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Messer und Gabel mit einem Männchen aus Papier
Foto: Shatsko Yauhen/shutterstock

Kannibalen verschonen ihre Verwandten

Makaber und doch wissenschaftlich belegt: eine Studie von Marlies Oostland und Michael Brecht von der Princeton University und der Humboldt-Universität zu Berlin ergab, dass Kannibalen nur selten Blutsverwandte essen. Das ist eine Eigenheit die auch bei kannibalischen Tieren beobachtet wurde. Ebenso wie diese erbrechen sich auch Kannibalen, während sie ihre Mordopfer essen. Die Autoren schließen daraus, dass eine innere Abscheu dem Verspeisen von Verwandten entgegenwirkt, wobei es schon bemerkenswert erscheint, dass auch bei diesen Schwerverbrechern biologische Mechanismen greifen, die enge Verwandte schützen.

In modernen Gesellschaften sind kannibalische Morde extrem selten. Trotzdem konnten die Forscher für die Zeit nach 1900 eine Vielzahl solcher Fälle über Publikationen, Internetrecherchen und Expertenbefragungen dokumentieren. Insgesamt 121 Kannibalen und 631 ihrer Opfer wurden mit Informationen über „gewöhnliche“ Morde aus FBI- Datenbanken verglichen. Es zeigte sich, dass kannibalische Morde eine eigene Verbrechenskategorie darstellen. Diese Morde zeigen charakteristische Eigenheiten bei Methoden, Tätern und Opfern. Kannibalen töten oft mit physischer Gewalt, etwa durch Erstechen, Strangulieren oder Erschlagen, und seltener mit Schusswaffen.Von Kannibalen ausgeführte Morde haben oft einen sexuellen Bezug, Täter sind meist ältere Männer, die jüngere Frauen töten.

Referenzen:

Humboldt-Universität zu Berlin; Princeton University https://www.hu-berlin.de/de/pr/nachrichten/august-2020/nr-20831

Kin-avoidance in cannibalistic homicide; Frontiers of Psychology (2020); https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2020.02161/full

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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