Skip to main content
Durchführung einer Operation
Foto:Shutterstock

Covid-19-Infektion: OP erst nach sieben Wochen

Bereits im Mai 2020 belegten erste Daten des Forschungsnetzwerks COVIDSurg, dass Patientinnen mit einer Coronavirus-Infektion bei chirurgischen Eingriffen eine erhöhte Sterblichkeit aufweisen. In einer internationalen Beobachtungsstudien konnte das Forschungsteam nun aktuell herausfinden, dass planbare Operationen von auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen um mindestens sieben Wochen aufgeschoben werden sollten, um das postoperative Sterblichkeitsrisiko zu senken.

Für die Studie wurden Daten von 140.727 Personen aus 1.674 Kliniken in insgesamt 116 Ländern erhoben und ausgewertet. Von den in der Studie eingeschlossenen Personen waren 2,2 Prozent zu verschiedenen Zeitpunkten positiv auf COVID-19 getestet worden, die restlichen 97,8 Prozent waren nicht mit dem Virus infiziert und bildeten die Vergleichsgruppe. Die Mortalität innerhalb von 30 Tagen nach einem chirurgischen Eingriff lag bei den negativ getesteten Personen bei 1,5 Prozent. Die entsprechende Sterblichkeit bei den Personen, die während der ersten vier Wochen nach einer Coronavirus-Infektion operiert wurden, betrug dagegen vier Prozent und nach fünf bis sechs Wochen immer noch 3,6 Prozent. Die Mortalität sank erst sieben Wochen nach dem Infektionsnachweis wieder auf das Ausgangsniveau von 1,5 Prozent ab.
Jedoch wiesen PatientInnen mit anhaltenden COVID-19-Symptomen auch noch nach sieben Wochen eine mit sechs Prozent stark erhöhte Mortalität auf, im Gegensatz zu Personen, bei denen die Symptome bereits abgeklungen waren (2,4 Prozent) bzw. die trotz Infektion ohne Erkrankungssymptome blieben (1,3 Prozent).

Entsprechend rät das Forschungsteam bei positivem Coronavirus-Nachweis, planbare Operationen um mindestens sieben Wochen zu verschieben und abzuwarten, bis entsprechende COVID-19-Symptome abgeklungen sind.

Referenz:
Universität Tübingen, Birmingham University
Timing of surgery following SARS-CoV-2 infection: an international prospective cohort study; Anaesthesia 2021; https://associationofanaesthetists-publications.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/anae.15458

#covid19 #sarscov2 #chirurgie #eingriffe #operation #latenzzeit #sterblichkeit #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Mouth Taping: Frau mit Mundpflaster beim Schlafen

Mouth Taping: Hilft das Abkleben des Mundes beim Schlafen wirklich?

Mouth Taping soll die Nasenatmung fördern, Schnarchen reduzieren und den Schlaf verbessern. Bekannt wurde die Methode vor allem durch Social Media und prominente Anhänger. Doch wie gut sind diese Effekte wissenschaftlich belegt? Und welche Risiken kann das Abkleben des Mundes in der Nacht haben?

Zum Artikel:  Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?

Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?

Welche Ursachen erhöhte Triglyceridwerte haben können, was sie bedeuten und was man tun kann, um die Werte günstig zu beeinflussen, lesen Sie hier.

Zum Artikel: personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin: Wie Präzisionsmedizin Behandlungen individueller macht

Kein Mensch gleicht dem anderen und Krankheiten sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Genau hier setzt die personalisierte Medizin an: Sie nutzt moderne diagnostische Methoden und berücksichtigt individuelle Merkmale, um Diagnosen zu präzisieren und Behandlungen gezielter auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

Zum Artikel: Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

In Österreich gilt Bluthochdruck, wie in vielen anderen Industrieländern auch, als Volkskrankheit, Schätzungen zufolge ist hierzulande etwa ein Viertel aller Erwachsenen betroffen.