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nichtalkoholische fettlebererkrankung
Foto: Irina Petrakova_6767/shutterstock

Neuer Bluttest für Fettlebererkrankung

Ein Studienteam der MedUni Wien hat herausgefunden, dass bestimmte Fresszellen (Makrophagen) bei der fortschreitenden nichtalkoholischen Fettlebererkrankung eine schützende Funktion gegenüber Fibrose und Leberzirrhose ausüben. Gleichzeitig können sie im Blut gemessen werden und den Status der Erkrankung anzeigen.

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) zählt zu den weltweit häufigsten chronischen Lebererkrankungen und betrifft Schätzungen zufolge etwa 30 Prozent der europäischen Bevölkerung. Chronische Fettlebererkrankungen können zu einer nicht umkehrbaren Leberzirrhose führen, deren einzige Therapiemethode eine Lebertransplantation ist. Die frühzeitige Erkennung von Patientinnen und Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber ist daher besonders wichtig.

Die nichtalkoholische Fettleber, insbesondere die fortgeschrittene Steatohepatitis (NASH, auch: Fettleber-Hepatitis), geht mit starken Veränderungen der Immunzellen in der Leber einher. Erst kürzlich wurde die vermehrte Ansammlung eines Subtyps von Fresszellen (Makrophagen), an deren Oberfläche der Rezeptor TREM2 in hohen Mengen vorhanden ist, in der Fettleber beschrieben. Dennoch war die Rolle von TREM2-positiven Makrophagen im Rahmen von Fettlebererkrankungen bis jetzt nicht bekannt.

Das Forschungsteam der MedUni Wien rund um Christoph Binder und Tim Hendrikx vom Klinischen Institut für Labormedizin konnte im Tiermodell zeigen, dass diese bestimmten Fresszellen eine schützende Funktion bei Fibrose – eine Vorstufe der Leberzirrhose – haben. Diese Zellen sind bei Entzündungsprozessen der nichtalkoholischen Fettleber vermehrt in den betroffenen Bereichen der Leber anzutreffen, wo sie sich insbesondere in Bereichen der Zellschädigung und Fibrose ansammeln.

„Durch eine Stärkung der Schutzfunktion von TREM2-positiven Makrophagen könnten neue therapeutische Ansätze zur Behandlung der Fettleber-Hepatitis entwickelt werden“, sagt Florentina Porsch, Ko-Erstautorin der Studie. 

TREM2 ist im Organismus sowohl als Membranrezeptor auf Zellen vorhanden, es gibt aber auch eine lösliche Form (sTREM2), die im Blut nachweisbar ist. „TREM2 in löslicher Form ist ein ausgezeichneter Biomarker zur Identifizierung und Statusanzeige der fortgeschrittenen Lebererkrankung, die unbehandelt von der Fettlebererkrankung zur unheilbaren Leberzirrhose fortschreiten kann“, erklärt der Erstautor Tim Hendrikx vom Klinischen Institut für Labormedizin der MedUni Wien. 

Referenz:
Medizinische Universität Wien
Hendrikx T et al., Soluble TREM2 levels reflect the recruitment and expansion of TREM2+ macrophages that localize to fibrotic areas and limit NASH, J Hepatol. DOI: 10.1016/j.jhep.2022.06.004
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168827822003592

#nichtalkoholischefettleber #nafld #nash #trem2 #leberzirrhose #fibrose #fettleber steatohepatitis #medizin

  • Autor

    Mag. Simone Peter-Ivkic

    Medizinjournalistin

    Simone Peter-Ivkic ist seit 2011 als freie Medizinjournalistin tätig. Sie hat Anglistik und Publizistik an der Universität Wien studiert und fand anschließend ihre Leidenschaft für medizinische Themen.

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