray ein abgeschwächter Lebendimpfstoff ist, der begrenzt vermehrungsfähige Viren enthält und für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren zugelassen ist, enthält die Impfung mit der Spritze als Totimpfstoff ausschließlich inaktive Virusbestandteile. Sie ist der Standardimpfstoff für Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten.
Wie funktioniert der Nasenspray-Impfstoff im Vergleich zur Spritzen-Impfung?
Im Gegensatz zur Spritze, die meist einen Totimpfstoff mit inaktivierten Viren enthält, handelt es sich beim Nasenspray um einen Lebendimpfstoff. Die enthaltenen Influenzaviren sind jedoch so stark abgeschwächt, dass sie keine echte Grippe verursachen können.
Wissenswert ist auch, dass die Viren sich nur in der kühleren Nasenschleimhaut vermehren können, um eine Immunantwort zu provozieren, nicht jedoch in der wärmeren Lunge. Da der Impfstoff dort wirkt, wo auch die natürlichen Influenzaviren meist in den Körper gelangen – in der Nase baut er direkt vor Ort einen Schutz auf.
Wie wirksam ist die Grippeimpfung als Nasenspray?
Die Wirksamkeit der Grippeimpfung als Nasenspray ist bei Kindern und Jugendlichen sehr gut und grundsätzlich mit der klassischen Spritzen-Impfung vergleichbar. Studien zeigen bei Kindern eine Wirksamkeit von etwa 75 bis 80 Prozent gegen die im Impfstoff enthaltenen Stämme. In manchen Saisonen schnitt das Nasenspray bei Kindern sogar besser ab als die Spritze, da es eine breitere Immunantwort (auch direkt in den Schleimhäuten) auslöst.
Darüber hinaus kann die Impfung das Risiko für schwere Krankheitsverläufe deutlich reduzieren. In Österreich wird das Nasenspray besonders für die Erstimpfung empfohlen, da es das Immunsystem von Kindern, die noch nie Kontakt mit Influenzaviren hatten, besonders effektiv trainiert.
Für wen ist der Nasenspray nicht geeignet?
Der Nasenspray-Impfstoff ist nicht geeignet für:
- Kinder unter zwei Jahren
- Kinder mit schwerem, unkontrolliertem Asthma oder aktuellem Keuchen
- Kinder und Jugendliche mit Immunschwäche (z. B. aufgrund bestimmter Erkrankungen oder immunsuppressiver Therapien)
- Kinder und Jugendliche unter laufender Therapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) aufgrund des Risikos eines Reye-Syndroms
- Personen mit schweren allergischen Reaktionen auf einen der Inhaltsstoffe
- Überempfindlichkeit gegen Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile wie Gelatine
Für Erwachsene ist der Nasenspray-Impfstoff nicht zugelassen. Auch in der Schwangerschaft wird er nicht empfohlen.
Wichtig: Wer für den Nasenspray nicht infrage kommt, kann in der Regel auf einen Totimpfstoff per Spritze ausweichen.
Ab welchem Alter ist der Nasenspray zugelassen?
Der Nasenspray-Impfstoff ist in Österreich für Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis einschließlich 17 Jahren zugelassen.
Ab dem 18. Lebensjahr ist der nasale Impfstoff nicht mehr zugelassen; dann wird auf einen Totimpfstoff per Spritze zurückgegriffen.
Gegen welche Stämme wirkt der Nasenspray?
Der Nasenspray ist auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO ab der Saison 2025/2026 ein so genannter trivalenter, also dreifacher Impfstoff.
Die Stämme für die aktuelle Saison 2025/2026 (nördliche Hemisphäre) sind laut Sozialministerium Österreich und WHO:
- Influenza A (H1N1): A/Victoria/4897/2022-ähnlicher Stamm.
- Influenza A (H3N2): A/Croatia/10136RV/2023-ähnlicher Stamm.
- Influenza B (Victoria-Linie): B/Austria/1359417/2021-ähnlicher Stamm.
Welche Nebenwirkungen können bei Kindern auftreten?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind mild und zeigen dass das Immunsystem arbeitet. Dazu zählen:
- Verstopfte oder laufende Nase (sehr häufig)
- Verminderter Appetit (sehr häufig)
- allgemeines Krankheitsgefühl (sehr häufig)
- Kopfschmerzen (häufig)
- Fieber (häufig)
- Muskelschmerzen (häufig)
- Nasenbluten (Gelegentlich)
- vorübergehender Hautausschlag (Gelegentlich)
- allergische Reaktion (Gelegentlich)
Die Beschwerden klingen in der Regel nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder ab. Sollten die Reaktionen anhalten oder unerwartet starke Beschwerden auftreten, lassen Sie sich bitte ärztlich beraten. Eine echte Grippe kann durch den Nasenspray-Impfstoff nicht ausgelöst werden.
Welche Vorteile hat ein Nasenspray gegenüber der Spritzen-Impfung?
Der Nasenspray bietet gegenüber der klassischen Spritzen-Impfung drei entscheidende Vorteile:
- Keine Nadel: Es gibt keinen Stich und damit keine schmerzhafte Injektion – das ist besonders für Kinder mit Angst vor einer Spritze eine Erleichterung.
- Schleimhaut-Immunität: Da der Impfstoff direkt in die Nase verabreicht wird, bildet der Körper dort Antikörper (insbesondere IgA), wo Influenzaviren meist zuerst auf die Schleimhaut treffen. Er blockiert den Erreger also direkt an der Eintrittspforte.
- Breiteren Schutz bei Kindern: Der Lebendimpfstoff trainiert das Immunsystem von Kindern oft umfassender. Er kann auch dann noch einen gewissen Schutz bieten, wenn sich die zirkulierenden Viren leicht von den Impfstoffstämmen unterscheiden.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um gegen Grippe zu impfen?
Der empfohlene Zeitraum für die Grippeimpfung liegt in Österreich in der Regel zwischen Mitte Oktober und Ende November. So hat der Körper ausreichend Zeit, vor dem Höhepunkt der Grippewelle – meist im Jänner oder Februar – einen wirksamen Schutz aufzubauen.
Eine spätere Impfung kann während der gesamten Saison noch sinnvoll sein. Kinder, die erstmals gegen Influenza geimpft werden und zwei Dosen benötigen, sollten möglichst früh in der Saison beginnen.
Wie lange schützt die Nasenspray-Impfung?
Die Nasenspray-Impfung schützt etwa sechs bis zwölf Monate und deckt damit eine gesamte Grippesaison ab.
Wer trägt die Kosten der Grippeimpfung als Nasenspray?
In Österreich werden die Kosten für die Grippeimpfung als Nasenspray im Rahmen des Öffentlichen Impfprogramms Influenza (ÖIP) vollständig übernommen. Das heißt, dass die Impfung für Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten zweiten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gratis ist.
FAQ
Im Regelfall nein. Das Kind kann zwar kurzzeitig abgeschwächte Viren ausscheiden, diese sind jedoch so stark abgeschwächt, dass sie für gesunde Menschen in der Regel kein Ansteckungsrisiko darstellen.
Achtung: Lediglich in den ersten ein bis zwei Wochen nach der Impfung sollte das Kind engen Kontakt zu Personen mit extrem geschwächtem Immunsystem vermeiden.
Hier sind die Punkte, über die Eltern Bescheid wissen sollten:
- Das Kind sollte am Impftag infektfrei sein (kein Fieber, kein akutes Keuchen). Ein leichter Schnupfen ohne Fieber ist meist unproblematisch.
- Wenn es die allererste Grippeimpfung im Leben des Kindes ist und es unter neun Jahre alt ist, braucht es nach vier Wochen eine zweite Dosis.
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Nach der Impfung sollten für zwei Wochen keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin) verabreicht werden (Risiko eines Reye-Syndroms).
- Da die Impfung in Österreich kostenlos ist, müssen die E-Card zur Verrechnung und der Impfpass zur Dokumentation mitgebracht werden.
Der ideale Zeitraum ist Mitte Oktober bis Ende November. So ist der Schutz (Aufbau dauert ca. 14 Tage) pünktlich zum Start der Grippewelle im Winter voll aktiviert.
Das kommt auf die Stärke der Symptome an: Bei einer laufenden Nase ohne Fieber kann meistens trotzdem geimpft werden, denn die Wirksamkeit des Sprays wird dadurch in der Regel nicht beeinträchtigt. Hat das Kind aber Fieber (ab 38,5°C) oder wirkt deutlich abgeschlagen, sollte die Impfung verschoben werden, bis es wieder gesund ist. Und: Auch wenn die Nase komplett „zu“ ist, könnte der Wirkstoff schlechter aufgenommen werden. In diesem Fall sollte man sich mit dem mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.
Ja. Das Kind darf im Normalfall direkt danach wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Sport ist bei gutem Allgemeinbefinden möglich.
In der Gebrauchsinformation wird explizit darauf hingewiesen, dass der Nasenspray bei Kindern mit schwerem Asthma oder aktuell auftretenden pfeifenden Atemgeräuschen nicht angewendet werden darf. Bei instabilem Asthma besteht die Gefahr, dass der Lebendimpfstoff die Atemwege vorübergehend reizen könnte. Daher wird bei diesen Patient:innen zur Sicherheit der Totimpfstoff (Spritze) empfohlen. Und: Das Nationale Impfgremium (NIG) betont, dass Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen zwar vorrangig geimpft werden sollten, bei akuter Symptomatik oder hochdosierter Kortison-Therapie jedoch die Spritze vorzuziehen ist.
Ja, der Nasenspray kann grundsätzlich gleichzeitig mit anderen Impfungen verabreicht werden. Laut dem Österreichischen Impfplan können Lebendimpfstoffe wie der Nasenspray am selben Tag wie andere Totimpfstoffe (z. B. FSME oder Diphtherie/Tetanus) gegeben werden. Auch die gleichzeitige Gabe mit anderen Lebendimpfstoffen (wie MMR – Masern-Mumps-Röteln) ist möglich. Werden sie jedoch nicht am selben Tag verabreicht, wird oft ein Sicherheitsabstand von vier Wochen empfohlen.
Ja, die Grippeimpfung muss jedes Jahr erneuert werden, denn Influenzaviren verändern sich ständig. Die Zusammensetzung des Impfstoffs wird daher jährlich von der WHO angepasst, um gegen die aktuell zirkulierenden Stämme wirksam zu sein. Außerdem nehmen die durch die Impfung aufgebauten Antikörper nach etwa sechs bis zwölf Monaten ab. Da die Grippesaison jedes Jahr neu aufflammt, reicht der Schutz aus dem Vorjahr nicht mehr aus.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK),
Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.1 vom 10. Oktober 2025
https://impfen.gv.at/impfungen/influenza, Abruf Jänner 2026
https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/influenza-grippe/influenza-node.html, Abruf Jänner 2026
, Abruf Jänner 2026
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html, Abruf Jänner 2026
https://www.infovac.ch/de/impfunge/nach-krankheiten-geordnet/grippe, Abruf Jänner 2026