Skip to main content
Frau am Bett eines Komapatienten
LightfieldStudios/shutterstock.com

Koma: Gleichtakt der Hirnzellen zeigt günstige Prognose

Welche Prognose Patienten nach z.B. einem Herzstillstand erwartet, lässt sich schwer voraussagen. Aktuelle Ansätze der Vorhersage während eines Komas basieren auf einer qualitativen Bewertung von Signalaufzeichnungen im Elektroenzephalogramm (EEG). Diese sind jedoch aufwändig und oft schwer zu interpretieren.

Ein Forschungsteam untersuchte nun die Verarbeitung von Tonsignalen im Gehirn von Patienten am ersten Tag im Koma. Die Forschenden konzentrierten sich darauf, wie Geräusche im Gehirn verarbeitet werden. Sie untersuchten Messungen der neuronalen Synchronität (synchrones, gleichzeitiges Reagieren der Neuronen auf einen bestimmten Reiz) und der neuronalen Komplexität (der neuronalen Aktivität im Hirn) bei 67 Patienten im Koma nach Herzstillstand und 13 gesunden Kontrollpersonen.

Die Studie stellte fest, dass die neuronale Synchronität Aussagen zu einem günstigen Ausgang nach dem Koma erlaubt. Erstautorin Sigurd Lerkerød Alnes erklärt: „Wir haben in zwei verschiedenen Patientenkohorten festgestellt, dass Patienten, die später das Koma überlebten, eine höhere neuronale Synchronität als Reaktion auf Geräusche am ersten Tag haben, als die Nicht-Überlebenden. Tatsächlich ist die neuronale Synchronität der Überlebenden auf dem Niveau von gesunden Kontrollpersonen, die bei Bewusstsein sind.“

Ein Verlust der neuronalen Aktivität wurde überraschenderweise hingegen nur in der Gruppe der Überlebenden gefunden. In der Gruppe der Nicht-Überlebenden lag die Komplexität teils unter und teils über den Komplexitätswerten gesunder Kontrollen.
Der neue Test bietet jedenfalls eine Reihe von Vorteilen: er dauert nur 20 Min, kann am ersten Tag des Komas am Krankenbett durchgeführt werden und erlaubt eine Diagnose für das Ergebnis nach drei Monaten.

Referenz:
Universität Bern, Universität Lausanne
Complementary roles of neural synchrony and complexity for indexing consciousness and chances of surviving in acute coma; NeuroImage 2021; https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1053811921009113?via%3Dihub

#koma #bewusstlos #prognose #gehirn #eeg #gehirnaktivität #neuronen #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Mann hält Regenschirm gegen den Wind

Resilienz: Krisenkompetenz durch innere Stärke

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, schwierige Lebensphasen, Rückschläge und Krisen zu bewältigen, ohne dauerhaft aus dem seelischen Gleichgewicht zu geraten. Sie hilft dabei, mit Belastungen umzugehen und nach herausfordernden Erfahrungen wieder Stabilität zu finden.

Zum Artikel: Bronchitis: Ein Mann mit Schal hustet in seine Faust

Akute und chronische Bronchitis – Ursachen, Symptome und Behandlung

Husten, Schleim im Hals und ein Druckgefühl in der Brust: Hinter solchen Beschwerden kann eine Bronchitis stecken. Dabei sind die Bronchien in der Lunge entzündet. Eine akute Bronchitis wird meist durch Viren verursacht und tritt besonders im Winter in der kalten Jahreszeit auf.

Zum Artikel: HPV-FAQ-Seite

HPV-FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Infektionen mit HPV (Humane Papillomviren) sind weltweit sehr häufig. Viele Infektionen bleiben unbemerkt oder es kommt erst Jahre später zu Symptomen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur Übertragung von HPV, der HPV-Impfung und Symptomen.

Zum Artikel: HPV-Diagnose: Welche Tests es gibt und wie HPV festgestellt wird

HPV-Diagnose: Welche Tests es gibt und wie HPV festgestellt wird

Lange Zeit war der klassische Pap-Abstrich das wichtigste Werkzeug der HPV-Vorsorge. Heute gibt es zusätzlich hochpräzise HPV-Tests, die das Virus direkt auf DNA-Ebene nachweisen, sowie moderne Kombinationsverfahren.