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Eine schlanke Frau schiebt eine Erbse am Teller herum
Foto: VGstockstudio/Shutterstock

Anorexie: Auswirkung auf Blutgefäße?

Die Essstörung Anorexia nervosa ist nicht nur ein psychisches Leiden, sie führt auch zu physischen Schäden. Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch einen selbst herbeigeführten Gewichtsverlust, der zu teils massiven Untergewicht führen kann. Neben dem Problem der Selbstwahrnehmung kann es durch die ständige Unterernährung auch zu Störungen des Elektrolyt- und Hormonhaushaltes kommen, mit Folgen wie Herzrhythmusstörungen oder Osteoporose. Und das bereits im jungen Lebensalter. Eine Forschungsgruppe der MedUni Graz berichtet jetzt über signifikante Veränderungen des Fettstoffwechsels bei PatientInnen mit Magersucht.
Zwei Forschungsgruppen am Otto Loewi Forschungszentrum haben in ihrer jüngsten Studie den Fokus auf eine bisher weniger erforschte Folge der Anorexia nervosa gelegt – die Arteriosklerose, die umgangssprachlich meist als Gefäßverkalkung bezeichnet wird.

Während die Untersuchungen keine signifikanten Veränderungen beim HDL-Cholesterin (dem „guten“ Cholesterin) finden konnten, gab es bei den untersuchten PatientInnen eine negative Auswirkung auf die LDL-Partikel (dem „ungünstigen“ Cholesterin) im Blut. Wobei nicht jedes LDL gleich ist: Es gibt Untergruppen, die ein höheres bzw. niedrigeres Risiko für atherogene – also Arteriosklerose hervorrufende – Veränderungen der Blutgefäße aufweisen. „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die kleineren LDL-Untergruppen wesentlich atherogener sind und sich eher in der Blutgefäßwand einlagern als die größeren Partikel“, erklärt die Molekularbiologin Julia Stadler, MedUniGraz, die Gefahren dieser Lipoproteine. Bei PatientInnen mit Anorexia nervosa nehmen die gefährlicheren LDL-Partikel zu, was sich negativ auf die Blutgefäße auswirken kann.

Eine weitere negative Veränderung im Blut von Anorexia-nervosa-PatientInnen ist ein erhöhter Spiegel von VLDL. Das Very-low-density-Lipoprotein (VLDL) ist, ähnlich wie LDL, mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Inwieweit die untersuchten Lipoproteinmarker tatsächlich mit dem Risiko solcher Erkrankung bei Anorexie-PatientInnen zusammenhängen, muss jedoch noch in größeren Studien untersucht werden.

Referenz:
Med Uni Graz
Anorexia Nervosa Is Associated with a Shift to Pro-Atherogenic Low-Density Lipoprotein Subclasses, Biomedicines 2022; https://www.mdpi.com/2227-9059/10/4/895

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  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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