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Liebe geht durch die Dating Apps
Foto: antoniodiaz/shutterstock

Liebe geht durch Dating Apps

Im Gegensatz zu häufigen Bedenken, dass Dating Apps nur Gelegenheits-Dating und kurzfristige Beziehungen fördern, zeigt eine Studie der Universität Genf, dass das nicht zwangsläufig stimmen muss. Menschen, die ihre Partner via App getroffen haben, haben nämlich eher langfristige Beziehungsziele im Auge. Sie sind eher motiviert einen Partner für das Zusammenleben zu finden als Paare, die sich nicht digital gefunden haben. Auch in Bezug auf die Zufriedenheit ihrer Beziehung stehen diese Gemeinschaften vergleichbaren Paaren keineswegs nach. Die Schweizer Analyse basiert auf Daten von 3235 Personen über 18 Jahren, die bereits in einer Beziehung standen und ihren Partner im letzten Jahrzehnt getroffen hatten.

Paare, die sich über Tinder und Grindr zusammenfinden, sind auch eher bereit, eine Familie zu gründen. Speziell Frauen äußern häufiger einen Kinderwunsch als Frauen, die ihren Partner außerhalb des Internets kennengelernt haben. Das liegt vielleicht auch daran, dass Apps vielfach Menschen über 40 und geschiedene Personen anziehen, die nach Romantik suchen, bilanziert Studienleiterin Gina Potarca, Universität Genf.

Viele der Studienteilnehmer weisen auf die Vorzüge von Dating Apps gegenüber Dating-Websites hin, die viel einfacher zu benutzen sind als Websites mit langwierigen Fragebögen und mühsamen Selbstbeschreibungen. Die Vorteile: „wisch und weg“- Apps verändern die Dynamik der Begegnungen, erfordern einen minimalen Aufwand und keine Intervention durch Dritte. Ein weiteres Plus: Sie erleichtern Begegnungen in einem größeren geografischen Umfeld und schließen auch Fernbeziehungen ein, belegt die Studie. Nicht zuletzt unterstützt der pragmatische Ansatz noch einen weiteren Aspekt: Dating Apps fördern offenbar auch eher die Durchmischung verschiedener Bildungsstufen.

Referenzen:
Universität Genf
The demography of swiping right. An overview of couples who met through dating apps in Switzerland, Plos One 2020; https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0243733

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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