Fettabsaugen – Welche Varianten gibt es? Sprechstunde mit Prim. Univ.Doz. Dr. Artur Worseg

Fettabsaugen – Welche Varianten gibt es? Sprechstunde mit Prim. Univ.Doz. Dr. Artur Worseg

Stand: Juli 2019 Entgeltlicher Content

Prim. Univ. Doz. Dr. Artur Worseg, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in 1180 Wien beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Fettabsaugung.

Die Geschichte der Fettabsaugung und Ihrer Instrumente.

Die Geschichte der Fettabsaugung ist sehr alt. Das hat begonnen mit einer Fettentfernung, es ist in den 30-er Jahren schon Fett weggeschnitten worden und die Art Fett wegzusaugen ist in den 70-er Jahren in Frankreich entstanden. Das waren damals sehr dicke Kanülen. Ich kann mich erinnern, diese dicken Kanülen auch noch gehabt zu haben. So hat es begonnen und richtig revolutionär ist es erst durch die Tumeszenz-Technik geworden. Wo man Flüssigkeit vorher in das Fett eingebracht hat damit man die Fettzellen besser absaugen kann. Seit den 80-er Jahren wird es in dieser Form bis heute noch teilweise gemacht.

Neuerungen im Bereich der Fettabsaugung.

Die Fettabsaugung hat sich in den letzten 10-15 Jahren völlig geändert. Die reine Absaugung, wie sie in den 70-er, 80-er Jahren erfolgt ist, gibt es heute praktisch nicht mehr. Heute wird abgesaugt, aufgebaut, es wird in der Summe konturiert, es wird geformt aber dieses reine Absaugen in dem Sinne, hat sich eigentlich überholt, wenn man das so sagen kann. Es gibt heute kaum noch eine Fettabsaugung, wo nicht gleichzeitig auch auf irgendeinen anderen Bereich wieder etwas aufgebaut wird. Man hat Problemzonen auf der einer Seite und Verluste z.B. bei der Brust auf der anderen Seite. Es ist schade, dass wertvolle Fett praktisch zu verwerfen und deswegen verwendet man es heute und das ist das, was die Fettabsaugung wirklich revolutioniert hat.

Möglichkeiten der Körperformung und Behandlungsmöglichkeiten

Körperformung wird durch verschiedene Absaugmethoden, es gibt auch andere Techniken Fettgewebe zu zerstören, behandelt. Neuere Techniken sind Lasertechniken, Ultraschalltechniken, Plasmatechniken, wo versucht wird Fettgewebe bevor man es entnimmt, zu verflüssigen oder überhaupt weicher zu machen, damit man das Fett besser herausholen kann. Die Stammzellentherapie ist eine wesentliches Ding, welches sich im Rahmen der Stammzellentherapie etabliert hat, d.h. es werden aus den Fettzellen Stammzellen extrahiert, die dann wieder verwendet werden können, wie Haut etwa aufzubessern. Es tut sich rund um die Fettabsaugung wirklich sehr, sehr viel. Am Ende des Tages ist natürlich das Absaugen mit der Kanüle, immer noch das was übrig bleibt und was man auch händisch und gefühlsmäßig beherrschen muss.

Für wen kommt eine Fettabsaugung in Frage?

Unterschiedlich. Fettabsaugungen können in Frage kommen für Leute mit sogenannten Problemzonen, d.h. dünne Leute, die vielleicht sogenannte Reithosen haben oder irgendwo einen Hüftspeck haben, bei Männern z.B. ganz gern, dieses Flankenfett, dass sie trotz Training nicht wegkriegen. Fettabsaugung hat sich in den letzten Jahren aber auch sehr stark medizinisch etabliert beim sogenannten Lipödem, das sind abnormale Fettansammlungen, etwa an den Beinen oder an Oberarmen, wo die Fettabsaugung nicht nur eine kosmetische Indikation hat sondern auch mittlerweile eine medizinische Indikation hat.

Einschätzung der Risiken und Vermeidung von Komplikationen.

Risiken bei der Fettabsaugung sind überschaubar, hängen zu einem großen Teil mit der Menge des Fetts ab, dass man abnimmt und auch mit der Region, in der man saugt oder in der man Fett einbringt. Das Einbringen des Fettes ist fast risikoreicher, würde ich sagen, als das Entfernen des Fettes. Gesäßaufbau mit Fett ganz modisch jetzt, weil sich das Schönheitsideal in die Richtung ein bisschen geändert hat. Da kann es z.B. zu Komplikationen, wie Thrombosen, Embolien kommen aber alle diese Komplikationen sind überschaubar. Man weiß, dass es sie gibt, man weiß aber auch wie man sie verhindert. Daher gehört eine Fettabsaugung auch nicht am Küchentisch in die Ordination sondern es gehört in ein entsprechendes Ambiente, in ein entsprechendes Setting, dass man für Eventualitäten auch entsprechend vorbereitet ist.

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