Skip to main content
Darstellung von Körpergewebe mittels Fluroeszenzfarbstoffen
Foto: BorislavGaeyskii/Shutterstock

Neue Fluoreszenzfarbstoffe für die Krebschirurgie

Um einen Tumor und mögliche Metastasen vollständig zu entfernen und dabei gesundes Gewebe zu schonen, bedarf es Millimeterarbeit.  Mit Fluoreszenzstoffen angereicherte Tumore, die sich im kurzwelligen Infrarotlicht darstellen lassen, ließe sich das Navigieren während einer Operation sehr erleichtern, da sich die Tumore deutlich schärfer abzeichnen. Außerdem lassen sich damit auch ausgewählte Gewebe, Gefäße und Körperflüssigkeiten gezielt zum Leuchten zu bringen.

Neben der dafür nötigen Technologie (geeignete Kameras) braucht es für die Fluoreszenzgebung geeignete Farbstoffe. Ein international aufgestelltes Forscherteam setzte jetzt auf die Weiterentwicklung von Cyanin-Farbstoffen, die zu den gängigsten Farbstoffen für die Mehrfarben-Fluoreszenzmikroskopie gehören. Diese werden üblicherweise intravenös verabreicht und lassen sich etwa mit Antikörpern verknüpfen, die sich spezifisch an Tumore binden lassen. Dem Wissenschaftsteam gelang es jetzt, zwei neue Farbstoffe zu entwickeln, die sich besonders gut im kurzwelligen Infrarotlicht darstellen lassen. Sie sind ungiftig, wasserlöslich und lassen sich mit Biomolekülen an gewünschte Zielstrukturen im Organismus koppeln. Gemeinsam mit einem bereits zugelassen Farbstoff (Indocyaningrün) stehen nun drei verschiedene Farbstoffe zur Sichtbarmachung des Gewebes zur Verfügung. Auf diesem Weg können nun etwa Tumore blau, Lymphgefäße grün und Blutgefäße magentafarben dargestellt werden.

In vorklinischen Untersuchungen wurden die Farbstoffe und das Bildgebungssystem bereits erfolgreich getestet. Jetzt sollen die Eigenschaften der Farbstoffe weiter optimiert werden, damit sie sich beispielsweise leichter herstellen und noch besser mit verschiedenen Biomolekülen koppeln lassen.

Referenz:
National Cancer Institute, Bethesda; Helmholtz Zentrum, München
Targeted multicolor in vivo imaging over 1,000 nm enabled by nonamethine cyanines, Nature Methods 2022; https://rdcu.be/cHVTz

#krebs #tumor #onkologie #fluoreszenzfarbstoffe #fluoreszenzbildgebung #tumoroperation #bildgebung #medizin #medimpressions

 

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Silent Inflammation: Frau liegt erschöpft auf der Couch

Stille Entzündungen im Körper: Symptome, Ursachen und Behandlung

Stille Entzündungen verursachen keine Schmerzen und zeigen sich auch nicht durch Rötungen oder Schmerzen. Deshalb bleiben sie oft unbemerkt. Welche Rolle Ernährung, Stress und Lebensstil dabei spielen und was Sie selbst tun können, um chronischen Entzündungen vorzubeugen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zum Artikel: Schlaflosigkeit: schlaflose Frau mit Uhr in der Nacht im Bett

Schlafmangel: Warum zu wenig Schlaf krank machen kann

Eine kurze Nacht macht sich schnell bemerkbar: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit sind typische Folgen. Doch Schlafmangel beeinflusst auch Herz, Stoffwechsel, Immunsystem und Hormonhaushalt. Hält er länger an, kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen steigen.

Zum Artikel: Schlaftracking: Mann schläft mit Smartwatch und Smartphone

Schlaftracker im Check: Können Smartwatch, Ring und Apps den Schlaf verbessern?

Schlaftracker gehören heute für viele Menschen zum Alltag und versprechen detaillierte Einblicke in den eigenen Schlaf.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Schlaftracker funktionieren, welche Messwerte tatsächlich aussagekräftig sind, wo die Grenzen der Geräte liegen und für wen Schlaftracking sinnvoll sein kann.

Zum Artikel: Ärztin untersucht Kind mit einem Stehtoskop

Herzgesundheit bei Kindern: Auf was Eltern achten müssen

Der Grundstein für ein gesundes Herz wird bereits in der Kindheit gelegt. Ob Ernährung, Bewegung oder das Erkennen von Warnsignalen: Eltern können viel dazu beitragen, dass sich das Herz ihres Kindes gesund entwickelt. Aber worauf kommt es im Alltag wirklich an? Wann sollte man mögliche Herzsymptome bei Kindern ernst nehmen?