Zusammenfassung
HPV-Diagnose
HPV: Humane Papillomviren; wichtigste Auslöser von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Ansteckung: Sexuelle Kontakte u. a.
Betroffene: HPV-Infektionen betreffen Frauen und Männer
Niedrigrisiko-Typen: HPV 6, 11 (Erreger von Genitalwarzen) u. a.
Hochrisiko-Typen: HPV 16, 18, 31, 33 u. a.; können Entstehung bestimmter Krebsformen begünstigen (HPV 16/18 zusammen für >70% aller Zervixkarzinome verantwortlich)
PAP-Abstrich (Krebsabstrich): Untersuchung, um Zellveränderungen zu identifizieren und Gebärmutterhalskrebsvorstufen zu erfassen
HPV-Test: Test zum Nachweis von HP-Viren
Wie wird HPV diagnostiziert?
Die Diagnose einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) erfolgt meist nicht durch einen klassischen Bluttest, sondern durch gezielte Untersuchungen der betroffenen Haut- oder Schleimhautstellen. In Österreich gibt es seit 2024 ein modernisiertes Screening-Programm zur Diagnose von HPV. Dabei ist im Gegensatz zu früher der HPV-Test die primäre Methode zur Krebsvorsorge für Frauen ab 30 Jahren.
Pap-Test bei Frauen von 20 bis 29 Jahren
Für Frauen von 20 bis 29 Jahren bleibt der klassische Krebsabstrich, auch Pap-Test genannt, der Standard. Er wird jährlich empfohlen.
Beim Pap-Test werden Zellen vom Muttermund entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. So können mögliche Zellveränderungen frühzeitig erkannt werden.
HPV-Test bei Frauen ab 30 Jahren
Bei Frauen ab 30 Jahren ersetzt der HPV-Test den jährlichen Pap-Test als primäre Kassenleistung. Ist der Test negativ, reicht ein Intervall von drei Jahren bis zum nächsten Test. Das liegt daran, dass das Risiko für eine schnelle Krebsentstehung bei negativem Virusnachweis sehr gering ist.
Ist der HPV-Test positiv, wird zusätzlich ein Pap-Abstrich gemacht. So lässt sich feststellen, ob das Virus bereits Zellveränderungen verursacht hat.
Diagnose bei Feigwarzen und anderen sichtbaren Beschwerden
Bei sichtbaren Symptomen wie Feigwarzen erfolgt die Diagnose meist direkt in der Ordination von Dermatolog:innen oder Gynäkolog:innen per Blickdiagnose. Dabei werden die Warzen optisch erkannt.
Je nach Lage und Beschwerden können weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Dazu gehören zum Beispiel eine rektale Untersuchung oder eine Spiegelung des Analkanals und des Enddarms. Diese Verfahren heißen Anoskopie beziehungsweise Proktoskopie.
Wie gefährlich ist eine HPV-Infektion?
HPV betrifft fast alle Menschen. Rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV-Viren an. Die gute Nachricht: Das Virus wird meist vom Körper selbst besiegt. In diesem Fall entstehen keine Erkrankungen und häufig bildet sich eine Immunität gegen den jeweiligen HPV-Typ.
Gefährlich kann es werden, wenn die Infektion chronisch wird und das Virus über Jahre in den Zellen bleibt. Auch hier gibt es jedoch harmlose und ernsthafte Folgen.
Man unterscheidet:
- Niedrigrisiko-Typen (Low-Risk): Sie sind medizinisch meist nicht bedrohlich, können aber Genitalwarzen verursachen. Diese sind zwar lästig und psychisch belastend, führen aber fast nie zu Krebs.
- Hochrisiko-Typen (High-Risk): Diese Typen, vor allem HPV 16 und 18, stellen das eigentliche Risiko dar. Bleiben sie über Jahre unbemerkt im Körper, können sie die Zell-DNA verändern. Dadurch können Krebsvorstufen und schließlich bösartige Tumoren entstehen – vor allem Gebärmutterhalskrebs, aber auch Tumoren im Mund-Rachen-Raum, am Anus oder am Penis.
Gefährlich ist also nicht die Ansteckung an sich, sondern vor allem das unbemerkte Verbleiben von Hochrisiko-Viren im Körper über viele Jahre. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen.
Wie hoch ist das Krebsrisiko bei HPV?
HPV-Infektionen sind sehr häufig, Krebs entsteht daraus jedoch nur selten. In den meisten Fällen beseitigt das Immunsystem die Viren von selbst. Durch regelmäßige Vorsorge kann Gebärmutterhalskrebs in vielen Fällen verhindert werden.
Wichtig zu wissen ist: Von den über 200 HPV-Typen gelten etwa 14 als krebserregend. HPV 16 und 18 zählen zu den sogenannten Hochrisiko-Typen und sind für etwa 70 bis 80 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Zusammen mit den Typen 31, 33, 45, 52 und 58 verursachen sie rund 90 Prozent der bösartigen Veränderungen.
Entscheidend ist jedoch: Eine kurzfristige HPV-Infektion führt in der Regel nicht zu Krebs. Zellveränderungen entstehen meist erst dann, wenn Hochrisiko-HPV über längere Zeit in der Schleimhaut verbleibt.
Ein zusätzlicher Risikofaktor ist Rauchen. Es kann die lokale Immunabwehr in den Schleimhäuten schwächen und dadurch begünstigen, dass eine HPV-Infektion länger bestehen bleibt.
Ablauf der HPV-Untersuchung beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin
Der Ablauf einer Untersuchung auf HPV beim Frauenarzt oder der Frauenärztin ist unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten. Die Untersuchung ist Teil der normalen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, also des sogenannten Krebsabstrichs.
Hier der schrittweise Ablauf:
- Anamnesegespräch: Dabei fragt der Arzt oder die Ärztin nach möglichen Beschwerden, etwa Zwischenblutungen oder sichtbaren Veränderungen. Auch der Zeitpunkt der letzten Untersuchung und der Impfstatus, insbesondere die HPV-Impfung, werden besprochen.
- Gynäkologische Untersuchung: Der Arzt oder die Ärztin untersucht die äußeren Schamlippen und den Scheideneingang auf sichtbare Veränderungen wie Feigwarzen. Anschließend wird vorsichtig ein Spiegelinstrument, das sogenannte Spekulum, eingeführt. Dadurch wird der Muttermund sichtbar.
- Probenentnahme / Abstrich: Für den Abstrich verwendet der Arzt oder die Ärztin ein kleines Bürstchen oder einen Wattetupfer. Damit wird vorsichtig über die Oberfläche des Muttermundes und aus dem Gebärmutterhalskanal gestrichen. Die entnommenen Zellen werden anschließend in ein Röhrchen mit Flüssigkeit gegeben oder auf ein Glasplättchen aufgetragen.
- Laboruntersuchung: In Österreich wird die Probe anschließend ins Labor geschickt. Was dort untersucht wird, hängt vom Alter der untersuchten Person ab. Unter 30 Jahren wird in der Regel primär ein Pap-Test durchgeführt. Dabei werden die Zellen auf Veränderungen untersucht. Ein HPV-Test erfolgt meist nur bei Auffälligkeiten. Ab 30 Jahren wird primär ein HPV-Test durchgeführt. Dabei sucht das Labor direkt nach der DNA von Hochrisiko-HPV-Typen.
- Ergebnis: Das Ergebnis liegt meist nach sieben bis 14 Tagen vor. Bei einem unauffälligen Befund wird man oft nicht aktiv kontaktiert. Bei einem auffälligen Befund erfolgt eine Besprechung oder eine genauere Untersuchung, zum Beispiel eine Kolposkopie. Dabei wird der Muttermund mit einer speziellen Lupe betrachtet.
Wichtig: Ein positiver HPV-Befund bedeutet nicht, dass Krebs vorliegt. Oft heißt es nur, dass die Stelle genauer beobachtet werden sollte. Mehr dazu lesen Sie hier.
PAP-Test
Der Pap-Test, auch Krebsabstrich genannt, ist eine einfach durchzuführende und in der Regel schmerzfreie Untersuchung. Dabei werden mithilfe einer kleinen Bürste Zellen von der Oberfläche des Gebärmutterhalses und aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen.
Die Probe wird anschließend zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt. Dadurch können Zellveränderungen rechtzeitig erkannt und mögliche Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs festgestellt werden.
PAP-Befund
Im Groben werden folgende Befundgruppen unterschieden:
- PAP 0: Der Abstrich ist nicht beurteilbar und sollte zeitnah wiederholt werden.
- PAP I: Normal gesundes Zellbild
- PAP II: PAP II deutet auf bestimmte Zellveränderungen hin. Es besteht jedoch kein Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs oder entsprechende Vorstufen. PAP I und PAP II gelten als unauffällige Befunde. Ein erneuter Abstrich ist meist erst bei der nächsten gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung erforderlich.
- PAP III: PAP III weist auf Veränderungen hin, deren Gutartigkeit nicht sicher beurteilbar ist. In der Zellprobe wurden zwar keine Krebszellen nachgewiesen, die festgestellten Zellveränderungen sind jedoch nicht eindeutig einzuordnen.
- PAP IIID: Bei PAP IIID liegt eine leichte bis mäßige Dysplasie vor. Das bedeutet: Es bestehen leichte Zellveränderungen, die möglichen Krebsvorstufen entsprechen können. Krebs liegt jedoch nicht vor. Es besteht ein geringes Risiko, dass sich Krebszellen entwickeln.
- PAP IV: Es liegen ausgeprägte Zellveränderungen/mögliche Krebsvorstufen vor.
- PAP V: Es besteht größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich Krebs entwickelt hat.
Bei Krebsvorstufen wird zusätzlich zwischen CIN I, CIN II und CIN III unterschieden. Dabei handelt es sich um geringgradige, mittelschwere und schwere Dysplasien.
Ein auffälliger Pap-Befund kann auf leichte bis ausgeprägte Zellveränderungen hinweisen. Er bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt.
Auch reicht ein Pap-Befund allein nicht aus, um die Diagnose Gebärmutterhalskrebs zu stellen. Abhängig vom Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu zählen etwa eine Wiederholung des Abstrichs nach einiger Zeit, eine Kolposkopie, eine Virustypisierung, Probenentnahmen vom Gebärmutterhals oder eine medikamentöse Behandlung.
HPV-Test
Die Durchführung eines HPV-Tests ist ähnlich wie bei einem Pap-Abstrich. Es werden Zellen entnommen und anschließend im Labor untersucht.
Der HPV-Test dient dem Nachweis von Humanen Papillomviren. Mithilfe eines HPV-Tests lässt sich meist auch feststellen, ob eine Infektion mit den beiden besonders bedeutsamen Hochrisiko-Typen HPV 16 und HPV 18 vorliegt oder ob eine Infektion mit einem anderen Hochrisiko-HPV-Typ besteht.
Diese Information kann gezielt genutzt werden, um die Chancen einer Selbstheilung im Fall einer Dysplasie besser einzuschätzen. Bei HPV 16 und HPV 18 sind diese Chancen zum Beispiel geringer als bei manchen anderen Typen. Außerdem hilft das Ergebnis, das weitere Vorgehen besser zu planen.
Durch den Nachweis einer HPV-Infektion kann das Risiko für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig abgeschätzt werden. Bei einem negativen HPV-Test ist davon auszugehen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Gebärmutterhalskrebsvorstufen vorliegen.
Bei einem positiven HPV-Test kann jedoch nicht sicher gesagt werden, ob bereits Gebärmutterhalskrebsvorstufen bestehen. Dafür sind weitere Untersuchungen notwendig.
Mittlerweile sind HPV-Tests verfügbar, die es ermöglichen:
- abzuschätzen, bei welchen Frauen das Risiko für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs erhöht ist
- die HPV-Genotypen 16 und 18 zu bestimmen und dadurch besonders gefährdete Frauen zuverlässiger zu erkennen
- Frauen ohne erhöhtes Risiko möglicherweise unnötige weiterführende Untersuchungen oder Behandlungsmaßnahmen zu ersparen

Pap-Test und HPV-Test: Was ist der Unterschied?
Der Unterschied lässt sich vereinfacht so erklären:
- Der Pap-Test erkennt bereits entstandene Veränderungen, also auffällige oder geschädigte Zellen.
- Der HPV-Test weist den möglichen Auslöser nach, also das Virus – oft noch bevor Zellveränderungen entstehen.
| Merkmal | Pap-Test | HPV-Test |
|---|---|---|
Was wird gesucht? | Zellveränderungen (unter dem Mikroskop) | Virus-Erbgut (DNA/RNA im Labor) |
Fragestellung | Sind die Zellen aktuell krank? | Ist das Risiko-Virus vorhanden? |
Vorteil | Erkennt akute Entzündungen/Krebs | Erkennt Gefahr, bevor Zellen erkranken |
Intervall | Jährlich (für Frauen von 20–29) | Alle 3 Jahre (Standard ab 30) |
Wie zuverlässig sind die Tests?
Die Zuverlässigkeit beider Tests ist hoch. Sie „funktionieren“ jedoch auf unterschiedliche Weise. In der Medizin spricht man dabei von Sensitivität und Spezifität.
- HPV-Test: Der HPV-Test hat eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet: Er findet das Virus fast immer, wenn es vorhanden ist. Ein negativer HPV-Test gibt daher eine sehr hohe Sicherheit, dass in den nächsten Jahren nur ein sehr geringes Risiko für Gebärmutterhalskrebs besteht. Der Nachteil: Der HPV-Test hat eine geringere Spezifität. Das heißt, er kann auch bei Infektionen positiv ausfallen, die der Körper gerade selbst bekämpft und die noch keinen Schaden angerichtet haben. Das kann manchmal zu einem „falschen Alarm“ führen.
- Pap-Test: Der Pap-Test hat eine hohe Spezifität. Wenn er auffällig ist, liegen meist tatsächlich Zellveränderungen vor. Der Nachteil: Seine Sensitivität ist geringer als die des HPV-Tests. Das bedeutet, dass kleine oder frühe Veränderungen manchmal übersehen werden können.
In Österreich wird ab 30 Jahren bei einem positiven HPV-Test häufig zusätzlich ein Pap-Test durchgeführt. Diese Kombination ist besonders sinnvoll: Der HPV-Test zeigt, ob ein relevantes Virus vorhanden ist. Der Pap-Test prüft anschließend, ob das Virus bereits Zellveränderungen verursacht hat.
Was passiert bei einem auffälligen Befund?
Bei einem auffälligen Befund, zum Beispiel Pap III oder einem positiven HPV-Test, beginnt ein standardisierter Abklärungsprozess. Das bedeutet nicht, dass Krebs vorliegt. Es heißt zunächst nur, dass der Befund genauer kontrolliert werden sollte. Der typische Ablauf besteht aus
- Kolposkopie: Der Arzt oder die Ärztin betrachtet den Muttermund mit einem Vergrößerungsgerät, dem sogenannten Kolposkop. Häufig wird zusätzlich eine Kontrastlösung aufgetragen, damit auffällige Stellen besser sichtbar werden.
- Biopsie, falls nötig: Wenn verdächtige Stellen zu sehen sind, wird eine kleine Gewebeprobe entnommen. Diese Untersuchung ist meist nur wenig schmerzhaft und liefert eine genauere Diagnose.
Bei keiner oder nur einer leichten Veränderung reicht oft Abwarten und Beobachten. Der Grund: In vielen Fällen bekämpft der Körper das Virus selbst. Bei stärkeren Veränderungen, also ausgeprägteren Dysplasien, kann das betroffene Gewebe in einem kurzen, meist ambulanten Eingriff entfernt werden. Dieser Eingriff heißt Konisation.
Wichtig zu wissen: Gebärmutterhalskrebs entsteht in der Regel nicht plötzlich. Zwischen einer HPV-Infektion und einer Krebserkrankung vergehen meist viele Jahre. Genau deshalb ist Vorsorge so wirksam: Auffällige Zellveränderungen können erkannt und behandelt werden, lange bevor Krebs entsteht.
Behandlungen bei HPV
Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Zellveränderung ab, also von der jeweiligen CIN-Stufe.
- Beobachten („Wait and See“): Bei leichten Veränderungen, also CIN I, wartet man meist zunächst ab. Das Immunsystem bildet solche Veränderungen häufig von selbst zurück. Regelmäßige Kontrollen sind dabei wichtig.
- Konisation: Bei mittelschweren bis schweren Veränderungen, also CIN II oder CIN III, kann eine Konisation notwendig sein. Dabei entfernt der Arzt oder die Ärztin den betroffenen Bereich am Muttermund kegelförmig. Es handelt sich um einen kleinen, meist ambulanten Routineeingriff, häufig unter kurzer Narkose. Ziel ist es, das veränderte Gewebe sicher zu entfernen.
- Warzenentfernung: Genitalwarzen können entweder zu Hause mit speziellen Cremes behandelt oder in der Ordination entfernt werden. Möglich sind zum Beispiel Vereisung, Laserbehandlung oder andere ärztliche Verfahren.
HPV-Diagnose bei Männern
Im Gegensatz zur gynäkologischen Vorsorge gibt es für Männer derzeit keine routinemäßige Screening-Empfehlung auf HPV. Wenn ein Arzt oder eine Ärztin eine HPV-Infektion bei einem Mann feststellt, geschieht dies in der Regel nicht durch einen vorbeugenden Test, sondern aufgrund von Symptomen.
Bei sichtbaren Veränderungen, zum Beispiel Feigwarzen, reicht oft die Blickdiagnose eines erfahrenen Facharztes oder einer Fachärztin, etwa aus der Urologie oder Dermatologie.
Wenn eine Hautveränderung unklar erscheint, kann der Arzt oder die Ärztin eine Gewebeprobe entnehmen und pathologisch untersuchen lassen. Dadurch lassen sich bösartige Veränderungen ausschließen. Diese Untersuchung nennt man Biopsie. Ein HPV-DNA-Nachweis wird in der Regel nur in Einzelfällen durchgeführt, etwa bei diagnostisch unklaren Befunden oder in speziellen Risikokonstellationen.
Die beste Vorsorge ist daher die HPV-Impfung. Sie schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Genitalwarzen und bestimmte Krebsarten auslösen können. Die Impfung kann auch für erwachsene Männer sinnvoll sein. Mehr über HPV bei Männern lesen Sie hier.

Kann man HPV selbst zu Hause testen?
- Für Frauen: Es gibt zugelassene Selbsttests für zu Hause, bei denen ein Vaginalabstrich selbst entnommen wird. Diese Tests können eine Ergänzung sein, ersetzen aber keinesfalls die reguläre gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.
- Für Männer: Für Männer gibt es derzeit keine allgemein empfohlenen HPV-Selbsttests. Sie gelten als wenig zuverlässig und liefern meist keine therapeutisch nutzbaren Ergebnisse.
Tipp: Wenn Sie sich Sorgen machen, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, zum Beispiel an Gynäkolog:innen, Urolog:innen oder Dermatolog:innen. Die HPV-Impfung ist die wichtigste medizinisch anerkannte Maßnahme zur Vorbeugung gegen HPV-bedingte Erkrankungen. Tests dienen dagegen vor allem der Früherkennung oder Abklärung.
HPV vorbeugen: Impfung, Kondome und Vorsorge
HPV lässt sich nicht vollständig vermeiden. Das Risiko für eine Infektion und für HPV-bedingte Erkrankungen kann jedoch deutlich gesenkt werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind die HPV-Impfung, Kondome und bei Frauen die regelmäßige gynäkologische Vorsorge.
HPV-Impfung
Die HPV-Impfung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen HPV-bedingte Erkrankungen. Sie schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Genitalwarzen und bestimmte Krebsarten verursachen können.
Dazu zählen unter anderem Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Peniskrebs sowie bestimmte Krebsarten im Mund-Rachen-Raum.
Die Impfung wird für alle Geschlechter empfohlen. Am besten wirkt sie, wenn sie vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt. Sie kann aber auch später noch sinnvoll sein, weil nicht jede Person bereits mit allen relevanten HPV-Typen Kontakt hatte.
In Österreich ist die HPV-Impfung für Personen vom 9. bis zum 21. Geburtstag kostenlos. Für Personen vom 21. bis zum 30. Geburtstag sind seit 1. Jänner 2026 keine kostenlosen Erstimpfungen mehr möglich; wer die erste Dosis im befristeten Nachholprogramm bis 31. Dezember 2025 erhalten hat, kann die zweite Dosis noch bis 30. Juni 2026 kostenlos erhalten. Mehr zur HPV-Impfung lesen Sie hier.
Kondome senken das Risiko
Kondome können das Risiko einer HPV-Übertragung deutlich verringern. Einen vollständigen Schutz bieten sie jedoch nicht.
Der Grund: HPV kann auch über Haut- und Schleimhautkontakt übertragen werden. Manche betroffenen Hautbereiche werden durch Kondome nicht vollständig abgedeckt.
Vorsorge erkennt Zellveränderungen früh
Regelmäßige gynäkologische Vorsorge ist wichtig, um Zellveränderungen am Gebärmutterhals frühzeitig zu erkennen.
Je nach Alter kommen dabei der Pap-Test, der HPV-Test oder beide Verfahren zum Einsatz. Die Vorsorge verhindert zwar nicht die Ansteckung mit HPV, kann aber helfen, Krebsvorstufen rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln.
Kurz gesagt: Die Impfung schützt vor den wichtigsten HPV-Typen. Kondome senken das Übertragungsrisiko. Die Vorsorge hilft, mögliche Zellveränderungen früh zu erkennen.
FAQ
Für Frauen gilt:
- Ab 30 Jahren: Ein routinemäßiger HPV-Test alle drei Jahre wird zur Krebsvorsorge empfohlen. Er erfolgt in der gynäkologischen Ordination.
- Vor 30 Jahren: Der Pap-Abstrich, also die Zelluntersuchung, bleibt der Standard. HPV-Tests werden in dieser Altersgruppe meist nur bei Auffälligkeiten durchgeführt.
Für Männer gilt:
- Es gibt derzeit kein routinemäßig empfohlenes HPV-Screening.
- Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Veränderungen wie Warzen, Knoten oder andere auffällige Haut- oder Schleimhautveränderungen auftreten.
Für beide gilt:
Nein, HPV kann nicht über einen Bluttest nachgewiesen werden, denn es handelt sich um ein Virus, das ausschließlich Schleimhäute und Hautzellen befällt und nicht in die Blutbahn gelangt. Für die Diagnose werden die Viren lokal durch einen Abstrich oder eine Gewebeprobe an den betroffenen Stellen (z. B. Gebärmutterhals, Anus oder Hautveränderungen) nachgewiesen.
Meistens liegt das Ergebnis nach drei bis sieben Werktagen vor. Achtung: Oft meldet sich die Praxis nur, wenn das Ergebnis auffällig ist; Bei einem unauffälligen Befund gibt es manchmal keine Rückmeldung. Und: Bei einer Biopsie (z.B. bei einem auffälligen Warzenbefund) kann es aufgrund der aufwendigeren pathologischen Untersuchung auch bis zu zwei Wochen dauern, bis das Ergebnis da ist.
HPV wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierter Haut oder Schleimhaut übertragen – am häufigsten bei vaginalem, analem oder oralem Sex. Eine Penetration ist dafür nicht zwingend nötig. Da HPV auf Haut und Schleimhäuten vorkommt, kann bereits enger Hautkontakt im Genital- oder Analbereich für eine Übertragung ausreichen.
HPV wird nicht in erster Linie über Blut, Sperma oder andere Körperflüssigkeiten übertragen. Entscheidend ist der Kontakt mit infizierten Haut- oder Schleimhautzellen.
Kondome senken das Risiko einer HPV-Übertragung deutlich. Einen vollständigen Schutz bieten sie jedoch nicht, weil sie nicht alle Hautbereiche abdecken, über die HPV übertragen werden kann
In 90 Prozent der Fälle bleibt eine HPV-Infektion symptomlos und heilt von selbst aus. Es gibt auch keine klassischen Symptome wie Schmerzen oder Fieber. Nur manchmal entstehen kleine, harmlose Feigwarzen (Genitalwarzen) im Intimbereich. Frauen bemerken Zellveränderungen nur durch den regelmäßigen Abstrich (Pap-Test). Männer können lediglich durch Selbstbeobachtung auf Warzen achten.
HP-Viren können einerseits harmlose Erkrankungen wie Feigwarzen im Genital- und Analbereich auslösen. Diese sind lästig und ansteckend, aber nicht lebensgefährlich. Andererseits können High-Risk HPV-Viren Krebserkrankungen wie vor allem Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs an Scheide, Schamlippen, Penis, Anus und im Mund- und Rachenraum auslösen.
Etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind. Die meisten Infektionen treten kurz nach Aufnahme der ersten sexuellen Kontakte auf. Aber: In sehr vielen Fällen heilt die Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst ab, ohne jemals Symptome zu verursachen. Nur bei einem kleinen Teil der Infizierten bleibt das Virus dauerhaft im Körper, was Jahre später zu Warzen oder Krebs führen kann.
Dieser Test ist eine Neuentwicklung zur Verbesserung der Früherkennung. Wie bei Pap- und HPV- Test wird auch beim WID-qCIN-Test ein Abstrich am Gebärmutterhals (Zervix) genommen. Anschließend wird die DNA der Gebärmutterhalszellen untersucht. Zeigen sich dort Veränderungen, kann man nicht nur die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs erkennen, sondern auch das zukünftige Krebsrisiko vorhersagen. Der Test ist in Österreich bereits verfügbar, allerdings wird er zur Zeit primär als Privatleistung angeboten und ist noch kein Standard der gesetzlichen Krankenkassen.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK): Impfplan Österreich 2025/2026 Version 1.1 vom 10. Oktober 2025
Gemeinsame Leitlinie der OEGGG, AGO, AGK und ÖGZ zur Diagnose und Therapie von Cervikalen Intraepithelialen Neoplasien sowie Vorgangsweise bei zytologischen Befunden mit eingeschränkter Qualität, 2018
Bartmann I.; HPV-Impfung schützt laut Cochrane-Report, Gyn-Aktiv 05/2018, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Joura E. et al.; Stellungnahme zur HPV-Impfung und HPV-Testung, Gyn-Aktiv 04/2017, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Joura E., Lex P.; Zukunft in der intelligenten Kombination von HPV-Impfung und -Testung, Spectrum Pathologie 01/2017, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Regitnig P.; Die neue Nomenklatur der ÖGZ und ÖGPath/IAP Austria mit Erläuterungen, Spectrum Pathologie 01/2017, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Reich O.; Zervixkarzinomscreening – Kann man den Pap verbessern?, Gyn-Aktiv 02/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Expertenforum cobas® HPV-Test zur Früherkennung des Zervixkarzinoms – Paradigmen-Wechsel in der Zervixkarzinomvorsorge, Gyn-Aktiv 02/2015, MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom, Langversion, 1.0, 2014
Reiner-Concin A.; Der PAP-Abstrich, Österreichische Ärztezeitung 7/2011, Verlagshaus der Ärzte Gesellschaft mbH
Zervixkarzinom: Gute Schutzwirkung mit Neunfachimpfstoff, Deutsches Ärzteblatt, 07.09.2017, URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/78094/Zervixkarzinom-Gute-Schutzwirkung-mit-Neunfachimpfstoff, Abruf März 2026
Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, Deutsches Krebsforschungszentrum – Krebsinformationsdienst, 08.05.2018, URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/vorstufen.php#pap-v, Abruf März 2026
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/immunsystem/geschlechtskrankheiten/humane-papillomaviren-hpv.html, Abruf März 2026
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/humane-papillomviren-hpv/uebertragung-verbreitung/, Abruf März 2026
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_HPV.html, Abruf März 2026
https://www.krebshilfe.net/information/krebsfrueherkennung/empfehlungen-fuer-maenner-frauen, Abruf März 2026
https://www.uibk.ac.at/de/newsroom/2024/test-zur-fruherkennung-von-gebarmutterhalskrebs/, Abruf März 2026